In Kürze:
- AfD: 37 Prozent, SPD: 35 Prozent – laut aktueller INSA-Umfrage liegen beide Parteien nur noch zwei Punkte auseinander.
- Die SPD hat gegenüber der Vorwoche zwei Prozentpunkte zugelegt, während die AfD einen Punkt hinzugewonnen hat.
- CDU, Grüne und BSW müssen um ihre Positionen im Schweriner Landtag bangen.
- Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt.
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz in der Wählergunst an. Nach wie vor liegt die AfD voran und profitiert vom Rückenwind durch die Wahl in Sachsen-Anhalt und der Belastung der Menschen durch hohe Treibstoffpreise.
Allerdings scheint die Zuspitzungsstrategie der SPD, die im Wahlkampf voll auf Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als die „Frau gegen Blau“ setzt, zunehmend zu greifen. Die Aufholjagd geht jedoch auf Kosten kleinerer Parteien, sodass beispielsweise der Verbleib der Grünen im Landtag als unsicher gilt.
Schwesig-Effekt: SPD könnte bis zum Wahltag noch an AfD vorbeiziehen
Die jüngste INSA-Umfrage für „BILD“ weist für die AfD im Nordosten derzeit 37 Prozent aus. Gegenüber der Vorwoche ist das noch einmal ein Plus von einem Prozentpunkt. Seit Mitte 2023 lag die AfD in allen Umfragen für Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 1. Infratest dimap wies die Partei am 25. September des Vorjahres mit 38 Prozent aus – gegenüber 19 für die Sozialdemokraten.
Mittlerweile rückt die SPD immer näher an die Spitzenposition heran. INSA verzeichnet für die Partei gegenüber der Vorwoche ein Plus von zwei Prozentpunkten. Damit liegen die Sozialdemokraten bei 35 Prozent und damit innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Dass die Partei der Ministerpräsidentin bis zum Wahlabend an der AfD vorbeizieht, ist mit Blick auf die Dynamik nicht mehr auszuschließen.
Einen ähnlichen Effekt hatte es 2021 in Sachsen-Anhalt und 2024 in Brandenburg gegeben. Auf den letzten Metern wechselten Wähler, die verhindern wollten, dass die AfD stärkste Kraft im Land wird, zur Partei des jeweiligen Ministerpräsidenten. Davon profitierten die CDU unter Reiner Haseloff und die SPD unter Dietmar Woidke.
Potenzial der Sozialdemokraten bei 53 Prozent – jenes der AfD bei 42
Dass die SPD noch Platz 1 in Mecklenburg-Vorpommern schaffen kann, sagt auch die Potenzialanalyse von INSA. So können sich 53 Prozent der Befragten grundsätzlich vorstellen, die Partei von Manuela Schwesig zu wählen. Die Ministerpräsidentin ist nicht nur im Land populär. Im August kehrte sie auf Platz 4 der bundesweit beliebtesten Politiker ins „BILD“-Ranking zurück.
Die AfD kommt auf ein maximales Potenzial von 42 Prozent, die CDU auf 22 und die Linke auf 28. Was die bereits sicheren Stimmen anbelangt, werden INSA zufolge 31 Prozent auf jeden Fall die Sozialdemokraten wählen, die in Mecklenburg-Vorpommern seit 1998 den Ministerpräsidenten stellen. Die AfD hat 32 Prozent sicher. Auf mindestens 8 Prozent wird die Linke kommen, die in der aktuellen INSA-Umfrage auf 10 Prozent kommt und einen Prozentpunkt einbüßt.
Die Aufholjagd der SPD unter Manuela Schwesig geht allerdings auf Kosten der kleineren Parteien. In Mecklenburg-Vorpommern gehört mittlerweile auch die CDU zu diesen. INSA sieht sie wie in der Vorwoche bei 7 Prozent. Ein Ausscheiden aus dem Landtag muss sie allerdings nicht befürchten: 6 Prozent der repräsentativ Befragten haben sich bereits darauf festgelegt, die Union zu wählen.
Gemeinsame Mehrheit der SPD mit der Linken in Gefahr
Zittern müssen unterdessen die Grünen, die bislang lediglich in den Jahren 2011 und 2021 den Einzug in den Schweriner Landtag geschafft hatten. Sie kommen auf 5 Prozent – und ihr maximales Potenzial ist geringer als jenes der übrigen im Landtag vertretenen Parteien und des BSW.
Die Wagenknecht-Partei wird INSA zufolge ihr überraschendes Ergebnis von Sachsen-Anhalt nicht wiederholen können. Die Umfrage weist 3 Prozent für das BSW aus. Nur pollytix hatte der Partei in der Vorwoche mit 5 Prozent Chancen auf den Einzug bescheinigt. Nach derzeitigem Stand hätte die SPD nur im Fall eines Ausscheidens der Grünen eine geringe Chance, ihr Zweierbündnis mit der Linkspartei fortsetzen zu können.
