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Italien: Lkw-Proteste gegen Dieselpreise – Supermärkten gehen Waren aus


In Kürze:

  • Lkw-Fahrer und Landwirte protestieren in Italien gegen hohe Dieselpreise und gestiegene Betriebskosten, vor allem im Süden des Landes.
  • Blockaden beeinträchtigen Lieferketten, Supermärkte, Tankstellen und Baustellen. Confcommercio Sicilia schätzt die Schäden nach fünf Protesttagen auf 40 bis 50 Millionen Euro.
  • Verkehrsminister Matteo Salvini trifft sich am 20. Oktober mit Vertretern der Transportbranche. Eine Einigung wird durch interne Konflikte zwischen den Protestverbänden erschwert.

 
In Italien trifft sich Verkehrsminister Matteo Salvini am Dienstag, 20. Oktober, in der Präfektur Mailand mit Vertretern der Transportbranche. Die Regierung hofft auf eine Lösung, um die seit Mitte Oktober laufenden Protestaktionen von Lkw-Fahrern und Landwirten zu beenden.
Diese finden vor allem im Süden des Landes statt und richten sich gegen die hohen Dieselpreise. Für die nationalen Transportverbände war das Treffen für 10 Uhr angesetzt; Gespräche mit Vertretern regionaler Protestgruppen sollen am Nachmittag folgen.
Durch die Preisexplosion decken bei vielen Speditionen die Einnahmen die gestiegenen Betriebskosten nicht mehr. Vor allem die Regionen Apulien, Kalabrien, Kampanien, Sizilien, Basilikata und Molise sind von der Mobilisierung betroffen.

Leere Regale in Italiens Süden – Schäden von bis zu 50 Millionen Euro

Lkw-Fahrer und Landwirte bremsen oder stoppen seit Tagen den Verkehr auf mehreren Hauptverkehrsstraßen. Am Montag kam es zu erheblichen Blockaden auf der A1 zwischen Neapel und Caserta und auf der A30 zwischen Caserta und Salerno. Auch an Verkehrsknotenpunkten und Häfen wurde blockiert. Zudem war das Be- und Entladen von Lebensmitteln in Lagern großer Supermarktketten betroffen.
Die Folgen der Protestaktionen erreichen zunehmend auch den Alltag der breiten Bevölkerung. In Supermärkten der betroffenen Regionen werden die Bestände knapp, vor allem Obst, Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Tiefkühlwaren. Aber auch Tankstellen, Baustellen und die Müllentsorgung sind betroffen.
Der Handelsverband Confcommercio Sicilia spricht von immensen Schäden, die sich in den Lieferketten bemerkbar machen und den Handel treffen. Nach fünf Protesttagen schätzt der Verband die Einbußen auf 40 bis 50 Millionen Euro. In Molise warnt die Bauwirtschaft vor einem möglichen kompletten Stillstand von Baustellen.

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Verbände fordern Hilfen angesichts hoher Treibstoffpreise

Viele Geschäfte bleiben mittlerweile geschlossen. Einige Betreiber bringen damit ihre Solidarität mit der Protestbewegung zum Ausdruck. Andere können aufgrund ausbleibender Lieferungen kein hinreichendes Angebot bereithalten. Der Präsident des Transportverbands Conftrasporto, Pasquale Russo, mahnt zu einer zeitnahen Lösung. Zur derzeitigen Lage sagte er:
„Es ist eine Lage, die bei längerer Dauer die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs gefährden könnte. Die Unternehmen erleiden wirtschaftliche Schäden, für die Kundschaft bedeutet das immer weitere Unannehmlichkeiten.“
Minister Salvini hofft, im Gespräch mit den Vertretern der Transportbranche einen Durchbruch zu erzielen, der zumindest die Versorgung mit grundlegenden Bedarfsgütern sicherstellt.
Die Transportbranche hat mehrere konkrete Forderungen auf den Tisch gelegt. Dazu gehört unter anderem die Freigabe noch ausstehender Steuergutschriften, die sie auf insgesamt 430 Millionen Euro beziffert. Zudem verlangt sie höhere Fördermittel für den kombinierten Transport per Lkw und Schiff sowie niedrigere Gebühren für die Überfahrt über die Straße von Messina.

