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Zeitplan für staatliches Altersvorsorgedepot wackelt

Der Zeitplan für den Start des staatlichen Vorsorgedepots wackelt. Das geplante staatliche Standarddepot wird wahrscheinlich nicht bereitstehen, wenn am 1. Januar 2027 zahlreiche private Anbieter ihre Versionen des Altersvorsorgedepots auf den Markt bringen, berichtet das „Handelsblatt“.
Offenbar sind viele Fragen offen – etwa, welche staatliche Stelle das eingezahlte Kapital anlegen soll und welche Behörde die Verträge verwalten soll. In Regierungskreisen rechnet man inzwischen damit, dass der Termin nicht zu halten ist.

Hunderttausende Kundenkontakte erwartet

Bundesbank und der Staatsfonds Kenfo können zwar Vermögen verwalten. Doch das Standarddepot verlangt eine andere Organisation. Jeder Kunde benötigt ein eigenes Depot und wünscht sich Informationen und Kontaktmöglichkeiten.
Der öffentliche Träger muss für Hunderttausende Kundenkontakte gewappnet sein. Das sind weder Bundesbank noch Kenfo.
Für einen solchen Auftrag wäre eine europarechtliche Ausschreibung notwendig, heißt es aus Kenfo-Kreisen. Schon allein diese Ausschreibung würde demnach Monate dauern.

Finanzministerium will Start am 1. Januar

Das Finanzministerium hält indes am Zeitplan fest. „Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot startet zum 1. Januar 2027“, erklärte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage.
„Ab diesem Zeitpunkt sind alle Anbieter verpflichtet, auch ein kostengünstiges Standarddepot mit einem Effektivkostendeckel von einem Prozent pro Jahr anzubieten.“ Diese Aussage lässt allerdings offen, ob auch das staatliche Standarddepot am 1. Januar startet.
Mit dem Altersvorsorgedepot will die Bundesregierung die private Altersvorsorge attraktiver machen. Die staatliche Förderung liegt bei maximal 540 Euro im Jahr, zudem gibt es eine Kinderzulage von maximal 300 Euro. (dts/red)
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Deko-Kette Depot stellt erneut Insolvenzantrag – Schließungen drohen

Die Deko-Kette Depot ist erneut in finanzielle Schieflage geraten. Die GDC Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.
Geschäftsführer Christian Gries will das Unternehmen sanieren. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Als Gründe für die Insolvenz nannte er neben Zöllen und der wachsenden Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu auch die Kaufzurückhaltung. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise.“ Preisreduzierungen seien jedoch auf Dauer kein Mittel, um ein rentables Geschäft zu führen.
Gries rechnet mit weiteren Filialschließungen. „Eine genaue Zahl können wir noch nicht sagen.“ Man werde „alles auf den Prüfstand stellen“ und Gespräche mit den Vermietern führen. Zudem soll das Konzept von Depot angepasst werden.

Probleme nach der Pandemie

Das Gericht hat die vorläufige Eigenverwaltung bereits angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Thomas Rittmeister aus Frankfurt bestellt. Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Die „Lebensmittelzeitung“ hatte zuvor berichtet.
Depot hat seinen Sitz im unterfränkischen Großostheim. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin wurden bundesweit zahlreiche Filialen geschlossen.
Aktuell betreibt Depot noch mehr als 150 Geschäfte, vor einigen Jahren waren es noch rund 400. Zur Zahl der Beschäftigten machte Gries auf Nachfrage keine Angaben.

Viele Insolvenzen – Mäc Geiz ebenfalls in dieser Woche

Die Branche steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, so viele wie nie zuvor.
In dieser Woche hatte auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz Insolvenz angemeldet. Die Zahl der Pleiten in der Branche befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2.571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.
In den vergangenen Jahren haben bereits Zehntausende Geschäfte in Deutschland geschlossen – nicht nur wegen Insolvenzen. Laut einer Schätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) dürfte die Zahl der Läden in diesem Jahr unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000. (dpa/red)