In Trient sollen Kaninchen jetzt vom Friedhof ins Altersheim. (Symbolbild) - Foto: Katja Sponholz/dpa-tmn
Vom Friedhof ins Altersheim: Die norditalienische Stadt Trient will einer Kaninchenplage mit einer außergewöhnlichen Idee Herr werden.
Mehr als hundert wilde Kaninchen, die auf dem historischen Friedhof seit einiger Zeit ihr Unwesen treiben, sollen in die Gärten von Altersheimen umgesiedelt werden.
Grund dafür sind Klagen von Hinterbliebenen, dass immer wieder Gräber leergefressen werden. Außerdem sollen die Kaninchen tiefe Gänge und Höhlen ins Erdreich gebaut haben, so dass Grabsteine sich zur Seite neigen.
Grabsteine auf dem alten Friedhof der italienischen Stadt Trient.
Foto: Ruben Bermejo/iStock
Gefangen werden sie mit Netzen
Jetzt werden bis zum Ende des Monats auf dem fast 200 Jahre alten Friedhof der 120.000-Einwohner-Stadt über Nacht Netze aufgestellt, wie die Stadtverwaltung nach einem Beschluss der zuständigen Regionalregierung mitteilte.
Am nächsten Morgen entscheidet ein Amtsarzt, welche Tiere weggebracht werden dürfen. Säugende Weibchen und junge Kaninchen, die noch nicht entwöhnt sind, kommen wieder frei.
Mehrere Hundert Tiere noch in Umgebung
Die anderen Tiere werden in die Gärten von Altersheimen oder auf eingezäunte Grünflächen umgesiedelt, die von gemeinnützigen Organisationen betreut werden. Die Kaninchenkolonie reicht nach Medienberichten weit über die Grenzen des historischen Friedhofs hinaus.
Schätzungen zufolge leben in der Umgebung noch mehrere Hundert weitere Tiere. Die Stadt will sich deshalb in Gesprächen mit den Anwohnern um eine Lösung bemühen. (dpa/red)
Felix Chall hat etliche Knochen in seinem Garten in Braunschweig gefunden. - Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Bei Gartenarbeiten auf einem Grundstück im niedersächsischen Braunschweig hat eine Familie Dutzende Knochen und Knochenfragmente entdeckt. Nach Angaben des Besitzers Felix Chall fanden sich dabei unter anderem Zähne und größere Teile eines Skeletts. Unklar ist, woher die Knochen stammen.
„Wir haben vor Ostern angefangen, Beetbegrenzungssteine wegzunehmen, um den Garten schönzumachen“, erzählt Chall. Mit dem ungewöhnlichen Fund habe man nicht gerechnet, gut fühle es sich aber nicht an. Relativ schnell hätten sie an die 40, 50 menschliche Knochen entdeckt.
Da habe er die Polizei gerufen, sagt Chall: „Egal wo, ob wir Beton oder Rasen weggenommen haben, überall waren Knochen versteckt.“ Die Spurensicherung habe kistenweise Gebeine abtransportiert.
Kistenweise Knochen wurden in dem Garten entdeckt.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Staatsanwaltschaft sieht keine Anzeichen für Straftaten
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen zu dem bizarren Fund inzwischen eingestellt. „Das Grundstück, auf dem die Knochen gefunden worden sind, wurde offenbar in den 60er Jahren mit Friedhofserde aufgefüllt, die noch mit Knochen versetzt war“, teilte Staatsanwalt Christian Wolters mit. Anhaltspunkte für Straftaten bestünden nicht.
Chall erhofft sich mehr Informationen darüber, wie die Gebeine in seinen Garten gelangt sind. Zunächst hatten er und seine Frau gedacht, dass es sich um tierische Knochen handelt – erst als der Gerichtsmediziner den menschlichen Ursprung feststellte, habe man geschluckt. Seine Familie sei damit gut umgegangen: Man habe den Kindern erklärt, dass die Knochenreste schon sehr lange im Boden gelagert haben.
Die Fragen, wie die Überreste ihren Weg in den Boden gefunden haben und warum es so viele sind, beschäftigen den 35-Jährigen am meisten. Inzwischen sei der Garten umgegraben, am vergangenen Wochenende habe man sich extra einen Bagger geliehen.
Knapp 150 Kubikmeter Erde wurden mit Hilfe von Freunden und Bekannten gesiebt. Das Ergebnis: sechs weitere Kisten voller Knochen. Für ihn ist die Erklärung mit der aufgeschütteten Friedhofserde angesichts der Fülle des Fundes allerdings nicht plausibel.
Identität der Toten unklar
Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält es für außergewöhnlich, dass die Funde nur auf diesem Grundstück gemacht wurden. Alle umliegenden Grundstücke seien flacher, das Haus 1960 gebaut. Die Theorie von der Friedhofserde ist auch für ihn nicht ganz schlüssig, weil die Totenfunde teilweise sehr gut erhalten seien.
Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält den Knochenfund für außergewöhnlich.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Zudem habe es in der Nähe des Fundorts weder Kirche noch Friedhof gegeben. „Die Theorie, dass in den 60er Jahren Erde aufgeschüttet wurde, steht im Raum. Aber so richtig belegen lässt sie sich nicht“, sagt Wendt. Es werde wohl kaum Aufklärung über die Identität der Toten geben. (dpa/red)
Aufnahme des Friedhofs Montparnasse (Cimetière du Montparnasse) in Paris, Frankreich, am 25. Juni 2025. - Foto: Riccardo Milani/Hans Lucas via AFP via Getty Images
Mehrere Pariser Vorstädte versuchen derzeit, die für Frankreich typischen Grabsteinwüsten zu begrünen und so kleine innerstädtische Oasen zu schaffen.
„In der Stadt gibt es nicht viele freie Flächen, die sich begrünen lassen. Aber die Friedhöfe gehören auf jeden Fall dazu“, sagt Martin Hendel vom Institut für Energien von morgen.
27 Kilometer Schatten
Die Stadt Montreuil im Osten von Paris hat bereits vor zehn Jahren mit der Umgestaltung ihres Friedhofs begonnen und sieht nun die Erfolge.
Das 27 Kilometer lange Wegenetz wurde mit Bäumen bepflanzt, deren Schatten neue Besucher anziehen. „Sonntagmorgens kommen häufig Papas mit ihren Babys“, berichtet Thierry Marteau von der Friedhofsverwaltung.
„Vor ein paar Jahren gab es hier nicht einen einzigen Grashalm, nur Steine“, erinnert er sich. Die asphaltierten Wege wurden verschmälert, um ihre Ränder mit Grasflächen zu begrünen.
Sobald eine Konzession für ein Grab ausgelaufen ist, wird die Grabsteinplatte entfernt, um Platz für Pflanzen zu schaffen.
Gräber sind meist mit Steinplatten bedeckt
Andere Städte im Großraum Paris haben ebenfalls damit begonnen, ihre Friedhöfe grüner zu machen. Allerdings betrifft der Wandel bislang nur die Friedhofsanlage, nicht die Gräber selbst.
Im Unterschied zu Deutschland sind diese in Frankreich meist mit Steinplatten bedeckt. Darauf stehen hin und wieder Blumengestecke, meist jedoch nur Plastikblumen. (afp/red)