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UFO-Forscher: Ans Licht bringen, was andere im Schatten halten


In Kürze:

  • Ein neues Buch des Autors und ehemaligen US-Beamten Jay Stratton beschäftigt sich mit UFOs und außerirdischen Lebensformen.
  • Seiner Aussage nach hätten gewisse Kreise der Öffentlichkeit rund 80 Jahre lang das Wissen vorenthalten.
  • Ein Astrophysiker bemängelt jedoch, dass Stratton keinerlei Beweise für seine Aussagen vorlege.

 
Seit jeher fragen sich die Menschen, ob es wirklich außerirdisches intelligentes Leben im Weltraum gibt. Brisante Antworten dazu will ein neues Buch aus den USA liefern. Es trägt den Titel „Out of the Shadows: Revealing the Truth About Non-Human Intelligent Life“ (auf Deutsch etwa: Aus dem Schatten heraus – Die Enthüllung der Wahrheit über nicht-menschliches intelligentes Leben).
Die am 13. Oktober offiziell erschienene Autobiografie stammt von Jay Stratton. Er war nach Angaben des Verlags der ranghöchste Beamte der US-Regierung im Bereich der Untersuchung von UFOs und UAPs sowie von außerirdischem intelligentem Leben. Seit einigen Jahren verwenden US-Behörden zunehmend den Begriff UAP (Unidentified Anomalous Phenomena, unbekannte anomale Phänomene) anstelle des geläufigen Begriffs UFO (Unidentified Flying Object, unbekanntes Flugobjekt).
Stratton war Mitbegründer des ersten offiziellen UAP-Untersuchungsprogramms der US-Regierung seit 1969. Über 32 Jahre lang diente er den USA auf dem Schlachtfeld und als hochrangiges Mitglied der Nationalen Geheimdienstgemeinschaft.
UFO-Forscher

Jay Stratton nimmt am 18. November 2025 in New York City an einer Veranstaltung teil.

Foto: Dia Dipasupil/Getty Images

Laut der Beschreibung erzählt Stratton in dem Buch, wie er in seiner Laufbahn auf ein Video eines hochentwickelten Flugobjekts über einem Nuklearwaffenstandort gestoßen sei. Es habe Manöver ausgeführt, die zur damaligen Zeit nicht nachvollziehbar gewesen seien. Daraufhin habe er sich plötzlich mit der Untersuchung der bedeutendsten Bedrohung für die nationale Sicherheit konfrontiert gesehen, mit der er je zu gehabt habe.
Im Rahmen der Geheimhaltung der Luft- und Raumfahrtprogramme soll Stratton allmählich erfahren haben, dass es ein streng geheimes Programm zur Bergung und zum Reverse Engineering, also der Nachkonstruktion von nicht verständlicher Technologie, abgestürzter UAP gebewissenschaftlichen. Dieses Programm und die dahinterstehenden Kreise würden seit nunmehr 80 Jahren die Existenz von außerirdischem intelligentem Leben verheimlichen und vertuschen. Nicht einmal der US-Kongress und der Präsident wüssten darüber Bescheid.
Im Jahr 2024 wies jedoch das US-Verteidigungsministerium die Vorwürfe, die Wahrheit über UFOs vertuschen zu wollen, zurück. Demnach lägen nach verschiedenen Überprüfungen seit 1945 keine Beweise vor, wonach die US-Regierung oder private Unternehmen außerirdische Technologie heimlich geborgen oder Reverse Engineering betrieben hätten.

