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Gasspeicher nur zu 56 Prozent voll: Reiche lässt zusätzlich Gas einkaufen


In Kürze:

  • Deutschlands Gasspeicher sind derzeit zu 55,93 Prozent gefüllt.
  • Wirtschaftsministerin Reiche hat den bundeseigenen Gasimporteur Sefe zu zusätzlichen Einkäufen aufgefordert.
  • Der Bund setzt auf marktgetriebene Maßnahmen und will keinen groß angelegten staatlichen Gaseinkauf wie 2022.
  • Die Bundesnetzagentur bewertet die Versorgungslage weiterhin als stabil.

 
Angesichts des öffentlichen Drucks aufgrund niedriger Füllstände von Gasspeichern hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sich an den bundeseigenen Gasimporteur Sefe gewandt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat Reiche Sefe dazu angehalten, „in kleinen Schritten“ Erdgas einzukaufen, um die Speicher aufzustocken. Bislang hatte Reiche stets eine Intervention der Bundesregierung in der Einkaufspolitik der Importeure abgelehnt.

Reiche für „minimalinvasiven“ Zukauf durch Sefe – Gasspeicher bei etwa 56 Prozent

Ziel sei es, den Füllstand der Gasspeicher auf einen Wert von über 70 Prozent zu heben. Derzeit liegt er der europäischen Monitoringstelle GIE/AGSI zufolge bei 55,93 Prozent. Die Einkäufe sollen bereits begonnen haben. Sie sollen möglichst kein Aufsehen unter anderen Marktteilnehmern erregen. Die Rede ist davon, die Befüllung „minimalinvasiv und kosteneffizient“ umzusetzen. In der Branche soll die vorsichtige Kehrtwende positiv aufgenommen worden sein.
Der derzeitige Füllstand liegt um etwa 27 Prozentpunkte unter dem langjährigen Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Anfang September lag er sogar bei nur etwa 53 Prozent. Die Initiative Energien Speichern (INES) sprach vom niedrigsten Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen.
Die Bundesnetzagentur bewertet trotz der niedrigen Füllstände die aktuelle Versorgungslage als stabil. Eine Gasmangellage sei derzeit nicht in Sicht. Allerdings sei es geboten, die Füllstände mit Blick auf den bevorstehenden Winter im Auge zu behalten.

Bund will Preistreiberei durch zu offensive Einkaufspolitik verhindern

Aufgrund der geopolitischen Lage kommen die üblichen Einkaufspraktiken in diesem Jahr nicht zum Tragen. Üblicherweise kaufen die Importeure im Sommer Gas zu günstigen Preisen auf, speichern es ein und behalten sich vor, Teile davon im Winter bei höherer Nachfrage zu höheren Preisen zu verkaufen.
In diesem Jahr war das Preisniveau jedoch auch im Sommer hoch, weshalb die Anreize zum Kauf ausblieben. Die Händler haben deshalb entschieden, nur geringe Mengen einzulagern und die Lage weiter zu beobachten. Reiche hatte staatliche Eingriffe zur Beschleunigung der Speicherbefüllung bisher abgelehnt, weil sie befürchtete, damit die Gaspreise noch weiter nach oben zu treiben.
Dennoch lehnt die Bundesregierung einen groß angelegten staatlichen Einkauf mit direkter Bewirtschaftung wie 2022 ab. Stattdessen setzt man auf „marktgetriebene Maßnahmen“. Die bundeseigenen Energieunternehmen Sefe und Uniper sollen ihre Möglichkeiten zur Einspeicherung stärker nutzen – wobei Uniper seine Speicher derzeit zu 63,41 Prozent gefüllt hat. Sefe hinkt mit 34,52 Prozent deutlich hinterher.

