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Voynich-Manuskript: Ein Blick in das geheimnisvollste Buch der Welt


In Kürze:

  • 1912 erwarb der Antiquar Wilfrid M. Voynich ein namenloses Buch, das heute weltweit als Voynich-Manuskript bekannt ist.
  • Das Werk fasziniert durch seinen unlesbaren Inhalt und einzigartige Zeichnungen, die für die heutige Welt fremd erscheinen.
  • Seit über 400 Jahren versuchten zahlreiche Forscher und Laien, den Inhalt des Buches zu entziffern. Bis heute erfolglos.

 
Auf den ersten Blick wirkt das Buch langweilig, alt und staubig. Es hat keinen kunstvoll mit Gold oder Edelsteinen verzierten Einband und auch keinen Titel, der mehr über den Inhalt verrät. Und doch gilt das Voynich-Manuskript als das geheimnisvollste Buch der Welt. Seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 1912 versetzt es die Menschen erneut ins Staunen.
Der Autor des Werkes: unbekannt. Der Originaleinband und somit der mögliche Titel des Buches: entfernt. Sinn und Zweck des Buches: fraglich. Und die Schrift, in der der Inhalt verfasst ist: nie entziffert.
Eine Spurensuche à la Sherlock Holmes führt von den USA über die Ewige Stadt in Italien und Prag, die Stadt der hundert Türme in Tschechien, bis in die Alpen. Je tiefer man in der Vergangenheit gräbt, desto mehr Hinweise, aber auch Fragen, tauchen auf.
Das Voynich-Manuskript von außen

Von außen wirkt das Voynich-Manuskript im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Büchern einfach und langweilig.

Die Wiederentdeckung 1912

Das Voynich-Manuskript ist ein Werk, das es in dieser Art nur einmal auf der Welt zu geben scheint. Derzeit wird es in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library der US-amerikanischen Universität Yale verwahrt – zusammen mit weiteren extrem seltenen Büchern.
Die Besitzer des Buches beschreiben das Werk auf ihrer Bibliothekswebsite als „wissenschaftlicher oder magischer Text in einer nicht identifizierbaren Sprache, Geheimsprache, anscheinend basierend auf römischen Kleinbuchstaben.“ Weiter heißt es: „Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ein Werk von Roger Bacon sein könnte.“
Diese Vermutung wurde 1921 von dem Buchhändler Wilfrid Michael Voynich (1865–1930) geäußert. Er sprach bei einem Philosophentreffen in Philadelphia, USA, über seine Entdeckung des namenlosen Buches, die er einige Jahre zuvor gemacht hatte.

Wilfrid Michael Voynich (1865–1930) bei seiner Arbeit mit alten Büchern.

Glücksfund eines Apothekers

Voynich, geboren im heutigen Weißrussland, studierte zunächst Chemie in Moskau und absolvierte eine Ausbildung als Apotheker. Mit 20 Jahren wurde er von den russischen Behörden wegen der Beteiligung an Aufständen verhaftet.
Nach fünf Jahren gelang ihm die Flucht. Er reiste von Sibirien über Peking nach Hamburg und London, wo er 1898 einen Buchladen eröffnete und sich schnell einen Namen als Antiquar machte.
Der als intelligent, vorbildlich und sprachbegabt geltende Voynich reiste viel durch Europa, um teils seltene Werke für Kunden wie das British Museum zu beschaffen. So führte ihn 1912 der Weg nach Frascati, einer Gemeinde Roms, wo er namhafte Werke kaufte – zusammen mit einem mysteriösen Manuskript.
Damals wie heute gab es jedoch ein Problem: Das Buch war in einer unlesbaren Sprache verfasst. Bereits Voynich glaubte mit dem Manuskript ein Werk von Roger Bacon vorliegen zu haben. Bacon war ein bekannter Franziskanermönch und Universalgelehrter aus dem England des 13. Jahrhunderts. Doch dieser hatte sehr wahrscheinlich nichts mit dem Voynich-Manuskript zu tun, wie spätere Untersuchungen vermuten lassen.

Die Zeichnung des Illustrators Victor Pérard (1870–1957) zeigt den Franziskanermönch Roger Bacon in seinem Studierzimmer.

