Die Tage werden kürzer und die Morgen kälter, vielleicht hustet ja schon jemand in Ihrem Büro. Die Erkältungs- und Grippesaison steht vor der Tür, und die Gewohnheiten, die Sie sich jetzt aneignen, können Ihrem Körper helfen, diese Zeit besser zu überstehen.
Der Faktor Stress
Der Herbst lädt dazu ein, innezuhalten und den Blick nach innen zu richten. Es ist der ideale Zeitpunkt, um ehrlich zu hinterfragen: Ist Stress in Ihrem Alltag vielleicht zu einem Dauerzustand geworden?
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Während kurzer, akuter Stress die Immunabwehr sogar
anregen kann, kehrt sich dieser Effekt bei Wochen oder Monate andauernder Belastung ins Gegenteil um: Das Immunsystem wird geschwächt. Die dauerhafte Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol fördert chronische Entzündungsprozesse und senkt die Zahl der weißen Blutkörperchen, genau jener Abwehrzellen, die der Körper zur Abwehr von Krankheitserregern benötigt.
Stressauslöser lassen sich im Alltag oft nicht vollständig vermeiden, wohl aber unser Umgang mit ihnen. Methoden wie
Meditation,
Yoga, das Schreiben von Tagebüchern oder ein
Gebet können helfen, die eigene Mitte wiederzufinden, den Blick für das Wesentliche zu schärfen und Stress nachhaltig zu bewältigen.
Pflanzliche Unterstützung bei Stress: Adaptogene
Zu den wirksamsten Helfern aus der Naturheilkunde zählen sogenannte Adaptogene. Diese pflanzlichen Wirkstoffe unterstützen den Organismus dabei, sich an Belastungssituationen anzupassen, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen und die körperliche wie mentale Widerstandskraft zu stärken. Sie lassen sich flexibel in den Alltag integrieren, beispielsweise als Tee, Tinktur, Pulver oder in Form von Kapseln.
Zu den bekanntesten Adaptogenen gehören:
- Ashwagandha
- Schisandra
- Rhodiola
- Süßholz
- Heiliges Basilikum (Tulsi)
- Ginseng
Eine
Studie mit 58 Teilnehmern ergab, dass Erwachsene, die täglich Ashwagandha-Wurzelextrakt einnahmen, von einer deutlichen Verringerung des empfundenen Stresses und der Angstgefühle berichteten sowie einen niedrigeren morgendlichen Cortisolspiegel hatten. Zudem zeigten sie Verbesserungen der Schlafqualität.
Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf
Ein unterschätzter Schlüssel für ein starkes Immunsystem und langfristige Gesundheit ist erholsamer Schlaf. Studien belegen: Chronischer Schlafmangel schwächt die Immunabwehr, macht anfälliger für Infekte und verstärkt entzündliche Prozesse im Körper.
Mit dem Einzug der kälteren Jahreszeit verändert sich auch unser natürlicher Biorhythmus. Während regelmäßige Bewegung weiterhin essenziell bleibt, fordert der Körper im Herbst und Winter ganz natürlich etwas mehr Ruhe und Regeneration. Diesem Bedürfnis nachzugeben und dem Körper mehr Schlaf zu gönnen, schont die Kraftreserven und schützt die Gesundheit.
Das ist im durchgetakteten Alltag oft leichter gesagt als getan. Doch schon kleine Anpassungen zeigen Wirkung: Wer ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen Bildschirmzeiten reduziert und das Licht dimmt, regt die körpereigene Produktion des Schlafhormons Melatonin an und signalisiert dem Organismus, dass es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen.
Heilmittel aus der Küche
Frische Kräuter und aromatische Gewürze sind weit mehr als nur Geschmacksträger: Viele von ihnen enthalten hochwirksame sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem gezielt unterstützen und den Körper spürbar gegen typische Herbst- und Winterinfekte wappnen können.
Knoblauch: Ein Allrounder für die Abwehrkräfte
Ein echter Klassiker unter den natürlichen Immunhelfern ist Knoblauch. Die Knolle ist nicht nur erschwinglich und überall erhältlich, sondern zeichnet sich durch ein breites Spektrum an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aus. Wer möchte, kann Knoblauch sogar mit wenig Aufwand im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen.
Knoblauch wirkt stark antibakteriell, antiviral, antimykotisch, antiparasitär und entzündungshemmend, wodurch er sich hervorragend zur Stärkung der Immunabwehr und zur Vorbeugung von Krankheiten eignet.
Am einfachsten ist es, Knoblauch zu den Mahlzeiten hinzuzufügen.