Stratton: Wir sind nicht allein im Universum

Am 13. Oktober ließ sich Stratton von dem Moderator Bret Baier des US-amerikanischen Nachrichtensenders „Fox News“ interviewen. Eine der ersten Fragen von Baier lautete schlicht: „Sind wir allein?“ Die direkte Antwort von Stratton:
„Nein, das sind wir nicht. Die Menschheit ist nicht die einzige intelligente Lebensform im Universum. Ebenso wissen wir nicht, zu welchem Zweck nicht-menschliche intelligente Lebensformen hierherkommen, und das gibt Anlass zur Sorge.“
Stratton erklärte dem Moderator, er habe nicht-menschliche Lebewesen und nicht-menschliche Flugobjekte mit eigenen Augen gesehen. Diese Flugobjekte befänden sich im Besitz der US-Regierung und einiger privater Auftragnehmern. Seiner Ansicht nach verfügten auch China und Russland über nicht-menschliche Flugobjekte und betrieben ebenfalls Reverse Engineering.
„Dieses Buch ist mir sehr wichtig, ich möchte den Menschen davon berichten“, schilderte Stratton in dem Interview. „Ich habe fast 20 Jahre lang hinter den Kulissen zu UAPs recherchiert, und jetzt möchte ich an die Öffentlichkeit treten, damit die Menschen erfahren, dass die Welt ein Recht darauf hat, die Wahrheit über UAPs und die Existenz nicht-menschlicher intelligenter Lebensformen zu erfahren.“
Stratton erklärte gegenüber mehreren Medien, dass er 1989, als er mit 17 Jahren zur Armee gegangen sei, nicht im Traum daran gedacht habe, dass sein Lebensweg ihn dazu führen würde, UAPs aufzuspüren. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2022 war er mindestens 16 Jahre lang an der UAP-Forschung des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste beteiligt.

Kritik von erfahrenem Wissenschaftler

Avi Loeb ist Astrophysiker an der Harvard University und Vorsitzender des neu gegründeten wissenschaftlichen UAP-Beirates der US-Regierung. Er veröffentlichte einen Artikel, in dem er Strattons Aussagen infrage stellte. Der Astrophysiker verlangte von Stratton konkrete Beweise. Loeb schrieb:
„Bitte legen Sie digitale Daten oder Sachbeweise vor – wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der man Menschen allein mit mündlichen Aussagen überzeugen kann. Wir wollen Beweise sehen – Beweise, die plausibel belegen, dass UAPs von außerirdischer Technologie stammen.“
Loeb sagte, es stehe außer Frage, dass Stratton über umfangreiche Erfahrung und hohes fachliches Ansehen verfüge, „aber seine Aussagen werden nicht durch öffentlich zugängliche, überprüfbare Daten gestützt“. Der Astrophysiker fuhr fort: „Wir müssen die Flugobjekte, die Jay angeblich gesehen hat […], mit eigenen Augen sehen, bevor wir seine Aussagen akzeptieren können.“
Loeb fügte hinzu, dass er Stratton vor über einem Monat zu einem Treffen mit Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats für UAP eingeladen habe, jedoch keine Antwort von Stratton erhalten habe.

Viele UFO-Videos noch nicht analysiert

US-Präsident Trump erteilte im Februar dieses Jahres Anweisungen zu UAP-bezogenen Phänomenen und forderte die US-Regierung auf, Regierungsunterlagen zum Thema UAP, UFO und außerirdisches Leben ausfindig zu machen, zu prüfen, freizugeben und zu veröffentlichen.
Da viele dieser Unterlagen noch nicht analysiert und verifiziert wurden, können sie keine direkten und schnellen Antworten darauf liefern, ob außerirdisches Leben und außerirdische Technologien die Erde bereits besucht haben. Das US-Kriegsministerium hat bei einigen Videos bereits die Schlussfolgerung gezogen, dass es sich um „Ballons“, „Vögel“ oder andere für den Menschen erkennbare Objekte handle, doch viele Videos befinden sich weiterhin im Status „zur Analyse ausstehend“.
Ein im August von Forschern des wissenschaftlichen UAP-Beirats veröffentlichter wissenschaftlicher Bericht besagt jedoch, dass vielen der veröffentlichten Videos entscheidende Daten fehlten. Somit bleibt das Rätsel um UFOs vorerst noch ungelöst, doch das Interesse der Menschen daran ist ungebrochen.

Enthüllungsfilm vor dem Enthüllungsbuch

Stratton hat sich vor diesem Buch bereits im 2025 erschienenen Dokumentarfilm „The Age of Disclosure“ (Das Zeitalter der Enthüllung) zur Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen geäußert. In diesem Dokumentarfilm kamen neben Stratton weitere 33 ranghohe Persönlichkeiten aus den USA zu Wort und äußerten ähnliche Erfahrungen. Dazu zählen US-Kongressabgeordnete, hochrangige Vertreter der US-Geheimdienste, des Verteidigungsministeriums und des Militärs, Wissenschaftler, technische Berater, Personen aus UAP-Projekten sowie Augenzeugen.
Strattons neues Buch gleicht einem Bericht aus erster Hand. Es soll dem Leser Enthüllungen hinter den Kulissen offenbaren. Zudem werden darin Begegnungen dargelegt, die Strattons Verständnis vom Platz der Menschheit im Universum tiefgreifend verändert und einen beunruhigenden Tribut von ihm und seiner Familie gefordert hätten.

