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Wirtschaftsnobelpreis geht an zwei US-Ökonomen

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die beiden US-Forscher Robert E. Hall und Michael Woodford. Sie werden für „die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung“ ausgezeichnet. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.
Auf Grundlage ihrer Modelle könnten gut abgestimmte fiskal- und geldpolitische Maßnahmen die wirtschaftlichen Ausschläge nach oben und unten abmildern, sagte die Generalsekretärin der Akademie, Ellen Moons, bei der Preisverkündung.

Jetzt sind alle Preise verkündet

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften wird traditionell am Montag nach den anderen Nobelpreisen bekanntgegeben. Er geht als einziger der Preise nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Der Wirtschaftspreis wurde 1968 nachträglich gestiftet und 1969 erstmals vergeben. Deshalb nennt die Nobel-Stiftung ihn nicht offiziell Nobelpreis, sondern Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Wie die anderen Auszeichnungen wird er am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, verliehen – und zwar in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.
In der vergangenen Woche waren bereits Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel diesmal zwei deutsche Forscher. Die berühmte Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die kanadische Dichterin, Übersetzerin und Essayistin Anne Carson. Den Friedensnobelpreis bekam die südafrikanische Spitzenjuristin Navanethem Pillay für ihren Einsatz gegen Völkermord und für Menschenrechte.

Rund eine Million Euro für kluge Köpfe

2025 ging der prestigeträchtige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zur einen Hälfte an den israelisch-amerikanischen Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr, zur anderen Hälfte an den Franzosen Philippe Aghion und den Kanadier Peter Howitt. Sie wurden für ihre Forschung zum stetigen Wachstum von Volkswirtschaften ausgezeichnet.
Dotiert ist der Preis in diesem Jahr wie die anderen Auszeichnungen auch mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – das entspricht etwas mehr als einer Million Euro. (dpa/red)
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Kämpferin für das Völkerrecht: Friedensnobelpreis an Pillay

Sie hat keine Scheu davor, sich mit den Mächtigen der Welt anzulegen: Für ihren Einsatz „zur Förderung von Frieden und Völkerrecht“ ist die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Pillay habe „maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden“, sagte der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes, in Oslo.
Die Jury lobte Pillays Unabhängigkeit, ihren „außergewöhnlichen Mut“, ihre Integrität und ihren „festen moralischen Kompass“. Sie habe Regierungs- und Staatschefs zur Rechenschaft gezogen und Opfern von Gewalt und Konflikten Hoffnung gegeben. In einer Zeit, in der internationales Recht unter enormem Druck stehe und seine Institutionen angegriffen werden, brauche es Menschen wie Pillay, so das Komitee.
Die 85-Jährige kämpfte bereits als junge Anwältin gegen die Apartheid in Südafrika und machte später als internationale Spitzenjuristin Karriere. Sie war Richterin am UN-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sowie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Zuletzt leitete sie eine UN-Untersuchungskommission, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf.

Preisträgerin wusste zunächst nichts von ihrem Glück

Von der Auszeichnung erfuhr die Preisträgerin nicht vor allen anderen, wie Frydnes bei der Verkündung sagte: „Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht.“ Deshalb schickte er einen Aufruf an die Preisträgerin: „Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, ich würde liebend gerne sehr bald mit dir sprechen.“ Pillay hielt sich zum Zeitpunkt der Verkündung in Nürnberg auf, wo sie als Rednerin bei einer Fachkonferenz zum Völkerstrafrecht aufgeführt ist.
Mit dem Preis wolle die Jury „die Welt daran erinnern, dass die Stärkung des Völkerrechts ein Grundpfeiler für eine friedlichere Welt ist“. Der Direktor des Friedensforschungsinstituts Sipri, Karim Haggag, sprach von einer „extrem wichtigen und mächtigen Botschaft zur Verteidigung des Völkerrechts“, während mächtige Staaten internationales Recht ignorierten und Institutionen bedrohten.
Auch Ole von Uexküll, Direktor der Right Livelihood Stiftung, die die Alternativen Nobelpreise vergibt, nannte die Ehrung „das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt“. Pillay habe über Jahrzehnte „einige der wichtigsten Institutionen der regelbasierten globalen Ordnung“ gestärkt, die „von den Autokraten dieser Welt immer aggressiver bekämpft“ würden.
Der Preis sei „eine wichtige Würdigung der entscheidenden Rolle, die die internationale Justiz als Eckpfeiler eines dauerhaften Friedens spielt“, sagte die Präsidentin des Strafgerichtshofs in Den Haag, Tomoko Akane. Besonders die USA setzen das Gericht unter Druck und haben Sanktionen gegen es verhängt.