Transportverbände uneinig – Proteste sollen bis zu einer Einigung andauern

Eine Lösung wird unter anderem dadurch erschwert, dass die Protestbewegung in sich nicht geschlossen ist. Der Koordinator des Comitato Trasportatori Siciliani (CTS), Salvatore Bella, zeigte sich zuversichtlich, dass die Gespräche mit Salvini eine Einigung bringen könnten.
Allerdings hat der Transportverband Aias unter Giuseppe Richichi parallel zum CTS eigene Aktionen organisiert.
Am Montag erklärte Richichi, dessen Verband in Catania ansässig ist, gegenüber italienischen Medien: „Ab heute werden wir Protestaktionen unter unserem Kürzel Aias beginnen und uns vom CTS distanzieren, dem wir nicht mehr angehören.“
Sein Verband organisiert die Aktionen unter anderem in der Provinz Catania sowie an der Autobahnzufahrt Tremestieri bei Messina und an der Ausfahrt San Gregorio der Autobahn Catania–Messina. Richichi setzt auf Gespräche mit dem Präfekten von Catania.
Über das weitere Vorgehen will er nach den Gesprächen der Transportbranche mit Salvini entscheiden: „Basierend auf dem, was aus dem Runden Tisch in Mailand hervorgeht, werden wir entscheiden, was zu tun ist.“
Eine Entwarnung ist noch nicht in Sicht. Die Protestierenden wollen ihre Aktionen erst beenden, wenn es zu einer Einigung gekommen ist. Bis dahin ist mit weiteren regionalen Versorgungsengpässen und wirtschaftlichen Schäden zu rechnen.

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Rechtsaußen-Demos und Parteigründung in Rom sorgen für Massenproteste


In Kürze:

  • 4.000 Teilnehmer bei rechter Demonstration in Rom
  • 20.000 Menschen protestieren dagegen
  • Neue Rechtspartei von Vannacci gegründet

 
Eine Demonstration der Initiative „Remigration und Rückeroberung“ sowie der Gründungsparteitag einer neuen Rechtspartei haben am Wochenende in Rom tausende Menschen mobilisiert. Die Initiative, ein Zusammenschluss mehrerer rechtsgerichteter Gruppen, forderte bei einem Zug durch die italienische Hauptstadt eine deutlich verschärfte Migrationspolitik.
Am selben Tag kamen zudem rund 1.500 Delegierte der im Januar 2026 gegründeten Partei „Futuro Nazionale“ (Nationale Zukunft) des Ex-Armeegenerals und Europaabgeordneten Roberto Vannacci zu ihrem ersten Parteitag zusammen.

Tausende ziehen durch Rom

Nach Angaben der Behörden zogen etwa 4.000 Menschen am Samstag mit einem Banner mit der Aufschrift „Remigration und Rückeroberung“ durch die römische Innenstadt.
Einige Teilnehmer streckten die Arme zum faschistischen Gruß in die Höhe und riefen „Duce! Duce!“ (zu Deutsch: „Führer“), eine Anspielung auf den faschistischen Diktator Benito Mussolini (1883–1945).
An der Demonstration nahmen auch Vertreter der neofaschistischen Bewegung CasaPound teil. Deren Sprecher Luca Marsella sagte nach Angaben italienischer Medien, man wolle „irreguläre Migranten und auch reguläre loswerden, weil wir politisch nicht korrekt sind“.
Gegen die Demonstration formierte sich auch Protest. Vor dem Kolosseum versammelten sich nach Angaben der Tageszeitung „La Republicca“ 20.000 Teilnehmer zu einer Gegendemo und zeigten ein Banner mit der Aufschrift „Fuck Remigration“. Von der linken Opposition gab es starke Kritik an der rechten Kundgebung und den dort gerufenen Parolen. Der Abgeordnete Angelo Bonelli sprach von „abscheulichen Parolen“ und warf Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Schweigen vor.

Fast 100.000 Mitglieder

Zeitgleich fand in Rom der Gründungsparteitag der neuen rechten Partei „Futuro Nazionale“ (Nationale Zukunft) des ehemaligen Generals Vannacci statt. Er sagte: „Früher durfte man das Wort Remigration nicht sagen, jetzt sagen sie uns, man könne es nicht machen, weil man keine Staatsbürgerschaft entziehen könne.“
In Umfragen liegt die Bewegung derzeit bei rund vier Prozent. Vannacci kündigte an, seine politischen Positionen und die der Partei nicht abschwächen zu wollen. Gerade wegen dieser Haltung erfahre die Bewegung Zuspruch, sagte er. „Wir schämen uns nicht, es zu sagen, und ich bitte euch sogar, es auch zu sagen: Italien den Italienern!“
Im Februar trat der 57-Jährige nach Differenzen aus der Lega-Partei von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini aus. Seitdem habe seine Bewegung fast 100.000 zahlende Mitglieder gewonnen, sagte Vannacci.
Zuletzt machte er Stimmung gegen die Meloni-Koalition. Vannacci bezeichnete seine Bewegung als die „wahre Rechte“. Der Regierung von Giorgia Meloni warf er vor, eine zu weiche Politik zu machen. Die Ministerpräsidentin wies die Vorwürfe scharf zurück.
Unterstützung bekam sie dabei von ihrem Parteifreund Francesco Lollobrigida. Gegenüber der Tageszeit „Il Giornale“ sagte er: „Wenn er die Regierung stürzen will, ist er ein Verbündeter der Linken.“ Dies sei eine „statistische“ Tatsache. Schließlich sei die Regierung von Meloni „die erste rechtsgerichtete Regierung in der Geschichte Italiens“. Die Zugehörigkeit zu dieser politischen Gruppierung sollte daher ein gewisses Maß an Konsequenz erfordern.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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4.000 demonstrieren in Rom für „Remigration“ – 20.000 stellen sich entgegen


