Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat ihren für Februar angekündigten vorzeitigen Rücktritt von ihrem Amt damit begründet, dass sie sich künftig gerne offener zu anderen Themen äußeren würde.
Es gehe ihr um „die Freiheit, mich zu Themen zu äußern, die nicht in den Bereich der Geldpolitik fallen“, sagte die Französin am Donnerstag in Frankfurt.
„Ich glaube, dass meine Stimme und mein Handeln für Prinzipien, die mir am Herzen liegen, von Nutzen sein können“, führte sie aus. „Ich habe das Gefühl, dass ich diese Dinge sagen muss, und in meiner derzeitigen Position kann ich das nicht tun.“
Als EZB-Chefin ist Lagarde insbesondere in politischen Fragen in den EU-Mitgliedstaaten zur Neutralität verpflichtet.
Spekulationen über Frankreichs Wahlkampf
Ihre Äußerungen befeuerten nun Spekulationen, wonach Lagarde sich im kommenden Jahr in den Wahlkampf in ihrem Heimatland Frankreich einschalten könnte.
Eine eigene Kandidatur hat die 70-Jährige allerdings ausgeschlossen. Der Zeitung „La Croix“ sagte sie im vergangenen Monat, dies wäre „keine gute Idee“.
Die EZB hatte am Donnerstagvormittag mitgeteilt, dass Lagarde zum 7. Februar von ihrem Amt zurücktreten werde. Ihr Mandat läuft regulär bis Oktober 2027.
Über ihren Rücktritt von der EZB-Spitze war seit Monaten spekuliert worden, ebenfalls im Kontext der im April und Mai anstehenden französischen Präsidentschaftswahl.
Denn Frankreich hat als zweitgrößte Volkswirtschaft der EU und der Eurozone erhebliches Gewicht beim Nominierungsverfahren für die EZB-Präsidentschaft – und der Wahlkampf in dem Land wird bislang von euroskeptischen Kandidaten der Rechts- und der Linkspopulisten dominiert. (afp/red)