Gut zwei Wochen vor einem europäisch-britischen Gipfel haben deutsche Autobauer einen Aufschub verschärfter Regeln für Autobatterien im Handel zwischen der EU und Großbritannien gefordert. Wegen einer geplanten Verschärfung zum 1. Januar drohe „ein schweres Handelshemmnis“, klagte die Präsidentin des Herstellerverbands VDA, Hildegard Müller, am Dienstag. Erfüllt ein Auto die Batterieauflagen nicht, wird beim Verkauf nach Großbritannien ein zehnprozentiger Zoll fällig.
Die Regeln gehen auf das Handelsabkommen zurück, das die EU und Großbritannien nach dem Brexit geschlossen hatten. Elektroautos und Plugin-Hybride sind demnach auf beiden Seiten zollfrei, solange sie bestimmte Auflagen erfüllen: Ein Teil des Fahrzeugs und insbesondere der Batterie müssen entweder aus der EU oder aus Großbritannien stammen.
Dieser Pflichtanteil ist seitdem schrittweise angehoben worden. Aktuell müssen 45 Prozent des Fahrzeugs und 60 Prozent der Autobatterie aus der EU oder aus Großbritannien stammen, gemessen wird am Geldwert der Bauteile. Zum 1. Januar steigen die Anteile auf 55 Prozent des Fahrzeugs und 70 Prozent der Batterie.
Energiepreise verhindern Erfüllung der Auflagen
Mit den Auflagen wollen die EU und Großbritannien den Aufbau einer Batterieproduktion in Europa ankurbeln. Nach Ansicht des VDA ist die europäische Industrie aber noch nicht weit genug, insbesondere wegen der hohen Energiepreise. „Die europäische Wertschöpfungskette verfügt bislang nicht über die erforderlichen Kapazitäten, um diese Vorgaben flächendeckend zu erfüllen“, warnte Müller.
Großbritannien sei der wichtigste Exportmarkt für Elektroautos europäischer Hersteller. Deutsche Autobauer produzieren nach VDA-Angaben mehr als die Hälfte aller Elektroautos und Plugin-Hybride, die aus der EU über den Ärmelkanal geliefert werden.
Der britische Premier Andy Burnham trifft am 20. November die EU-Spitzen bei einem Gipfel in Brüssel. Dabei geht es nach offiziellen Angaben um die Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, außerdem geht es um die Bedingungen für Studierende auf beiden Seiten, dem Emissionshandel und Regeln für Lebensmittelimporte. (afp/red)