Ein beiliegender Brief

Statt zu einem Vertreter des Franziskanerordens führt die Spur zu einer anderen katholischen Ordensgemeinschaft: den Jesuiten. Einer ihrer großen Gelehrten war der Deutsche Athanasius Kircher (1601–1680). Er bemühte sich seinerzeit um die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen, beherrschte angeblich „alle Sprachen der Welt“ und war Nachfolger von Johannes Kepler als Mathematiker am Hof des Habsburger Kaisers.
Der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher sollte das Voynich-Manuskript entziffern

Der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher sollte das Voynich-Manuskript entziffern.

Kircher erhielt das Manuskript im 17. Jahrhundert zusammen mit einem Brief, in dem er gebeten wurde, den Inhalt des beiliegenden Werkes zu entziffern. Absender des Bittbriefes war Johannes Marcus Marci (1595–1667), ein böhmischer Arzt und Naturwissenschaftler aus Prag. Marci war wie Kircher ein Jesuit und Leibarzt von Kaiser Ferdinand III. (1608–1657) und Leopold I. (1640–1705) sowie Anhänger des berühmten Mediziners Paracelsus (1493/94–1541).
Johannes Marcus Marci bat seinen Glaubenskollegen Athanasius Kircher das Voynich-Manuskript zu übersetzen

In einem Brief bat der Arzt Johannes Marcus Marci seinen Glaubenskollegen Athanasius Kircher um die Übersetzung des mysteriösen Buches.

Inwieweit Kircher der Bitte seines Glaubensbruders Marci nachkam und das sogennte Voynich-Manuskript entzifferte, ist nicht bekannt. Sicher scheint nur, dass das Buch nach Kirchers Tod mitsamt seinem Nachlass in den Besitz eines Jesuitenkollegs nahe Rom überging. Dort entdeckte und kaufte Wilfrid Voynich das Buch im Jahr 1912.
Aus dem Brief an Kircher geht noch etwas hervor: Marci war nicht der offizielle Besitzer des Manuskripts.

Aus königlichem Besitz

Als letzten Käufer des Buches nennt Marci in seinem Brief keinen Geringeren als einen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs: Rudolf II. (1552–1612). Rudolf aus dem Hause Habsburg residierte ab 1583 in Prag, wo sein Hof zahlreiche Menschen anzog. Dies machte sich der Kaiser für persönliche Zwecke zunutze, nämlich für den Ausbau seiner Kuriositätensammlung.
Rudolf II. war einer der bedeutendsten Kunst- und Wissenschaftsförderer seiner Zeit und ließ zahlreiche Tiere, Gesteine und wissenschaftliche Schriften aus der ganzen Welt zusammentragen.
Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, kaufte das Voynich-Manuskript für 600 Dukaten

Als Sammler von Kuriositäten kaufte Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, das Voynich-Manuskript für 600 Dukaten.

So könnte das Voynich-Manuskript in seinen Besitz gelangt sein. Dafür war er nachweislich bereit, 600 Dukaten auszugeben – eine für das 16. Jahrhundert stattliche Summe, die heute mehr als 2 Kilogramm reinem Gold entspricht. Unter welchem Namen das Buch verhandelt wurde, ist jedoch nicht überliefert.
Laut dem Briefwechsel übergab Kaiser Rudolf II. das Manuskript zur weiteren Untersuchung einem Freund von Marci. Heute gehen Forscher davon aus, dass es sich dabei um Georg Baresch (1580/85–1650/55) handelte. Baresch war ein Alchemist und Jurist aus Prag, der ebenfalls vergeblich versuchte, das mysteriöse Manuskript zu entziffern.

Verborgene Notizen

Lange nahm man an, dass Kaiser Rudolf II. das Buch zuerst in die Hände des Alchemisten Georg Baresch gab. Diese Annahme änderte sich jedoch, als bei Laboruntersuchungen eine ausgeblichene oder ausradierte Signatur auf der ersten Buchseite entdeckt wurde. Damit tauchte ein weiterer Name im Zusammenhang mit dem Voynich-Manuskript auf: Jacobi à Tepenecz.
Dieser Mann, der gebürtig Jakub Horčický (1575–1622) hieß, war ein gelernter Kräuterkundler und Jesuit. 1608 erhob ihn Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand, nachdem er den Regenten angeblich von einer schweren Krankheit geheilt hatte. Das Vertrauen des Kaisers reichte so weit, dass er dem geadelten Mediziner das teuer erworbene Buch anvertraute.

