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Der Inselpräsident, der sich Peking entgegenstellt

Als Surangel Whipps Jr. Anfang der 1990er-Jahre an der University of California, Los Angeles, seinen MBA absolvierte, waren seine Kommilitonen auf der Jagd nach Vorstellungsgesprächen und lukrativen Karrieren. Whipps hatte jedoch etwas anderes im Sinn.
Seine Freunde fragten ihn, warum er sich nicht bewarb. Er hatte eine einfache Antwort: „Ich bin hierhergekommen, um zu studieren, aber mein Plan war es, nach Hause zurückzukehren, im Familienunternehmen mitzuarbeiten und schließlich dem Gemeinwohl zu dienen.“
Whipps wurde in Baltimore als Sohn einer amerikanischen Mutter und eines palauischen Vaters geboren. Daher besaß er von Geburt an die US-Staatsbürgerschaft. Die Verfassung von Palau schließt jedoch eine doppelte Staatsbürgerschaft für gewählte Amtsträger aus. Whipps verzichtete daher auf seine amerikanische Staatsbürgerschaft, auch wenn es sich zeitweise so angefühlt habe, als müsse er „die Hälfte [von sich] aufgeben“.
„Ich habe mit meiner Mutter darüber gesprochen, und die Realität ist, dass wir im Grunde unser ganzes Leben hier [in Palau] verbracht haben. Meine Mutter sagte: ‚Das ist unser Zuhause‘“, erzählte er. „Ich empfinde es als großes Glück, Palauer zu sein und in diesem – wie wir es nennen – unberührten Paradies zu leben.“
Whipps wurde schließlich 2020 zum ersten Mal zum Präsidenten des pazifischen Inselstaates gewählt und 2024 im Amt bestätigt. Heute führt Whipps ein Land, das nach seinen Worten aufgrund seiner strategischen Lage und wachsenden geopolitischen Bedeutung zu einer „Zielscheibe“ geworden sei.
Palau, ein kleiner Inselstaat im westlichen Pazifik, gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Foto: Sanjay Rao, CC0, via Wikimedia Commons

Palau, ein kleiner Inselstaat im westlichen Pazifik, gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung.

Foto: Sanjay Rao/CC0

„Ich glaube an die Theorie, die Präsident Reagan einmal so formulierte: ‚Wenn man Frieden will, muss man Stärke zeigen‘ – und Präsident Trump sagt dasselbe.“
Das sagte Whipps während eines Interviews in seinem Amtssitz gegenüber der Epoch-Times-Sendung „American Thought Leaders“. Das bedeute, die richtigen Partner für die Zusammenarbeit zu finden – Länder, die gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilen.
Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (links) und der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. in Manila im Februar 2025. Foto: Büro des Präsidenten der Philippinen/gemeinfrei

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (l.) und der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. in Manila im Februar 2025.

Foto: Büro des Präsidenten der Philippinen/gemeinfrei

Whipps wies die Vorstellung von sich, sein Land könne sich aus dem aktuellen geopolitischen Wettstreit einfach heraushalten. Er warnte vor einem, wie er es nannte, „falschen Sicherheitsgefühl“: dem Glauben, dass „wir hier draußen im Pazifik sind und niemand Interesse an uns haben wird, und wir einfach nur leben und glücklich sein können“.
Nacheinander herrschten über Palau verschiedene Kolonialmächte: zuerst Spanien ab dem 16. Jahrhundert, von 1899 bis zum Ersten Weltkrieg das Deutsche Kaiserreich und schließlich Japan. Nach schweren Kämpfen zwischen den USA und Japan im Zweiten Weltkrieg wurde Palau 1947 als Treuhandgebiet der Vereinten Nationen unter US-Verwaltung gestellt.
Palau erlangte 1994 schließlich die volle Unabhängigkeit. Im selben Jahr trat der Inselstaat einem Assoziierungsabkommen mit den Vereinigten Staaten bei.
Im März 2024 trat ein erneuertes Abkommen mit den USA in Kraft. Es sicherte Palau über einen Zeitraum von 20 Jahren finanzielle Unterstützung der USA zu. Dabei handelte es sich um eine Summe von 889 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Rechtspflege, öffentliche Sicherheit und Rechnungsprüfungen.
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Luftaufnahmen von Bombenangriffen auf japanische Standorte auf Palau und Woleai im Jahr 1944, während des Zweiten Weltkriegs.