Das Buchcover des neuen Buches „Out of the Shadows“ vom Autor und ehemaligen ranghohen US-Beamten Jay Stratton.

Foto: Bildschirmfoto/HarperCollinsPublisher

Mit Material von epochtimes.com
Anm. d. Red.: Dieser Artikel wurde am 23. Oktober aktualisiert, um deutlich zu machen, dass Stratton pensioniert ist.
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UFO-Forscher: Ans Licht bringen, was andere im Schatten halten


In Kürze:

  • Ein neues Buch des Autors und US-Beamten Jay Stratton beschäftigt sich mit dem Thema UFOs und außerirdische Lebensformen.
  • Seiner Aussage nach hätten gewisse Kreise über 80 Jahre lang das Wissen der Öffentlichkeit vorenthalten.
  • Ein Astrophysiker bemängelt jedoch, dass Stratton keinerlei Beweise zu seinen Aussagen vorlegt.

 
Seit jeher fragen sich die Menschen, ob es wirklich außerirdisches intelligentes Leben im Weltraum gibt. Brisante Antworten dazu will ein neues Buch aus den USA liefern. Es trägt den Titel „Out of the Shadows: Revealing the Truth about non-human intelligent Life“ (auf Deutsch etwa: Aus dem Schatten heraus: Die Enthüllung der Wahrheit über nicht-menschliches intelligentes Leben).
Die am 13. Oktober offiziell erschienene Autobiografie stammt von Jay Stratton. Er war der ranghöchste Beamte der US-Regierung im Bereich der Untersuchung von UFOs und UAPs sowie von außerirdischem intelligentem Leben. Seit einigen Jahren verwenden US-Behörden zunehmend den Begriff UAP (Unidentified Anomalous Phenomena, unbekannte anomale Phänomene) anstelle des geläufigen Begriffs UFO (Unidentified Flying Object, unbekanntes Flugobjekt).
Stratton war Mitbegründer verschiedener Luft- und Raumfahrtprogramme in den USA und Leiter der Arbeitsgruppe für unidentifizierte Luftphänomene der ersten regierungsweiten UAP-Untersuchung. Über 32 Jahre lang diente er den USA auf dem Schlachtfeld und als hochrangiges Mitglied der Nationalen Geheimdienstgemeinschaft.
UFO-Forscher

Jay Stratton nimmt am 18. November 2025 in New York City an einer Veranstaltung teil.

Foto: Dia Dipasupil/Getty Images

Laut der Beschreibung erzählt Stratton in dem Buch, wie er in seiner Laufbahn auf ein Video eines hochentwickelten dreieckigen Flugobjekts über einem Nuklearwaffenstandort stieß. Es habe Manöver ausgeführt, die zur damaligen Zeit nicht nachvollziehbar gewesen seien. Daraufhin habe er sich plötzlich mit der Untersuchung der bedeutendsten Bedrohung für die nationale Sicherheit konfrontiert gesehen, mit der er je zu tun hatte.
Im Rahmen der Geheimhaltung der Luft- und Raumfahrtprogramme soll Stratton allmählich erfahren haben, dass es ein streng geheimes Programm zur Bergung und zum Reverse Engineering, also der Nachkonstruktion von nicht verständlicher Technologie, abgestürzter UAP gibt. Dieses Programm und die dahinterstehenden Kreise würden seit nunmehr 80 Jahren die Existenz von außerirdischem intelligentem Leben verheimlichen und vertuschen. Nicht einmal der US-Kongress und der Präsident wüssten darüber Bescheid.
Im Jahr 2024 wies jedoch das US-Verteidigungsministerium die Vorwürfe, die Wahrheit über UFOs vertuschen zu wollen, zurück. Demnach liegen nach verschiedenen Überprüfungen seit 1945 keine Beweise vor, wonach die US-Regierung oder private Unternehmen außerirdische Technologie heimlich geborgen oder Reverse Engineering betrieben hätten.

