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Flüge immer teurer – Airlines dünnen Flugplan aus

Flugreisen sind für deutsche Verbraucher im laufenden Sommer erneut teurer geworden. Selbst bei sogenannten Billigfliegern wurden noch einmal deutlich höhere Preise aufgerufen, wie aus der regelmäßigen Marktstudie des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hervorgeht.
Gründe für die hohen Tarife sind ein weiterhin knappes Flugangebot sowie hohe Gebühren und Steuern bei Abflügen von deutschen Flughäfen. Von früheren Einstiegspreisen wie 9,90 Euro oder 19,90 Euro sind die vier größten Direktfluggesellschaften im täglichen Geschäft weit entfernt.
Für ein One-Way-Ticket ohne Gepäck nahmen sie im Schnitt zwischen 81 (Wizz Air) und 141 Euro (Eurowings). Die Anbieter Ryanair (89,73 Euro) und Easyjet (107,32 Euro) landeten im Mittelfeld. Vor einem Jahr reichte die Spanne in der Stichprobe von 67 bis 130 Euro.

Nur das nackte Ticket

Zu den genannten Preisen erhalten die Kunden nur das nackte Ticket und dürfen eine kleine Tasche mit an Bord nehmen, die den meisten Menschen bestenfalls für einen Tagestrip ausreichen dürfte.
Für jedes weitere Gepäckstück, selbst gewählte Sitzplätze oder einen kleinen Snack halten die Airlines zusätzlich die Hand auf und erzielen so beträchtliche Zusatzeinnahmen. Kürzlich war das EU-Parlament mit einem Vorstoß gescheitert, einen zusätzlichen Kabinenkoffer in den niedrigsten Ticketpreis aufzunehmen.
Für das erste Halbjahr hat das Statistische Bundesamt bereits am Montag vor durchschnittliche Preiserhöhung von 8,5 Prozent berichtet. Bei den besonders beliebten Europaflügen mussten die Kunden sogar 11,5 Prozent mehr zahlen als vor einem Jahr.

Airlines kappen Verbindungen

Mittelfristig sind keine Preisnachlässe zu erwarten. Neben dem Irankrieg ist auch das knappe Angebot von Direktflügen auf dem deutschen Markt dafür verantwortlich. Wegen der hohen Einstiegskosten setzen der Branchenprimus Ryanair wie auch seine Konkurrenten ihre Flugzeuge eher in Ländern mit niedrigeren Gebühren und Steuern ein.
Der Lufthansa-Konzern, zu dem auch Eurowings gehört, hat im Sommer mit dem Aus der Regionaltochter Cityline zehntausende Flüge gestrichen, weil diese unrentabel seien. Konzernchef Carsten Spohr hat intern für das kommende Jahr bereits weitere Streichungen angekündigt. Das Drehkreuz Frankfurt leidet bereits unter sinkenden Passagierzahlen.

Rumpfangebot für Deutschland

Nach Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben die Billigflieger 2025 am deutschen Markt nur noch ein Rumpfangebot von 82 Prozent des Vor-Corona-Aufkommens aufrechterhalten.
Im übrigen Europa gab es statt eines Rückgangs einen Zuwachs von mehr als 30 Prozent, denn vor allem der Branchenriese Ryanair nimmt laufend neue Boeing-Flugzeuge in seine Flotte auf.
An den Kostennachteilen für Starts von deutschen Flughäfen hat auch die jüngste Absenkung der nationalen Luftverkehrsteuer wenig geändert. Für die meisten Flüge fallen nun 2,50 Euro weniger an, doch auch die verbleibende Steuer und weitere Gebühren für Flugsicherung, Passagierkontrollen und weiteres halten die deutschen Kosten in der europäischen Spitzengruppe.

Ryanair streicht Basis in Berlin

Ryanair hat auch nach der Absenkung an dem Plan festgehalten, die noch verbliebenen sieben Flugzeuge aus Berlin an andere Standorte zu verlegen. Deutschlands Hauptstadt wird ab dem Herbst von den Iren deutlich seltener angeflogen.
Airline-Chef Eddie Wilson sagt: „Während andere europäische Länder die Luftverkehrsteuer abgeschafft und die Zugangskosten gesenkt haben, wird Deutschland zunehmend zu teuer für Wachstum. Die Entscheidung von Ryanair, ihre Berliner Basis ab dem Winterflugplan 2026 zu schließen, sowie die Streichung tausender Flüge durch Lufthansa sind klare Konsequenzen dieser verfehlten Politik.“

Bangen um Easyjet

Ein weiterer Einschnitt für Berlin und den gesamten deutschen Markt droht durch eine mögliche Zerschlagung der Easyjet, um die ein Bieterkrieg zwischen den US-Investmentgesellschaften Castlelake und Apollo ausgebrochen ist.
Noch ist unklar, wer die Airline übernimmt und was dann mit ihr passiert. Das Unternehmen mit 210 Flugzeugen verfügt über materielle und immaterielle Vermögensgegenstände, die den aktuellen Börsenwert deutlich übersteigen könnten. Die Folgen einer Zerschlagung wären möglicherweise weniger Flüge in Europa und höhere Preise im verbleibenden Angebot.