Widerstand gegen China

Ein weiterer langjähriger diplomatischer Partner von Palau ist Taiwan. Palau und Taiwan unterhalten seit 1999 diplomatische Beziehungen.
Whipps sagte, dass das chinesische Regime sich bemühe, Palau von Taiwan abzukoppeln und eigene diplomatische Beziehungen zu Palau aufzubauen.
Er berichtete, dass chinesische Funktionäre versucht hätten, ihn für sich zu gewinnen, indem sie China in den höchsten Tönen priesen und ihn anschließend ermahnten, sich an ihre Regeln zu halten.
„Zuerst erzählen sie mir, wie großartig sie sind, und im nächsten Moment drohen sie: ‚Nun, wenn du dich nicht benimmst, werden wir dich fertigmachen‘“, schilderte Whipps. „Ich weiß nicht, wie man das als Werben um jemanden bezeichnen soll, aber normalerweise ist das nicht die Art und Weise, wie man jemanden für sich gewinnt.“
Whipps erklärte auch, dass der Tourismus ein Mittel sei, mit dem China versucht habe, Einfluss auszuüben. „Sie haben uns gesagt: ‚Oh, wir können so viele Hotels bauen, wie ihr wollt, und euch eine Million Touristen bringen‘“, sagte er.
Gleichzeitig habe das Regime jedoch damit gedroht, den Zustrom chinesischer Touristen zu unterbinden, sollte Palau seine diplomatische Anerkennung nicht von Taipeh auf Peking verlagern.

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. (l.) und die taiwanische Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (2. r.) treffen sich am 8. Juni 2026 in Ngerulmud, der Hauptstadt von Palau.

Foto: Wang Yu Ching/Büro des taiwanischen Präsidenten

Selbst wenn Whipps nicht entschlossen wäre, Taiwan zu unterstützen, sei die Aussicht auf eine Million chinesischer Touristen pro Jahr kaum verlockend. Ein Zustrom dieser Größenordnung „würde die wunderschöne, unberührte Natur“ seines Landes zerstören.
Palau hat etwa 17.600 Einwohner.
Der Tourismus macht bis zu 40 Prozent der Wirtschaft Palaus aus. Eine Prognose im Auftrag des US-Innenministeriums geht davon aus, dass dieser im Haushaltsjahr 2026 um 28 Prozent wachsen werde.
China hat wiederholt den Auslandstourismus instrumentalisiert, um Länder unter Druck zu setzen, die auf chinesische Besucher angewiesen sind. So wurden etwa Auflagen für Gruppenreisen verschärft und Reisewarnungen ausgesprochen.
Im Rahmen politischer oder sicherheitspolitischer Konflikte sahen sich auch Taiwan, Japan und Südkorea mit ähnlichen inoffiziellen Beschränkungen konfrontiert. Das zeigt, dass das chinesische Regime den Tourismus als Druckmittel einzusetzen bereit ist.
Die Ankunftshalle des internationalen Flughafens von Palau. Der Inselstaat ist zu bis zu 40 Prozent vom Tourismus abhängig. Foto: Mandrusian<span class=

Das Ankunftsgate am internationalen Flughafen von Palau. Der Tourismus macht bis zu 40 Prozent der Wirtschaft des Inselstaates aus.

