In Kürze:
- Bei der LÜKEX 26 üben Bund, Länder und weitere Organisationen das Krisenmanagement bei extremer Hitze und lang anhaltender Dürre.
- Fast 180 Einrichtungen sind beteiligt, fast 100 davon aktiv. Im Mittelpunkt stehen Entscheidungswege, Informationsaustausch und Krisenkommunikation.
- Das Szenario geht von Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius nach fünf Dürrejahren aus. Die Übung soll Schwachstellen aufdecken und die staatliche Krisenvorsorge verbessern.
Vom 4. bis 6. November wird deutschlandweit die sogenannte LÜKEX 26 abgehalten. Es handelt sich dabei um eine Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung/Exercise (LÜKEX). Die Organisation und Koordination der Übung übernimmt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Vorbereitungen laufen seit 2024.
Die Übungen behandeln wechselnde Krisenszenarien und dienen dazu, das Krisenmanagement zu verbessern. Sie sollen austesten, ob Bund, Länder, Behörden, Hilfsorganisationen und Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) auch im Fall einer komplexen Krise koordiniert handlungsfähig sind.
LÜKEX 26: Fast 180 Institutionen üben den Krisenfall
In diesem Jahr werden Hitze und Dürre die Themen der LÜKEX-Übung sein. Das Szenario, das dieser zugrunde liegt, soll eine fiktive nationale Notlage infolge einer extremen Hitzewelle sein. Als relevanter Zusatzfaktor kommt zum Tragen, dass es bereits zuvor fünf Dürrejahre gegeben habe.
Fast 180 Einrichtungen und Organisationen werden in die Übung eingebunden sein, fast 100 davon aktiv. Neben KRITIS-Betreibern werden dies unter anderem Bundesbehörden, Behörden aus zehn Bundesländern, Ministerien und Hilfsorganisationen sein.
Eine Feldübung auf operativer Ebene „in echt“ wird es dabei nicht geben, sondern nur auf strategischer Ebene am Bildschirm. Trainieren werden die Teilnehmer die Funktionsfähigkeit von Entscheidungswegen und Informationsaustausch sowie von Zuständigkeiten und Krisenkommunikation. Mag es sich auch um ein fiktives Szenario handeln, sind die beteiligten Akteure und die Entscheidungsstrukturen und -abläufe real.
Fünf Dürrejahre und Temperaturen bis zu 45 Grad
Gemäß den Vorgaben wird angenommen, dass Böden, Vegetation und Wasserressourcen nach fünf Jahren der Dürre bereits stark belastet sind. Im Szenario steigen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad Celsius. Die Lage setzt Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen unter Druck, die Wasserversorgung wird erschwert.
Dazu kommen Auswirkungen auf Energie- und Verkehrsnetze. In dieser Situation müssen die Krisenstäbe Informationen sichten und bewerten, Maßnahmen abstimmen und Aufgaben an die adäquaten Stellen delegieren. Zudem müssen sie die Bevölkerung informieren, vor Gefahren warnen und auf Gerüchte oder Falschinformationen reagieren.
Schwachstellen erkennen, bevor der Ernstfall eintritt
Übergeordnete Stellen sollen rechtzeitig Handlungsbedarf dort erkennen, wo er auftritt, wenn Wasserversorgung, medizinische Versorgung und Energieinfrastruktur gleichzeitig unter Druck stehen. Anschließend soll eine zeitnahe, adäquate und gut aufeinander abgestimmte Reaktion erfolgen.
Die LÜKEX soll Schwachstellen sichtbar machen, bevor ein tatsächlicher Krisenfall eintritt – und tatsächlich Menschenleben in Gefahr sind oder wirtschaftliche Großschäden drohen. Im Zentrum stehen Zuständigkeiten, Koordination, Informationsfluss, Ressourcen und Krisenkommunikation.
Die Teilnehmer sollen Kontakte aufbauen, Verfahrensweisen aufeinander abstimmen und die Arbeitsweisen anderer Einrichtungen kennenlernen. Dies soll geschehen, bevor ein möglicher Ernstfall eintritt. Die Ergebnisse der LÜKEX 26 sollen helfen, Krisenpläne und Verwaltungsabläufe zu verbessern – und möglichen Nachbesserungsbedarf zu identifizieren.
Hitze und Dürre als wachsende Herausforderungen
Der Sommer 2026 hat die Aktualität des Themas der anstehenden LÜKEX unterstrichen – geplant war die Übung jedoch schon 2024. Die Erfahrungen vom Sommer haben gezeigt, wie sich Hitzewellen und lang anhaltende Trockenperioden gegenseitig verstärken und zahlreiche Sektoren gleichzeitig treffen können.
Bezüglich der Dürre fällt die Entwicklung regional unterschiedlich aus. Wo sie jedoch mit einer Hitzewelle zusammentrifft, tritt ein wechselseitiger Verstärkungseffekt ein – etwa durch Niedrigwasser, das Energietransporte verlangsamt. Dies macht eine bessere Vorbereitung der staatlichen Institutionen auf Lagen dieser Art erforderlich.
Übungen zu Terrorangriff, Pandemie und Cyberangriff
Bisherige LÜKEX-Übungen, die in mehr als 20 Jahren abgehalten wurden, hatten unterschiedliche Krisenlagen zum Gegenstand. Im Jahr 2005 fand eine LÜKEX-Übung zum Thema „Terroristische Anschläge im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft“ statt. Eine Übung im Jahr 2007 befasste sich mit einer weltweiten Influenza-Pandemie.