Stratton: Wir sind nicht allein im Universum

Am 13. Oktober ließ sich Stratton von dem Moderator Bret Baier des US-amerikanischen Nachrichtensenders „FoxNews“ interviewen. Eine der ersten Fragen von Baier lautete schlicht: „Sind wir allein?“ Die direkte Antwort von Stratton:
„Nein, das sind wir nicht. Die Menschheit ist nicht die einzige intelligente Lebensform im Universum. Ebenso wissen wir nicht, zu welchem Zweck nicht-menschliche intelligente Lebensformen hierherkommen, und das gibt Anlass zur Sorge.“
Stratton erklärte dem Moderator, er habe nicht-menschliche Lebewesen und nicht-menschliche Flugobjekte mit eigenen Augen gesehen. Diese Flugobjekte befänden sich im Besitz der US-Regierung und einigen privaten Auftragnehmern. Seiner Ansicht nach verfügen auch China und Russland über nicht-menschliche Flugobjekte und betreiben ebenfalls Reverse Engineering.
„Dieses Buch ist mir sehr wichtig, ich möchte den Menschen davon berichten“, schilderte Stratton in dem Interview. „Ich habe fast 20 Jahre lang hinter den Kulissen zu UAPs recherchiert, und jetzt möchte ich an die Öffentlichkeit treten, damit die Menschen erfahren, dass die Welt ein Recht darauf hat, die Wahrheit über UAPs und die Existenz nicht-menschlicher intelligenter Lebensformen zu erfahren.“
Stratton erklärte gegenüber mehreren Medien, dass er 1989, als er mit 17 Jahren zur Armee ging, nicht im Traum daran gedacht hätte, dass sein Lebensweg ihn dazu führen würde, UAPs aufzuspüren. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2022 war er mindestens 16 Jahre lang an der UAP-Forschung des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste beteiligt.

Kritik von erfahrenem Wissenschaftler

Avi Loeb ist Astrophysiker an der Harvard-Universität und Vorsitzender des neu gegründeten Wissenschaftlichen UAP-Beirates der US-Regierung. Er veröffentlichte einen Artikel, in dem er Strattons Aussagen infrage stellte. Der Astrophysiker verlangte von Stratton konkrete Beweise. Loeb schrieb:
„Bitte legen Sie digitale Daten oder Sachbeweise vor – wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der man Menschen allein mit mündlichen Aussagen überzeugen kann. Wir wollen Beweise sehen – Beweise, die plausibel belegen, dass UAPs von außerirdischer Technologie stammen.“
Loeb sagte, es stehe außer Frage, dass Stratton über umfangreiche Erfahrung und hohes fachliches Ansehen verfüge, „aber seine Aussagen werden nicht durch öffentlich zugängliche, überprüfbare Daten gestützt“. Der Astrophysiker fuhr fort: „Wir müssen die Flugobjekte, die Jay angeblich gesehen hat […] mit eigenen Augen sehen, bevor wir seine Aussagen akzeptieren können.“
Loeb fügte hinzu, dass er Stratton vor über einem Monat zu einem Treffen mit Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats für UAP eingeladen habe, jedoch keine Antwort von Stratton erhalten habe.

Viele UFO-Videos noch nicht analysiert

US-Präsident Trump erteilte im Februar dieses Jahres Anweisungen zu UAP-bezogenen Phänomenen und forderte die US-Regierung auf, Regierungsunterlagen zum Thema UAP, UFO und außerirdisches Leben ausfindig zu machen, zu prüfen, freizugeben und zu veröffentlichen.
Da diese Unterlagen noch nicht analysiert und verifiziert wurden, können sie keine direkten und schnellen Antworten darauf liefern, ob außerirdisches Leben und außerirdische Technologien die Erde bereits besucht haben. Das Verteidigungsministerium hat bei einigen Videos bereits die Schlussfolgerung gezogen, dass es sich um „Ballons“, „Vögel“ oder andere für den Menschen erkennbare Objekte handelt, doch viele Videos befinden sich weiterhin im Status „zur Analyse ausstehend“.
Ein im August von Forschern des UAP-Wissenschaftsbeirats veröffentlichter wissenschaftlicher Bericht besagt jedoch, dass vielen der veröffentlichten Videos entscheidende Daten fehlen. Somit bleibt das Rätsel um UFOs vorerst noch ungelöst, doch das Interesse der Menschen daran ist ungebrochen.