Gesetzliche Mindestbefüllung der Gasspeicher bis 1. November kaum noch machbar

Sogenannte Long Term Options (LTO) gelten als weitere mögliche Hebel. Damit kann der Marktmanager Trading Hub Europe die Gaslieferungen für einen späteren Zeitpunkt absichern. Händler erhalten bei dieser Konstruktion eine Vergütung dafür, bestimmte Gasmengen für einen festgelegten Zeitraum verfügbar zu halten und gegebenenfalls zusätzlich einzukaufen.
Macht der Berechtigte von der Option Gebrauch, muss der Händler das Gas bereitstellen und erhält dafür einen garantierten Höchstpreis. Das Bundeswirtschaftsministerium will die für Herbst geplante Ausschreibung um eine zusätzliche Gasmenge erweitern.
Per Gesetz gilt für die Hauptspeicher zum 1. November ein gesetzlicher Füllstand von 80 Prozent je Anlage – für sechs bestimmte Speicher gelten geringere Vorgaben von 45 Prozent. Zum 1. Februar müssen es 30 Prozent sein, bei bestimmten Speichern 45 Prozent. INES hält zum 1. November nur noch einen Füllstand von etwa 76 bis 77 Prozent für möglich – und das lediglich bei deutlich erhöhtem Einspeicherungstempo.

Bundesnetzagentur sieht derzeit keine Gasmangellage

Zu den Speicherinhalten kommen noch weitere Versorgungsoptionen wie Pipelinegas aus Norwegen und anderen europäischen Leitungen. Dazu kommen LNG-Importe über deutsche und europäische Terminals sowie vorhandene Gasnetze. Die Bundesnetzagentur geht derzeit davon aus, dass auf dem Weltmarkt ausreichend Gas verfügbar sein wird und auch ausreichend Importkapazität vorhanden sei.
Seit Juli 2025 gilt gemäß dem Notfallplan Gas wieder die Frühwarnstufe. Im Extremfall einer Verschärfung der Lage wären Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung denkbar. Geschützte Kunden – darunter auch Privathaushalte, Kliniken und soziale Einrichtungen – würden vorrangig versorgt. Für Großverbraucher drohen jedoch Abschaltungen.
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Russisches LNG: Europas Importe steigen trotz geplantem EU-Verbot


In Kürze:

  • LNG-Lieferungen aus Jamal-Projekt steigen 2026 auf ein neues Hoch.
  • Abnehmer decken sich offenbar vor geplantem Importverbot in die EU mit russischem LNG ein.
  • Preise auf dem Weltmarkt erreichen Niveau von Ende 2022.

 
Ab Januar 2027 soll es nach dem Willen der EU keine Energieimporte aus Russland mehr geben. Gleichzeitig sorgen die Kampfhandlungen im Nahen Osten für Unsicherheit bezüglich der Versorgung mit Öl und LNG – was die Preise auf dem Weltmarkt und für Unternehmen und Verbraucher treibt. In dieser Situation bleiben russische Lieferungen auch für Abnehmer in der EU bedeutsam.
Wie eine Studie der Umweltorganisation „Urgewald“, die „Euronews“ vorliegt, darlegt, hat der Umfang der LNG-Importe europäischer Abnehmer aus dem russischen Jamal-Projekt 2026 noch einmal deutlich zugenommen. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres seien 156 LNG-Ladungen mit insgesamt 11,39 Millionen Tonnen verflüssigten Erdgases in europäischen Häfen angekommen.

Der größte Teil der Jamal-Exporte von LNG geht nach Europa

Im Vergleichszeitraum 2025 seien es 142 Ladungen mit 10,34 Millionen Tonnen gewesen. Der Anstieg im laufenden Jahr werde damit voraussichtlich mindestens 10 Prozent betragen – selbst, wenn für den Rest des Jahres keine Lieferungen mehr eintreffen würden. Die Empfänger hätten den Berechnungen zufolge dafür rund 7,28 Milliarden Euro bezahlt.
Insgesamt seien 88,9 Prozent aller weltweiten Exporte von Jamal-LNG nach Europa gegangen. Im Jahr zuvor seien es noch 78,2 Prozent gewesen. Grundlage der Lieferungen seien langfristige Verträge. Lieferungen aus kurzfristigen Verträgen sind seit April 2026 untersagt. Ein möglicher Grund für die Ausweitung der Importe könnte sein, dass europäische Abnehmer vor Januar 2027 noch einmal ihre Bestände auffüllen wollen.
Während Brüssel politisch den Ausstieg aus russischer Energie vorantreibt, scheinen die Abnehmer nicht vollständig davon überzeugt zu sein, dass bezahlbarer Ersatz in ausreichendem Maße vorhanden sein wird. Entsprechend fahren sie die Abnahme noch einmal hoch.

