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Bund prüft Kürzungen beim Elterngeld trotz sinkender Geburtenrate


In Kürze:

  • Die Bundesregierung prüft mögliche Kürzungen beim Elterngeld.
  • Familienministerin Karin Prien muss laut Haushaltsentwurf 500 Millionen Euro einsparen.
  • Im Gespräch sind niedrigere Einkommensgrenzen oder eine kürzere Bezugsdauer.
  • Familienverbände warnen vor einem „fatalen Signal“ angesichts sinkender Geburtenzahlen.

 
Die Sparvorgaben für den Bundeshaushalt drohen, liebgewonnene Gewissheiten infrage zu stellen. Trotz der niedrigen Geburtenrate machen sie auch vor Familien nicht halt. Nach den geplanten Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung drohen nun auch Einschnitte beim Elterngeld. Zuerst berichtete das „Handelsblatt“ darüber.
Noch vor einem Jahr hatte Bundesfamilienministerin Karin Prien gegenüber dem Magazin „Eltern“ kritisiert, dass die Sätze seit Einführung dieser Leistung nicht erhöht worden seien. Mangels Inflationsanpassung habe das Elterngeld mittlerweile sogar an Wert verloren. Prien wollte allerdings schon damals keine verbindlichen Zusagen für eine Erhöhung machen. Sie sagte: „Das Schlimmste in der Politik ist, Dinge zu versprechen, die man am Ende nicht hält.“

Einkommensgrenzen beim Elterngeld verschärft

Nun stehen möglicherweise weitere Kürzungen ins Haus. Grund dafür ist, dass die Ministerin aufgrund des Haushaltsentwurfs von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in ihrem Haushalt 500 Millionen Euro einsparen soll. Dies könnte nicht nur durch Einsparungen und Umstrukturierungen bei Kinder- und Jugendhilfe oder im Bereich der zivilgesellschaftlichen Förderung geschehen. Auch das Elterngeld steht auf dem Prüfstand.
Bereits Amtsvorgängerin Lisa Paus hatte Kürzungen in diesem Bereich veranlasst. So besteht mittlerweile kein Anspruch mehr auf das Elterngeld, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen eines Paares die Summe von 175.000 Euro überschreitet. Der Ökonom Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) äußerte gegenüber dem „Handelsblatt“, er rechne mit einer weiteren Senkung der Einkommensgrenze.
Es wäre jedoch auch möglich, dass der Bund schrittweise die Bezugsdauer verringert. Vor allem diese Variante würde fast alle Eltern betreffen, weil in vielen Teilen des Landes die Dichte des Ausbaus an Kinderbetreuungseinrichtungen gering ist. Das Elterngeld stellt eine staatliche Einkommensersatzleistung dar. Es soll Eltern entlasten, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und deshalb berufliche Abstriche machen müssen.

Wer derzeit die Leistung beantragen kann

Der Bundestag beschloss das Elterngeld im September 2006 als Ersatz für das zuvor bestehende Erziehungsgeld. Am 1. Januar 2007 trat das dazugehörige Gesetz in Kraft. Seither gab es mehrere Modifikationen – wie das Elterngeld plus im Jahr 2015. Ab den Jahren 2024 und 2025 galten veränderte Einkommensgrenzen.
Derzeit beträgt das Basiselterngeld zwischen 300 und 1.800 Euro pro Monat. Es ersetzt in der Regel rund 65 Prozent des Nettoeinkommens des Elternteils, das dieser in den zwölf Monaten vor der Geburt erzielt hat. Das Elterngeld Plus richtet sich insbesondere an Eltern, die in Teilzeit arbeiten. Es beträgt zwischen 150 und 900 Euro monatlich, kann dafür aber über einen längeren Zeitraum bezogen werden.
Elterngeld erhalten Eltern, die ihr Kind in Deutschland selbst betreuen und erziehen und mit ihm in einem gemeinsamen Haushalt leben. Anspruchsberechtigt sind neben Erwerbstätigen auch Studenten, Arbeitslose sowie in bestimmten Fällen Verwandte oder andere Personen, die die Betreuung übernehmen, wenn die leiblichen Eltern dazu nicht in der Lage sind. Während des Bezugs dürfen Berechtigte jedoch nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten.

Kritik an möglichen Elterngeld-Kürzungen – auch aus der Koalition

Der Gedanke, am Elterngeld zu sparen, stößt auch in den Reihen der Koalition auf wenig Gegenliebe. Die familienpolitische Sprecherin der SPD, Jasmina Hostert, erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“, sie lehne Kürzungen bei Kindern und Familien ab. Gerade jetzt bräuchten diese „Stabilität und Verlässlichkeit“.
Anne König (CDU) schlägt ihrer Parteikollegin Karin Prien vor, an anderer Stelle zu sparen: „Statt beim Elterngeld zu kürzen, könnten auch die Projektförderungen des Familienministeriums in den Blick genommen werden.“
Der Deutscher Familienverband weist auf die niedrigste Geburtenrate seit 1946 hin und bezeichnet die vorgeschlagenen Einsparungen als „verheerendes Signal“ für junge Paare und Familien. In einer Erklärung heißt es: „Wer beim Elterngeld den Rotstift ansetzt, verschenkt die Zukunft unseres Landes. […] Paare, die heute über die Gründung einer Familie nachdenken, brauchen Verlässlichkeit und keine Hiobsbotschaften. Die Pläne, das Elterngeld zu kürzen, sind ein fatales Signal und konterkarieren jegliche Bemühungen, den demografischen Abwärtstrend zu stoppen.“
Die Zahl der Elterngeldbezieher ist aufgrund des Einbruchs der Geburtenrate bereits jetzt rückläufig. Zuletzt lag sie dem Statistischen Bundesamt zufolge bei etwa 1,61 Millionen – um 3,7 Prozent weniger als 2024. Seit 2021 ist die Zahl der Bezieher permanent rückläufig. Gemessen an der Zahl der Bezieher im Jahr 2021 ist sie sogar um 13,9 Prozent gesunken.
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Chinas Geburtenrate auf historischem Tiefstand: Mehrwertsteuer auf Kondome soll den Trend stoppen