Enthüllungsfilm vor dem Enthüllungsbuch

Stratton hat sich vor diesem Buch bereits im 2025 erschienenen Dokumentarfilm „The Age of Disclosure“ (Das Zeitalter der Enthüllung) zur Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen geäußert. In diesem Dokumentarfilm kamen neben Stratton weitere 33 ranghohe Persönlichkeiten aus den USA zu Wort und äußerten ähnliche Erfahrungen. Dazu zählen US-Kongressabgeordnete, hochrangige Vertreter der US-Geheimdienste, des Verteidigungsministeriums und des Militärs, Wissenschaftler, technische Berater, Personen aus UAP-Projekten sowie Augenzeugen.
Strattons neue Buch gleicht einem Bericht aus erster Hand. Es soll es dem Leser Enthüllungen hinter den Kulissen offenbaren. Zudem werden darin Begegnungen dargelegt, die Strattons Verständnis vom Platz der Menschheit im Universum tiefgreifend verändert und einen beunruhigenden Tribut von ihm und seiner Familie gefordert hätten.

Das Buchcover des neuen Buches „Out of the Shadow“ vom Autor und ranghohen US-Beamten Jay Stratton.

Foto: Bildschirmfoto HarperCollinsPublisher

Mit Material von epochtimes.com
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Vater von Asterix und Co.: „Das Lachen ist der wahre Zaubertrank“

„Ich wurde am 14. August 1926 in Paris geboren und entschloss mich anschließend, zu wachsen“ – mit diesem Satz pflegte René Goscinny gerne, mit verschmitztem Augenzwinkern, auf die Frage nach seinem Geburtsdatum zu antworten. Im Herbst 1959 hob er gemeinsam mit Albert Uderzo das Jugendmagazin „Pilote“ aus der Taufe.
Die Freude daran, sein Publikum mit überraschenden Pointen zum Schmunzeln und Lachen zu bringen, zeigt sich jedoch schon weit früher.
„Ich war der Spaßvogel der Klasse“, schreibt er über seine Zeit am französischen Gymnasium in Buenos Aires, wohin seine Eltern 1928, zwei Jahre nach seiner Geburt, gezogen waren, „aber weil ich brav büffelte, ließ man mich machen“.
Gewitzt und fleißig bleibt Goscinny sein Leben lang. Nach der Schule studiert er Literaturwissenschaften und Kunst, muss aber nach dem frühen Tod des Vaters schon bald seinen Lebensunterhalt selbst verdienen.
Zusammen mit seiner Mutter siedelt der 19-Jährige 1945 auf Einladung eines Onkels nach New York über und versucht dort, als Zeichner Fuß zu fassen. Seine Bewerbungen beim Manhattaner Büro der Disney-Studios und dem renommierten Magazin „The New Yorker“ bleiben jedoch unbeantwortet.
Mit Gelegenheitsarbeiten hält sich der junge Mann einige Zeit finanziell über Wasser, geht nach Frankreich, um dort einen einjährigen Militärdienst zu absolvieren, kehrt dann aber wieder nach New York zurück.

Weichenstellung

Endlich stellen sich hier nun für ihn entscheidende Weichen. Ende 1948 bewirbt sich Goscinny mit einer Mappe voller Zeichnungen bei einem kleinen Illustrations- und Werbestudio am Broadway und lernt dort Charlie Stern, Will Elder und Harvey Kurtzman kennen.
Nur wenige Jahre später werden diese drei das berühmte Satiremagazin MAD gründen. Doch schon jetzt fasziniert und inspiriert den jungen, neuen Mitarbeiter ihr satirisch pointierter New Yorker Humor. Aus Kollegen werden Freunde.
Zu ihnen gesellt sich kurz darauf einer der Pioniere des belgischen Comicmagazins „Spirou“, Maurice de Bévère, genannt Morris. Er ist nach Amerika gereist, um hier frische Ideen für den Helden seiner Bildgeschichten, den Cowboy Lucky Luke, zu finden, und entdeckt wie nebenbei René Goscinny.