In Kürze:

  • 4.000 Teilnehmer bei rechter Demonstration in Rom
  • 20.000 Menschen protestieren dagegen
  • Neue Rechtspartei von Vannacci gegründet

 
Eine Demonstration der Initiative „Remigration und Rückeroberung“ sowie der Gründungsparteitag einer neuen Rechtspartei haben am Wochenende in Rom tausende Menschen mobilisiert. Die Initiative, ein Zusammenschluss mehrerer rechtsgerichteter Gruppen, forderte bei einem Zug durch die italienische Hauptstadt eine deutlich verschärfte Migrationspolitik.
Am selben Tag kamen zudem rund 1.500 Delegierte der im Januar 2026 gegründeten Partei „Futuro Nazionale“ (Nationale Zukunft) des Ex-Armeegenerals und Europaabgeordneten Roberto Vannacci zu ihrem ersten Parteitag zusammen.

Tausende ziehen durch Rom

Nach Angaben der Behörden zogen etwa 4.000 Menschen am Samstag mit einem Banner mit der Aufschrift „Remigration und Rückeroberung“ durch die römische Innenstadt.
Einige Teilnehmer streckten die Arme zum faschistischen Gruß in die Höhe und riefen „Duce! Duce!“ (zu Deutsch: „Führer“), eine Anspielung auf den faschistischen Diktator Benito Mussolini (1883–1945).
An der Demonstration nahmen auch Vertreter der neofaschistischen Bewegung CasaPound teil. Deren Sprecher Luca Marsella sagte nach Angaben italienischer Medien, man wolle „irreguläre Migranten und auch reguläre loswerden, weil wir politisch nicht korrekt sind“.
Gegen die Demonstration formierte sich auch Protest. Vor dem Kolosseum versammelten sich nach Angaben der Tageszeitung „La Republicca“ 20.000 Teilnehmer zu einer Gegendemo und zeigten ein Banner mit der Aufschrift „Fuck Remigration“. Von der linken Opposition gab es starke Kritik an der rechten Kundgebung und den dort gerufenen Parolen. Der Abgeordnete Angelo Bonelli sprach von „abscheulichen Parolen“ und warf Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Schweigen vor.

Fast 100.000 Mitglieder

Zeitgleich fand in Rom der Gründungsparteitag der neuen rechten Partei „Futuro Nazionale“ (Nationale Zukunft) des ehemaligen Generals Vannacci statt. Er sagte: „Früher durfte man das Wort Remigration nicht sagen, jetzt sagen sie uns, man könne es nicht machen, weil man keine Staatsbürgerschaft entziehen könne.“
In Umfragen liegt die Bewegung derzeit bei rund vier Prozent. Vannacci kündigte an, seine politischen Positionen und die der Partei nicht abschwächen zu wollen. Gerade wegen dieser Haltung erfahre die Bewegung Zuspruch, sagte er. „Wir schämen uns nicht, es zu sagen, und ich bitte euch sogar, es auch zu sagen: Italien den Italienern!“
Im Februar trat der 57-Jährige nach Differenzen aus der Lega-Partei von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini aus. Seitdem habe seine Bewegung fast 100.000 zahlende Mitglieder gewonnen, sagte Vannacci.
Zuletzt machte er Stimmung gegen die Meloni-Koalition. Vannacci bezeichnete seine Bewegung als die „wahre Rechte“. Der Regierung von Giorgia Meloni warf er vor, eine zu weiche Politik zu machen. Die Ministerpräsidentin wies die Vorwürfe scharf zurück.
Unterstützung bekam sie dabei von ihrem Parteifreund Francesco Lollobrigida. Gegenüber der Tageszeit „Il Giornale“ sagte er: „Wenn er die Regierung stürzen will, ist er ein Verbündeter der Linken.“ Dies sei eine „statistische“ Tatsache. Schließlich sei die Regierung von Meloni „die erste rechtsgerichtete Regierung in der Geschichte Italiens“. Die Zugehörigkeit zu dieser politischen Gruppierung sollte daher ein gewisses Maß an Konsequenz erfordern.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)