Categories
etplus gesellschaft ticker

DDR-Wochenkrippen: „Das Kollektiv stand über dem Individuum“

In der DDR wurden Millionen Kinder kurz nach der Geburt in Krippen zur Tagesbetreuung gegeben. In sogenannten Wochenkrippen und -heimen waren Kleinkinder von Montag bis Freitag untergebracht, um den Müttern eine Berufstätigkeit im sozialistischen Staat zu ermöglichen. Epoch Times sprach mit dem Bestsellerautor und Journalisten Alexander Teske, der selbst in einer solchen Einrichtung untergebracht war, über sein neues Buch „Die Wochenkinder: Frühe Trennung, späte Folgen”.

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

Manche Stimmen, so schreiben Sie selbst in Ihrem Buch, wollten Sie davon abhalten. Warum haben Sie es trotzdem geschrieben?
Dieses Thema ist mir ein absolutes Herzensanliegen. Natürlich glaube ich nicht, dass alles Unglück in meinem Leben auf die DDR-Wochenkrippe zurückzuführen ist. Aber natürlich hat sie uns geprägt. Im Laufe der Zeit habe ich sehr viele andere Wochenkinder kennengelernt und gemerkt, wie schwer traumatisiert sie teilweise sind und dass sie nicht gehört werden. Mit dem Buch wollte ich ihnen eine Stimme geben.
Ich möchte, dass sich die Menschen mit den Lebensgeschichten auseinandersetzen. Therapeuten sollen davon erfahren, denn viele Betroffene waren zum Beispiel 20 Jahre in Therapie, ohne dass das Thema je angesprochen wurde, weil der Therapeut es nicht kannte. Ich möchte auch erreichen, dass Gelder für die Forschung in diesem Bereich bereitgestellt werden. Das gibt es eben auch nur, wenn ein Thema gesellschaftlich relevant ist. Außerdem wollte ich, dass das Thema in den Medien breit diskutiert wird, damit das Verständnis füreinander wächst – auch zwischen Ost und West. Denn es gibt noch sehr viel Unverständnis füreinander.
Studien zeigten früh die Nachteile. Warum hielten die Entscheidungsträger trotzdem am System fest?
Es gab damals recht schnell Studien zum Zustand der Kinder in Wochenkrippen. Sie zeigten, dass Kinder dort nicht gut aufgehoben waren. Im Vergleich zu Tageskrippen und noch mehr im Vergleich zu Kindern, die zu Hause aufwuchsen, entwickelten sie sich motorisch und verbal schlechter. Zudem waren die Kinder viel häufiger krank.
Ich erkläre mir das zum einen mit einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die sowjetisch besetzte Zone, später DDR, war viel stärker von Reparationen betroffen als die Westzonen. Millionen gut ausgebildeter Menschen wanderten daraufhin nach Westdeutschland aus – bis zum Mauerbau. Die DDR wollte das ökonomisch auffangen, indem sie die Arbeitskraft der Frauen nutzte. Dies wurde als Gleichberechtigung dargestellt. In Wirklichkeit mussten sich die Frauen zusätzlich um die Hausarbeit und die Kindererziehung kümmern und besetzten trotzdem keine Entscheiderpositionen. Schließlich arbeiteten 90 Prozent der Frauen in der DDR.
