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Majoran – Gewürz mit überraschenden Gesundheitsvorteilen


In Kürze:

  • Majoran ist ein beliebtes Würzkraut aus dem Mittelmeerraum mit hohem Anteil an ätherischen Ölen.
  • Seit alten Zeiten ist er auch als Heilkraut mit vielseitigen Anwendungen bekannt.
  • Traditionell kommt Majoran bei Verdauungsproblemen, Erkältungen, Muskel- und Nervenschmerzen und Frauenleiden zum Einsatz.
  • Die moderne Wissenschaft bestätigt antimikrobielle, antimykotische, entspannende und antioxidative Eigenschaften.
  • Mit einfachen Tipps ist Anbau und Ernte als einjährige Pflanze auch bei uns möglich.

 
Majoran (Origanum majorana) ist vor allem als kräftiges Küchengewürz bekannt. Fisch- und Fleischgerichte aber auch Kartoffelsuppe oder Gemüseeintöpfe mit Hülsenfrüchten werden durch Majoran nicht nur schmackhafter, sondern auch bekömmlicher. Besonders beliebt ist das Gewürzkraut in der mediterranen Küche, wo es Pasta und Pizza verfeinert.
Der Mittelmeerraum ist auch die ursprüngliche Heimat des Majorans. In unseren Gärten ist die kälteempfindliche Pflanze seit dem 16. Jahrhundert heimisch. Das eng mit dem Oregano verwandte Kraut der Gattung Origanum (= Dost) in der Familie der Lippenblütler hat sich nicht nur als Küchengewürz einen Namen gemacht.
Seit der Antike sind auch die heilenden Eigenschaften von Majoran bekannt und in den ältesten medizinischen Handbüchern wie in der Dioscorides‘ De Materia Medica (78 n. Chr.) oder dem Sammelwerk für Frühdeutsche Medizin von Hildegard von Bingen gelistet. Die sonnenliebende Pflanze wurde vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Erkältungen und Frauenleiden eingesetzt. Bei den alten Griechen und Römern galt der wohlriechende Majoran als glücksbringendes Kraut wurde mit der Göttin Aphrodite in Verbindung.

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile von Majoran

Der intensiv würzige und zugleich fein blumige Duft des Majorans verrät einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, der zu Beginn der Blüte am höchsten ist und bis zu 3,5 Prozent betragen kann. Den Hauptanteil bilden unterschiedliche Terpene. Studien zeigen, dass die scharf schmeckenden ätherischen Öle antimikrobielle und antimykotische Eigenschaften besitzen, die nicht nur Speisen haltbarer machen, sondern auch die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen wie Candida albicans im Körper hemmen können.
Weiterhin erwies sich Majoranöl in Studien antioxidativ, entzündungshemmend, entspannend und gefäßerweiternd, was das Risiko für Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen senken kann. Die enthaltenen Monoterpene zeigten sich außerdem als krebsfeindlich.
Darüber hinaus enthält Majoran Bitter- und Gerbstoffe, die die Bildung von Verdauungssäften fördern und Leber und Galle unterstützen.

Heilkundliche Anwendungen von Majoran

Das Zusammenspiel seiner Inhaltsstoffe macht Majoran zu einem wirksamen Heilkraut, das in der Volksmedizin eine breite Anwendung findet. Er kommt traditionell bei Verdauungsproblemen mit Krämpfen, Blähungen, Durchfall, schwachem Magen und Appetitlosigkeit zum Einsatz. Besonders bei Säuglingen kann das sanfte Einreiben der Nabelgegend mit Majoransalbe entspannend wirken und Blähungsbeschwerden lindern.
Majoran ist zudem ein traditionelles Hausmittel in der Erkältungszeit. Besonders bekannt ist die Majoransalbe, die seit Generationen zur Pflege der gereizten Haut im Naseneingangsbereich verwendet wird. Die Salbe ist in Apotheken erhältlich oder kann auf traditionelle Weise selbst aus Butter und Majoran hergestellt werden. Dafür Butter und pulverisiertes Majorankraut im Verhältnis 1:1 im Wasserbad vorsichtig erwärmen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Die warme Flüssigkeit durch ein feines Sieb in einen kleinen Tiegel abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Abkühlen wird die Salbe fest. Bei Bedarf die Salbe mehrmals täglich dünn auftragen.
Darüber hinaus ist ein Teeaufguss hilfreich, um festsitzenden Schleim zu lösen und Reizhusten zu lindern. Dafür einen Teelöffel Blätter und Blüten mit heißem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen. Zwei bis drei Tassen pro Tag trinken. Ein Dampfbad mit Majoran unterstützt dabei, eine verschnupfte Nase freizumachen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die enthaltenen ätherischen Öle wie Carvacrol und Thymol, das auch im Thymian vorkommen.
Die ätherischen Öle im Majoran werden außerdem wegen ihrer beruhigenden Eigenschaften auf das Nervensystem geschätzt. Sie wirken aufhellend und angstlösend auf die Psyche und fördern den Schlaf.
Des Weiteren gilt Majoran in der Naturheilkunde als wärmende Pflanze, die die Durchblutung fördert und Schmerzen lindert. Er kommt daher bei verspannten Muskeln, Rheuma, Glieder- und Nervenschmerzen zum Einsatz. In der Frauenheilkunde wird er bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden, nervöser Anspannung und Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus eingesetzt.
Schwangere sollten Majoran meiden, da er eine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter ausüben kann. Gelegentliche kleine Mengen zum üblichen Würzen sind bedenkenlos.

Majoran in der Küche

Majoran macht schwere und fette Speisen verdaulicher. Daher ist er ein beliebtes Gewürz in deftigen Fleischgerichten wie Schweinebraten oder Hackfleischgerichten, Pasteten und Würsten, wie der bayrischen Weißwurst. Das brachte Majoran auch die Bezeichnung als „Wurstkraut“ ein.
Majoran harmoniert allerdings auch wunderbar zu Rührei, Bratkartoffeln, Bohneneintöpfen sowie Kartoffel- und Gemüsesuppen. In Pastasaucen lässt sich Oregano problemlos durch Majoran ersetzen. Da Majoran milder, etwas süßlicher und blumiger schmeckt als Oregano, verleiht er Tomaten- und Gemüsesaucen eine feinere, weniger herbe Würze.

Anbau und Ernte

In seiner ursprünglichen Heimat wächst Majoran als mehrjähriger Halbstrauch. Da er nicht gänzlich winterhart ist, wird er bei uns meist einjährig kultiviert. Das Kraut liebt einen vollsonnigen und windgeschützten Standort mit kiesigem bis lehmigem Boden.
Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Ende Mai auf dem Fensterbrett oder Frühbeetkasten. Die Jungpflanzen kommen ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen ins Freie.
Frische Triebe können den ganzen Sommer geerntet werden. Die beste Zeit für die Ernte zum anschließenden Trocknen ist der Beginn der Blütezeit – das ist meist von Juni bis September. Für die Ernte den Majoran etwa handbreit über dem Boden abschneiden. Zu Bündeln kopfüber aufhängen und an einem warmen, jedoch schattigen und luftigen Ort trocknen lassen. Anschließend die Blättchen und Blüten von den Stängeln abstreifen und luftdicht verschlossen dunkel aufbewahren.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.