Verschärfter Wettbewerb um LNG vor Beginn der Heizsaison

Dabei wickeln zwei Reedereien allein 72 Prozent der Jamal-LNG-Exporte ab. Das kanadische Unternehmen Seapeak transportierte von Januar bis August 2026 mit sechs sogenannten Arc7-Eistankern etwa 4,73 Millionen Tonnen in 65 Ladungen. Die griechische Dynagas-Gruppe kam auf 4,5 Millionen Tonnen und 62 Ladungen.
Das Interesse an der Bedienung bestehender Altverträge dürfte unterdessen nicht zeitnah nachlassen. Die Situation in der Straße von Hormus und die jüngsten Huthi-Angriffe in der Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer nähren die Angst vor einem neuen Angebotsschock. Am Montag, 14. September, stieg der europäische Referenzpreis TTF zeitweise auf 83,75 Euro pro Megawattstunde. Das entsprach dem höchsten Wert seit Ende 2022.
Der europäische Gaspreis hat sich allein im Laufe des Jahres 2026 nahezu verdreifacht. Gleichzeitig sind die europäischen Gasspeicher deutlich weniger gefüllt als in den vergangenen Jahren um diese Zeit – und die Befüllung vollzieht sich in einem eher schleppenden Tempo. Insbesondere Deutschland steht im Zeitdruck, vor Beginn der Heizperiode ausreichende Reserven aufzubauen.

Oman-Energieminister sieht Hormus-Probleme als „kurzfristig“

Vor diesem Hintergrund droht angesichts knapperer weltweiter LNG-Ströme der Wettbewerb um verfügbare Lieferungen während der Heizsaison härter zu werden. Dies würde die Preise auf den Weltmärkten noch weiter in die Höhe treiben. Das bevorstehende EU-Verbot des Imports russischer Energielieferungen trifft damit auf einen europäischen Gasmarkt, der akut unter Versorgungsdruck steht.
Unterdessen versucht der Energieminister von Oman, Salim Al Aufi, die Gemüter zu beruhigen. „Arab News“ zufolge erklärte er, die derzeitigen Unterbrechungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus seien „eine kurzfristige Angelegenheit“. Man arbeite daran, die Situation mittelfristig zu stabilisieren. Oman verhandelt derzeit zusammen mit dem Iran und den USA über eine mögliche Lösung, die eine vollständige Wiederaufnahme der Transporte durch die wichtige Seestraße gewährleisten soll.
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Gasmangel diesen Winter: Britischer Regierungsberater spricht von „echten Schwierigkeiten“

Bei der Ukraine-Unterstützer-Konferenz Yalta European Strategy erklärte der Sicherheitsberater der britischen Regierung, Jonathan Powell, Europa könne in diesem Winter bei der Gasversorgung in Schwierigkeiten geraten.
Das Portal „Clash Report“ hat auf X einen Ausschnitt der Konferenz, die vom 11. bis 12. September in Kiew abgehalten wurde, geteilt. Darin sagt Powell:
„Gas könnte zu Beginn des Winters zum Problem werden, da die EU mit echten Versorgungsengpässen zu kämpfen haben wird.“

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Allerdings dürfe dies nicht zu einem Vorteil für Putin werden, sagte der Sicherheitsberater. Die Bevölkerung müsse sich auf harte Zeiten einstellen.
Powell wörtlich:
„Das wird uns einige echte Entbehrungen und Schwierigkeiten abverlangen, aber wir werden das hinnehmen müssen.“
Europa müsse das aber hinnehmen und die wirtschaftliche, militärische, politische und diplomatische Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten, so Powell im Anschluss laut BBC.
Epoch Times konnte die Authentizität des Videos nicht verifizieren – der Wortlaut entspricht aber Medienberichten zu Powells Aussagen.
Lieferausfälle aufgrund des Irankriegs haben zu einem deutlichen Anstieg des europäischen Gaspreises geführt. Zugleich sind die Füllstände der Gasspeicher in vielen EU-Ländern niedrig.
In Großbritannien hat Ende August der Geschäftsführer des Energieunternehmens Centrica, Chris O’Shea, vor einer Gasmangellage gewarnt. Großbritannien verfüge „für den kommenden Winter fast über keine Gasvorräte“. Die Zeit laufe schnell ab, während der Winter näher rücke.
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Gasspeicher nur halb voll: Verbraucherzentrale warnt vor höheren Gaspreisen