Daher mussten Betreuungsplätze geschaffen werden. Anfangs schaffte es die DDR jedoch nicht, allen einen Tageskrippenplatz anzubieten. Wochenkrippen sollten dies ausgleichen und dienten der Kinderbetreuung für Schichtarbeiterinnen, aber auch für die privilegierte Führungsschicht aus Partei- und Staatsfunktionären sowie für Kulturschaffende. Sie sollten sich auf den Aufbau des Sozialismus konzentrieren können, ohne sich um die Kindererziehung kümmern zu müssen.
Es gab auch sehr kritische Stimmen innerhalb der DDR. So schlugen DDR-Forscherinnen Alarm. Sie wurden jedoch mundtot gemacht. Ihre Studien verschwanden in der Schublade und ihnen wurde mit einem Karriereende gedroht. Dann fügten sie sich.
Zum anderen gab es natürlich auch ideologische Gründe. Das kann man bei Karl Marx und den Vordenkern des Sozialismus nachlesen. Die Familie galt als bürgerliche Keimzelle, die es zu überwinden und zu zerschlagen galt. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, war, die Kinder in Institutionen zu geben, sie dort fremdbetreuen zu lassen und auch ideologisch zu beeinflussen. Das begann in der Wochenkrippe und setzte sich in Sportinternaten bis hin zu perfiden Einrichtungen wie dem Jugendwerkhof fort.
Wie muss man sich einen typischen Tagesablauf in einer Wochenkrippe vorstellen?
Es gab strenge Pläne des Gesundheitsministeriums, später dann des Bildungsministeriums. Die Pläne wurden sklavisch eingehalten. Um 6 Uhr wurden die Kinder geweckt, um 06:20 Uhr gefüttert und um 06:40 Uhr gewickelt. Danach ging es in das Laufgitter. Den Erzieherinnen blieb nur wenig Zeit, um sich um die Kinder zu kümmern, eine individuelle Betreuung war nicht möglich. Zunächst kümmerte man sich um die Kinder, die am lautesten waren.
Es war praktisch Akkordarbeit. Wenn ein Kind in die Hose machte, musste es warten, bis wieder Wickelzeit war. Wenn es Hunger hatte, musste es warten, bis es etwas zu essen gab. Und umgekehrt: Wenn ein Kind noch keinen Hunger hatte, musste es trotzdem essen.
Offiziell war der Betreuungsschlüssel eins zu vier, also vier Säuglinge auf eine Betreuerin. Aus den Akten wissen wir jedoch, dass dieser Betreuungsschlüssel häufig nicht eingehalten werden konnte. Die Einrichtungen waren überbelegt, da es zu wenige Plätze und zu viele Kinder gab. Auf dem Papier sollte jedes Kind nur eine Bezugsperson haben, doch 90 Prozent der Kinder hatten ständig wechselnde Bezugspersonen.