Der böhmische Mediziner Jacobi à Tepenecz könnte von Kaiser Rudolph II. das Voynich-Manuskript zur Entzifferung erhalten haben.

An dieser Stelle verliert sich die Spur, denn es scheinen keine früheren schriftlichen Aufzeichnungen zu existieren, die weitere Hinweise auf den Ursprung des Voynich-Manuskripts liefern. Bekannt ist im Wesentlichen, dass das Buch das enorme Interesse eines Kaisers weckte, der viel Geld dafür bezahlte und es in die Hände mehrerer medizinkundiger Jesuiten gab – in der Hoffnung, dass es entziffert würde.

Die Besonderheiten des Voynich-Manuskripts

Seit inzwischen über 400 Jahren suchen Interessierte damit nach einer Erklärung für den Zweck des Buches. Die Deutungen reichen dabei von einem Medizinbuch mit Heilkräutern und -verfahren bis zu einem Lexikon einer Fantasiewelt. Ein Blick auf den Inhalt des Manuskripts lässt beides für möglich erscheinen.
Das 23,5 × 16,2 Zentimeter große Voynich-Manuskript mit seinen Seiten aus braunem, fleckigem und leicht durchscheinendem Pergament ist heute unvollständig erhalten, da zu einem unbekannten Zeitpunkt an mehreren Stellen Seiten herausgetrennt wurden. Jede zweite der ursprünglich 232 Seiten ist mit einer arabischen Seitenzahl versehen, wobei einige Seiten zu großen Bögen ausklappbar sind.
Seite 68 vom Voynich-Manuskript mit astronomischen Darstellungen

Die Seite 68 besteht aus vier miteinander verbundenen Blättern und zeigt astronomische Darstellungen.

Ein Großteil der Buchseiten ist mit Zeichnungen und umfließendem Text gefüllt. Da die Schrift unentschlüsselt ist, bleibt offen, ob die Abbildungen im Zusammenhang mit dem Text stehen. Dennoch haben Wissenschaftler das Manuskript aufgrund seiner Bilder in fünf Themenbereiche untergliedert.

Von unbekannten Pflanzen bis zu italienischen Burgen

Nahezu die komplette erste Hälfte des Werkes besteht aus einem botanischen Teil, in dem unbekannte Pflanzen mit ihren Blüten, Blättern, Wurzeln und Fruchtständen dargestellt sind. Mit seinem umfließenden Text erinnert es stilistisch an Kräuterbücher des Mittelalters und der Renaissance.
Die zweite Hälfte des Buches beginnt mit einem astrologischen Teil, in dem Sonne, Mond und Sterne abgebildet sind. Einige dieser Darstellungen lassen sich Tierkreiszeichen oder bekannten Sternbildern wie den Plejaden zuordnen.
Auf die kosmologischen Seiten folgen ein biologischer Teil mit Zeichnungen von badenden Frauen sowie ein pharmazeutischer Teil mit Bildern von Pflanzen und medizinischen Gefäßen. Der letzte Teil besitzt fast ausschließlich Fließtext und erinnert an Aufzählungen oder Rezepte.
Wissenschaftlich interessant ist zudem die sogenannte Rosettenseite im biologischen Teil. Sie ist ausfaltbar, umfasst sechs Blatt Pergament und zeigt neun miteinander verbundene Kreise, in denen unter anderem Gebäude dargestellt sind. Eine dieser architektonischen Darstellungen zeigt eine Burg mit Zinnen in Schwalbenschwanzform, wie sie für norditalienische Burgen aus dem 14. und 15. Jahrhundert typisch sind. Könnte das Manuskript folglich in dieser Zeit im alpinen Raum entstanden sein? Oder entspringen Text und Bilder nur der Fantasie?

Fälschung oder echt?