Foto: Mandrusian/CC-BY-SA-3.0

Im Jahr 2017 verbot Peking chinesischen Reiseveranstaltern den Verkauf von Pauschalreisen nach Palau, was einen starken Rückgang der Besucherzahlen zur Folge hatte.
Daten der palauischen Regierung zeigen, dass die Zahl der chinesischen Besucher von mehr als 91.000 im Jahr 2015 auf etwa 55.000 im Jahr 2017 und 28.000 im Jahr 2019 sank.
Mitte August erhöhte Peking den Druck erneut, als das Regime vor Reisen in den Inselstaat warnte. Begründet wurde dies mit der Gefahr von Diebstählen und Raubüberfällen, obwohl Palau international als sicheres Reiseziel mit niedriger Kriminalitätsrate gilt.
Pekings Reisewarnung kam nur wenige Wochen vor dem 55. Gipfeltreffen des Pacific Islands Forum in Palau, an dem Vertreter von 18 Mitglieder teilnahmen, darunter Australien und Neuseeland. Das Forum endete am 4. September. Auch Lin Chia-lung, der Außenminister von Taiwan, nahm auf Einladung des palauischen Präsidenten an dem Forum teil.
In einem früheren Exklusivinterview mit der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times sagte Whipps, er habe den Vorstoß eines chinesischen Diplomaten zurückgewiesen, der versucht habe, Taipeh von dem Treffen auszuschließen.
Der Streit unterstreiche Chinas Bemühungen, Palau seinen Willen aufzuzwingen. Wie Whipps erklärte, hätten chinesische Funktionäre vor dem Hintergrund von Pekings „Ein-China-Prinzip“ Palau vorgeworfen, „rechtswidrige Handlungen“ zu betreiben.

Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion nahmen am 2. September 2026 am Pacific Islands Forum in Koror, Palau, teil.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Diese Anschuldigung weist er jedoch zurück.
„Wie jeder weiß, erkennt Palau Taiwan an, daher gilt das ‚Ein-China-Prinzip‘ in Palau nicht. Es gilt nur in Ländern, die China anerkennen“, sagte Whipps. „Wir glauben, dass jedem Land, das ein Recht auf Selbstbestimmung hat, dieses Recht auch gewährt werden sollte.“
Viele Länder, darunter auch Deutschland und die Vereinigten Staaten, verfolgen eine „Ein-China-Politik“, die besagt, dass es nur einen souveränen Staat mit dem Namen „China“ gibt. Dies unterscheidet sich vom „Ein-China-Prinzip“, nach dem das chinesische Regime die Souveränität über Taiwan beansprucht.
Whipps sagte, er sei von Chinas Haltung gegenüber kleineren Ländern hätten ihn befremdet. Er berichtete von einem Gespräch mit einem chinesischen Diplomaten über den Anspruch Palaus auf einen erweiterten Festlandsockel.
Als er andeutete, dass es auf Regierungsebene möglicherweise ein Missverständnis bezüglich der Ansprüche Palaus gebe, entgegnete der Diplomat, Palau sei ein „kleines Land“, das „nicht so viel Meer haben sollte“.
Der Vorfall verdeutliche einen Mangel an gegenseitigem Respekt und an Achtung vor internationalen Regeln, so Whipps.
In den vergangenen Jahren hat Palau wiederholt gegen das Eindringen chinesischer Schiffe in seine ausschließliche Wirtschaftszone protestiert, darunter auch in den Kyushu-Palau-Rücken, eine Meeresbodenformation im Philippinischen Meer.
Qian Bo, Chinas Sondergesandter für Pazifikangelegenheiten (Mitte), verlässt am 1. September 2026 das 55. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Pazifikinselforums in Koror, Palau. Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Qian Bo, Chinas Sondergesandter für Pazifikangelegenheiten (M.), verlässt am 1. September 2026 das 55. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Pacific Islands Forum in Koror, Palau.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Drogenkrise