China verzeichnete im Jahr 2025 die niedrigste Geburtenrate seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen. Dies ist ein weiterer Hinweis auf die selbst verschuldete demografische Krise, vor der die Führung in Peking steht.
Laut öffentlichen Angaben des Chinesischen Nationalen Statistikamts (NBS) am Montag kamen im vergangenen Jahr lediglich 7,92 Millionen Kinder zur Welt. Im Jahr 2024 waren es noch 9,54 Millionen Geburten.
Damit sank die Geburtenrate auf 5,63 Geburten pro 1.000 Einwohner und erreichte den niedrigsten Wert seit 1949. Damals übernahm die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Kontrolle über das Festland.
Angesichts dieser sich zuspitzenden demografischen Schieflage, die nach Einschätzung von Analysten langfristig auch Chinas geopolitische Ambitionen gefährden könnte, versucht die Regierung gegenzusteuern.
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Anreize eingeführt, um Paare zur Geburt von zwei oder drei Kindern zu bewegen. Dazu zählten direkte Geldzahlungen, Steuererleichterungen sowie lokale Förderprogramme.
Im vergangenen Herbst startete Peking zudem kostenlose Vorschulprogramme, nachdem zuvor landesweite Subventionen von umgerechnet rund 500 US-Dollar pro Jahr und Kind unter drei Jahren beschlossen worden waren.
Zu den jüngsten Maßnahmen gehört die Einführung einer Mehrwertsteuer auf Kondome und andere Verhütungsmittel, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. Flankiert werden diese finanziellen Eingriffe von einer breit angelegten Propagandakampagne: Staatliche Medien und Regierungsvertreter werben verstärkt für ein aus ihrer Sicht „positives“ und „gesundes“ Verständnis von Ehe und Familiengründung.
Das Ziel besteht darin, die mentalen und sozialen Folgen des fast fünf Jahrzehnte lang bestehenden Familienplanungssystems bei der jüngeren Generation zu überwinden.
Zwischen 1979 und 2015 unterlagen chinesische Familien der berüchtigten Ein-Kind-Politik. Paare mit mehr als einem Kind mussten häufig mit hohen Geldstrafen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder sogar Zwangsabtreibungen rechnen.
Die Politik wurde damit gerechtfertigt, dass sie rund 400 Millionen Geburten verhindert und somit Ressourcen und die Umwelt geschont habe. Vor zehn Jahren wurde die Regelung aufgehoben und zunächst durch eine Zwei-Kind-Politik ersetzt. Seit 2021 sind offiziell bis zu drei Kinder erlaubt.
Trotz dieser Kehrtwende bleibt die Resonanz gering. Viele junge Chinesen schrecken angesichts hoher Lebenshaltungskosten, unsicherer Arbeitsverhältnisse und eines anhaltenden wirtschaftlichen Abschwungs vor der Familiengründung zurück.
Daten des Ministeriums für zivile Angelegenheiten zeigen, dass die Zahl der Eheschließungen im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückging und ein Rekordtief erreichte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Scheidungen.
Parallel zur sinkenden Geburtenrate altert die chinesische Gesellschaft rapide. Aktuellen Angaben zufolge sind 323,4 Millionen Menschen 60 Jahre oder älter, was knapp 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.
Chinesische Regierungsprognosen gehen davon aus, dass diese Altersgruppe bis 2035 mindestens 30 Prozent der Bevölkerung ausmache und auf über 400 Millionen anwachsen werde – mehr als die heutige Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten.
Als Reaktion darauf beschloss die Regierung im vergangenen Jahr eine schrittweise Anhebung des Rentenalters über einen Zeitraum von 15 Jahren.
Dennoch verschärft sich der demografische Druck weiter: Die Anzahl der Todesfälle stieg im vergangenen Jahr auf 11,31 Millionen, nach 10,93 Millionen im Jahr zuvor.
Dadurch schrumpfte die Gesamtbevölkerung zum vierten Mal in Folge um 3,39 Millionen auf 1,405 Milliarden Menschen.
Die Verlässlichkeit der offiziellen chinesischen Statistiken wird jedoch seit Jahren angezweifelt. Kritiker werfen der KPCh vor, sensible Daten zurückzuhalten, insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
Wie viele Menschen während dieser Zeit tatsächlich starben und welche langfristigen Auswirkungen dies auf Chinas Demografie hat, bleibt bislang ungeklärt.
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „China’s Official Birth Rate Falls to Lowest in Decade“. (deutsche Bearbeitung vm)