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Heute wird gewählt: Farage gegen Spaßkandidat Graf Mülltonnengesicht

Der nach Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen von seinem Abgeordnetenmandat zurückgetretene britische Politiker Nigel Farage geht am Donnerstag als klarer Favorit in eine von ihm angestrebte Nachwahl.
Er tritt bei der Nachwahl in Clacton-on-Sea in Südostengland gegen mehrere unabhängige Kandidaten und Spaßkandidaten an.
Farage wird in Umfragen ein deutlicher Sieg mit mehr als 70 Prozent der Stimmen vorausgesagt. Farage stellte die Nachwahl unter das Motto „Volk gegen Establishment“, die Menschen in dem Wahlkreis sollten „Richter“ über seine Handlungen sein.

Spaßkandidat Graf Mülltonnengesicht steht zur Wahl

Besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht „Count Binface“ (Graf Mülltonnengesicht) des Komikers Jon Harvey, der bis zu 20 Prozent der Stimmen erzielen könnte.
Gekleidet mit einem mülltonnenförmigen Helm aus Metall, einem silbernen Umhang und einer silber-schwarzen Rüstung setzt er auf messerscharfen Humor. Er verbindet politische Satire mit komödiantischen Versprechen – etwa, die Preise für Croissants zu deckeln, das W-Lan in britischen Zügen zu verbessern und Leute, die Lautsprecher in öffentlichen Verkehrsmitteln benutzen, zum Militärdienst einzuziehen.

Die satirische politische Figur „Count Binface“ während der Auszählung der Stimmen für den Wahlkreis Richmond und Northallerton im Rahmen der britischen Parlamentswahlen am 5. Juli 2024 in Northallerton, England.

Foto: Temilade Adelaja – WPA Pool/Getty Images

Er forderte zudem auch, die Chefs der Wasserversorger zu zwingen, in verschmutzten Flüssen zu schwimmen, und laute Snacks in Kinos zu verbieten.
„Count Binface“ trat bereits unter anderem gegen die ehemaligen Premierminister Boris Johnson und Rishi Sunak sowie gegen den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan an. Er erhielt dabei stets tausende Stimmen – und eine umfassende Medienberichterstattung.

Warum ist die Wahl nötig?

Nötig geworden war die Nachwahl wegen Farages Niederlegung seines Abgeordnetenmandats. Farage sieht sich mit Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Mit seinem Rücktritt ruhen die parlamentsinternen Ermittlungen gegen ihn bis nach der Nachwahl.
Die „Sunday Times“ hatte berichtet, ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer habe vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt. Gegen Farage läuft bereits eine Untersuchung wegen der nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Krypto-Milliardärs. (afp/red)

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