Kaum steht der Pflaumenkuchen auf dem Tisch oder erreicht das Grillfleisch den Teller, sind ungebetene Gäste zur Stelle. Scharenweise stürzen sich gelb-schwarz gestreifte Kampfjets auf die Speisen und laben sich dann auch noch genüsslich an der Apfelschorle. Kinder kreischen und springen auf angesichts der stachelbewehrten Wespen, und auch so mancher Erwachsene bekommt ein mulmiges Gefühl.
Experten sehen indes keinen Grund zur Panik. Vorsicht ist allerdings bei Menschen geboten, die allergisch auf Insektengifte reagieren.
Hier sind einige Fragen und Antworten, die sich in diesem und ähnlichen Szenarien regelmäßig wiederholen:
Sind alle Wespenarten gefährlich?
Laut dem Naturschutzbund Deutschland sind für die Menschen in Deutschland eigentlich nur zwei von einigen hundert Arten von Wespen gefährlich: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese brachten den Wespen auch erst einen schlechten Ruf ein. Denn sie tummeln sich gern dort, wo es Leckerbissen wie Grillfleisch und Wurst oder Eis und andere zuckersüße Sachen gibt.
Da die Wespen aufdringlich sind und Menschen meist hektisch umfliegen, werden sie als aggressiv empfunden. Dabei wollen sie eigentlich nur scharf sehen und sind weder aufgeregt noch stechlustig. Die Tiere sehen auf kurze Entfernung schlecht und kompensieren das durch hohe Fluggeschwindigkeit.

Auge in Auge mit einem Stück Apfelkuchen?
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Was provoziert Wespen?
Werden die Wespen durch wildes Herumgefuchtel gereizt oder gequetscht, stechen sie zu. Gleiches gilt, wenn Menschen ihren Nestern zu nah kommen und sie diese verteidigen. Auch Angstschweiß kann Angriffe auslösen.
Nicht ratsam ist es zudem, die Tiere wegzupusten. Denn das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt Wespen als Alarmsignal. Wespen werden auch von Parfüm, geblümter Kleidung oder duftenden Cremes angezogen. Im Gegensatz zu Bienen können sie mehrfach zustechen.
Wie gefährlich sind ihre Stiche?
Die Stiche von Wespen, Bienen oder Hornissen sind zwar schmerzhaft, aber im Normalfall nicht besonders gefährlich. Das Schlimmste für den Gestochenen, gerade für Kinder, sind die hektischen Reaktionen der Umstehenden. Deshalb ruhig bleiben.
Gegen Schmerzen und Schwellungen helfen eine halbierte Zwiebel auf dem Einstich, das Trinken von Eiswasser oder das Lutschen von Eis. Sticht eine Biene oder Wespe jedoch in den tiefen Rachenraum, sollte ein Arzt aufgesucht werden, weil die Atemwege zuschwellen können.
Und es gibt eine weitere Gruppe, die aufpassen muss: Bis zu 5 Prozent der von Insekten gestochenen Menschen reagieren nach Angaben des Ärzteverbands Deutscher Allergologen weniger harmlos auf Bienen- oder Wespengift. Sie erleiden Juckreiz, Hautquaddeln, Atemnot, Schwindel oder Übelkeit. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen. Rund 20 Todesfälle nach Stichen von Bienen, Wespen oder Hornissen werden laut Allergieinformationsdienst jährlich gemeldet, Experten schätzen die Dunkelziffer aber höher ein.
Was schützt vor Wespen?
Nahrungsmittel im Freien sollten abgedeckt und Reste zügig weggeräumt werden. Sinnvoll kann es auch sein, an einer entfernten Ecke des Gartens eine Schale, etwa mit Fallobst oder reifen Bananen, aufzustellen, die Wespen ablenkt. Zudem helfen ein paar Stöße aus einer mit Wasser gefüllten Sprühflasche. Die Wespe denkt, dass es zu regnen beginnt, und macht sich davon.
Ein Geheimtipp: Wespen mögen keine Schokolade. Deshalb könne ein Schokoladenkuchen eine Alternative für den Kaffeetisch sein, meint die Deutsche Wildtier Stiftung.
Darf man Nester selbst entfernen?
Nein, denn Wespen stehen in Deutschland unter Artenschutz. Sie bestäuben Blumen und fressen Schädlinge wie Mücken und Motten. Bewohnte Nester dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne Not entfernt werden. Das gilt auch für Hornissen. Verstöße dagegen können je nach Bundesland mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.
Unter Umständen können Nester fachgerecht entfernt werden, wenn sich etwa ein Kindergarten oder Altenheim in der Nähe befindet oder Allergiker in direkter Umgebung des Nests leben. Für dessen Umsiedlung wenden sich Betroffene am besten an Umweltämter, die Naturschutzbehörden der Städte und Landkreise, an örtliche Naturschutzorganisationen oder professionelle Schädlingsbekämpfer.
Im Herbst erledigt sich das Wespenproblem meist von selbst. Wespen überwintern als Einzeltiere und geben ihr altes Nest auf, um im Frühjahr ein neues zu bauen. Wespen besiedeln übrigens keine verlassenen Nester. Deshalb raten Umweltexperten, leere Nester hängenzulassen.

Wespen stehen in Deutschland unter Artenschutz und bewohnte Nester dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne Not entfernt werden.
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Mit Material von AFP