In Kürze:

  • Gasspeicher nur halb voll: Deutschlands Speicherstände liegen deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.
  • Verbraucherzentrale warnt: Niedrige Speicherstände und hohe Einkaufspreise könnten im Winter zu steigenden Gaspreisen führen.
  • Kein akuter Gasmangel: Die Bundesnetzagentur sieht die Versorgung weiterhin als gesichert, warnt aber vor den Risiken eines niedrigen Puffers.

 
Die nach wie vor geringen Füllstände der Gasspeicher haben Besorgnis unter Verbraucherschützern ausgelöst. In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ hat Ramona Pop von Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) vor höheren Energiepreisen für Verbraucher gewarnt. Die Einkaufspreise seien seit Beginn des Irankrieges deutlich im Steigen begriffen.
Die niedrigen Speicherstände verschärften die ohnehin bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten zusätzlich. Pop sprach von „möglichen Herausforderungen“ mit Blick auf den kommenden Winter.

Füllstände „nicht zufriedenstellend“: Kritik von Ministerium und Bundesnetzagentur

Den Daten von Gas Infrastructure Europe vom Montag, 17. August, zufolge beliefen sich die Füllstände auf 49,91 Prozent. Im Vorjahr waren die Speicher zum gleichen Zeitpunkt noch zu mehr als zwei Dritteln gefüllt, im Jahr 2024 sogar zu 93 Prozent. EU-weit liegt der Füllstand mit 61 Prozent deutlich höher – aber auch dort müssten sich der „Gasbilanzanalyse“ des EWI zufolge die LNG-Importe verdoppeln, um für den Winter gerüstet zu sein.
Aus dem Bundeswirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur waren zuletzt gemischte Signale angesichts des schleppenden Prozesses zur Wiederbefüllung gekommen. Diese betrachteten den Füllstand als „sehr gering“ und „nicht zufriedenstellend“. Beide appellierten auch an die Gashändler, ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden nachzukommen und Gas für den Winter einzuspeichern.
Die 50-Prozent-Marke wurde Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller in diesem Jahr um etwa 50 Tage später erreicht als 2025. FNB Gas, der Verband der Gastransportunternehmen, sprach vom niedrigsten prozentualen Stand seit mindestens 15 Jahren und dem absolut niedrigsten seit 2013. Selbst bei einer deutlichen Steigerung der täglichen Einspeicherungsmenge sei die gesetzliche Zielmarke von 71 Prozent zum 1. November kaum erreichbar.

Aus für russisches Gas und schleppende Befüllung – trotzdem Entwarnung

Müller warnt gleichzeitig jedoch vor einer Dramatisierung der Lage. Die Bundesnetzagentur halte die Versorgung derzeit für stabil. Die perspektivische Versorgungssicherheit sei ebenfalls gewährleistet. Man verfüge über hinreichende und diversifizierte Importmöglichkeiten von LNG – aus Norwegen sowie über Frankreich, Belgien und deutsche Terminals.
Am 23. Juni 2022 hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Alarmstufe des Notfallplans Gas in Deutschland ausgerufen. Dies war eine Reaktion auf die „Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt“. Am 1. Juli 2025 wurde sie auf die sogenannte Frühwarnstufe herabgesetzt.
In dieser Situation kommt den staatlichen Behörden die Aufgabe der Beobachtung und der Kontrolle zu. Ein aktives Eingreifen ist in dieser Situation hingegen noch nicht vorgesehen.
Selbst die auf EU-Ebene beschlossene Einstellung der Einfuhr von russischem Gas ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur verkraftbar. Sie habe „keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutsche Gasversorgung“. Fehlende Gasmengen könne man durch alternative Versorgungswege sowie über den Weltmarkt kompensieren.

