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Raiffeisen-Millionenskandal: Ex-Chef Vincenz erneut vor Gericht


In Kürze:

  • Pierin Vincenz und Beat Stocker wurden 2022 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
  • Im Zentrum stehen private Beteiligungen an Firmen, die später von Raiffeisen übernommen wurden.
  • Das Obergericht Zürich prüft nun die Vorwürfe und die verhängten Freiheitsstrafen.

 
Pierin Vincenz präsentierte sich als oberster Geschäftsführer der Schweizer Raiffeisen Genossenschaftsbank gerne als bodenständiges Gegenbeispiel zu Konkurrenten wie UBS oder Credit Suisse, die im Investmentbank-Bereich teilweise hoch risikoreiche Geschäfte abwickelt haben. Er galt laut dem Schweizer Fernsehen SRF als „erfolgreich und beliebt“.

Ermittlungen gegen Vincenz

Doch 2017 leitete die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) ein Verfahren gegen die Raiffeisen-Gruppe und Pierin Vincenz ein. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Corporate Governance und nicht deklarierte Interessenkonflikte während seiner Amtszeit.
Aufgetauchte Chat-Nachrichten und Notizbuch-Einträge dokumentierten unter anderem verdeckte Beteiligungen und umstrittene Spesenabrechnungen. Dazu gehörten teure Restaurantbesuche, Reisen mit teilweise genutztem Privatjet sowie Ausgaben für Besuche im Rotlichtmilieu.
Bei der Verurteilung von Vincenz im Jahr 2022 wegen Betrugs, Untreue und passiver Bestechung ging es unter anderem um private Beteiligungen, die er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Beat Stocker an Unternehmen hielt, die später unter anderem von Raiffeisen übernommen wurden. Dabei sollen beide Millionen verdient haben, ohne die entsprechenden Interessenkonflikte offenzulegen.

Streit um Schaden für Raiffeisen

Der ehemalige Raiffeisen-Chef, der bereits 2015 von seinem Posten zurückgetreten war, wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Beat Stocker erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Beide legten Berufung ein.
Die Verteidigung argumentiert, die Firmenkäufe seien für Raiffeisen strategisch sinnvoll und wirtschaftlich vorteilhaft gewesen. Zudem seien die Übernahmen von den zuständigen Kontrollgremien der Bank bewilligt worden und zu Marktpreisen erfolgt.
Die Staatsanwaltschaft sieht dagegen einen finanziellen Schaden beziehungsweise einen entgangenen Gewinn für die Bank.
Das Obergericht des Kantons Zürich prüft nun, ob die Vorwürfe und die verhängten Freiheitsstrafen in dieser Form Bestand haben. (os)
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Weltweit so viele Millionäre wie nie

Im vergangenen Jahr hat einer Untersuchung der Schweizer Bank UBS zufolge eine Rekordzahl von Menschen weltweit die Schwelle von einer Million Dollar an Vermögen überschritten.
Knapp eine Million Menschen oder im Schnitt 2600 pro Tag wurden im Jahr 2025 Dollar-Millionäre, wie die UBS am Dienstag, 30. Juni, mitteilte.
Knapp die Hälfte der neuen Millionäre kommt demnach aus den USA, dahinter folgen China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Immobilien treiben Vermögen

Millionär zu sein bedeutet nicht, eine Million Dollar auf dem Konto zu haben. Tatsächlich stellt für die meisten Menschen bis hin zum Millionärsstatus die selbst genutzte Immobilie den größten Vermögenswert dar.
Steigende Immobilienpreise verhalfen somit vielen zum Millionärsstatus.
Laut UBS stieg das weltweite Privatvermögen im Jahr 2025 in Dollar um 10,8 Prozent und übertraf damit das Wachstum der Jahre 2024 (4,6 Prozent) und 2023 (4,2 Prozent) deutlich.
Am stärksten war das Vermögenswachstum in Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit 17,5 Prozent – begünstigt durch einen schwächeren Dollar -, gefolgt von Nord- und Südamerika mit 8,5 Prozent.
Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete ein Wachstum von 5,9 Prozent.
Was das reale durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem angeht, liegt die Schweiz mit 910.382 Dollar an der Spitze, gefolgt von den USA (696.277 Dollar), Luxemburg (654.732 Dollar), Hongkong (648.267 Dollar) und Australien (616.306 Dollar).

1,5 Prozent der Weltbevölkerung

42 Prozent der Weltbevölkerung verfügen laut UBS über ein Vermögen von weniger als 10.000 Dollar. 41 Prozent verfügen über ein Vermögen zwischen 10.000 und 100.000 Dollar.
15,3 Prozent haben zwischen 100.000 und einer Million Dollar. Nur 1,5 Prozent besitzen mehr als eine Million Dollar. (afp/red)