In den DDR-Wochenkrippen herrschte ein strenger Ablauf. Eine individuelle Betreuung gab es nicht.

Foto: BVG Archiv

Welche konkreten Nachwirkungen zeigen sich bei den Betroffenen aufgrund der Zeit in der Wochenkrippe?
Dazu gibt es nur eine einzige Studie der Universität Rostock. Diese hat ergeben, dass 92 Prozent der Betroffenen mindestens eine psychische Diagnose im Laufe ihres Lebens hatten – also etwa doppelt so viele wie in der Normalbevölkerung.
Ehemalige Wochenkinder gehören überproportional oft zu den Menschen mit unsicherer Bindung. Sie haben doppelt so häufig Probleme, langfristige, gesunde Beziehungen zu führen. Einige von ihnen haben vier oder mehr psychische Diagnosen im Laufe ihres Lebens, darunter schwere Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen und Angststörungen. Vieles blieb jedoch im Dunkeln. Denn an dieser Studie haben nur Betroffene teilgenommen, die sich freiwillig gemeldet haben.
Viele Betroffene haben ein sehr normales Leben geführt und waren durchaus leistungsbereit. Deshalb hört man oft den Spruch: „Aus euch ist ja was geworden, es hat euch nicht geschadet.“ Doch nach 50 oder 60 Lebensjahren holt die eigene Biografie diese Menschen dann ein und die damaligen Erlebnisse beschäftigen sie stark. Dann versuchen sie, mit ihren Eltern, soweit das noch möglich ist, darüber ins Gespräch zu kommen, und sie fragen sich auch: Was habe ich möglicherweise an meine eigenen Kinder weitergegeben?
Sowohl im Nationalsozialismus als auch im Sozialismus wurde das Kind primär als künftiges Werkzeug des Staates und nicht als eigenständiges Subjekt betrachtet. Sehen Sie dadurch Nachwirkungen in unserer Gesellschaft?
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Töpfchendebatte von Herrn Pfeiffer. Der Kriminologe Christian Pfeiffer hatte in den 1990er-Jahren behauptet, im Osten seien viele rechtsradikal, weil sie alle zur gleichen Zeit kollektiv aufs Töpfchen hätten gehen müssen. Das war natürlich stark verkürzt und hat viel kaputtgemacht, weil es in dieser Einfachheit schlichtweg falsch ist. Aber ein Körnchen Wahrheit ist natürlich dran, denn das Aufwachsen in einer Diktatur hat uns geprägt und ist nicht spurlos an uns vorübergegangen.
Darum gibt es im Osten starke Abwehrreflexe gegen Kritik und Aufarbeitung. Dann heißt es schnell: „Jetzt willst du die DDR wieder schlechtmachen.“ Das ist überhaupt nicht mein Anliegen. Wir sollten einfach darüber sprechen und das Verständnis füreinander erhöhen.
Im Westen gibt es ein großes Unverständnis, wenn man in den Osten schaut, beispielsweise über die aktuellen Wahlergebnisse. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir nicht in einer Demokratie aufgewachsen sind. Das Familienbild war ein anderes, die Kirchen hatten weniger Einfluss und vieles mehr. Ein Mosaiksteinchen ist dabei auch die Kinderbetreuung und das dabei vermittelte Bild. Die DDR wollte Menschen, die funktionieren. Das Kollektiv stand über dem Individuum. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen.
Wie erklären Sie sich den unterschiedlichen Blick auf die Wochenkrippen bei Menschen mit Ostbiografie? 
Das hängt natürlich immer damit zusammen, wie sehr man sich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Habe ich Therapieerfahrung? Wie sehr bin ich bereit, mein Leben aufzuarbeiten? Ich war ja auch bei prominenten Wochenkindern, zum Beispiel bei dem Schauspieler Jan Josef Liefers. Er nennt es, in die „Dreckecken seiner Seele“ zu schauen.
Oder bin ich eher der Typ „Verdrängung“? Ich möchte auch niemandem ein Trauma einreden. Das gleiche Erlebnis prägt Kinder unterschiedlich. Manche hatten wenigstens am Wochenende ein liebevolles Umfeld zu Hause, andere nicht. Letztere waren in der Krippe vielleicht sogar besser aufgehoben. Für die meisten Kinder wäre es aber natürlich besser gewesen, wenn sie zu Hause aufgewachsen wären.
Die Abwehrreflexe hängen vermutlich damit zusammen, wie nah ich dem SED-System gestanden habe, ob ich beispielsweise selbst Erzieherin war und jetzt meine Lebensleistung angegriffen sehe. Auch Mütter von damals fühlen sich natürlich angegriffen. Wenn ich mein Kind früh in die Krippe gegeben habe, neige ich natürlich dazu, zu sagen: „Es ging nicht anders, das war normal, das haben alle gemacht.“
Denn es ist sehr schmerzhaft, sich Fehler einzugestehen. Ich wünsche allen, dass sie darüber ins Gespräch kommen können, ohne sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Leider ist es so, dass man bestimmte Dinge nicht wiedergutmachen kann. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist häufig zerbrochen. Es fehlt das liebevolle, herzliche Verhältnis.
Gibt es nach dem Prozess der Aufarbeitung und Auseinandersetzung etwas Wertvolles, für das Sie dankbar sind?
Es gibt den bekannten Spruch: „Was dich nicht umbringt, macht dich stark.“ Tatsächlich kann das Aufwachsen in einer Diktatur einen natürlich auch sehr stark und sehr resilient machen. Es hat mich dazu angeregt, über verschiedene Dinge intensiv nachzudenken und natürlich dankbar zu sein für das, was funktioniert. Ich bin sehr dankbar, dass es mir trotz allem gelungen ist, ein relativ glückliches Leben zu führen. Und ich wünsche allen Betroffenen, dass ihnen das auch gelingt.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Erik Rusch.

