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Justin Biebers „Halleluja“ zur Fußball-WM-Show – Amerikas junge Männer werden religiöser


In Kürze:

  • WM-Halbzeit: Justin Bieber präsentierte Lied über Glauben statt Partysong
  • Ein Leben im Rampenlicht mit religiösem Hintergrund
  • Während Auf und Ab, Glaube an „Geschichte von Jesus“ als Konstante
  • Trend zur Religiosität: Amerikas junge Männer orientieren sich um

 
Justin Bieber hätte während der Show der Halbzeitpause beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft einfach wieder eines seiner Poplieder bringen können, die ihn berühmt gemacht haben. Stattdessen nutzte der kanadische Sänger im MetLife-Stadion in East Rutherford, New Jersey, die Gelegenheit, die Akustikversion eines seiner weniger bekannten neueren Titel aufzuführen.
Bei dem Song „Everything Hallelujah“ handelt es sich um ein glaubensorientiertes Lied, das Dankbarkeit und Lob für die Segnungen im Leben ausdrückt. Es bildete einen scharfen Kontrast zu den fröhlichen Partyliedern von Madonna, BTS und Shakira im Programm.
Die religiösen Untertöne von Biebers Auftritt spiegeln wider, dass der in Ontario geborene Sänger seinen Glauben inzwischen deutlich offener lebt – obwohl dieser schon seit Langem ein fester Bestandteil seines Lebens gewesen ist. Zugleich ist dies Teil eines größeren Trends: einer Wiederbelebung der Religiosität unter jungen Männern in Nordamerika.

Früher Glaube und Aufstieg zum Ruhm

Bieber wurde hauptsächlich von seiner Mutter Pattie Mallette erzogen, die sich als 17-Jährige bewusst dem Christentum zuwandte. Das war ein Jahr vor der Geburt ihres Sohnes. Mallettes Bekehrung zum Christentum folgte auf eine Kindheit voller Missbrauch, Depressionen und Drogenprobleme. Ausschlaggebend dafür waren ihre Treffen mit einer Mitarbeiterin eines Jugendzentrums, die mit ihr über die Liebe Gottes sprach, nachdem die Jugendliche nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert worden war.
Bieber wuchs innerhalb von Mallettes konfessionsfreier charismatisch-christlicher Gemeinschaft auf. Nach Angaben von Malette entschied sich Bieber im Alter von etwa acht Jahren dazu, sich taufen zu lassen.
18. November 2012 – Sänger Justin Bieber (rechts) und seine Mutter Pattie Malette besuchen die 40. American Music Awards im Nokia Theatre in Los Angeles, Kalifornien. Foto: Jason Merritt/Getty Images

18. November 2012 – Sänger Justin Bieber und seine Mutter, Pattie Mallette, nehmen an den 40. American Music Awards im Nokia Theatre in Los Angeles teil.

Foto: Jason Merritt/Getty Images

Bieber erzählte später, dass seine Mutter oft Predigten des in Seattle ansässigen evangelikalen Pastors Judah Smith abspielte. Smith ist dafür bekannt, die persönliche Beziehung zu Gott und Jesus Christus in seiner Megakirche Churchome in den Mittelpunkt zu stellen.
Dann wurde Bieber auf YouTube entdeckt. Es folgten ein Plattenvertrag und der kometenhafte Aufstieg ins internationale Musikgeschäft. Sein Debütalbum „My World“ wurde weltweit ein Erfolg, und die Hitsingle „Baby“ machte den damals 15-Jährigen 2010 zum globalen Superstar.
In einem Interview aus dem Jahr 2010 beschrieb sich der damals jugendliche Sänger als Christ. Er erklärte, dass er täglich in der Bibel lese und bete. Zudem habe er einen christlichen Hauslehrer.
„Ich bete ständig. Ich bete zwei- bis dreimal am Tag. Wenn ich aufwache, danke ich Ihm für alles, was er mir geschenkt hat. Ich danke Ihm, dass er mich in diese Position gebracht hat. Und am Ende des Tages hole ich meine Bibel raus“, sagte Bieber. „Es ist etwas, das mich erdet.“
1. September 2009 – Der Musiker Justin Bieber im Nintendo World Store in New York City. Foto: Bryan Bedder/Getty Images. Foto: Bryan Bedder/Getty Images

1. September 2009: Der Musiker Justin Bieber im Nintendo World Store in New York City.

Foto: Bryan Bedder/Getty Images

Persönliche Probleme und Comeback

In seinen späten Teenagerjahren machte Bieber jedoch mit Drogenkonsum, destruktivem Verhalten und Eskapaden Schlagzeilen. Dabei sprach der Star offen darüber, dass er mit Depressionen und persönlichen Problemen zu kämpfen hatte.
Als Bieber begann, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, spielte Pastor Carl Lentz von der internationalen evangelikalen Megakirche Hillsong eine wichtige Rolle. Lentz berichtete, Bieber habe mehrere Wochen mit ihm und seiner Familie in New Jersey verbracht und sich 2014 als öffentliches Bekenntnis zu seinem Glauben erneut taufen lassen.
„Dieser Junge ist 21. Er lebt in einer furchtbar toxischen Welt“, sagte Lentz 2015 gegenüber dem Magazin GQ. „Er hat nie vorgegeben, jemand anderes zu sein als der, zu dem er sich immer offen bekannt hat – nämlich ein Mensch, der noch an sich arbeitet.“
Einige Jahre später, im Jahr 2021, stellte Bieber öffentlich klar, dass er Churchome als seine Kirche betrachte und nicht Hillsong. Er wies dabei auch Gerüchte zurück, dass er plane, Pastor bei Hillsong zu werden. Das sei alles unwahr, erklärte Bieber. „Kirche ist kein Ort. Wir sind die Kirche“, postete Bieber Anfang 2021 in den sozialen Medien. „Wir brauchen kein Gebäude, um uns mit Gott zu verbinden. Gott ist mit uns, wo immer wir sind.“
Biebers Distanzierung von Hillsong erfolgte im Zuge der Entlassung von Pastor Lentz aus der Kirche im Jahr 2020. Lentz sagte, er sei entlassen worden, weil er seine Frau Lauren Lentz betrogen hatte.