Vier verschiedene Buchungsfristen

Für die DLR-Studie wurden am Stichtag 14. April 2026 eine Vielzahl von europäischen Verbindungen mit vier unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen zwischen einem Tag und drei Monaten ausgewertet. Kurzfristig gebuchte Tickets sind in der Regel am teuersten.
Sie kosteten einen Tag vor dem Abflug durchschnittlich zwischen 118 (Wizz Air) und 201 Euro (Eurowings). Mit einer Buchungsfrist von drei Monaten betragen die durchschnittlichen Preise 71 Euro (Ryanair) bis 97 Euro (Wizz).
Den höchsten Ticket-Einzelpreis von 494,99 Euro entdeckten die DLR-Forscher bei Eurowings für einen Flug von Düsseldorf nach Bilbao am Folgetag der Buchung. Der gleiche Flug sollte sechs Tage später 154,99 Euro kosten.

Kurz vor dem Start kann es auch billiger werden

Hier zeigt sich das Prinzip, dass die letzten Plätze in einem nahezu ausgebuchten Flugzeug zu Höchstpreisen vermarktet werden. In der Regel sind daher frühzeitige Buchungen günstiger.
Der Preis kann auf einzelnen Verbindungen aber zwischenzeitlich auch wieder fallen, wenn aus Sicht der Airline zu wenige Tickets abgesetzt wurden. Das billigste Ticket im DLR-Vergleich wurde für einen Ryanair-Flug von Karlsruhe nach London am kommenden Tag für 15 Euro angeboten. (dpa/red)
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Senkung der Luftverkehrsteuer: Günstigere Preise für Flugtickets bleiben ungewiss

Vor der Entscheidung im Bundestag am Donnerstagabend über die Senkung der Luftverkehrsteuer ist zunächst unklar geblieben, ob dies zu günstigeren Ticketpreisen führen wird. Unions-Fraktionsvize Sepp Müller äußerte sich mit Blick auf steigende andere Kosten skeptisch zu einer möglichen Preissenkung. Der CDU-Wirtschaftsrat forderte die vollständige Abschaffung der Steuer.
Die Luftverkehrsteuer beträgt seit 2024 15,53 Euro für sogenannte Kurzstreckenflüge in europäische Länder (einschließlich Türkei, Russland und Grönland) sowie nach Marokko oder Algerien. 39,34 Euro werden für Flüge in Länder des Nahen Ostens, nach Zentralasien oder weitere nordafrikanische Länder fällig. Für Flüge in alle übrigen Länder wird eine Steuer von 70,83 Euro erhoben.
Durch die Neuregelung sollen die Steuersätze jeweils wieder auf den vorher geltenden Wert sinken. Dies sind für die drei Distanzklassen 13,03 Euro, 33,01 Euro oder 59,43 Euro. Die Bundesregierung rechnet durch die Neuregelung mit Mindereinnahmen für den Staatshaushalt von 330 Millionen Euro.

Müller dämpft Hoffnungen auf billigere Flugtickets

Müller sagte den Sendern RTL und ntv zu der Frage, ob wegen der von Union und SPD auf den Weg gebrachten Steuersenkung mit günstigeren Preisen für Flugtickets zu rechnen sei: „Das kommt darauf an, ob die Luftverkehrsunternehmen die Senkung der Luftverkehrsteuer weitergeben.“
Er verwies dabei auf den aktuellen Anstieg der Kerosinpreise, was eine Preissenkung unwahrscheinlicher macht.
Müller sieht in der Steuersenkung vorrangig ein Instrument, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Das Ziel sei, Deutschland „für den Luftverkehr wieder attraktiv zu machen“, betonte der CDU-Politiker.
Er wies darauf hin, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Abflüge und Landungen in mehreren deutschen Städten wie Berlin, Köln und Leipzig/Halle geringer geworden sei. Dies liege auch daran, dass der Luftverkehrsstandort „in den letzten Jahren sehr teuer geworden“ sei.
Zu Einwänden, die Steuersenkung schade dem Klimaschutz, sagte der CDU-Politiker, wenn Starts und Landungen in Deutschland weniger attraktiv seien, würden die Flugzeuge eben anderswo landen, zum Beispiel in Prag.

Hessens Ministerpräsident Rhein begrüßt Senkung

Positiv zu der Steuersenkung äußerte sich auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU). „Damit ist ein erster wichtiger Schritt zur Entlastung der deutschen Luftfahrt getan“, erklärte er in Wiesbaden.
„Die niedrigere Luftverkehrsteuer verbessert Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Luftverkehr und stärkt das Drehkreuz Frankfurt mit Deutschlands größtem Flughafen.“
Rhein forderte, jetzt müssten „möglichst schnell weitere Entlastungen für Airlines und Passagiere folgen“.
Der CDU-Wirtschaftsrat forderte eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer. Deren Absenkung „greift zu kurz, um die Wettbewerbsnachteile zu beseitigen“, sagte der Generalsekretär des parteinahen Wirtschaftsverbands, Wolfgang Steiger, der Funke-Mediengruppe.
„Vielmehr wäre eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer angezeigt, verbunden mit einer Senkung der Flughafenentgelte und Gebühren.“

Scharfe Kritik von Grünen und Linken

Gegen die Steuersenkung wenden sich Grüne und Linkspartei. Sie wiesen in den Ausschussberatungen darauf hin, dass der Flugverkehr in Deutschland ohnehin jährlich mit zwölf Milliarden Euro vom Staat subventioniert werde.
Die Steuersenkung sei auch deswegen unverständlich, weil zugleich der Preis für das Deutschlandticket für den öffentlichen Personennahverkehr teurer werde. Auch Umweltverbände haben die Absenkung kritisiert, weil diese das Erreichen der Klimaziele erschwere. (afp/red)