Foto: Langen Müller Verlag, Canva; Montage: Epoch Times

Alexander Teske
Langen Müller Verlag
21. September 2026
Paperback
272 Seiten
Categories
ticker vital

Majoran – Gewürz mit überraschenden Gesundheitsvorteilen


In Kürze:

  • Majoran ist ein beliebtes Würzkraut aus dem Mittelmeerraum mit hohem Anteil an ätherischen Ölen.
  • Seit alten Zeiten ist er auch als Heilkraut mit vielseitigen Anwendungen bekannt.
  • Traditionell kommt Majoran bei Verdauungsproblemen, Erkältungen, Muskel- und Nervenschmerzen und Frauenleiden zum Einsatz.
  • Die moderne Wissenschaft bestätigt antimikrobielle, antimykotische, entspannende und antioxidative Eigenschaften.
  • Mit einfachen Tipps ist Anbau und Ernte als einjährige Pflanze auch bei uns möglich.

 
Majoran (Origanum majorana) ist vor allem als kräftiges Küchengewürz bekannt. Fisch- und Fleischgerichte aber auch Kartoffelsuppe oder Gemüseeintöpfe mit Hülsenfrüchten werden durch Majoran nicht nur schmackhafter, sondern auch bekömmlicher. Besonders beliebt ist das Gewürzkraut in der mediterranen Küche, wo es Pasta und Pizza verfeinert.
Der Mittelmeerraum ist auch die ursprüngliche Heimat des Majorans. In unseren Gärten ist die kälteempfindliche Pflanze seit dem 16. Jahrhundert heimisch. Das eng mit dem Oregano verwandte Kraut der Gattung Origanum (= Dost) in der Familie der Lippenblütler hat sich nicht nur als Küchengewürz einen Namen gemacht.
Seit der Antike sind auch die heilenden Eigenschaften von Majoran bekannt und in den ältesten medizinischen Handbüchern wie in der Dioscorides‘ De Materia Medica (78 n. Chr.) oder dem Sammelwerk für Frühdeutsche Medizin von Hildegard von Bingen gelistet. Die sonnenliebende Pflanze wurde vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Erkältungen und Frauenleiden eingesetzt. Bei den alten Griechen und Römern galt der wohlriechende Majoran als glücksbringendes Kraut wurde mit der Göttin Aphrodite in Verbindung.

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile von Majoran

Der intensiv würzige und zugleich fein blumige Duft des Majorans verrät einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, der zu Beginn der Blüte am höchsten ist und bis zu 3,5 Prozent betragen kann. Den Hauptanteil bilden unterschiedliche Terpene. Studien zeigen, dass die scharf schmeckenden ätherischen Öle antimikrobielle und antimykotische Eigenschaften besitzen, die nicht nur Speisen haltbarer machen, sondern auch die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen wie Candida albicans im Körper hemmen können.
Weiterhin erwies sich Majoranöl in Studien antioxidativ, entzündungshemmend, entspannend und gefäßerweiternd, was das Risiko für Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen senken kann. Die enthaltenen Monoterpene zeigten sich außerdem als krebsfeindlich.
Darüber hinaus enthält Majoran Bitter- und Gerbstoffe, die die Bildung von Verdauungssäften fördern und Leber und Galle unterstützen.