Maurice de Bévère, genannt Morris, mit einem Album aus der Reihe „Lucky Luke“.

Foto: gemeinfrei, Hans Peters for Anefo – Nationaal Archief Fotocollectie Anefo

Er bewegt das junge Talent, nach Brüssel, ins damalige Zentrum der europäischen Comicszene, zu kommen. Mit weitreichenden Folgen.
In Brüssel taucht der Neuankömmling aus New York nicht nur in die überaus vitale belgische Comicwelt ein, sondern lernt 1951 bei einer Reise nach Paris auch den genialen Zeichner Albert Uderzo (1927–2020) kennen, der dort für die belgische Presseagentur Tandem World Press arbeitet.

Wichtige Entscheidung

Nicht zuletzt dieses Treffen bewegt Goscinny, einen mutigen Entschluss zu fassen. Seine eigenen Ambitionen als Zeichner gibt er auf und überlässt das Zeichnen fortan „denen, die ich für besser hielt als mich selbst“, erinnert er sich einige Jahre später.
Zusätzlichen Rückenwind gibt ihm der Spott eines älteren Bekannten. „Comicszenarist?! Das kriegt doch der letzte Trottel hin!“ habe dieser zu ihm gesagt. „Da verstand ich“, erzählt Goscinny rückblickend verschmitzt, „dass ich meine Berufung gefunden hatte.“
Eine unvergleichliche Laufbahn als Comicautor nimmt ihren Lauf. Bei der Agentur Tandem World Press arbeiten Albert Uderzo und er in Paris arbeitsteilig und symbiotisch zusammen. Und auch für seinen guten Freund Morris schreibt Goscinny schon bald neue Szenarien für den „Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten“. Die frischen Ideen des Szenaristen machen Lucky Luke zum Welterfolg.

Bild von Lucky Luke in einer Metrostation in Charleroi, Belgien.

Foto: Jmh2o, CC BY-SA 4.0

Goscinny erfindet die tollpatschigen Schurkenbrüder, die Daltons, und den ewig schläfrigen und hungrigen, sympathischen, aber auch außergewöhnlich einfältigen Hund Rataplan. Nicht weniger als 656 Figuren entspringen Goscinnys Imagination allein für die „bande dessinée“ von Lucky Luke.
Das 1.248 Seiten starke „Dictionnaire Goscinny“ aus dem Jahr 2003 listet sie und alle anderen Schöpfungen des nimmermüden und überaus kreativen Texters akribisch auf.
Für den Zeichner Jean Tabary entwickelt er die Geschichten des intriganten, karrieresüchtigen, aber immer erfolglosen Großwesirs Iznogoud. Scharfsinnig und liebevoll erwecken Goscinnys Szenarien im Zusammenspiel mit den Zeichnungen Jean-Jacques Sempés die Abenteuer des kleinen Nick zum Leben.
So erfolgreich und berühmt diese und viele weitere Comicprojekte sind, sein größtes Meisterstück gelingt René Goscinny in kongenialer Zusammenarbeit mit Albert Uderzo.
Im Sommer 1959 sitzen die beiden Freunde auf dem Balkon von Uderzos Sozialwohnung in einem Vorort von Paris zusammen, erinnert sich der Zeichner in seiner Autobiografie „Uderzo se raconte“:
„[…] Es war unerträglich heiß. René und ich suchten fieberhaft nach einer Idee für das neue Magazin ,Pilote‘, das in wenigen Wochen starten sollte. Wir tranken Pastis, rauchten eine Zigarette nach der anderen und durchstöberten die französische Geschichte. Bei den Galliern riefen wir plötzlich beide: ‚Stopp! Das ist es!‘ und brachen in einen […] Lachanfall aus. Asterix wurde buchstäblich aus diesem kolossalen Lachen geboren.“

Ausschnitt aus einem Wandgemälde in Brüssel.