Wie andere Länder im Pazifikraum, so habe auch Palau mit einer Krise durch illegale Drogen wie Methamphetamin (Crystal Meth) und Kokain zu kämpfen, sagte Whipps. Dies geschehe, so Whipps, vor dem Hintergrund einer, wie er es beschrieb, mangelnden Zusammenarbeit seitens Pekings.
„Wir wissen, dass der Großteil der [Drogen] mit Flügen aus Macau und Hongkong hereinkommt“, sagte Whipps.
Er erklärte, er habe das Thema bei den chinesischen Behörden angesprochen und sie dringend aufgefordert, zu verhindern, dass Drogen auf Flüge verladen werden, doch die Behörden hätten „uns in diesem Bereich nicht viel geholfen“.
Im Jahr 2024 gab es in Palau 15 Verurteilungen im Zusammenhang mit Crystal Meth. Diese führten zu Geldstrafen in Höhe von insgesamt umgerechnet etwa 195.750 Dollar (170.000 Euro). Die Zahl der Verurteilungen war dreimal so hoch wie im Jahr 2019. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Verurteilungen auf 21, während die Geldstrafen auf umgerechnet knapp 362.000 Dollar (320.000) Euro anstiegen. Diese Angaben zitierte Whipps in seiner diesjährigen Rede zur Lage der Republik.
Nach Angaben des palauischen Justizministeriums wurden im Jahr 2025 mehrere chinesische Staatsangehörige wegen Drogendelikten für schuldig befunden und verurteilt. Der Anstieg der Verurteilungen im Zusammenhang mit Drogen belastet die Gefängnisse in Palau zunehmend.
„Sie füllen unsere Gefängnisse“, sagte Whipps. „Das überfordert unser System.“
31. August 2026, an einem Strand in Koror, Palau – Das Schild symbolisiert die Bemühungen des Landes, das wachsende Drogenproblem einzudämmen. Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

31. August 2026, an einem Strand in Koror, Palau: Das Schild mit den Worten „Sagt Nein zu Drogenmissbrauch und Sucht“ symbolisiert die Bemühungen des Landes, das wachsende Drogenproblem einzudämmen.

Foto: Saeed Khan/AFP via Getty Images

Er wies darauf hin, dass wegen Drogendelikten verurteilte Straftäter mittlerweile 15 Prozent der Gefängnisinsassen des Landes ausmachten – ein Anteil, der seiner Aussage nach weiter wachse.
Palau arbeitet mit den Vereinigten Staaten zusammen, um die Drogenkrise zu bewältigen. „Ich habe dies gegenüber den Vereinigten Staaten immer wieder angesprochen“, sagte Whipps.
Er habe die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, das FBI, US-Militärgeheimdienste sowie das US-Heimatschutzministerium um Unterstützung gebeten und US-Staatsanwälte um die strafrechtliche Verfolgung der Fälle ersucht.
Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. spricht am 26. Juni 2025 in der Malakal-Bucht, Palau, mit der Besatzung eines Schiffes der US-Küstenwache. Whipps begrüßt die Präsenz der US-Küstenwache als Abschreckungsmittel gegen Drogen und andere illegale Aktivitäten. Foto: Petty Officer 3rd Class Austin Wiley/US Coast Guard

Der palauische Präsident Surangel Whipps Jr. spricht am 26. Juni 2025 in Malakal, Palau, mit der Besatzung eines Schiffes der US-Küstenwache. Whipps begrüßt die Präsenz der US-Küstenwache als Abschreckungsmittel gegen Drogen und andere illegale Handlungen.

Foto: Petty Officer 3rd Class Austin Wiley/US Coast Guard

Das Thema stehe ganz oben auf der Tagesordnung der halbjährlichen Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses der USA und Palaus, so Whipps. Bei dem Treffen im März in Koror kamen palauische Beamte mit Vertretern des US-Indopazifik-Kommandos und anderer US-Behörden zusammen, um über illegale Betäubungsmittel und eine umfassendere Sicherheitszusammenarbeit zu beraten.
Im Februar unterzeichnete Whipps ein Dekret zur Einrichtung einer nationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung illegaler Drogen. Zudem bittet er die Vereinigten Staaten um direktere Unterstützung bei der Strafverfolgung. Im Rahmen des Abkommens zwischen den beiden Nationen „sollten die Vereinigten Staaten eine aktive Rolle übernehmen“, sagte er.
„Wir reden immer wieder darüber, aber manchmal klappt es einfach nicht so schnell, wie es nötig wäre, dass die Einsatzkräfte vor Ort sind“, sagte Whipps.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Island President Standing Up to Beijing“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Jenseits der großen Worte: Drei Maler verewigen das Vatersein

