In Kürze:
- Die AfD erreicht in der aktuellen INSA-Umfrage 30,5 Prozent und damit ihren bislang höchsten Wert in dieser Umfragereihe.
- CDU und CSU fallen gemeinsam auf 17,5 Prozent und liegen damit 13 Prozentpunkte hinter der AfD.
- SPD und Grüne bleiben jeweils bei 14,5 Prozent, die Linke steigt auf 10,5 Prozent; FDP und BSW würden den Einzug in den Bundestag verfehlen.
Die Landtagswahlen des Jahres sind vorbei, die AfD kann ihren Vorsprung auf die Union in der aktuellen INSA-Umfrage zur Bundestagswahl weiter ausbauen. Gleichzeitig rutschen CDU und CSU auch zusammen immer weiter unter die 20-Prozent-Marke. Bereits in einer Umfrage des Instituts für „BILD am SONNTAG“, die am Samstag, 3. Oktober, veröffentlicht wurde, war die AfD auf 30 Prozent gekommen, während die Union auf 18 Prozent absackte.
Die am Montag, 5. Oktober, veröffentlichte turnusmäßige Wochenumfrage von INSA sieht die AfD bei 30,5 Prozent. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Plus von einem Prozentpunkt und dem höchsten Wert, den INSA je bundesweit für die Partei gemessen hat.
INSA sieht Union nur noch bei 17,5 Prozent
Hingegen verlieren CDU und CSU gemeinsam in nur einer Woche weitere 1,5 Prozentpunkte und liegen bei 17,5 Prozent. Damit verringert sich ihr Abstand zu SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf drei Prozentpunkte. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Grünen liegen wie in der Vorwoche bei 14,5 Prozent.
Die Linkspartei, die die Berlin-Wahl am 20. September gewonnen hat und deren angestrebte Regierungsbeteiligung in der Hauptstadt gerade für heftige Kontroversen sorgt, verbessert sich INSA zufolge auf 10,5 Prozent. Das entspricht einem Plus von einem halben Prozentpunkt. Die FDP, die im Jahr 2026 in keinen Landtag mehr einziehen konnte, verbessert sich bundesweit ebenfalls um einen halben Prozentpunkt.
Allerdings würden die 4,5 Prozent, die INSA zurzeit für die Liberalen sieht, nicht für einen Wiedereinzug in den Bundestag reichen. Auch die kürzlich in „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“ umbenannte Wagenknecht-Partei BSW würde bundesweit nicht an die Fünf-Prozent-Hürde heranreichen. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte sie den Einzug geschafft, bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin knapp verfehlt.
Zahlen von infratest dimap weichen von INSA ab
Für die Umfrage befragte INSA zwischen dem 2. und dem 5. Oktober insgesamt 2.002 repräsentativ ausgewählte Personen online. Dabei ist üblicherweise eine Schwankungsbreite zwischen zwei und drei Prozentpunkten einzukalkulieren.
Seit etwa einem halben Jahr sehen alle Umfrageinstitute die AfD vor der Union. Im Laufe des Jahres hat sich der Abstand kontinuierlich vergrößert. infratest dimap hatte die AfD in der Vorwoche hingegen nur bei 27 Prozent gesehen – wobei sie auch in dieser Umfrage für den ARD-DeutschlandTrend deutlich vor der Union (20 Prozent) lag.
Ein wesentlicher Faktor für den Absturz der Union ist dabei offenbar die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Bundesregierung im Allgemeinen und Bundeskanzler Friedrich Merz im Besonderen. Nur noch jeweils 10 Prozent äußerten sich bei infratest dimap sehr zufrieden oder zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung beziehungsweise des Kanzlers. Für Merz ist das der niedrigste Wert, den der ARD-DeutschlandTrend seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1997 für einen Kanzler gemessen hat. Anfang September hatte er noch bei 13 Prozent gelegen.
Fünf Landesparlamente werden 2027 neu gewählt
Die nächsten überregionalen Wahlen in Deutschland finden 2027 statt. Am 18. April werden im Saarland und in Schleswig-Holstein die Landesparlamente gewählt. Eine Woche später findet die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen statt. Die Bürgerschaftswahl in Bremen samt den Wahlen der Beiräte und der Stadtverordnetenversammlung in Bremerhaven am 30. Mai sowie die Landtagswahl in Niedersachsen am 26. September runden den Wahlkalender ab.

