In Kürze:
- Durchschnittspreis steigt auf 1,92 Euro pro Kugel
- Kosten für Energie, Miete und Personal als Haupttreiber
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Große Preisunterschiede je nach Region
Die ersten warmen Tage des Jahres haben etwas Verlässliches: Kaum steigen die Temperaturen über 20 Grad, bilden sich vor Eisdielen die typischen Schlangen. Kinder drücken sich die Nase an der Theke platt, Erwachsene diskutieren über Sorten und irgendwo fällt fast immer der gleiche Satz: „Ganz schön teuer geworden.“ Der Preis für eine Kugel Eis ist längst mehr als eine beiläufige Randnotiz, er ist zum Indikator für ein größeres Thema geworden – die spürbare Verteuerung des Alltags.
Während
im Frühjahr 2025 der durchschnittliche Kugelpreis 1,81 Euro betrug, wird die Kugel Eis in diesem Jahr laut der
aktuellen Coupon-Umfrage für einen Durchschnittspreis von 1,92 Euro pro Kugel serviert. Die günstigste Kugel Eis bei den Befragten kostete 1 Euro, die teuerste mit 3,80 Euro fast das Vierfache. Für Familien summieren sich diese Unterschiede schnell. Während acht Kugeln Eis in günstigen Regionen für unter 12 Euro zu haben sind, werden auf Sylt für dieselbe Bestellung schnell mehr als 22 Euro fällig.
Die Steigerungen sind nicht neu, sondern eher ein Kontinuum in den letzten Jahren. Im Jahr 2024 belief sich der Durchschnittspreis für eine Kugel Eis auf
1,72 Euro, im Jahr davor, 2023, waren es noch 1,62 Euro. Zum Vergleich: In der ersten Coupon-Befragung aus dem Jahr 2022 gab es die günstigsten Eiskugeln noch für 1,20 Euro im Schnitt, seinerzeit in Wuppertal.
Heiße Preise in der Eisdiele
Auch in der Innengastronomie kletterten die Preise zuletzt nach oben. In Eisdielen und Cafés sind Klassiker wie Spaghetti-Eis besonders beliebt und inzwischen auch deutlich teurer geworden. Laut einer Umfrage von
„Chip“ ist die beliebte Vanille-Erdbeer-Kombi im Pasta-Style kaum noch unter 10 Euro in der Gastronomie zu bekommen.
Am teuersten ist Eis auf Sylt und Norderney. Auch München liegt bei den Preisen weit vorn. Am günstigsten ist die kalte Köstlichkeit dagegen in Chemnitz, Nürnberg, Stralsund, Flensburg und Greifswald.
Die
Union italienischer Speiseeishersteller benennt steigende Kosten als Preistreiber hinter den sich ständig erhöhenden Kugelpreisen. Betroffen seien vorwiegend Eisdielen in Großstädten wegen hoher Mieten und wachsender Personalkosten. Nicht zu vergessen sind steigende Energiepreise: Kühltruhen, Gefriertechnik und Klimaanlagen laufen in der Saison oft rund um die Uhr und treiben die Betriebskosten in die Höhe.
Interessant ist, dass sich der Preisanstieg nicht überall gleich ausprägt. Während in kleineren Städten oder ländlichen Regionen die Preise oft moderater steigen, reagieren Anbieter in Großstädten schneller und deutlicher. Das liegt nicht nur an den höheren Kosten, sondern auch an der Zahlungsbereitschaft der Kundschaft. Eis ist ein emotionales Produkt, ein kleines Stück Genuss, der den Alltag versüßt, und viele sind bereit, dafür mehr auszugeben als noch vor wenigen Jahren.
Familienbetrieb setzt auf stabile Preise
Für Jan-Helge H. aus dem Sauerland, der in einem Ort mit 6.000 Einwohnern eine Familieneisdiele betreibt, ist vielmehr die Frage: „Was verträgt der Markt?“ Deshalb hat der Unternehmer in diesem Jahr die Preise nicht erhöht. „Unsere Devise ist: Was können wir den Menschen zumuten?“, sagt er im Gespräch mit der Epoch Times.
Der Bestseller Spaghetti-Eis kostet bei ihm im Eiscafé, wohin viele aus der Region zum Familienausflug kommen, weiterhin 7,60 Euro. Die gestiegenen Personal- und Rohstoffpreise gibt der 56-Jährige nicht an seine Kunden weiter.
Sein Konzept ist ein anderes: „Statt 19 Prozent sind es jetzt seit dem 1. Januar 2026 7 Prozent Mehrwertsteuer. Das fängt die Lohnkosten auf und gleicht es etwas aus. Man lebt nur vom Umsatz. Jedes nicht verkaufte Eis ist das Schlimmste.“
Für den Geschäftsmann ist die Entwicklung der Eispreise mehr als nur ein saisonales Phänomen. Sie zeigt, wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Alltag widerspiegeln – sichtbar, nachvollziehbar und konkret. Die Kugel Eis ist für ihn nur ein kleiner Indikator für größere Zusammenhänge.