Weil das Voynich-Manuskript trotz zahlreicher Bemühungen – teils unter Verwendung von Künstlicher Intelligenz und anderen modernen Techniken – noch immer unentschlüsselt ist, sprechen viele Forscher von einer möglichen Fälschung – etwa durch Wilfrid Voynich selbst.
Um endgültige Klarheit zu schaffen, führten Forscher ab 2009 detaillierte Untersuchungen durch. Diese ergaben unter anderem, dass das Pergament des Manuskripts von 15 Kälbern stammt. Zusammen mit der Tinte und den Farbpigmenten entsprechen die verwendeten Materialien denen, die im Spätmittelalter häufig zum Einsatz kamen. Eine Analyse der Handschrift erbrachte außerdem, dass sehr wahrscheinlich mehr als eine Person an der Fertigung des Werkes arbeitete.
Auch das Alter des Buches ließ sich durch eine Radiokarbondatierung ermitteln. Dabei wurde festgestellt, dass die 15 erforderlichen Kälber zwischen 1408 und 1438 geschlachtet wurden. Damit konnte einerseits ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Voynich-Manuskript um eine moderne Fälschung handelt andererseits aber auch, dass Roger Bacon (circa 1220–1292) dieses Werk in seinen Händen hielt.
Der hohe materielle Aufwand spricht für viele Menschen dafür, dass das Manuskript wichtige oder gar brisante Informationen enthält. Um das mögliche Geheimnis zu wahren, wurde es verschlüsselt – etwa mittels einer fiktiven Sprache, einer seltenen und heute unbekannten natürlichen Sprache oder durch das absichtliche Chiffrieren des Textes.
Die Praxis des Chiffrierens war im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts weit verbreitet, besonders in Italien. Dort wurde nachweislich eigens eine Chiffre zum Austausch politischer Nachrichten  entwickelt. Während einige der mittelalterlichen Verschlüsselungen bis heute entziffert wurden, bleibt das Voynich-Manuskript weiterhin ein Rätsel.

Im 16. Jahrhundert wurden aufwendigere Verschlüsselungsmethoden erfunden wie diese Chiffriermaschine von Heinrich II., König von Frankreich, zeigt.

Versuche der Entschlüsselung

Als Erster seit der Wiederentdeckung im Jahr 1912 versuchte sich William Romaine Newbold, der von Wilfrid Voynich beauftragt worden war, an der Dechiffrierung des Textes. Seiner Überzeugung nach sei der Text in altgriechischer Kurzschrift verfasst – doch lesen konnte er den Inhalt nicht. Im Jahr 1943 waren die Rechtsanwälte um Josesph Martin Feely überzeugt, dass das Manuskript in Latein, in verschlüsseltem Englisch oder Ukrainisch geschrieben sei.
In der Folgezeit kamen weitere Theorien über alte, exotische Sprachen und ein Werk von Außerirdischen hinzu. Ein erneuter Aufschwung von Entschlüsselungsversuchen kam in den 2010er-Jahren mit der Entwicklung neuer Techniken auf. Forscher glaubten zu erkennen, dass das Voynich-Manuskript in einer selten gesprochenen oder unbekannten Sprache, in Hebräisch oder in abgekürztem Latein verfasst sei. Keine dieser Theorien fand bis heute Bestätigung.
2016 veröffentlichte Gordon Rugg eine Studie, in der er das Manuskript als sinnlose Zeichensammlung mit bedeutungslosen Buchstabengruppen bezeichnete. Auch die beiden deutschen Voynich-Fachmänner Thorsten Timm und Jürgen Hermes sind der Meinung, dass dem Text kein Sinn innewohnt.
Auszug aus dem Voynich-Manuskript

Auszug aus dem Voynich-Manuskript, das viele Forscher und Laien bereits zu entschlüsseln versuchten.

