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Deutsche Tennisgeschichte: Nach 35 Jahren tritt Zverev in Boris Beckers Fußstapfen

Wien ließ sich nicht lumpen: Nach dem verwandelten Matchball von Alexander Zverev zum Viertelfinal-Einzug mit einem Ass bauten die Turnier-Organisatoren eine große weiße Nummer 1 auf dem Tennisplatz auf.
Auf dieser verewigte sich der neue Spitzenreiter der Weltrangliste mit einem Autogramm, ehe sich der Hamburger erst mit seinem Vater Alexander Senior und dann mit seinem ganzen Team inklusive Freundin Sofia Thomalla daneben den Fotografen stellte.

Zverev dankt seinem Team

„Es ist eines der besten Gefühle auf der Welt, aber ich hätte das alles nicht geschafft, ohne die Leute, die jetzt in meiner Box sind“, sagte der Olympiasieger von Tokio gerührt.
„Wir sind seit 13 Jahren auf der Tour, und wir haben alles miteinander erlebt, ich habe mehr oder weniger dieselbe Mannschaft seit Beginn meiner Karriere. Dieser Verdienst ist nicht nur meiner.“

Aufklärung fürs Publikum

Mit 6:4 und 7:5 hatte Zverev zuvor bei dem ATP-500-Turnier in Österreichs Hauptstadt den Niederländer Tallon Griekspoor im Achtelfinale bezwungen. „Für alle, die nicht verstehen, warum ich nach einem Zweitrundensieg so jubele: Ich bin die Nummer eins der Welt geworden“, klärte er das sachkundige Publikum auf, das ihm stehend applaudierte.
Der 29-Jährige verteilte auch noch verbale Handküsse: „Es ist noch umso mehr besonders, es hier in Wien zu feiern, weil es ist ein deutschsprachiger Raum. Es ist ein Stadion …, es ist eines meiner absoluten Lieblingsstadien, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich zu 100 Prozent die Unterstützung hier habe. Es ist immer voll, immer eine Wahnsinnsatmosphäre, vielen Dank, dass ihr diesen Tag so besonders gemacht habt.“ Nächster Gegner ist der Brite Arthur Fery.
Ganz Wienerisch: Alexander Zverev mit Handkuss für seine Freundin Sophia Thomalla.

Ganz Wienerisch: Alexander Zverev mit Handkuss für seine Freundin Sophia Thomalla.

Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa

Zweiter Deutscher nach Boris Becker

Durch den Viertelfinal-Einzug löst Zverev am kommenden Montag den Italiener Jannik Sinner ab und wird als zweiter Deutscher nach Boris Becker die Nummer eins der Tennis-Welt.
Angesichts des verletzungsbedingten Saisonendes von Sinner stand bereits länger fest, dass Zverev das Jahr als Weltranglistenerster abschließen wird. Nun wird der zweimalige Grand-Slam-Titelgewinner bereits von Montag an offiziell als Nummer eins geführt.
Tennis-Legende Boris Becker wünscht sich mehr Kampfgeist bei Alexander Zverev. (Archivbild)

Tennis-Legende Boris Becker und Alexander Zverev. (Archivbild)

Foto: Harald Tittel/dpa

Zverev ist die 30. Nummer eins der Welt

Zverev ist erst der 30. Tennisspieler, der die 1973 eingeführte ATP-Weltrangliste anführen wird. Vor gut 35 Jahren hatte in Becker zuletzt ein deutscher Tennisspieler die Topposition innegehabt. Von den deutschen Tennisspielerinnen hatten dies lediglich Steffi Graf und Angelique Kerber im WTA-Ranking geschafft.

Nächster Meilenstein in einer Traumsaison

Damit erreichte Zverev in einer Traumsaison den nächsten Meilenstein. Bei den French Open hatte er sich von der großen Last befreit, womöglich als bester Tennisspieler ohne Grand-Slam-Titel in die Geschichte einzugehen. Gelöst holte er sich bei den US Open direkt den zweiten Major-Triumph. (dpa/red)