Ex-Ruhrgas-Manager äußert Zweifel an einfacher Ersetzbarkeit

Eine Einschätzung, der Thomas Geisel widerspricht. Der frühere Einkaufsmanager bei E.ON Ruhrgas, Oberbürgermeister von Düsseldorf und bis zum vergangenen Monat EU-Parlamentarier für das BSW, erklärt in der „Berliner Zeitung“, Europa sei auf dieses Szenario „absolut nicht“ vorbereitet. Die Entscheidung, künftig gar kein russisches Gas zu beziehen, sei mit Blick auf Versorgungssicherheit, Preise und Umwelt „absolut verantwortungslos“.
Zwar sei der Anteil russischer Gaslieferungen an allen Gasimporten der EU seit der Zeit vor dem Ukrainekrieg von 40 bis 45 auf nur noch 12 Prozent gesunken. Dennoch bestehe perspektivisch die Notwendigkeit, jährlich 20 bis 32 Milliarden Kubikmeter LNG und 16 bis 26 Milliarden Kubikmeter Pipelinegas zu ersetzen.
Der Irankrieg habe die Versorgungslage weltweit verschärft. Zudem wachse die Nachfrage aus Asien – während bei Versorgern wie Norwegen das Ausbaupotenzial des Lieferungsumfangs nicht unbegrenzt sei. In Katar und Aserbaidschan richte man sich zwar auf größere Nachfrage ein. Diese sei jedoch nicht zeitnah vollständig zu befriedigen. Da es auch keinen politischen Willen gebe, durch Fracking im eigenen Land neue Bezugsquellen aufzutun, werde man vorerst vorwiegend auf US-amerikanisches LNG-Gas angewiesen sein, so Geisel. Und dies lasse deutliche Mehrkosten erwartbar.

Gastransportunternehmen: LNG kein vollwertiger Ersatz für unzureichend gefüllte Speicher

Ein unmittelbar bevorstehender Gasmangel sei nicht zu befürchten – darüber sind sich Beobachter der Entwicklung weitgehend einig. Der derzeitige geringe Füllstand reduziert jedoch den Puffer für mögliche ungünstige Entwicklungen. Diese können von einem langen und kalten Winter über Verzögerungen und Ausfälle bei Importen und Infrastruktur bis zu geringerer Verfügbarkeit oder Verteuerung von LNG reichen.
Auch die FNB Gas weist darauf hin, dass LNG die Funktion der Speicher nicht vollständig ersetzen kann. Die deutschen LNG-Terminals könnten an einem Wintertag knapp 10 Prozent des Leistungsbedarfs aller Kunden decken, heißt es beim Verband. Speicher seien deshalb insbesondere für kurzfristige Bedarfsspitzen weiterhin unverzichtbar.
In Summe lassen sich die Aussagen der Bundesnetzagentur und des Bundeswirtschaftsministeriums so zusammenfassen, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter gewährleistet sei. Dennoch sieht man sich in der Verantwortung, auf die sehr geringen Speicherstände hinzuweisen und an die Händler zu appellieren, dringend mehr einzuspeichern.

Händler finden kein günstiges Gas für den Sommereinkauf vor

Attraktiv ist das für diese derzeit aber nicht. Üblicherweise kaufen sie im Sommer ein, weil das Gas zu dem Zeitpunkt meist günstig ist. Nach einer Phase der Einlagerung können sie es im Winter mit Gewinn verkaufen. Derzeit sind die Einkaufspreise aufgrund des andauernden Irankriegs jedoch hoch – und die Händler wissen nicht, ob sie im Winter Verluste machen werden. Deshalb schleppt sich auch die Befüllung der Gasspeicher dahin.
VZBV-Vorständin Pop empfiehlt Gaskunden, jetzt zu prüfen, ob ihr Vertrag über den Winter hinaus eine Preisbindung enthält, Preise zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Besonders Haushalte in der Grundversorgung sollten darauf achten, so Pop.
Mit Material der Nachrichtenagenturen