Im Jahr 2019 folgte die Theorie von Gerard Cheshire, der behauptet, das Manuskript sei in einer Sprache aus dem Italien des 15. Jahrhunderts verfasst. Ein Jahr später veröffentlichte der deutsche Ägyptologe Rainer Hannig einen Aufsatz, wonach er das Manuskript, welches zu 80 Prozent auf Hebräisch geschrieben sein soll, entziffert habe.
Einer der jüngsten Entschlüsselungsversuche (2025) stammt von dem Wissenschaftsjournalisten Michael Greshko. Dieser glaubt, dass es sich bei dem Voynich-Text um eine ausgeklügelte Chiffre handelt, die mittels Würfeln, Spielkarten und Verschlüsselungstabellen erstellt wurde. Die sogenannte Naibbe-Chiffre entziffert jedoch weder Sprache noch Inhalt, sondern erzeugt mit ihren Beispielen lediglich ähnliche Buchstabenmuster und Erscheinungsformen wie das Voynich-Manuskript.
Ob das Manuskript für immer ein Buch mit sieben Siegeln bleibt, wird die Zeit zeigen. Eines steht jedoch fest: Wenn das Ziel die Geheimhaltung von Informationen war, dann hat der Schöpfer des Werkes sehr gute Arbeit geleistet.
Buchtipp: Das „Voynich Manuskript“
Wenn Sie noch tiefer in das geheimnisvolle Voynich-Manuskript eintauchen möchten, bietet Ihnen der Bildband von Vera Pache und Klaus Schmeh beste Möglichkeiten. Sowohl in der einfachen Ausführung, als auch in der Vorzugsausgabe sind alle Seiten des Buches abgedruckt und mit interessanten Zusatzinformationen versehen.
Verlag: Favoritenpresse
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-96849-409-8

Das Buch „Voynich-Manuskript“ von Vera Pache und Klaus Schmeh.

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Epoch-Times-Redakteur als „Bester Autor des Jahres“ ausgezeichnet

Jan Jekielek ist Moderator der Epoch-Times-Sendung „American Thought Leaders“ und war zuvor Co-Moderator der Sendungen „Fallout“ mit dem mRNA-Pionier Dr. Robert Malone sowie „Kash’s Corner“, in der er dem US-Sicherheitsexperten und heutigen FBI-Direktor Kash Patel zur Seite stand. Der Journalist und Filmemacher berichtet zudem seit mehr als 20 Jahren über die Menschenrechtsverletzungen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh).
Kürzlich erst landete er mit der Veröffentlichung seines Buches „Killed to Order: China’s Organ Harvesting Industry and the True Nature of America’s Biggest Adversary“ (etwa: Auf Bestellung getötet: Chinas Organraubindustrie und das wahre Wesen von Amerikas größtem Gegner) auf Anhieb auf der „New-York-Times“-Bestsellerliste.

Jan Jekielek, leitender Redakteur bei der englischsprachigen Epoch Times und Moderator von „American Thought Leaders“, bei der Vorstellung seines Buchs im Trump Kennedy Center in Washington, D.C am 16. März 2026.

Foto: Madalina Kilroy/Epoch Times

Nun ehrt das zweisprachige Kulturmagazin „French Quarter Magazine“ Jekielek als „Besten Autor des Jahres 2026“ für sein investigatives Werk über die chinesische Organraubindustrie. Am 20. April lud das Magazin zur Preisverleihung in die französische Botschaft in Washington, D.C. ein.
Im Rahmen der Veranstaltung fand eine Gesprächsrunde mit dem Autor statt. In einer Presseerklärung vor der Veranstaltung zeigte sich die Herausgeberin und Magazingründerin Isabelle Karamooz geehrt:
„Sein neues Buch ‚Killed to Order‘ hat mit seiner kompromisslosen Untersuchung eines der schockierendsten mutmaßlichen Menschenrechtsverbrechen unserer Zeit große Aufmerksamkeit erregt.“
Comedian und Schauspieler Rob Schneider (r.) und Jan Jekielek, leitender Redakteur bei der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times und Moderator der EpochTV-Sendung „American Thought Leaders“, am 19. November 2025 in Phoenix, Arizona. Foto: Tal Atzmon/Epoch Times

Komiker und Schauspieler Rob Schneider (r.) und Jan Jekielek, leitender Redakteur bei der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times und Moderator der EpochTV-Sendung „American Thought Leaders“, am 19. November 2025 in Phoenix, Arizona.

Foto: Tal Atzmon/Epoch Times

„Kein Raum für Zweifel“

Das Buch legt offen, wie die KPCh ihre unethischen medizinischen Experimente im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte durch die Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden zu einer regelrechten Industrie der Zwangsorganentnahme ausgebaut hat – und inwieweit Amerika darin verstrickt wurde. Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine spirituelle Disziplin, die auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht basiert.
Karamooz wies darauf hin:
„Das Thema ist ernst und schockierend – eines, das schwer zu glauben ist, während man die Seiten liest. Dennoch lassen Jekieleks umfangreiche Recherchen, solide Dokumentationen und eingehende Untersuchungen keinen Raum für Zweifel. Die Thematik ist weder antichinesisch noch politisch motiviert oder von Vorurteilen geprägt, sondern eine rohe, unbequeme Wahrheit, die Jekielek nach über zwei Jahrzehnten akribischer Forschung und Berichterstattung aufgedeckt hat.“
Das am 17. März bei Skyhorse Publishing veröffentlichte Sachbuch hat auch bei führenden Menschenrechtlern Anerkennung gefunden.

