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CDU in Sachsen-Anhalt plant geschlossenes Vorgehen bei Ministerpräsidentenwahl


In Kürze:

  • Die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt will sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember festlegen.
  • Bei einer möglichen Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund im ersten oder zweiten Wahlgang sollen die CDU-Abgeordneten den Plenarsaal verlassen.
  • In der Fraktion wächst die Kritik an Fraktionschef Sven Schulze, die Abgeordnete Karin Tschernich-Weiske fordert einen Neuanfang.

 
Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt will am Dienstag, 13. Oktober, ihr Vorgehen bei der Wahl zum Ministerpräsidenten koordinieren. Diese soll im Dezember anstehen. Der Geschäftsführende Vorstand der Fraktion schlägt den Mitgliedern vor, geschlossen den Plenarsaal zu verlassen, wenn die Wahl eines AfD-Kandidaten ansteht.
Auf dieses Vorgehen will sich die Fraktion am Dienstag per Beschluss festlegen. Der Beschluss soll für den ersten und zweiten Wahlgang gelten. In diesen benötigt ein Kandidat die Stimmen der Mehrheit aller Mitglieder des Landtags, um gewählt zu werden.
Im dritten Wahlgang, in dem eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen ausreicht, soll die CDU-Fraktion geschlossen mit „Nein“ stimmen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat jedoch angekündigt, nur zu kandidieren, wenn eine Mehrheit für ihn im ersten Wahlgang zu erwarten sei.

CDU will geschlossenes Vorgehen bei der Ministerpräsidentenwahl

Der Vorschlag, der am Dienstag zur Abstimmung steht, wird von Fraktionschef Sven Schulze und dem Parlamentarischen Geschäftsführer Stefan Ruland unterstützt. Auch der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller, der als innerparteilicher Kritiker Schulzes gilt, hat sich laut der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Montag für ein solches Vorgehen ausgesprochen.
Mit dem Vorgehen will die Fraktion Vorwürfen entgegentreten, CDU-Abgeordnete hätten in geheimer Wahl Kandidaten der AfD mitgewählt. Offiziell schließt die Fraktion die Unterstützung eines AfD-Kandidaten weiterhin aus.
In der konstituierenden Sitzung am Dienstag, 6. Oktober, erhielt der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch bei der Wahl zum Landtagspräsidenten jedoch 48 Stimmen. Da die AfD 39 Abgeordnete stellt und die fünf Abgeordneten des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) ihre Unterstützung angekündigt hatten, müssen mindestens vier Stimmen aus den Reihen anderer Fraktionen gekommen sein.
Auch der AfD-Kandidat für das Amt des ersten Vizepräsidenten des Landtags erhielt 44 Stimmen, obwohl das BSW ausgeschlossen hatte, für ihn zu stimmen. Rausch sagte später, es habe Absprachen mit CDU-Abgeordneten gegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Müller hielten jedoch auch eine „False Flag“-Aktion für möglich.
Demnach könnten auch Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken für Rausch gestimmt haben, um „die CDU mit Dreck zu bewerfen“.

Kritik an Fraktionschef Schulze wächst

Auch in der Vorankündigung zu dem Antrag heißt es, die Vorwürfe gegen Mitglieder der CDU-Fraktion hätten „Grenzen überschritten“. Ein koordiniertes Vorgehen bei der Wahl zum Ministerpräsidenten könnte zudem Gerüchten über eine Spaltung der Fraktion entgegenwirken.
Diese kursieren, seit der frühere Bildungsminister Marco Tullner in der Vorwoche die Bildung einer eigenen Gruppe von CDU-Abgeordneten nicht ausschließen wollte.
Der geschäftsführende Ministerpräsident Schulze steht in der Fraktion in der Kritik, seit er sich bereits in der konstituierenden Fraktionssitzung zum Fraktionschef wählen ließ. Er gewann eine Kampfabstimmung gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer knapp mit acht zu sieben Stimmen.
Tullner warf Schulze daraufhin vor, die Fraktion vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. Schulze hatte der 15-köpfigen Fraktion vor der Wahl Rauschs empfohlen, sich zu enthalten. Am Ende gab es unter den 82 anwesenden Abgeordneten jedoch nur fünf Enthaltungen.

