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Für künftige Dunkelflauten: Zuschläge für elf Gaskraftwerke erteilt

Kaum Wind, kaum Sonne: Am Dienstag, 3. November, tritt Deutschland allmählich aus einer rund fünf Tage andauernden Dunkelflaute heraus. Um die Stromversorgung des Landes zu sichern, mussten die deutschen Netzbetreiber viel Strom aus dem Ausland importieren.
Damit Deutschland in Zukunft eine stabilere, eigene Stromversorgung bei solchen Wetterphasen hat, sollen in den kommenden Jahren neue Gaskraftwerke entstehen und Braunkohlekraftwerke umgerüstet werden. Insgesamt elf Gebote erhielten einen Zuschlag. Das ist das Ergebnis einer ersten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur, wie diese am Dienstag mitteilte.

Teils Umbau von Kohlekraftwerken

Vier Kraftwerke sollen demnach in Brandenburg, drei in Nordrhein-Westfalen, zwei in Sachsen und jeweils eines in Bayern und in Baden-Württemberg entstehen.
Die Umweltorganisation BUND kritisierte, dass mehrere Zuschläge an alte Braunkohlekraftwerke gegangen seien, die zu Gaskraftwerken umgebaut werden sollen. Sie seien „ineffizienter als neue Kraftwerke und damit noch klimaschädlicher“.
Auch die Deutsche Umwelthilfe monierte, der Energiekonzern LEAG, der Zuschläge für sieben Kraftwerksprojekte erhielt, lasse sich die Umrüstung alter Braunkohlekraftwerke auf Gas durch staatliche Zuschläge finanzieren.

Ergebnis der ersten Ausschreibung

Das Ausschreibungsvolumen habe laut der Bundesnetzagentur in der ersten Runde 4,5 Gigawatt (GW) betragen. Es seien demnach bis zum Gebotstermin 41 Gebote abgegeben worden. Diese hätten ein Gesamtgebotsvolumen von knapp 12 GW umfasst. Davon seien sieben Gebote ausgeschlossen worden.
Letztlich habe die Bundesnetzagentur elf Geboten Zuschläge mit einem Zuschlagsvolumen von insgesamt knapp 5,2 GW erteilt. Die neuen Gaskraftwerke sollen spätestens 2031 in Betrieb gehen. Die Bauzeit für eine Anlage liegt meist bei zwei bis drei Jahren. Schneller ging es beispielsweise beim Gaskraftwerk Hamm. Nach nur 21 Monaten Bauzeit ging es ans Netz.
Die Abweichung vom Ausschreibungsvolumen von 4,5 GW ergebe sich laut der Behörde daraus, dass das Gebot, welches das Ausschreibungsvolumen erstmals überschritten habe, noch bezuschlagt worden sei.
„In der Ausschreibung gab es einen intensiven Wettbewerb der unterschiedlichen Technologien – also Kraftwerken und Stromspeichern“, sagte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller.
Dieser Wettbewerb habe zu vergleichsweise niedrigen Zuschlagswerten geführt. Die Ergebnisse der Ausschreibung seien ein „wichtiger erster Schritt für die langfristige, kosteneffiziente Absicherung der Stromversorgung“.
Die regionale Verteilung der Zuschläge trage zudem zu einem „sicheren Netzbetrieb“ bei, so Müller.

Staatliche Förderung

Weil die Anlagen als Back-up vorgesehen sind und weil sie mit begrenzten Betriebszeiten nicht wirtschaftlich zu betreiben wären, benötigen sie staatliche Förderung. Diese soll ab Inbetriebnahme 15 Jahre lang gezahlt werden.
Diese Förderung war für die erste Ausschreibung auf höchstens 244.000 Euro je Megawatt und Jahr festgelegt worden. Im Wettbewerb um einen Zuschlag ergab sich laut Bundeswirtschaftsministerium nun ein Preis von durchschnittlich rund 155.300 Euro je Megawatt und Jahr.
„Das ist auch für die Stromkunden wichtig, denn es senkt die Kosten für die Absicherung unserer Stromversorgung“, so Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
Die Deutsche Umwelthilfe mutmaßte, die Umrüstung von Braunkohlekraftwerken auf Gas könnte erklären, warum die Gebote niedriger gewesen seien als erwartet.
Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, die Bundesregierung „kettet unser Land weiter an fossiles Gas“. Moderne, saubere und immer günstigere Alternativen wie Batteriespeicher seien in der ersten Ausschreibung faktisch ausgeschlossen gewesen. Die Förderung der Kraftwerke koste über 15 Jahre 800 Millionen Euro jährlich. Greenpeace monierte, dass dies die Stromkunden ab 2031 „über eine neue Umlage“ bezahlen müssten.
Grundlage für die neuen Gaskraftwerke ist das Gesetz zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten.
Die EU-Kommission hatte Anfang September ihre beihilferechtliche Genehmigung erteilt. Ab 2045 sollen die neuen Kraftwerke mit Wasserstoff laufen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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