Hacken oder zerdrücken Sie rohe Zehen und lassen Sie sie vor dem Kochen etwa 10 Minuten ruhen. So kann sich Allicin, der Hauptwirkstoff des Knoblauchs, bilden. Nehmen Sie ihn roh zu sich, wenn Sie spüren, dass sich eine Erkältung ankündigt. Zerdrücken Sie eine oder zwei Zehen, lassen Sie sie 10 Minuten ruhen und schlucken Sie sie zusammen mit einer Mahlzeit.
Wer den intensiven Geschmack oder Geruch der frischen Knolle meiden möchte, kann auf hochwertige Knoblauch-Kapseln zurückgreifen.
Ziehen Sie
schwarzen Knoblauch für einen zusätzlichen Gesundheitsschub in Betracht; er wird so lange fermentiert, bis er zäh und süß wird. Berichten zufolge wird er in Thailand, Südkorea und Japan schon seit Jahrhunderten verwendet.
Die klinische Kräuterkundlerin, Akupunkteurin und Fachärztin für funktionelle Medizin Kerry Adams, die seit fast 50 Jahren praktiziert, berichtet, wie sie selbst Knoblauch einsetzt: „Ich gebe ihn gerne in Thymian- und Ingwertee, die beide wärmend wirken und die Durchblutung fördern“, erklärte sie gegenüber der Epoch Times per E-Mail. „Außerdem mische ich ihn oft mit Zwiebeln und Honig als Hustensaft“, fügte sie hinzu.
Wenn Sie Medikamente einnehmen oder wegen chronischer Erkrankungen in Behandlung sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Knoblauch in therapeutischen Dosen einnehmen. Da Knoblauch ein wärmendes Kraut ist, warnt Adams vor der Anwendung, wenn bereits Anzeichen von Hitze wie Fieber, rote Augen und ein gerötetes Gesicht bestehen. Sie fügt hinzu, dass Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder in der Vergangenheit an Magengeschwüren oder Gastritis litten, beim Verzehr von Knoblauch Vorsicht walten lassen sollten.
Cayennepfeffer
Cayennepfeffer ist ein weiteres Gewürz, das viele in ihrem Gewürzregal oder Küchenschrank haben. Wenn Sie scharfes Essen mögen, kann dies eine gute Möglichkeit sein, den Körper zu stärken. Er ist sehr nährstoffreich und reich an Vitamin C. Außerdem enthält er Vitamin E, Vitamin A und B-Vitamine, die alle für ein gesundes Immunsystem benötigt werden.
Das in Cayenne enthaltene Vitamin A hilft dem Körper beim Aufbau gesunder
Schleimhäute in Nase, Mund und Lunge und trägt so dazu bei, Mikroben fernzuhalten.
Zum Ausprobieren eignet sich eine Prise getrockneter Cayennepfeffer in Suppen, Eintöpfen oder Tees. Die Menge kann je nach Bedarf erhöht werden.
Cayennepfeffer gilt in Lebensmitteln allgemein als unbedenklich, aber vermeiden Sie ihn, wenn Sie Anzeichen von Hitzeempfindlichkeit haben, und setzen Sie ihn ab, falls er Magenbeschwerden oder Reizungen verursacht.
Honig
Honig hat wegen seiner antibakteriellen, antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften eine lange Tradition in der medizinischen Anwendung.
Laut einer
Laborstudie kann Honig etwa 60 Bakterienarten sowie einige Pilz- und Virusarten hemmen.
Forschungsergebnisse aus weiteren Zellstudien deuten zudem darauf hin, dass er Immunzellen stimulieren könnte. Zudem ist er ein Bestandteil in verschiedenen pflanzlichen Hausmitteln, darunter auch eines Hustensafts, wenn er mit Zwiebelscheiben kombiniert wird.
Rohhonig ist die bessere Wahl. Viele handelsübliche Honigsorten sind pasteurisiert, das heißt, sie wurden auf hohe Temperaturen erhitzt, wodurch viele ihrer nützlichen Inhaltsstoffe zerstört werden können. Rohhonig hingegen kommt direkt aus dem Bienenstock und behält die meisten dieser wertvollen Stoffe. Ein Löffel Honig täglich während der Erkältungs- und Grippesaison ist eine hervorragende Möglichkeit, Ihr Immunsystem zu stärken.
Menschen mit Diabetes sollten Honig aufgrund seines Zuckergehalts mit Vorsicht genießen, und Kinder unter 1 Jahr sollten wegen des Risikos von Säuglingsbotulismus durch Botulismus-Sporen niemals Honig zu sich nehmen.