CDU-Abgeordnete fordert Neuanfang und neue Führung

Unterdessen stellt die aus Dessau-Roßlau stammende CDU-Abgeordnete Karin Tschernich-Weiske den Fraktionsvorsitz Sven Schulzes infrage. Im Gespräch mit der „Mitteldeutschen Zeitung“ plädierte sie für einen „Neuanfang“ und eine „neue Geschlossenheit“ in der Fraktion.
Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, wäre ihrer Einschätzung zufolge ein neuer Fraktionsvorsitzender, „der beide Lager versöhnt und einem gemeinsamen Neuanfang den Weg ebnet“.
Gleichzeitig sagte sie, man müsse „klären, wie das Land die nächsten fünf Jahre regiert werden soll, anstatt hinter der Brandmauer in Deckung zu gehen“. Diese werde von der CDU im Landtag schon länger kritisch gesehen – „und sie hat viele Wähler gegen die CDU aufgebracht“.
Abgrenzen statt ausgrenzen sei aus ihrer Sicht das bessere Rezept gegen die AfD, zumal es eine Brandmauer auf kommunaler Ebene häufig nicht gebe. Tschernich-Weiske sagte zudem: „Wenn wir bockig sind und uns nicht rühren, ist das nicht der Auftrag, für den wir gewählt worden sind.“
Ob es ohne CDU-Stimmen für Ulrich Siegmund zur angestrebten Mehrheit im ersten Wahlgang reichen würde, ist ungewiss. Erforderlich sind 42 Stimmen, die AfD verfügt über 39 der 83 Sitze.
Die BSW-Fraktion hatte angekündigt, sich enthalten zu wollen. Die Wagenknecht-Partei favorisiert nach wie vor die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit allen Parteien zusammenarbeiten würde.
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Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Schulze und Siegmund im Porträt


In Kürze:

  • Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelten nur zwei Spitzenkandidaten als realistische Optionen für das Amt des Ministerpräsidenten.
  • Der seit Januar amtierende Regierungschef Sven Schulze (CDU) strebt ein Mandat für eine volle Amtszeit an.
  • Er will „Zuversicht und ein Gefühl der Sicherheit“ verbreiten.
  • AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nennt als zentrale Themen: Migration, innere Sicherheit, Leistungsbereitschaft, Klima-Ideologie, Schule.
  • Er beabsichtigt, mit einem „45 Prozent plus X“-Wahlsieg „Geschichte zu schreiben“.

 
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt seinen neuen Landtag. Knapp 1,8 Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Es ist die neunte Wahl des Landesparlaments seit der Wiedererrichtung des Bundeslandes im Jahr 1990. Gleichzeitig dürfte es auch jene sein, die bisher die stärkste weltweite Aufmerksamkeit hervorruft.
Seit 1990 hatte Sachsen-Anhalt sieben Ministerpräsidenten – sechs davon stellte die CDU, einen die SPD. Drei davon wählte der Landtag infolge von Rücktritten der jeweiligen Amtsinhaber. Einer davon ist der amtierende Regierungschef Sven Schulze. Er ist seit 28. Januar 2026 im Amt und folgte Reiner Haseloff nach, der mit mehr als 14 Jahren der am längsten regierende Ministerpräsident des Landes war.

Deutschland-Koalition vor Verlust ihrer Mehrheit

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Landeswahlleiterin die Wahlvorschläge von 15 Parteien zugelassen. Geht man von Umfrageergebnissen aus, haben jedoch nur zwei Spitzenkandidaten realistische Chancen, künftig als Ministerpräsident die Landesregierung zu führen.
Amtsinhaber Sven Schulze beabsichtigt, sich bei der Landtagswahl das Mandat für seine erste volle Amtszeit zu holen. Die derzeit regierende Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP wird allerdings voraussichtlich keine Mehrheit mehr erzielen. Die CDU, die 2021 mit Haseloff auf 37,1 Prozent der Stimmen gekommen war, kann nur noch mit 22 bis 24 Prozent der Stimmen rechnen.
Stattdessen kann die AfD ein Ergebnis von 41 bis 43 Prozent der Stimmen erhoffen – und damit möglicherweise eine absolute Mandatsmehrheit. Dies könnte es ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund ermöglichen, Ministerpräsident zu werden.