Foto: Ferran Cornellà, CC BY-SA 3.0

Von nun an schreibt Goscinny die humorvollen Abenteuer des Galliers Asterix und seiner Freunde und würzt die intelligenten Szenarien ausgiebig mit Wortwitz. Schelmische Freude bereitet es ihm, sich über kulturelle Eigenheiten und menschliche Schwächen seiner Protagonisten lustig zu machen, ohne sie aber jemals zu verunglimpfen.
Uderzo entwirft hingegen die überaus dynamischen und detailreichen Zeichnungen und Layouts in geradezu unglaublicher Qualität und Geschwindigkeit.

Uderzo zeichnet Asterix. Fotograf: unbekannt, CC0

Gigantischer Erfolg

Das Ergebnis schlägt ein wie eine Bombe. Schon bald entwachsen die Abenteuer des kleinen gallischen Widerständlers und seiner wehrhaften Dorfgenossen dem Magazin „Pilote“. Über die Jahre entstehen 24 Alben aus der kreativen und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Szenarist und Zeichner.
Wer kennt sie nicht, die Redewendungen des Originals, die, in über 200 Sprachen und Dialekte übersetzt, sich nahezu weltweit im kollektiven Gedächtnis verankert haben?

Die gesamte Comicwand in Brüssel, 33 rue de la Buanderie.

Foto: Lin Mei, CC BY 2.0

„Ils sont fous, ces Romains!“, „Die spinnen, die Römer!“, variiert Goscinny munter für alle Völker und Volksgruppen, zu denen Asterix und sein bester Freund Obelix reisen. Alle sind sie auf ihre eigene sympathisch schrullige Weise ein bisschen „fou“.
Der beleibte Hinkelsteinproduzent Obelix wiederum macht immer wieder mit Nachdruck deutlich, dass er keinesfalls „dick“ sei, „nur etwas kräftig gebaut“.
Die einzige wirkliche Sorge des Dorfchefs Majestix ist dagegen, dass „der Himmel uns auf den Kopf fällt“. Die Übermacht des römischen Imperiums und ihrer bis an die Zähne bewaffneten Militärmaschinerie lässt ihn und seine Dorfgenossen dagegen völlig ungerührt.
Schon die ikonischen Zeilen auf der ersten Seite eines jeden Bandes klären zum Vergnügen von Generationen über die unverrückbare Ausgangslage auf: „Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus“, steht dort unter der Landkarte Galliens geschrieben, auf der eine große Lupe das winzige gallische Dorf und die Römerlager hervorhebt, die es umzingeln. „Ganz Gallien ist besetzt … Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“
Doch was ist es, das diesem Dorf und seinen eigenwilligen Bewohnern die Zuversicht schenkt, sich unverdrossen gegen seine Gegner zu stellen? Es ist das wundersame Wissen des Dorfdruiden Miraculix um ein geheimnisvolles Gebräu, das ungeahnte Zauberkräfte verleiht.
Oder ist es vielleicht so, wie es Anne Goscinny, die Tochter des Szenaristen, in einem Interview aus dem Jahr 2019 beschreibt? „Das Lachen ist der wahre Zaubertrank. Ich meine damit die Fähigkeit, die schlimmsten Bedrohungen ins Lächerliche zu ziehen und diese so zu überstehen.“

Hommage an einen Freund

Am 6. November des Jahres 1977 ist sie gerade neun Jahre alt, als ihr Vater völlig unerwartet bei einem medizinischen Belastungstest kollabiert und stirbt. Die abendliche Hauptnachrichtensendung des staatlichen französischen Fernsehens beginnt mit dieser erschütternden Nachricht. Frankreich trauert um Goscinny, wie um einen guten Freund.
Albert Uderzo, mit dem René Goscinny gerade intensiv am 24. Abenteuer des kleinen Galliers gearbeitet hatte, reagiert auf ganz eigene, berührende Weise. Nach dem Tod seines Freundes zeichnet er für dieses letzte Gemeinschaftsprojekt nur noch Bilder, auf denen es aus grauen Wolken regnet.
Beim traditionellen Festbankett der Dorfbewohner, das dieses wie jedes Abenteuer der Gallier beschließt, geht ein kleines Kaninchen, in Anspielung auf einen Kosenamen des Freundes, aus dem Bild und blickt traurig auf Goscinnys Signatur zurück.