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Chinas Geburtenrate auf historischem Tiefstand: Mehrwertsteuer auf Kondome soll den Trend stoppen

China verzeichnete im Jahr 2025 die niedrigste Geburtenrate seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen. Dies ist ein weiterer Hinweis auf die selbst verschuldete demografische Krise, vor der die Führung in Peking steht.
Laut öffentlichen Angaben des Chinesischen Nationalen Statistikamts (NBS) am Montag kamen im vergangenen Jahr lediglich 7,92 Millionen Kinder zur Welt. Im Jahr 2024 waren es noch 9,54 Millionen Geburten.
Damit sank die Geburtenrate auf 5,63 Geburten pro 1.000 Einwohner und erreichte den niedrigsten Wert seit 1949. Damals übernahm die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Kontrolle über das Festland.
Angesichts dieser sich zuspitzenden demografischen Schieflage, die nach Einschätzung von Analysten langfristig auch Chinas geopolitische Ambitionen gefährden könnte, versucht die Regierung gegenzusteuern.
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Anreize eingeführt, um Paare zur Geburt von zwei oder drei Kindern zu bewegen. Dazu zählten direkte Geldzahlungen, Steuererleichterungen sowie lokale Förderprogramme.
Im vergangenen Herbst startete Peking zudem kostenlose Vorschulprogramme, nachdem zuvor landesweite Subventionen von umgerechnet rund 500 US-Dollar pro Jahr und Kind unter drei Jahren beschlossen worden waren.
Zu den jüngsten Maßnahmen gehört die Einführung einer Mehrwertsteuer auf Kondome und andere Verhütungsmittel, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. Flankiert werden diese finanziellen Eingriffe von einer breit angelegten Propagandakampagne: Staatliche Medien und Regierungsvertreter werben verstärkt für ein aus ihrer Sicht „positives“ und „gesundes“ Verständnis von Ehe und Familiengründung.
Das Ziel besteht darin, die mentalen und sozialen Folgen des fast fünf Jahrzehnte lang bestehenden Familienplanungssystems bei der jüngeren Generation zu überwinden.
Zwischen 1979 und 2015 unterlagen chinesische Familien der berüchtigten Ein-Kind-Politik. Paare mit mehr als einem Kind mussten häufig mit hohen Geldstrafen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder sogar Zwangsabtreibungen rechnen.
Die Politik wurde damit gerechtfertigt, dass sie rund 400 Millionen Geburten verhindert und somit Ressourcen und die Umwelt geschont habe. Vor zehn Jahren wurde die Regelung aufgehoben und zunächst durch eine Zwei-Kind-Politik ersetzt. Seit 2021 sind offiziell bis zu drei Kinder erlaubt.
Trotz dieser Kehrtwende bleibt die Resonanz gering. Viele junge Chinesen schrecken angesichts hoher Lebenshaltungskosten, unsicherer Arbeitsverhältnisse und eines anhaltenden wirtschaftlichen Abschwungs vor der Familiengründung zurück.
Daten des Ministeriums für zivile Angelegenheiten zeigen, dass die Zahl der Eheschließungen im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückging und ein Rekordtief erreichte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Scheidungen.
Parallel zur sinkenden Geburtenrate altert die chinesische Gesellschaft rapide. Aktuellen Angaben zufolge sind 323,4 Millionen Menschen 60 Jahre oder älter, was knapp 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.
Chinesische Regierungsprognosen gehen davon aus, dass diese Altersgruppe bis 2035 mindestens 30 Prozent der Bevölkerung ausmache und auf über 400 Millionen anwachsen werde – mehr als die heutige Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten.
Als Reaktion darauf beschloss die Regierung im vergangenen Jahr eine schrittweise Anhebung des Rentenalters über einen Zeitraum von 15 Jahren.
Dennoch verschärft sich der demografische Druck weiter: Die Anzahl der Todesfälle stieg im vergangenen Jahr auf 11,31 Millionen, nach 10,93 Millionen im Jahr zuvor.
Dadurch schrumpfte die Gesamtbevölkerung zum vierten Mal in Folge um 3,39 Millionen auf 1,405 Milliarden Menschen.
Die Verlässlichkeit der offiziellen chinesischen Statistiken wird jedoch seit Jahren angezweifelt. Kritiker werfen der KPCh vor, sensible Daten zurückzuhalten, insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
Wie viele Menschen während dieser Zeit tatsächlich starben und welche langfristigen Auswirkungen dies auf Chinas Demografie hat, bleibt bislang ungeklärt.
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „China’s Official Birth Rate Falls to Lowest in Decade“. (deutsche Bearbeitung vm)