Einem Cyberangriff auf Kühlanlagen ist auch eine Metzgerei in Bayern zum Opfer gefallen. Dabei wollten die unbekannten Täter mehrere Kühlhäuser offenbar in einen regelrechten Backofen verwandeln: Nach Polizeiangaben wurden die Temperatureinstellungen mehrerer Kühlhäuser in der Nacht zum Montag „auf bis zu 150 Grad verändert“. Dadurch sei der Metzgerei im Landkreis Neustadt an der Waldnaab „ein Schaden im fünfstelligen Eurobereich“ entstanden.
Der Vorfall stehe „möglicherweise im Zusammenhang mit weiteren Cyberangriffen auf Kühl- und Tiefkühlsysteme in Europa“, erklärte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Mittwoch in Regensburg. In der Nacht zum Montag waren in zahlreichen europäischen Ländern vergleichbare Manipulationen von Gefrier- und Kühlanlagen bekanntgeworden und hatten verbreitet Sorge um die Verwundbarkeit vernetzter Systeme geschürt.
Kriminalpolizei ermittelt
Bei der Metzgerei in der Oberpfalz hätten die unbekannten Täter nach bisherigen Erkenntnissen in der Nacht die Fernsteuerungs- und Überwachungssysteme der Kühlanlagen manipuliert und dann die Temperatureinstellungen verändert, erklärte die Polizei. Durch die rechtzeitige Entdeckung der Manipulation habe ein noch größeres Schadensausmaß verhindert werden können.
Die Systeme seien durch einen IT-Verantwortlichen wieder unter Kontrolle gebracht worden. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz ermittele nun wegen des Verdachts „der Datenveränderung, Computersabotage und Sachbeschädigung“, erklärte die Behörde.
Das Polizeipräsidium in Regensburg hob hervor, dass Unternehmen Sicherheitsmaßnahmen beachten sollten, um sich bestmöglich vor Cyberangriffen zu schützen: Dazu zählten regelmäßige Updates und Wartungen, ebenso wie der Schutz sämtlicher Benutzerkonten und Zugänge mit starken Passwörtern.
Zudem sollten insbesondere Fernzugänge ausreichend abgesichert und regelmäßig Sicherungskopien wichtiger Unternehmensdaten erstellt werden. Empfohlen wird demnach auch eine Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um etwa Phishing-Mails oder verdächtige Anhänge zu erkennen.
(afp/red)
