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Ministerium erhält 400.000 Unterschriften: „Eine freie Gesellschaft braucht ein freies Zahlungsmittel“

Mit der Einführung des digitalen Euro durch die EU drohe laut einer Petition die Verdrängung von Bargeld.
Am Donnerstag, 22. Oktober, übergaben die Initiatoren von „Bargeld in Europa gesetzlich schützen!“ daher dem Bundesfinanzministerium in Berlin die über 400.000 Unterschriften, die sie seit Mitte 2024 gesammelt hatten. Sie fordern eine Änderung der geplanten EU-Bargeldverordnung und dauerhaften Schutz und Erhalt des Bargelds als gesetzliches Zahlungsmittel.
Die EU-Bargeldverordnung wird aktuell im Trilog zwischen EU-Rat, Parlament und Kommission verhandelt. Eine Einigung gibt es bislang nicht.

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Für ihr Anliegen konnte die Initiative namhafte Unterstützer wie den ehemaligen Bundesbankdirektor Wolfgang Stützle und den ehemaligen Bundesbank-Vizepräsidenten Franz-Christoph Zeitler gewinnen.
„Wir wollen hier die Bevölkerung und den Willen der Bevölkerung dem Finanzministerium übergeben”, so Hansjörg Stützle, Geldumgangstrainer und einer der Hauptinitiatoren der Bewegung.
Das Finanzministerium sei „sehr aktiv in der Bargeldverdrängung“. So versuche das Ministerium zurzeit ein Gesetz durchzubringen, das vorschreibe, dass jeder Händler ein digitales Zahlungsmittel annehmen müsse.
Darin sieht Stützle eine schwerwiegende Benachteiligung des aktuell einzigen unbeschränkten gesetzlichen Zahlungsmittels, der Euro-Banknoten. Denn nach aktueller Rechtslage könne Bargeld vom Händler leicht abgelehnt werden. „Mit einem Schild an der Tür, auf dem ‚No cash‘ steht“, so Stützle.

Bewegung präsentierte 13 Vorschläge

Aus Sicht der Initiatoren würden durch die geplante EU-Verordnung neun Grundrechte berührt, darunter das Recht auf informationelle Freiheit, da bei jeder digitalen Zahlung eine Datenspur entsteht.
„Eine freie Gesellschaft braucht jedoch ein freies Zahlungsmittel, das nicht überwacht und gesteuert werden kann“, lautet es auf der Website der Initiative.
Stützle sieht weitere Risiken. So sei nach den aktuellen Vorschlägen zur EU-Bargeldverordnung die Einführung einer Automatenregelung geplant. „Das heißt, überall dort, wo Automaten vorhanden sind, kann Bargeld abgelehnt werden. […] Aber auch der Staat selbst mit seinen Behörden kann Bargeld ablehnen“, so Stützle.
Die Bürgerbewegung hat 13 Verbesserungsvorschläge für die EU-Bargeldverordnung erarbeitet, um eine aus ihrer Sicht drohende Benachteiligung des Bargelds gegenüber dem digitalen Euro zu verhindern und das Bargeld langfristig zu schützen.
„Der wichtigste Punkt, bei dem wir zu 90 bis 95 Prozent schon jetzt Erfolg haben, ist, dass im Handel […] Bargeld angenommen werden muss“, sagte Stützle. Damit würde mit der EU-Verordnung das Bargeld in diesem Bereich dem digitalen Euro gleichgestellt. „Das ist ein sehr, sehr großer Erfolg.“
Er sieht jedoch die Gefahr einer Aufweichung: „Herr [Bundesfinanzminister Lars] Klingbeil versucht, diese Annahmepflicht über die Trilog-Gespräche aufzuweichen.“ Dabei führt er etwa die Möglichkeit auf, die Bargeldannahmepflicht aus Sicherheitsgründen nur bis 22 Uhr zu begrenzen.

Initiatoren kritisieren fehlende Berichterstattung

Stützle beklagt, dass über das Anliegen der Initiative in der Presse nicht ausrichend berichtet würde. So würden die öffentlich-rechtlichen Sender über die in seinen Augen „gefährliche EU-Bargeldverordnung mit den schwerwiegenden Ausnahmen der Bargeldannahme gänzlich nichts berichten“.
„Wir haben alle großen Medien bis zu siebenmal massiv angeschrieben“, so Stützle.
Kürzlich haben EU-Rat und EU-Parlament bekannt gegeben, dass sie die Bargeld-Annahmepflicht im Handel stärken wollen. D
er aktuelle Entwurf der EU-Verordnung sieht für die EU-Staaten nur in begrenztem Umfang Möglichkeiten für eigene Regeln zur Bargeldzahlung vor.

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