Der Fernsehmoderator Dr. Phil McGraw, auch bekannt als Dr. Phil, interviewt Jan Jekielek in einer am 17. März 2026 veröffentlichten Folge des „The Dr. Phil Podcast“ zu seinem neuen Buch „Killed to Order“.

Foto: Screenshot via Epoch Times

Lob vom ehemaligen US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit

Sam Brownback, ehemaliger US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, schrieb ein Vorwort für das Buch. Er bezeichnete das Werk als einen dringenden Aufruf zum Handeln und benannte den Organraub in China als ein Übel, das ausgerottet werden müsse.
„Es muss ein Ende haben, denn wir können ein schreckliches Regime wie dieses nicht einfach als normal behandeln, wie jedes andere Land, als ‚einen normalen Handelspartner‘“, sagte Brownback kürzlich bei einer Buchvorstellung in Washington.
„Diese Dinge ändern sich nicht, bis sie aufgedeckt werden. […] Ich glaube wirklich, dass 77 Jahre der Zerstörung genug sind, und sein [Jekieleks] Buch ‚Killed to Order‘ legt die Tiefen der moralischen Verkommenheit offen, in die die KPCh abgestiegen ist.“
Brownback weiter: „Das ist nicht nur unmenschlich. Es ist inhuman. Es endet damit, dass sich die Welt gegen diese moralische Verkommenheit erhebt. […] Es endet mit dem Bewusstsein für die grausamen Übel, die Peking gegen sein eigenes Volk einsetzt und die dieses Buch offenlegt. Es endet damit, dass wir Nein zur globalen Führung der KPCh sagen.“
Auch bei Ärzten erntete das Buch Lob.

Jan Jekielek bei der Vorstellung seines Buches „Killed to Order“ im Trump Kennedy Center in Washington, D.C. am 16. März 2026.

Foto: Madalina Kilroy/Epoch Times

Nicht nur „Mengele-Figuren“ involviert

Der Chirurg und medizinische Hinweisgeber Dr. Eithan Haim erklärte: „Als Chirurgen, insbesondere diejenigen, die Transplantationen durchführen, wissen wir besser als jeder andere, was bei einer Operation alles passieren kann: die Komplikationen, die Rückschläge und die Welt des Leidens, die einem langsamen und qualvollen Tod vorangeht.“
Haim fügte hinzu: „Wir sind diejenigen, die wissen, wie wichtig es ist, sich diesem Bereich mit unerschütterlicher Ethik zu nähern.“
„Menschen, die mit erzwungener Organentnahme vertraut sind, denken immer zuerst an den Transplantationschirurgen – eine [Josef] Mengele-artige Figur mit einem blutigen Skalpell, die über einem bewusstlosen Patienten steht. Sie übersehen dabei jedoch alle anderen, die mit ihm im Operationssaal stehen: Assistenzchirurgen, Anästhesisten, OP-Assistenten, Springer.“
„Und nicht nur das, es gibt auch die Leute, die sicherstellen, dass das Programm weiterläuft: Transplantationskoordinatoren, Phlebotomisten, Krankenhausadministratoren und Reisebüros.“
Um 1945: Der deutsche Nazi-Arzt und Kriegsverbrecher Josef Mengele (1911–1979) in SS-Uniform am Fenster eines Zuges. Foto: Hulton Archive/Getty Images

Um 1945: Der deutsche Nazi-Arzt und Kriegsverbrecher Josef Mengele (1911–1979) in SS-Uniform am Fenster eines Zuges.

Foto: Hulton Archive/Getty Images

„Die ihre Seelen verlieren“

Haim erinnerte sich daran, das Thema des erzwungenen Organraubs bei einem Kollegen angesprochen zu haben, der daraufhin von einem leitenden Arzt berichtete. Dieser war durch seine Arbeit in China zu einem Leben in Wohlstand und Luxus gekommen. Der Kollege wechselte daraufhin rasch das Thema.

