In Polen soll laut Angaben der Regierung in Warschau ein Wartungszentrum für Raketen des US-Flugabwehrsystems Patriot errichtet werden. Ihr Land habe sich bei dem Projekt gegen Bewerbungen aus Deutschland, den Niederlanden und Norwegen durchgesetzt, sagte Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka am Dienstag in Brüssel. Im Onlinedienst X sprach sie von einer „historischen Entscheidung“.
Bislang hätten die USA weder die Technologie noch ihre Fähigkeiten teilen wollen, erläuterte Sobkowiak-Czarnecka im nationalen Fernsehsender TVP Info. Dass das Zentrum nun in ihrem Land gebaut werde, sei „eine Stärkung unserer Sicherheit und eine Unterstützung seitens der Vereinigten Staaten sowie ein klares Zeichen, dass die Nato und insbesondere die USA hinter uns stehen“, betonte sie.
Hoffnung auf Patriot-Produktion
Die Kosten des Projekts belaufen sich demnach auf umgerechnet 230 Millionen Euro; mit einer Fertigstellung wird in mehreren Monaten gerechnet. Polen hoffe, durch die Errichtung des Zentrums künftig auch die Produktion eigener Patriot-Raketen aufbauen zu können, sagte Sobkowiak-Czarnecka.
Die vom US-Rüstungskonzern Lockheed Martin produzierten Patriot-Luftabwehrraketen spielen eine zentrale Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen aus Russland. Die Raketen werden aber auch von Nato-Staaten und im Nahen Osten eingesetzt.
Im September hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, sein Land habe von den USA grünes Licht für die Produktion von eigenen Patriot-Luftabwehrraketen erhalten. US-Präsident Donald Trump äußerte sich jedoch deutlich zurückhaltender. (afp/red)