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Kein Zugang mehr: Demonstranten blockieren Uni Hamburg


In Kürze:

  • Vermummte Demonstranten haben am Montagmorgen eine Fakultät der Universität Hamburg blockiert.
  • Sie forderten mehr Geld für Bildung statt für Kriege.
  • Die meisten Polizisten haben sich bereits wieder zurückgezogen.

 
Am Montagmorgen, 2. November, haben Demonstranten die Eingänge der WiSo-Fakultät der Universität Hamburg blockiert – der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Laut der „BILD“ waren es rund 50 überwiegend vermummte Personen. Das Portal „NEWS5“ sprach hingegen von rund 20 Demonstranten. Demnach wurde das Gebäude an diesem Tag ohnehin nicht genutzt.
Die Aktion löste einen größeren Polizeieinsatz aus. Nach Angaben von „NEWS5“ rückten rund 50 Einsatzkräfte zum Campus aus. Laut „BILD“ war auch eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit vor Ort. Die Beamten betrachteten die Situation als Versammlung. Laut Polizeiangaben habe es drei Demonstrationen gegeben, darunter eine am Allendeplatz. Deren Teilnehmerzahl soll jeweils im unteren zweistelligen Bereich gelegen haben.

Protest gegen Kriegsfinanzierung

Die Aktivisten versperrten die Eingänge des Gebäudes mit Bauzäunen und Müllcontainern. Ausgerüstet waren sie mit palästinensischen Landesflaggen und eigenen Bannern. Darauf forderten sie unter anderem die Befreiung „aller unterdrückten Menschen“.
Sie riefen wiederholt „Free Palestine“ sowie „Mörder“ und „Lügner“. Manche der Parolen richteten sich zudem abwertend gegen die Polizei.
Gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) nannte eine vermummte Demonstrantin das Motiv des Protests. Demnach seien sie nicht damit einverstanden, dass „jeder dritte Euro in die Kriegsindustrie“ fließe anstatt in die Bildung. Zudem wollten sich die Demonstranten mit Protesten in anderen europäischen Ländern solidarisieren.
Noch ist unklar, wer die Demonstration an der WiSo-Fakultät organisiert hat. Im Vorfeld angemeldet war sie offenbar nicht, was inzwischen jedoch nachgeholt worden sein soll.
Einer der Demonstranten sagte der dpa, dass sie Studenten der Universität seien. Sie zeigten sich solidarisch mit der Initiative „Gen Z regelt!“, die am Wochenende in mehreren deutschen Städten zu Protesten aufgerufen hatte. Allerdings seien sie nicht über diese Initiative organisiert.

Universität respektiert den Protest

Die Universität Hamburg (UHH) äußerte sich zu dem Vorfall. Die Bildungseinrichtung habe die Protestaktion und die Forderungen der Teilnehmer wahrgenommen. „Sie respektiert das Recht der Protestierenden, ihre Anliegen und politischen Positionen öffentlich und gewaltfrei zum Ausdruck zu bringen“, heißt es.
Ebenso verwies die UHH darauf, dass sie sich selbst als weltoffene Hochschule für ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehe. „Jede Form von Diskriminierung, Gewalt, menschenverachtenden Äußerungen und Sachbeschädigung hat an der Universität keinen Platz und wird von der UHH aufs Schärfste verurteilt.“
Größere Ausschreitungen wurden bislang nicht bekannt. Laut „BILD“ leisteten einzelne Teilnehmer jedoch Widerstand. Wie „TAG24“ berichtete, hat sich ein Großteil der Polizisten gegen 11:40 Uhr vom Ort des Geschehens zurückgezogen.