Die Goldreserven der Polnischen Nationalbank (NBP) übertreffen seit Mai 2025 die Goldreserven der Europäischen Zentralbank.
„Dies zeugt von der Stabilität, dem Wohlstand und der Zahlungsfähigkeit der polnischen Wirtschaft“, zitierte die polnische Nachrichtenplattform „Notes from Poland“ damals den NBP-Präsidenten Adam Glapiński. Der Zentralbankchef betrachtete das Edelmetall als Schutzschild gegen globale Instabilität und als Eckpfeiler der wirtschaftlichen Souveränität.
Polen kaufte weiter erhebliche Goldmengen am Weltmarkt – so auch im September 2026 laut „Euronews“. Das Land liege mit seinen Goldreserven zurzeit weltweit auf dem zehnten Platz.
Entgegengesetzt handeln derzeit Russland und Kasachstan.
Russland verkauft in großem Ausmaß einen Teil seiner Goldreserven, Kasachstan hat solche
Verkäufe angekündigt. Wie eine Reihe von internationalen Medien berichtete, verkaufe Russland seit neun Monaten Goldreserven. In diesem Jahr bis einschließlich September habe die Zentralbank 62 Tonnen Gold verkauft – das meiste wahrscheinlich an China.
Verkäufe angekündigt. Wie eine Reihe von internationalen Medien berichtete, verkaufe Russland seit neun Monaten Goldreserven. In diesem Jahr bis einschließlich September habe die Zentralbank 62 Tonnen Gold verkauft – das meiste wahrscheinlich an China.
So seien zwischen Januar und Juli 100 Tonnen russisches Gold nach Hongkong gelangt, wie Hongkonger Handelsdaten zeigten – dies seien dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Nur im Jahr 1998 habe Russland mehr Gold in noch schnellerer Zeit veräußert. Damals verkaufte das Land auf dem Weltmarkt innerhalb von drei Monaten 118 Tonnen aus seinen Reserven, berichtete „Euronews“.

Die Präsidentin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, nimmt am 19. Juni 2025 am Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg teil.
Foto: Olga Maltseva/AFP via Getty Images
Russland umgeht Londoner Goldmarkt
Moskau vermeide dabei das „Londoner System“ und verkaufe einen Großteil seines Goldes über Hongkong an die Zentralbank Chinas, so Adam Stroniawski, geschäftsführender Direktor des polnischen Goldhändlers Mennica Skarbowa gegenüber „Euronews“. Der Goldexperte nimmt dabei Bezug auf den Londoner Branchenverband für Edelmetalle LBMA.
Warum verkauft Russland sein Gold direkt an China? Es umgehe damit die westlichen Sanktionen und vermeide weiteres Einfrieren seiner staatlichen Vermögenswerte.
Denn die LBMA hat sechs russische Raffinerien von ihrer Liste anerkannter Barrenhersteller suspendiert, und die Sanktionen der USA, Großbritanniens und der EU untersagen den Kauf von russischem Gold. Ein Verkauf in London ist so praktisch unmöglich.
Transaktionen, die hingegen über mit Russland befreundete Staaten oder Gebiete geleitet werden, so zum Beispiel über Hongkong an die Chinesische Volksbank, sind der westlichen Aufsicht und dem Zugriff durch Beschlagnahmungen entzogen.
Die Handelsplattform XTB nennt in einer Analyse den Hauptgrund für Russlands Handeln und bezieht sich dabei auf die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina. Diese habe bestätigt, dass es um die Finanzierung des Staatshaushalts gehe – nicht um Panik oder eine Währungskrise.
Das russische Haushaltsdefizit steuere für 2026 auf 7,3 Billionen Rubel (etwa 81,55 Milliarden Euro) zu. Das sei das Doppelte der ursprünglichen Prognosen. Allein die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit würden in diesem Jahr voraussichtlich 38 Prozent des gesamten Haushalts ausmachen. Das sei eine Vervierfachung der Ausgaben seit dem Jahr 2021.
Auch Kasachstan will Gold verkaufen
Auch Kasachstan hat kürzlich angekündigt, einen Teil seiner Goldreserven zu verkaufen, um den Anteil des Goldes an den Gesamtreserven bei der Zentralbank auf 75 Prozent zu senken. Der zentralasiatische Nachbar Russlands hat sich laut „Euronews“ in den ersten acht Monaten des Jahres zu einem „der größten Goldkäufer der Welt“ entwickelt. Nun könnte das Land sein Gold mit hohen Gewinnen verkaufen.
Die kanadische Nachrichtenplattform für den Handel mit Edelmetallen, „Kitco News“, verweist auf die Aussagen von Aliya Moldabekova, stellvertretende Chefin der kasachischen Nationalbank, die kürzlich erklärt habe, dass die stark gestiegenen Renditen für US-Staatsanleihen Anlagen in Dollar sehr attraktiv machten.
„Solche Niveaus haben wir schon lange nicht mehr gesehen“, wird Moldabekova zitiert. Und weiter: „Das macht den US-Dollar zu einer attraktiven Option und verringert zugleich die Attraktivität von Gold als Anlageobjekt.“
Gold mache den Schätzungen der Zentralbank zufolge derzeit etwa 78 Prozent der Gesamtreserven Kasachstans aus. Dies sei ein Anteil, den Moldabekova als „unangenehm hoch“ bezeichnete. Sie erklärte „Kitco News“ zufolge, die Zentralbank beabsichtige, den Goldanteil an den Gesamtreserven bis Jahresende um etwa drei Prozentpunkte zu senken.
Polen: Gold gibt Unabhängigkeit von Krisen
In Polen hingegen macht Gold laut „Euronews“ 30,7 Prozent der Gesamtreserven der polnischen Zentralbank aus. Auf Initiative von Polens Zentralbankchef Glapiński beschloss die NBP, den Goldanteil strategisch weiter zu erhöhen.
Gold bleibe der sicherste Bestandteil der Währungsreserven, sagte er. Es sei frei von direkten Verknüpfungen mit der nationalen Wirtschaftspolitik, krisenresistent und behalte langfristig seinen realen Wert, wie „Notes from Poland“ weiter berichtete.
Die polnische Zentralbank betrachte Gold als strategischen Vermögenswert innerhalb ihrer Devisenreserven.
„Es ist ein Symbol für Stabilität, das unsere Glaubwürdigkeit in den Augen von Investoren und ausländischen Partnern stärkt“, wird Glapiński von der Nachrichtenplattform zitiert.