Biebers Überzeugungen

Biebers religiöse Überzeugungen werden am treffendsten als eine zeitgenössische Form des konfessionsfreien Evangelikalismus beschrieben.
Der Sänger hat klargestellt, dass er sich nicht als konventionell religiös, sondern als jemand sieht, der persönlich an Christus glaubt.
„Ich glaube an die Geschichte von Jesus – so einfach ist mein Glaube“, sagte Bieber 2019 gegenüber dem Magazin „Vogue“.
In Biebers On-Off-Beziehung mit der Sängerin Selena Gomez von 2010 bis 2018 spielten ebenfalls Glaubensaspekte eine Rolle. Während einer ihrer Versöhnungen im Jahr 2014 nahmen sie gemeinsam an den von Smith geleiteten Bibelkreisen von Churchome teil.
Gomez engagierte sich später ebenfalls bei Hillsong und besuchte ab 2017 regelmäßig Gottesdienste in Los Angeles, gemeinsam mit Bieber. So wie Bieber distanzierte sich auch Gomez später von Hillsong, nachdem Pastor Lentz entlassen worden war.
Die Sänger Justin Bieber und Selena Gomez besuchen die ESPY Awards 2011 im Nokia Theatre L.A. Live am 13. Juli 2011 in Los Angeles, Kalifornien. Foto: Christopher Polk/Getty Images für ESPN

Die Sänger Justin Bieber und Selena Gomez besuchen die ESPY Awards 2011 im Nokia Theatre am 13. Juli 2011 in Los Angeles.

Foto: Christopher Polk/Getty Images für ESPN

Nach der Trennung von Gomez heiratete Bieber im September 2018 Hailey Baldwin. Er hatte sie erstmals 2009 auf das damals zwölfjährige Mädchen, als sie ihm von ihrem Vater, dem Schauspieler Stephen Baldwin, vorgestellt wurde. Im Jahr 2018 traf Bieber erneut auf Hailey, diesmal bei einer religiösen Veranstaltung, die von Pastor Rich Wilkerson Jr. ausgerichtet wurde.

Hailey sagte, sie habe dafür gebetet, Bieber zu heiraten, und er erklärte, sie sei ein stabilisierender Einfluss, der ihm geholfen habe, ein Familienleben aufzubauen, nach dem er sich seit seiner Kindheit immer gesehnt habe. Sie erklärte, dass ihr gemeinsamer christlicher Glaube ein zentrales Fundament für ihre Ehe sei. Im Jahr 2024 kam ihr erstes Kind zur Welt: Jack Blues Bieber.

27. Januar 2020 – Der kanadische Sänger Justin Bieber und seine Frau, US-Model Hailey Bieber bei ihrer Ankunft zur Premiere der YouTube-Originals-Serie „Justin Bieber: Seasons“ im Regency Bruin Theatre in Los Angeles. Foto: Lisa O’CONNOR / AFP via Getty Images

27. Januar 2020: Der kanadische Sänger Justin Bieber und seine Frau, US-Model Hailey Bieber, bei ihrer Ankunft zur Premiere der YouTube-Originals-Serie „Justin Bieber: Seasons“ im Regency Bruin Theatre in Los Angeles.

Foto: Lisa O’Connor/AFP via Getty Images

Religiöses Comeback unter jungen Männern

Biebers Bekenntnis zum christlichen Glauben erfolgt inmitten eines Wiederauflebens religiöser Überzeugungen unter den jungen Männern in Amerika.
Jüngste Umfragen von Gallup ergaben, dass 42 Prozent der 2024 und 2025 befragten amerikanischen Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren angaben, dass Religion in ihrem Leben essenziell sei.
Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 28 Prozent einer Gallup-Umfrage aus den Jahren 2022 und 2023. In der neuen Befragung gaben zudem rund 40 Prozent der besagten Alterskohorte an, dass sie mindestens einmal im Monat zu Gottesdiensten gehen würden, was das höchste Niveau in dieser Altersgruppe seit mehr als einem Jahrzehnt darstellt.
Verschiedene andere Umfragen berichteten ebenfalls von einer steigenden Religiosität unter jüngeren Erwachsenen. Eine dieser Studien der American Bible Society aus dem Jahr 2025 ergab, dass rund 30 Prozent der Generation Y (geboren zwischen circa 1980 und 1995) im Jahr 2024 und 39 Prozent im Jahr 2025 angaben, regelmäßig die Bibel zu lesen.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Justin Bieber’s ‚Hallelujah‘ World Cup Show Comes as More Young Men Turn to Religion“ (redaktionelle Bearbeitung: sm)