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Fußball-WM: Kein Bier-Boom – aber Trikot-Absatzrekord erwartet

Gut zwei Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanda, Mexiko und den USA rückt das Großereignis auch für die Wirtschaft näher:
Der Sportartikelhersteller Adidas rechnet rund um die WM mit Absatzrekorden bei allen Produkten. Die deutschen Brauereien sehen sich „gut vorbereitet“, erwarten aber keinen Bier-Boom.
Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni, das Finale findet am 19. Juli statt.

Handel setzt auf „Sommermärchen“

Der Adidas-Konzern rechnet mit kräftigem Rückenwind durch die WM: „Ich erwarte, dass dies unsere weltweit größte WM aller Zeiten wird, was Trikot-, Ball- und Schuhverkäufe angeht“, sagte Fußball-Chef Sam Handy dem „Handelsblatt“. Der Konzern erwarte mehr als eine Milliarde Euro als direkten WM-Effekt.
Wie das „Handelsblatt“ am Mittwoch, 27. Mai, weiter berichtete, erhofft sich auch der Sportfachhandel Impulse. „Unsere Erwartungen an die WM sind groß“, sagte Intersport-Deutschlandchef Alexander von Preen der Zeitung. „Wir hoffen auf ein weiteres Sommermärchen.“
Das neue blaue Auswärtstrikot der deutschen Mannschaft sei sehr gefragt. „Es entwickelt sich zu einem richtigen modischen Accessoire.“ Bei der EM 2024 hätten die Intersport-Händler etwa 500.000 Trikots verkauft. „Wenn Deutschland weit kommt, können wir das übertreffen.“

Kein Absatzgarant für Brauereien

Die deutschen Brauereien blicken vorsichtig optimistisch auf die Weltmeisterschaft. Zwar könne die WM die Nachfrage im Sommer ankurbeln.
„Allerdings zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass sportliche Großereignisse längst kein automatischer Absatzgarant mehr sind“, sagte eine Sprecherin des Brauer-Bundes der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. Schon die Heim-EM 2024 habe nur begrenzte Effekte gebracht.
Entscheidend für den Absatz „bleiben deshalb die allgemeine Konsumstimmung sowie Faktoren wie Wetter und der sportliche Erfolg der deutschen Nationalmannschaft“, sagte die Sprecherin weiter. Eine „Herausforderung“ nannte sie die teils späten Anstoßzeiten.

Public-Viewing-Regeln werden begrüßt

Die Public-Viewing-Regeln während der WM begrüßte der Brauer-Bund: „Das schafft Planungssicherheit für Gastronomie, Veranstalter und Brauereien und ermöglicht Fans trotz Zeitverschiebung das gemeinsame Fußballerlebnis.“
Das Bundeskabinett hatte kürzlich die nötigen Ausnahmen von den normalerweise geltenden Lärmschutzregeln beschlossen. Damit können Städte und Gemeinden öffentliche Übertragungen von Spielen auch nach 22.00 Uhr ermöglichen. (afp/red)
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Chinesischer Anta-Konzern will größter Anteilseigner bei Puma werden

Der chinesische Konzern Anta Sports will groß beim deutschen Sportartikelhersteller Puma einsteigen. Wie die Muttergesellschaft von Marken wie Jack Wolfskin an der Hongkonger Börse mitteilte, werde die Anta Sports Products Limited einen Anteil von 29,06 Prozent an der Puma SE erwerben.
Die Chinesen hätten dafür eine Vereinbarung mit der Groupe Artémis geschlossen, die der französischen Familie des Milliardärs François Pinault gehört. Behörden und Aktionäre müssen noch zustimmen.
Seit Monaten kursierten schon Gerüchte um den Einstieg der Chinesen, nachdem die französische Familie Berichten zufolge einen Verkauf ihres Anteils an Puma in Erwägung gezogen hatte. Die Pinaults hielten ihre 29 Prozent an Puma über ihre Finanzholding Artémis.

Chinesen wollen in den Aufsichtsrat

Durch den Einstieg wird Anta größter Anteilseigner bei der deutschen Traditionsmarke und strebt laut eigenen Angaben nach Abschluss des Geschäfts eine „angemessene Vertretung“ im Aufsichtsrat an. Anta erwarte, mit der Beteiligung seine Präsenz und Markenbekanntheit im globalen Sportartikelmarkt auszubauen, teilte das Unternehmen mit.
Puma, mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach, hatte zuletzt Verluste gemacht und Boden gegenüber Konkurrenten wie Adidas und Nike verloren. Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal des vergangenen Jahres einen Umsatzrückgang von mehr als 15 Prozent.

Abbau von 900 Stellen bei Puma

Pumas Geschäftsführer Arthur Hoeld, der 2025 die Unternehmensführung übernommen hatte, sagte, die Marke sei „zu kommerziell“ geworden und habe im vergangenen Jahr einen „Reset“ vollzogen, um Markenattraktivität, Vertriebsqualität und Produktangebot zu verbessern. Er kündigte den Abbau von 900 Stellen bis Ende dieses Jahres und die Straffung des Produktportfolios an.
Anta wiederum setzt seine Expansion fort. Im vergangenen April hatte der Konzern den deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin übernommen, nachdem dessen vorheriger Eigentümer Topgolf Callaway aus Kalifornien die Marke weiterverkauft hatte.

Was die Puma-Anteile kosten

Konkret sieht der Deal zwischen Anta und Artémis vor, dass die Chinesen für ihre 29 Prozent 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Denn Anta will laut Börsenmitteilung rund 43 Millionen Aktien zu je 35 Euro erwerben. Die Transaktion soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.
„Damit werden wir die Globalisierung von Anta Sports weiter beschleunigen und das nächste Wachstumskapitel in den globalen Sportmärkten – einschließlich China – schreiben“, sagte Anta-Geschäftsführer Ding Shizhong laut Mitteilung. Pumas Aktienkurs in den vergangenen Monaten spiegele „das langfristige Potenzial der Marke nicht vollständig wider“.
Anta erklärte, es gebe keine Pläne für eine vollständige Übernahme Pumas. Jedoch werde „die Möglichkeit einer weiteren Vertiefung der Partnerschaft zwischen beiden Parteien in Zukunft sorgfältig“ geprüft werden.
Das chinesische Unternehmen mit Sitz in der südöstlichen Provinz Fujian ist einer der größten Sportartikelhersteller der Welt.
Durch seine Tochtergesellschaft Amer Sports ist Anta Mutterunternehmen vieler globaler Marken, darunter Wilson, Arcteryx und Salomon. Zudem kontrolliert es die Rechte im riesigen chinesischen Markt für ausländische Sportbekleidungsfirmen wie Fila und Descente. (afp/dpa/ks)