Heilkundliche Anwendungen von Majoran

Das Zusammenspiel seiner Inhaltsstoffe macht Majoran zu einem wirksamen Heilkraut, das in der Volksmedizin eine breite Anwendung findet. Er kommt traditionell bei Verdauungsproblemen mit Krämpfen, Blähungen, Durchfall, schwachem Magen und Appetitlosigkeit zum Einsatz. Besonders bei Säuglingen kann das sanfte Einreiben der Nabelgegend mit Majoransalbe entspannend wirken und Blähungsbeschwerden lindern.
Majoran ist zudem ein traditionelles Hausmittel in der Erkältungszeit. Besonders bekannt ist die Majoransalbe, die seit Generationen zur Pflege der gereizten Haut im Naseneingangsbereich verwendet wird. Die Salbe ist in Apotheken erhältlich oder kann auf traditionelle Weise selbst aus Butter und Majoran hergestellt werden. Dafür Butter und pulverisiertes Majorankraut im Verhältnis 1:1 im Wasserbad vorsichtig erwärmen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Die warme Flüssigkeit durch ein feines Sieb in einen kleinen Tiegel abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Abkühlen wird die Salbe fest. Bei Bedarf die Salbe mehrmals täglich dünn auftragen.
Darüber hinaus ist ein Teeaufguss hilfreich, um festsitzenden Schleim zu lösen und Reizhusten zu lindern. Dafür einen Teelöffel Blätter und Blüten mit heißem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen. Zwei bis drei Tassen pro Tag trinken. Ein Dampfbad mit Majoran unterstützt dabei, eine verschnupfte Nase freizumachen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die enthaltenen ätherischen Öle wie Carvacrol und Thymol, das auch im Thymian vorkommen.
Die ätherischen Öle im Majoran werden außerdem wegen ihrer beruhigenden Eigenschaften auf das Nervensystem geschätzt. Sie wirken aufhellend und angstlösend auf die Psyche und fördern den Schlaf.
Des Weiteren gilt Majoran in der Naturheilkunde als wärmende Pflanze, die die Durchblutung fördert und Schmerzen lindert. Er kommt daher bei verspannten Muskeln, Rheuma, Glieder- und Nervenschmerzen zum Einsatz. In der Frauenheilkunde wird er bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden, nervöser Anspannung und Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus eingesetzt.
Schwangere sollten Majoran meiden, da er eine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter ausüben kann. Gelegentliche kleine Mengen zum üblichen Würzen sind bedenkenlos.

Majoran in der Küche

Majoran macht schwere und fette Speisen verdaulicher. Daher ist er ein beliebtes Gewürz in deftigen Fleischgerichten wie Schweinebraten oder Hackfleischgerichten, Pasteten und Würsten, wie der bayrischen Weißwurst. Das brachte Majoran auch die Bezeichnung als „Wurstkraut“ ein.
Majoran harmoniert allerdings auch wunderbar zu Rührei, Bratkartoffeln, Bohneneintöpfen sowie Kartoffel- und Gemüsesuppen. In Pastasaucen lässt sich Oregano problemlos durch Majoran ersetzen. Da Majoran milder, etwas süßlicher und blumiger schmeckt als Oregano, verleiht er Tomaten- und Gemüsesaucen eine feinere, weniger herbe Würze.

Anbau und Ernte

In seiner ursprünglichen Heimat wächst Majoran als mehrjähriger Halbstrauch. Da er nicht gänzlich winterhart ist, wird er bei uns meist einjährig kultiviert. Das Kraut liebt einen vollsonnigen und windgeschützten Standort mit kiesigem bis lehmigem Boden.
Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Ende Mai auf dem Fensterbrett oder Frühbeetkasten. Die Jungpflanzen kommen ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen ins Freie.
Frische Triebe können den ganzen Sommer geerntet werden. Die beste Zeit für die Ernte zum anschließenden Trocknen ist der Beginn der Blütezeit – das ist meist von Juni bis September. Für die Ernte den Majoran etwa handbreit über dem Boden abschneiden. Zu Bündeln kopfüber aufhängen und an einem warmen, jedoch schattigen und luftigen Ort trocknen lassen. Anschließend die Blättchen und Blüten von den Stängeln abstreifen und luftdicht verschlossen dunkel aufbewahren.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.