„Es war, als ob er es sich selbst nicht erlauben würde, zu wissen, was geschah, damit die Grenze unüberschritten blieb, die Fragen unbeantwortet: Wie fanden die Chinesen so viele Spender? Was passierte mit denjenigen, die in den Gefängnissen verfolgt wurden? Konnten diese Chirurgen wirklich unschuldige Menschen ermorden und ihre Organe rauben?“, erklärte Haim. „Wenn ja, wer waren diejenigen, die sie ausbildeten?“

Tatsächlich bilden Hunderte US-Eliteinstitutionen noch heute chinesisches medizinisches Fachpersonal aus, einschließlich Transplantationschirurgen. Zudem verlässt sich China auf die Vereinigten Staaten und andere Länder, um die benötigten Medikamente für eine erfolgreiche Organtransplantation zu erhalten.

„Wir müssen die tiefsten Abgründe der menschlichen Verkommenheit verstehen und uns ihnen stellen, damit wir niemals diejenigen sind, die ihre Seele verlieren“, sagte Haim.

Der Artikel erschien im Original bei theepochtimes.com mit dem Titel „Epoch Times Senior Editor to Be Awarded ‘Best Author of the Year’ by French Quarter Magazine“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)

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„Auf Bestellung getötet“: Wie Peking mit politischen Häftlingen eine Organindustrie aufgebaut hat


In Kürze:

  • Jan Jekieleks neues Buch „Killed to Order“ ist am 17. März erschienen.
  • Der Epoch-Times-Moderator hat Beweise über Chinas Organraub an Gewissensgefangenen über zwei Jahrzehnte hinweg zusammengestellt.
  • Laut Schätzung wurden in den 2000er-Jahren jährlich bis zu 90.000 Organtransplantationen in China durchgeführt.

 
Seit mehr als 20 Jahren laufen die internationalen Bemühungen, die systematische Zwangsentnahme von Organen durch das chinesische kommunistische Regime zu beenden, weitgehend ins Leere. Experten sagen, dies liege teilweise an der schwer vorstellbaren Dimension des Verbrechens sowie daran, dass für eine lange Zeit nur bruchstückhaft verfügbare Beweise vorlagen.
„Als ich das zum ersten Mal hörte, wollte ich es nicht glauben. Ich empfand einfach nur Abscheu“, sagte Jan Jekielek, leitender Redakteur bei der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times und Moderator der EpochTV-Interviewsendung „American Thought Leaders“. In der Folge nahm er zum ersten Mal den Platz eines Interviewpartners ein. Die vom US-amerikanischen Schauspieler und Komiker Rob Schneider moderiert wurde.
„Ich wusste im Großen und Ganzen, wozu die Kommunistische Partei Chinas fähig ist. Aber ich wollte nicht akzeptieren, dass so etwas tatsächlich geschehen könnte – weil es so extrem ist“, sagte Jekielek.
Jekieleks neues Buch „Killed to Order: China’s Organ Harvesting Industry and the True Nature of America’s Biggest Adversary“ (auf Deutsch etwa: Getötet auf Bestellung: Chinas Organhandelsindustrie und das wahre Wesen von Amerikas größtem Gegner) erscheint im Original am Dienstag, 17. März. Darin hat er die überzeugendsten Beweise zusammengetragen, die er über zwei Jahrzehnte gesammelt hat, um ein Verbrechen zu beleuchten, das immer größere Ausmaße annimmt.
Was als Projekt zur Verlängerung des Lebens der Elite der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) begann, nahm eine unheilvolle Wendung, als der damalige Diktator Jiang Zemin die „Ausrottung“ einer friedlichen spirituellen Disziplin anordnete, die Ende der 1990er-Jahre von jedem dreizehnten Chinesen praktiziert wurde.
Damit verfügte das Regime plötzlich über eine große Anzahl politischer Gefangener. Zu der Zeit stand Peking bereits unter Verdacht, ethisch fragwürdige medizinische Experimente durchzuführen.