Das Vatersein war schon immer schwer darzustellen. Es eignet sich kaum für großartige Inszenierungen und auffällige Symbolik. Die dahinterstehenden Gefühle sind nicht einfach zu vermitteln. Die hier präsentierten Gemälde beziehen ihre Kraft aus besonderen Momenten. Sie stammen aus drei Ländern und unterschiedlichen Zeitepochen, haben jedoch eines gemeinsam: Sie zeigen, wie es aussieht, wenn die Liebe eines Vaters im Gemälde das Beständigste ist.

„Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“

Das symbolträchtige Gemälde „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ ist Teil eines Zyklus, den der spanische Barockmaler Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682) für die Kirche des Krankenhauses Saint George in Sevilla gemalt hat, einem Ort, an dem Arme und Obdachlose gepflegt wurden. Dabei prägte der Auftraggeber die theologische Botschaft dahinter. Jedes Motiv wurde so gestaltet, dass es eine der sieben Taten der Barmherzigkeit verkörpert. Hierzu gehören: Hungernde speisen, Dürstenden zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten.
Vier der Gemälde befinden sich noch immer in Sevilla: „Die wunderbare Brotvermehrung“ (auch bekannt als „Das Wunder von Broten und Fischen“), „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“, „Die heilige Elisabeth von Ungarn pflegt die Aussätzigen“ (auch bekannt als „Die heilige Elisabeth von Thüringen pflegt die Aussätzigen“) und „Der heilige Johannes trägt einen Kranken“ (auch bekannt als „Johannes der Barmherzige“).

„Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“. Murillo hätte jeden beliebigen Moment aus dem Gleichnis wählen können, doch er entschied sich für diesen: den Augenblick, in dem sich die bedingungslose Liebe eines Vaters stärker erweist als all das, womit ein Sohn sie auf die Probe stellen könnte. National Gallery of Art, Washington.

Im Mittelpunkt des Gemäldes stehen Vater und Sohn. Der Künstler lenkt den Blick des Betrachters auf das Wesentliche: ihre Beziehung zueinander. Murillo stellt Vergebung und Liebe in den Fokus, indem der Vater seinen Sohn mit einer liebevollen Umarmung begrüßt. Das ungepflegte Äußere des Sohnes wird mit demselben unverfälschten Realismus dargestellt, den Murillo auch in seinen Straßenszenen zum Ausdruck brachte – Details, welche die bedingungslose Begrüßung des Vaters umso lebendiger erscheinen lassen.
Murillos Gespür für Kleinigkeiten, wie etwa den hochspringenden Welpen, verleiht der Szene eine zusätzliche Tiefe. Rechts stehen zwei Bedienstete bereit, um den Sohn zu empfangen: Der eine hält edle Kleidung in den Händen, der andere einen Ring – ein Symbol, dass der Sohn seinen Platz in der Familie wieder vollständig eingenommen hat. Alle diese Details verwandeln den Moment in eine lebendige Geschichte, die den Betrachter in ihren Bann zieht.

„Rudolf von Arthaber und seine Kinder Rudolf, Emilie und Gustav“

„Rudolf von Arthaber und seine Kinder Rudolf, Emilie und Gustav“ von Friedrich von Amerling, 1837.