Von der Busfahrertochter zur UN-Spitzenjuristin

Pillay wurde 1941 als Tochter eines Busfahrers im südafrikanischen Durban geboren. Weil sie als indischstämmige Frau während der Apartheid keine Anstellung als Anwältin fand, eröffnete sie 1967 als erste Frau in der damaligen Provinz Natal ihre eigene Kanzlei. Sie verteidigte Gegner des Apartheidregimes und setzte sich für die Rechte politischer Gefangener ein.
1995 wurde sie als erste nichtweiße Frau zur Richterin an einem südafrikanischen Obergericht ernannt. Im selben Jahr wechselte sie an das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda, dem sie später vier Jahre lang vorstand. Dort wirkte sie 1998 an einem wegweisenden Urteil mit, das Vergewaltigung erstmals als mögliche Form des Völkermords anerkannte.
Von 2003 an war Pillay Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, bevor sie 2008 das Amt der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte übernahm. Bis 2014 blieb sie im Amt. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden.
2021 übernahm Pillay den Vorsitz einer UN-Untersuchungskommission zu Israel und den besetzten Palästinensergebieten. Im September 2025 kam das Gremium zu dem Schluss, dass Israel im Gazastreifen Völkermord begangen habe. Israels Regierung wies die Vorwürfe als voreingenommen und falsch zurück. Die Vorwürfe der Voreingenommenheit wiederum wies Pillay mit Verweis auf die Beweislage von sich.
Streit um ihre Haltung zu Israel sorgte auch in Deutschland für Kontroversen. 2022 sollte Pillay in Berlin die Otto-Hahn-Friedensmedaille erhalten. Nach lautstarker Kritik sagte die damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ihre Teilnahme ab, die Veranstaltung im Rathaus wurde gestrichen.

Der Friedensnobelpreis: die wichtigste Auszeichnung der Welt

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. 2025 hatte ihn die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado bekommen. Im Nachhinein gilt die Vergabe als umstritten: Machado widmete ihre Auszeichnung US-Präsident Donald Trump und schenkte ihm symbolisch ihre Nobelmedaille. Trump hatte sich immer wieder selbst für den Preis ins Spiel gebracht.
Einen solchen Skandal sieht von Uexküll diesmal als ausgeschlossen an: „Sie wäre die Letzte, die ihren Nobelpreis an Donald Trump weitergibt.“
In diesem Jahr waren 287 Kandidaten für den Preis nominiert – 208 Personen und 79 Organisationen. Wie die anderen Nobelpreise ist der Friedensnobelpreis mit umgerechnet etwas mehr als einer Million Euro dotiert. Überreicht wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, in Oslo. (dpa/red)
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Literaturnobelpreis für Kanadierin Anne Carson

Die kanadische Dichterin und Autorin Anne Carson wird in diesem Jahr mit dem prestigeträchtigen Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Die 76-Jährige bekommt die Auszeichnung für ihr „kühnes und erfinderisches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat“, wie die Ständige Sekretärin der Akademie, Ingrid Carlberg, bei der Verkündung sagte.
Sie habe kurz mit der Preisträgerin am Telefon sprechen können, sagte Carlberg. „Sie war sehr überrascht. Wir hatten nicht viel Zeit zu sprechen, aber sie hat mir erzählt, dass sie gerade in Island ist, um dem Wind zuzuhören.“
Der Literaturnobelpreis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Jedes Jahr gehen dafür etwa 200 Nominierungen ein. Wer für den Preis vorgeschlagen wird, unterliegt wie bei allen Nobelpreisen für 50 Jahre der Geheimhaltung.

Höheres Preisgeld als in den Vorjahren

Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen und damit einer Million Kronen mehr als in den Vorjahren dotiert. Umgerechnet entspricht das Preisgeld mehr als einer Million Euro.
Die literarische Auszeichnung wird in der alljährlichen Nobelwoche traditionell als vierter der Nobelpreise bekanntgegeben. Seit Montag waren bereits Preisträger in den wissenschaftlichen Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Unter den drei Medizin-Nobelpreisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel auch zwei deutsche Forscher.

Preise für Frieden und Wirtschaftswissenschaften stehen noch aus

Zum Abschluss der Woche wird am Freitag verkündet, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält.
Zuletzt wird am Montag der Preis in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften vergeben. Die Auszeichnung wird erst seit 1969 verliehen und ist die einzige, die nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. (dpa/red)
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Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich lichtgesteuerter Ionenkanäle und Optogenetik, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte. Hegemann forscht an der Humboldt-Universität Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Die Forscher erhalten jeweils ein Drittel des Preisgelds von umgerechnet rund einer Million Euro.
Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen – meist Neuronen – mit Hilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern.
Hegemann und Nagel entdeckten das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch konnte er diese Nervenzellen mit Licht aktivieren.

Preisgeld kürzlich angehoben

Die bedeutendste Auszeichnung für Mediziner ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund einer Million Euro. Die Nobelstiftung hat das Preisgeld kürzlich erst auf zwölf Millionen Kronen angehoben. „In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können“, sagte die Geschäftsführerin der Nobelstiftung, Hanna Stjärne, im September. Der Betrag wurde seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 schon mehrfach angepasst.

Erster Preis ging an deutschen Bakteriologen

Vor dem diesjährigen Preis haben seit 1901 insgesamt 232 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie.
Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Es folgen die für Literatur und für Frieden. Die Reihe der Bekanntgaben endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Zentralbank gestifteten sogenannten Wirtschaftsnobelpreis.

Preisverleihung am 10. Dezember

Die feierliche Übergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). Bereits am 30. September waren in Stockholm die diesjährigen Träger des Right Livelihood Awards bekanntgegeben worden, der gemeinhin als Alternativer Nobelpreis bezeichnet wird. (dpa/red)