Transplantationsboom in China

Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine spirituelle Praxis, die auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht beruht. Jekielek, selbst Falun-Gong-Praktizierender, beschreibt, wie die Bewegung in China rasch an Popularität gewann und anschließend verfolgt wurde. Mit Beginn der Kampagne erklärte die KPCh die Anhänger über Nacht zu Staatsfeinden.
Anfang der 2000er-Jahre berichteten inhaftierte Praktizierende, sie hätten Injektionen mit unbekannten Mitteln erhalten und seien wiederholt Bluttests unterzogen worden, als sie sich wegen ihres Glaubens in Haft befanden.
Im Jahr 2006 sorgte eine Informantin aus China für internationale Aufmerksamkeit. Sie berichtete, dass ihr Ex-Mann – ein chinesischer Chirurg – ihr gestanden habe, etwa 2.000 Hornhäute von lebenden politischen Gefangenen entnommen und transplantiert zu haben. Unabhängige Ermittler begannen daraufhin zu untersuchen, wie der plötzliche Anstieg der Organtransplantationen in China zu erklären ist.
„Ich erinnere mich, als es im Jahr 2005 bei der UN-Menschenrechtskommission einen Sonderberichterstatter für Folter gab, sein Name war Manfred Nowak“, sagte Jekielek. „Er schätze, dass etwa die Hälfte aller Gefangenen im chinesischen Gefängnissystem Falun-Gong-Anhänger waren.“
Die chinesische Transplantationsindustrie wuchs exponentiell in den frühen 2000er-Jahren. „Sie haben all das auf dem Rücken von Falun-Gong-Praktizierenden aufgebaut, es begann im Jahr 2000“, sagte Jekielek.
Schätzungen von Ermittlern zufolge wurden Ende der 2000er-Jahre jährlich zwischen 60.000 und 90.000 Organtransplantationen durchgeführt. „Das ist die plausibelste Größenordnung“, sagte Jekielek. „Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln. Es handelt sich um ein Staatsgeheimnis. Offizielle Statistiken gibt es nicht – sie tun so, als passiere das Ganze gar nicht.“
Zum Vergleich merkt Jekielek an, dass die Vereinigten Staaten im Jahr 2024 mit 48.149 Organtransplantationen einen bisherigen Rekordwert erreicht hätten.
Hinweise deuten zudem darauf hin, dass mit dem Ausbau der chinesischen Transplantationsindustrie auch andere Gruppen ins Visier geraten sein könnten. Als Beispiel nennt Jekielek die Uiguren in der chinesischen Region Xinjiang, die massiven Repressionen durch Peking ausgesetzt sind und deren Behandlung von der US-Regierung als Völkermord bezeichnet wurde.
„Ich sage das nur ungern, aber es scheint tatsächlich einen globalen Markt für sogenannte ‚Halal-Organe‘ zu geben“, sagte Jekielek.

Ein System im industriellen Maßstab

Schneider und Jekielek verglichen die systematische Zwangsentnahme von Organen der KPCh mit dem Holocaust. Sie sagten, dass Tausende Menschen beteiligt sein müssten, bevor der Chirurg das Skalpell in die Hand nehme, um ein solches Verbrechen in nationalem Ausmaß zu begehen.
„Es geht nicht nur um die Transplantationschirurgen, sondern um das gesamte System“, sagte Jekielek. „Viele Menschen müssen beteiligt sein, damit es zu einer Organtransplantation überhaupt kommen kann.“
Schneider zeigte sich erschüttert darüber, dass ein solches Programm bis heute existieren konnte.
„Die Aufdeckung dieser Missstände ist unsere einzige Chance, dem ein Ende zu setzen und Uiguren sowie Falun-Gong-Praktizierende vor weiteren erzwungenen Organentnahmen und dem Tod zu bewahren“, sagte er. „Für mich ist das eines der größten Übel, das es jemals gab.“
Besonders verstörend sei der Gedanke, dass das Überleben eines Menschen auf dem Tod eines anderen beruhe. „Das ist das Perverseste, was ich je im medizinischen Bereich gehört habe.“
Das Buch „Killed to Order“ ist am 17. März 2026 erschienen.

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „ATL Host Jan Jekielek Launches New Book, ‘Killed to Order,’ Exposing CCP’s Organ Harvesting“. (redaktionelle Bearbeitung il)