Categories
deutschland ticker

ARD veröffentlicht Intendantengehälter: Gniffke erhält mehr als 400.000 Euro


In Kürze:

  • SWR-Intendant Kai Gniffke erhielt 2025 eine Grundvergütung von 392.530 Euro. Einschließlich Sachbezügen kam er auf 400.589 Euro.
  • Die Grundvergütungen der ganzjährig amtierenden Intendanten lagen zwischen 220.000 Euro beim rbb und 392.530 Euro beim SWR.
  • Neben den Grundgehältern weist die ARD Aufwandsentschädigungen und geldwerte Sachleistungen aus.
  • Über die außertariflichen Vergütungen der Führungskräfte entscheiden die Aufsichtsgremien der Rundfunkanstalten.

 
Die ARD hat am Montag, 2. November, ihre jährliche Aufstellung zu den Bezügen ihrer Intendanten sowie von Programmdirektorin Christine Strobl und den Intendanten der „Deutschen Welle“ veröffentlicht. Das Bezugsjahr für alle Zahlen ist 2025. Dabei unterscheidet die Liste zwischen Grundvergütung und Gesamtbezügen. Letztgenannte umfassen zusätzlich noch Aufwandsentschädigungen und geldwerte Sachleistungen.

ARD-Intendantengehalt überschreitet für Gniffke die 400.000er-Marke

An der Spitze, was die Höhe der Grundvergütung anbelangt, steht SWR-Intendant Kai Gniffke. Im Vorjahr belief sich diese auf 392.530 Euro. Dazu kamen Sachbezüge in Höhe von 8.059 Euro, Aufwandsentschädigungen wurden keine bezahlt. Seine Gesamtbezüge summierten sich somit auf 400.589 Euro. Damit liegen diese erstmals bei einem ARD-Intendanten über der 400.000er-Marke.
An zweiter Stelle bei der Grundvergütung la Katrin Vernau. Die Intendantin der größten einzelnen Sendeanstalt im ARD-Verbund, des WDR, lag mit 348.000 Euro knapp vor Katja Wildermuth vom BR mit 340.267 Euro. Bei Vernau kamen Sachbezüge in Höhe von 11.500 Euro dazu, bei Wildermuth summierten sich diese auf 7.807 Euro. Aufwandsentschädigungen bezogen beide Intendantinnen keine.
Die Höhe der Intendantenvergütung hing nicht ausschließlich von der Größe der Sendeanstalt ab. An vierter Stelle bei der Grundvergütung lag mit Yvette Gerner die Chefin der kleinsten ARD-Sendeanstalt, Radio Bremen. Sie erhielt 289.000 Euro plus 5.001 Euro an Aufwandsentschädigungen. Allerdings fielen bei ihr keine zusätzlichen Sachbezüge an.

NDR und DW erlebten Führungswechsel

Bezüglich der Relation zwischen den Bezügen der RB-Intendantin und jenen im deutlich größeren NDR ist anzumerken, dass dieser 2025 einen Führungswechsel erlebt hat. Aus diesem Grund hat der am 31. August jenes Jahres aus dem Amt geschiedene Joachim Knuth nur noch 248.636 Euro an Grundvergütung bezogen. Dazu kamen 6.400 Euro an Aufwandsentschädigungen und 3.800 Euro an Sachbezügen.
Sein Nachfolger Hendrik Lünenborg erhielt für seine Dienstzeit im Vorjahr eine Grundvergütung von 102.000 Euro und Sachbezüge im Wert von 625 Euro. Vor Knuth lagen im Übrigen noch MDR-Intendant Ralf Ludwig mit 280.750 Euro plus 13.265 Euro an Sachbezügen sowie Florian Hager vom hr. Dieser kam auf 255.000 Euro an Grundvergütung, dazu 3.000 Euro an Aufwandsentschädigungen und Sachbezüge von 9.171 Euro.
Intendant Martin Grasmück vom SR kam 2025 auf eine Grundvergütung von 245.000 Euro plus 1.801 Euro an Sachbezügen. Am unteren Ende der Gehaltsrangliste steht Ulrike Demmer. Die Senderchefin des rbb, der vor vier Jahren von einem Spesenskandal heimgesucht wurde, erhielt eine Grundvergütung von 220.000 Euro. Dazu kamen 13.925 Euro an Sachbezügen.

Zusatzleistungen erhöhen die Gesamtbezüge

Die ARD führt darüber hinaus die Bezüge von Programmdirektorin Christine Strobl und der „Deutsche Welle“-Intendanten auf. Strobl erhielt eine Grundvergütung von 284.827 Euro zuzüglich 5.520 Euro an Aufwandsentschädigung und 14.183 Euro an Sachbezügen. Bei der DW erhielt Peter Limbourg bis zu seinem Ausscheiden Ende September 217.500 Euro plus Sachbezüge von 6.248 Euro. Seine Nachfolgerin Barbara Massing bekam für die letzten drei Monate des Jahres 63.750 Euro an Grundvergütung plus 1.061 Euro an Sachbezügen.
Die Grundvergütungen der regulär ganzjährig amtierenden Intendanten bewegten sich damit zwischen 220.000 und 392.530 Euro. Dies entspricht einer jährlichen Differenz von 172.530 Euro. Unter die Regelungen zu den Aufwandsentschädigungen fallen bestimmte dienstliche Aufwendungen, die im Detail in den geltenden Regelungen der einzelnen Rundfunkanstalten niedergelegt sind. Sie können beispielsweise dienstlich veranlasste Repräsentationsaufwendungen umfassen.
Greifbarer sind die Sachbezüge: Hierbei handelt es sich insbesondere um geldwerte Vorteile aus der privaten Nutzung eines Dienstwagens oder einer BahnCard. Dazu kommen weitere steuerlich relevante Leistungen, die für die einzelnen Intendanten vorgesehen sind. Vergütungen gibt es auch für Tätigkeiten bei Tochtergesellschaften der Sender oder innerhalb der ARD. Diese sind jedoch nicht zwangsläufig in den Summen abgebildet.

Führungskräfte der ARD handeln Bezüge mit Aufsichtsgremien aus

Die Gehälter der festangestellten Mitarbeiter der ARD werden durch Tarifverträge zwischen den Rundfunkanstalten und Gewerkschaften geregelt. Führungskräfte wie Intendanten, Direktoren oder die meisten Hauptabteilungsleiter werden außertariflich bezahlt. Über die Höhe ihrer Vergütungen entscheiden die Aufsichtsgremien der jeweiligen Rundfunkanstalten. Im Regelfall ist der Verwaltungsrat zuständig, der unter anderem auch die Finanzen der Sender kontrolliert.

Leave a Reply

Your email address will not be published.