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze. (Archivbild)

Foto: Via dts Nachrichtenagentur

Politische Karriere von Schulze begann mit 19 Jahren im Gemeinderat

CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze wurde am 31. Juli 1979 in Quedlinburg geboren und wuchs in Heteborn im Harz auf. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein Abitur schloss er 1998 am Europa-Gymnasium in Aschersleben ab, anschließend absolvierte er den Zivildienst. Im Jahr 1999 nahm er ein Studium der Umweltschutztechnik an der TU Clausthal auf. Dieses schloss er 2007 als Diplom-Wirtschaftsingenieur ab.
In den Jahren 2007 bis 2011 war Schulze als Projektleiter für mehrere mittelständische Maschinenbauunternehmen tätig. Von 2012 an fungierte er als Vertriebsleiter der Eckold GmbH in Sankt Andreasberg. Diese Tätigkeit endete mit seinem Einzug ins Europäische Parlament im Jahr 2014.
Der Einstieg von Sven Schulze in die Politik erfolgte 1998. Im Alter von 19 Jahren wurde er jüngstes Mitglied im Gemeinderat von Heteborn. Von 2004 bis 2007 saß Schulze im Kreistag von Quedlinburg. In der Partei selbst war Schulze von 2006 bis 2014 Landesvorsitzender der Jungen Union. Nach knapp sieben Jahren im EU-Parlament kehrte er 2021 in die Landespolitik zurück.

Ein CDU-Plakat mit Sven Schulze und Reiner Haseloff am 7. Januar 2026.

Foto: Via dts Nachrichtenagentur

Stabilität, Zuversicht und Sicherheit als zentrale Wahlversprechen

Etwa drei Monate vor der Landtagswahl 2021 übernahm Schulze den Posten des Landesvorsitzenden der CDU Sachsen-Anhalt. Im September des Jahres trat er als Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten ins Kabinett Haseloff III ein.
In seine Amtszeit fiel die Ansiedlung eines neuen Logistikstandortes von Daimler Truck in Halberstadt. Sachsen-Anhalt hielt zudem seine seit den 2000er-Jahren behauptete Stellung als eines der führenden Länder beim Ausbau der erneuerbaren Energien.
Schulze hinterließ als Wirtschaftsminister eine gemischte Bilanz. Etwa 30.000 Arbeitsplätze im Land hängen an der Chemiebranche, die immer stärker unter Druck gerät. Zudem scheiterte die zuvor prominent verkündete Ansiedlung des Chipherstellers Intel in Magdeburg.
Mit 46 Jahren war Schulze, der eher sachlich und ohne rhetorisches Feuer auftritt, bei Amtsantritt der jüngste amtierende Ministerpräsident Deutschlands.
Schulzes zentrales Wahlversprechen ist „Stabilität“. Gegenüber der „Volksstimme“ sagte er auch, dass er „Zuversicht und ein Gefühl der Sicherheit“ verbreiten wolle. Dazu gehören ein flächendeckendes Kita-Angebot und eine ärztliche Versorgung sowie eine Wirtschaft und ein Schulsystem, wo jeder seine Chance bekomme.

Der designierte Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, wird am 28. Januar 2026 im Landtag von Sachsen-Anhalt in Magdeburg, vom AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (l.) beglückwünscht, nachdem er zum neuen Landeschef gewählt worden war.

Foto: Ronny Hartmann/AFP via Getty Images

„Wir wollen keine Experimente“

Er bezeichnete sein persönliches Netzwerk von „5.000 Telefonnummern“ als „das Allerallerwichtigste“, was er dem Land bieten könne – als bedeutendes Arbeitsmittel, um Lösungen umsetzen zu können.
In der Bevölkerung litt der heute 47-Jährige lange unter seinem mangelnden Bekanntheitsgrad. Laut einer Umfrage für den MDR konnte er diese auf mittlerweile 65 Prozent steigern.
Allerdings bleiben Schulzes Beliebtheitswerte weit hinter jenen seines Vorgängers Haseloff zurück. Nur 29 Prozent sind mit Schulze als Ministerpräsident zufrieden.
Auch die Unbeliebtheit der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) scheint Schulze zu schaden. Die Personaldebatten und Streitereien in Berlin müssten „jetzt wirklich aufhören“, sagte Ende Juni in einem „Welt-TV“-Interview. Seine Wahlkämpfer könnten kaum mit Landesthemen durchdringen.
„Wir wollen keine Experimente und kein Sachsen-Anhalt, das zu einer isolierten Insel wird“, warnte er vor einer Machtübernahme durch die AfD. Eine Regierungsbildung an der AfD vorbei dürfte aber schwierig werden.
Sachsen-Anhalt sei „kein Untergangsland“, sagte Schulze. Für ihn wäre eine AfD-Regierung auch eine „ökonomische Katastrophe“, weil internationale Investoren wegbleiben würden.