Vielleicht bringt nichts besser die Essenz des Vaterseins zum Ausdruck als der Mann, der seine Kinder immer wieder behutsam an seine Brust zieht. Dieses Gruppenporträt zeigt Rudolf von Arthaber, einen Wiener Textilfabrikanten und leidenschaftlichen Kunstsammler, mit seinen drei Kindern Rudolf, Emilie und Gustav – ein Werk von Friedrich von Amerling (1803–1887), einem der gefragtesten Porträtmaler seiner Zeit. Er schuf mehr als tausend Werke, fast ausschließlich Porträts. Der Künstler war in London bei Thomas Lawrence in die Lehre gegangen und später als k.k. Hofmaler des österreichischen Kaiserhauses tätig.
Die romantische Epoche, die sich intensiv mit der Kindheit sowie deren Unschuld und Lebensfreude auseinandersetzte, prägte Amerlings liebevolle Darstellung seiner Figuren. Er gestaltete ihre Gesichter individuell und sehr lebendig.
Der Maler zeigt Arthaber umgeben von seinen spielenden Kindern, die sich offensichtlich in seiner Gegenwart sehr wohlfühlen. In seinem Gesicht spiegelt sich eine Mischung aus Müdigkeit und Zuneigung wider. Sanftes Licht umhüllt Vater und Kinder – ein Stil, den Amerling von seinem Lehrer Lawrence übernommen hat.
Das Werk ist das Porträt einer Familie, die mit sich im Frieden ist – eine Szene, die von enger familiärer Bindung und Großzügigkeit beseelt ist.

„Francesco Sassetti und sein Sohn Teodoro“

„Francesco Sassetti und sein Sohn Teodoro“ von Domenico Ghirlandaio, um 1488, Metropolitan Museum of Art, New York City.

Im späten 15. Jahrhundert wurde Domenico Ghirlandaio (1448–1494) für seine erzählerischen Fresken gepriesen, in denen er häufig Porträts prominenter Florentiner Bürger einarbeitete. Vor allem die Florentiner Kaufleute vertrauten Ghirlandaio, wenn es darum ging, ihre gesellschaftliche Stellung künstlerisch einzufangen. Eines seiner häufigsten Motive war der Bankier Francesco Sassetti, Generaldirektor des Medici-Bankennetzwerks in der Schweiz und Frankreich.
Seinem Auftrag wurde der Künstler auch in dem Werk „Francesco Sassetti und sein Sohn Teodoro“ gerecht: Sassetti wirkt wohlhabend, gelassen und beständig. Sein kleiner Sohn neben ihm ist das Symbol dafür, dass sein Lebenswerk ihn überdauern wird.
Ghirlandaio bevorzugte die Technik der Freskomalerei, die sich gut für die großen Wandflächen eignete. Die Altarbilder für dieselben Kapellen erforderten jedoch kleinere Werke auf Holztafeln. Das vorliegende Porträt ist ein solches Werk. Ghirlandaio stellt Sassetti zusammen mit seinem kleinen Sohn Teodoro auf einer kleinen Tafel dar, wobei die Gestaltung formell und bedächtig wirkt.
Das Bild zeigt Sassetti mit dem „Lucco“, jenem langen roten Umhang, den wohlhabende Florentiner Männer üblicherweise trugen und der für Amtsträger gesetzlich vorgeschrieben war. Die tiefrote Farbe war an sich schon ein Zeichen von Wohlstand, da die dafür benötigten Färbemittel kostspielig und somit nur der Oberschicht vorbehalten waren.
Sassetti blickt nach vorn. Seine gesenkten Augen wirken nachdenklich, während Teodoro im Profil dargestellt ist – eine Gestaltung, die Unschuld und Reinheit vermitteln sollte. Im Hintergrund sieht man wie durch ein Fenster eine Kapelle, die Sassetti in Genf errichten ließ. Sie symbolisiert seinen Glauben, seinen Reichtum und seinen Einfluss innerhalb einer bestimmten Region.
Alle drei Werke umfassen verschiedene Genres aus verschiedenen Jahrhunderten, von frommen Erzählungen bis hin zu Porträts der oberen Schichten, doch in jedem einzelnen stehen Vater und Kind im Fokus. Aus den Gemälden wird deutlich, in welcher Form sich Künstler immer wieder mit dieser Beziehung auseinandergesetzt haben als ein Thema, das es verdient, genauer betrachtet zu werden.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Beyond the Grand Gesture: 4 Painters Who Capture Fatherhood“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sua)