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Stromsteuer soll sinken – so viel können Haushalte sparen


In Kürze:

  • Bundeskanzler Friedrich Merz hat erneut die geplante Senkung der Stromsteuer erwähnt.
  • Bei einer Senkung auf das europäische Mindestmaß würde sich die Stromrechnung privater Haushalte laut Verivox um rund 7 Prozent reduzieren – insgesamt um rund 3 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Knackpunkt ist, ob im Bundeshaushalt ausreichend Spielraum vorhanden ist.

 
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in den vergangenen Tagen erneut eine Senkung der Stromsteuer angesprochen. Diese Maßnahme ist auch im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD niedergeschrieben.
Der Kanzler teilte mit, die Stromsteuer auf das europäische Minimum senken zu wollen. Aktuell liegt sie für private Verbraucher seit 2003 unverändert bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der Gesetzentwurf, den der Bundestag am 9. Oktober 2025 erstmals beraten hat, betraf jedoch nur das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft – private Haushalte waren darin nicht vorgesehen.
Das europäische Mindestmaß der Stromsteuer für private Stromkunden beträgt 0,1 Cent pro kWh. Für gewerbliche Kunden ist es mit 0,05 Cent pro kWh nur halb so hoch. Das Einsparpotenzial bei der Stromsteuer liegt für Privatkunden somit bei 95,1 Prozent, bei übrigen Gewerbekunden wie Handel und Dienstleistern bei 97,6 Prozent.
Eine solche Senkung führt zu Mindereinnahmen für den Staat. Laut Merz könne die Regierung dafür „finanzielle Spielräume im Haushalt“ nutzen, die sich durch das erwartete Wirtschaftswachstum ergeben sollen.

So ist der Strompreis zusammengesetzt

Unabhängig davon, ob Stromkunden einen günstigen Stromtarif mit 25 Cent pro kWh oder einen teureren mit mehr als 40 Cent haben: Die Stromsteuer ist ein fester Betrag von 2,05 Cent pro kWh. Sie zählt zu den sonstigen Abgaben.
Laut dem Portal Strom-Report fließt – Stand: Januar 2026 – der größte Anteil bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh für Privatkunden mit gut 41 Prozent in die Stromerzeugung. Die Netzentgelte beanspruchen knapp 25 Prozent. Auf alle Preisbestandteile fällt letztlich die Mehrwertsteuer an, die 16 Prozent des gesamten Strompreises ausmacht.

Die Zusammensetzung des Strompreises in Deutschland 2026.

Was Verbraucher mit der Steuersenkung sparen könnten

Eine neue Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt: Wenn die Stromsteuer hierzulande nun, wie von Merz gefordert, auf das europäische Mindestmaß sinkt, reduziert sich die gesamte Stromrechnung privater Haushalte um rund 7 Prozent.
Verivox legte für die Berechnung den durchschnittlichen Strompreis für Privathaushalte im Oktober zugrunde, der laut dem Vergleichsportal bei rund 34,36 Cent pro kWh lag. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bezahlt damit rund 1.375 Euro pro Jahr.
Die Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß würde den Strompreis für private Haushalte um rund 2,3 Cent auf 32,04 Cent pro kWh reduzieren. Sinkt die Stromsteuer, sinkt gleichzeitig der darauf entfallende Mehrwertsteuerbetrag. Die jährlichen Stromkosten würden dann um rund 7 Prozent auf rund 1.282 Euro sinken. Das entspräche einer Entlastung von 93 Euro pro Jahr.

3 Milliarden Euro Entlastung möglich

Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 kWh könnte mit einer Entlastung von 65 Euro rechnen. Bei einem Singlehaushalt mit 1.500 kWh wären es 35 Euro. Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte würde ebenfalls um rund 7 Prozent sinken.
Insgesamt verbrauchen die Privathaushalte in Deutschland laut Verivox jährlich etwas mehr als 130 Milliarden kWh Strom. Die Gesamtentlastung für private Stromkunden beliefe sich demnach auf rund 3 Milliarden Euro pro Jahr.
„Die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß […] wäre ein konkreter Schritt, um private Haushalte bei den Stromkosten zu entlasten“, sagte Thorsten Storck, Energie-Experte bei Verivox. „Entscheidend ist jetzt, dass aus der politischen Forderung auch eine konkrete Umsetzung wird. Für Verbraucher zählt am Ende, ob die Entlastung tatsächlich auf ihrer Stromrechnung ankommt.“

Finanzierung bleibt der Knackpunkt

Ob es letztlich wirklich zu dieser Steuerentlastung kommt, bleibt jedoch abzuwarten. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, dämpfte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) die Hoffnung auf eine baldige Änderung der Stromsteuer. Demnach teilte er mit, dass er keinen Einwand gegen diese Forderung habe, jedoch müsse sie finanzierbar sein.
Der Vizekanzler erklärte: „Wir freuen uns, dass das Wachstum zurück ist. Aber die Annahme, dass sich daraus dauerhaft eine Stromsteuersenkung finanzieren ließe, die kann ich heute nicht bestätigen.“

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