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, nimmt am 26. Juli 2026 in Weißenfels an einem von der AfD organisierten Treffen von Simson-Motorradfans im Vorfeld der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt teil.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Siegmund gehörte knapp sechs Jahre lang der CDU an

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kam am 25. Oktober 1990 in Havelberg zur Welt. Er wuchs in Tangermünde auf, ist verheiratet und Vater einer Tochter. Nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann studierte Siegmund ab 2013 Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaft in Hamburg. Er erwarb 2016 den Abschluss als Bachelor of Arts an der Europäischen Fernhochschule Hamburg mit einer Arbeit über professionelles Duftmarketing.
In diesem Bereich hatte er 2014 ein Unternehmen in Berlin gegründet, nachdem er zuvor in einer Augenklinik gearbeitet hatte.
Seit 2016 ist er Mitglied im Landtag von Sachsen-Anhalt. In die AfD war Siegmund 2014 eingetreten. Davor hatte er sich nach sechs Jahren von der CDU im Zuge der Eurokrise abgewandt.
Im August 2022 übernahm Siegmund gemeinsam mit Oliver Kirchner den Vorsitz in der AfD-Landtagsfraktion. Bis Februar 2024 leitete er den Landtagsausschuss für Arbeit, Soziales und Gleichstellung. Aus dieser Funktion wurde er jedoch aufgrund seiner Teilnahme am sogenannten Geheimplan-Treffen in Potsdam im November 2023 abgewählt. Siegmund bezeichnet heute das private Treffen als „Potsdamer Kaffeekränzchen“.

760.000 Follower auf TikTok

Im Mai des Vorjahres wählte die AfD Sachsen-Anhalt Siegmund mit mehr als 98 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Ein wesentlicher Faktor dabei dürfte der Bekanntheitsgrad des 35-Jährigen gespielt haben.
Nicht zuletzt aufgrund des TikTok-Kanals „Mutzurwahrheit90“ mit derzeit über 760.000 Followern ist Siegmund einer der bekanntesten AfD-Politiker überhaupt – und das vor allem bei der jüngeren Generation.
Siegmund gibt sich siegesgewiss. Er will die „historische Sensation“ schaffen. Um Wähler zu mobilisieren, überzieht der redegewandte 35-Jährige das Land mit seiner Präsenz. Ob auf einem AfD-„Bürgerdialog“ oder bei einer Simson-Ausfahrt – Siegmund schießt Selfies, schüttelt Hände und bringt Tassen und Shirts mit seinem Konterfei unters Volk.
Als Wahlziel rief Siegmund „45 Prozent plus X“ aus. Das Kalkül dahinter: Selbst wenn die AfD keine absolute Mehrheit der Stimmen erreicht, könnte es für die Mehrheit der Sitze langen, wenn genug andere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Andere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat als Wahlziel «45 Prozent plus X» ausgegeben, um eine absolute Mehrheit für eine Alleinregierung zu erreichen. (Archivbild)

Andere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgegeben, um eine absolute Mehrheit für eine Alleinregierung zu erreichen. (Archivbild)

Foto: Heiko Rebsch/dpa

„Keine faulen Kompromisse“

Gegenüber der „Volksstimme“ betonte er, keine Koalition anzustreben – auch nicht mit einer deutlich kleineren CDU. Er sehe im Moment dort keine Kräfte auf Landesebene, mit denen man „gemeinsam gute Politik“ machen könne.
Eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten will Siegmund nicht ausschließen; er hält sie jedoch derzeit für unrealistisch. Dies würde daran scheitern, dass „wir unsere Kernpunkte nicht für irgendwelche faulen Kompromisse aufweichen“.
Als zentrale Themen nennt Siegmund gegenüber der Zeitung „Migration, innere Sicherheit, Leistungsbereitschaft, Klima-Ideologie, Schule“. Darüber hinaus plant der AfD-Spitzenkandidat, den Medienstaatsvertrag zu kündigen, der die Rechtsgrundlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist.
Ihre Ziele für den Fall einer Regierungsmehrheit hat die AfD Sachsen-Anhalt in einem eigenen „Regierungsprogramm“ dargelegt, das mehr als 250 Seiten umfasst. Darin findet sich auch der umstrittene Begriff „Remigration“, welcher neben einer „Abschiebeoffensive“ auch ein „Rückkehrprogramm für ausgewanderte deutsche Fachkräfte“ einschließt.
Zudem plant die AfD, Regenbogenflaggen an öffentlichen Schulen zu verbieten, eine Bildung- statt Schulpflicht einzuführen und „linksextremen“ Vereinen die Fördergelder zu streichen. Siegmund nennt das „Vision 2026“.
Er will mit einem Wahlsieg der AfD „Geschichte schreiben“. Mit 35 Jahren bei Amtsantritt Anfang Oktober 2026 wäre Siegmund der jüngste Ministerpräsident der Geschichte Deutschlands
Mit Material der Nachrichtenagenturen