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Proteste an Frankreichs Schulen: Welche Rolle linke Organisationen spielen


In Kürze:

  • Die Schülerproteste in Frankreich richten sich gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen und marode Schulgebäude.
  • Laut einer Untersuchung von „Fox News Digital“ unterstützen Gewerkschaften, linke Parteien und Jugendorganisationen die Bewegung.
  • Internationale Medien wie „BreakThrough News“ verbreiten Bilder der Proteste, eine Steuerung aus dem Ausland ist damit jedoch nicht belegt.

 
Die Proteste, die im September in der Pariser Region ihren Ausgang nahmen, haben weiterhin konkrete schulische Missstände zum Gegenstand: Lehrermangel, überfüllte Klassen und marode Schulgebäude. Mit ihrer Ausweitung auf das ganze Land wächst jedoch auch die Unterstützung durch Gewerkschaften und politische Akteure.
Eine Untersuchung von „Fox News Digital“ befasst sich mit der Rolle dieser Akteure bei der Ausweitung der Forderungen. Deren Präsenz allein belegt jedoch nicht, dass die Bewegung zentral gesteuert wird.

Wer die Schülerproteste unterstützt

Die Untersuchung unterscheidet unter anderem zwölf Gewerkschaftsorganisationen, acht kommunistische oder sozialistische Organisationen sowie vier politische Parteien. Zu den genannten Akteuren zählen die Gewerkschaften CGT und Force ouvrière, die Linkspartei La France insoumise und die Kommunistische Partei Frankreichs. Auch Elternvereinigungen und Menschenrechtsorganisationen werden aufgeführt. Die erfassten Gruppen stehen damit für unterschiedliche Formen des Engagements.
Jugendorganisationen spielen eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung; politisch sind viele von ihnen dem linken Spektrum zuzuordnen. Die Union syndicale lycéenne, die Union étudiante, die FAGE und die UNEF werden als Organisationen genannt, die zur Mobilisierung der Teilnehmer beigetragen haben. Zu den 15 erfassten studentischen, genauer gesagt jugendpolitischen, Gruppen zählen auch kommunistische Jugendbewegungen. Die Kategorie umfasst daher nicht ausschließlich Schülervertretungen oder schulbezogene Gewerkschaften.
Wie die BBC in einer Reportage über die Ausweitung der Proteste berichtet, schlossen sich den Gymnasiasten zunächst Studenten und später eine gewerkschaftliche Koalition an. Auch Eltern und erwachsene Aktivisten beteiligten sich. Ihr Ziel sei es unter anderem gewesen, eine Art Schutzraum um die Jugendlichen zu schaffen. Die Unterstützung kann somit sowohl dem Schutz und der Begleitung der Demonstranten als auch dem Bestreben dienen, die Proteste politisch auszuweiten.

Internationale Medien verbreiten Bilder der Proteste

Die Untersuchung widmet „BreakThrough News“ besondere Aufmerksamkeit. Das in New York ansässige Medium verbreitet Videos und Beiträge über die Proteste in Frankreich. Laut der Untersuchung wird es von dem US-amerikanischen Geschäftsmann Neville Roy Singham finanziert, der in Shanghai lebt. Die Berichterstattung des Mediums ordnet die Demonstrationen in einen größeren Zusammenhang von Protesten gegen Austeritätspolitik ein.
Der Bericht verweist außerdem auf Solidaritätsbekundungen der Kommunistischen Jugend Griechenlands, Veröffentlichungen der Indian Alliance Paris sowie die Verbreitung von Bildmaterial durch den in Caracas ansässigen Sender „teleSUR“. Einige dieser Akteure nutzen Eilmeldungen unter der Kennzeichnung „Breaking News“ und stellen die Ereignisse in Frankreich in einen Zusammenhang mit Protesten in anderen Ländern. Dadurch erhalten die Schulblockaden eine Aufmerksamkeit, die weit über ihre ursprüngliche geografische Reichweite hinausgeht.
Die Verbindungen zu den Vereinigten Staaten betreffen insbesondere die digitale Verbreitung von Inhalten und die Beziehungen zwischen Aktivistennetzwerken. Dabei muss jedoch zwischen medialer Verstärkung, öffentlicher Solidarität und operativer Organisation unterschieden werden. Die angeführten Beispiele dokumentieren mediale Verbreitungswege und Verbindungen zwischen verschiedenen Akteuren. Für sich genommen belegen sie nicht, dass die Proteste in Frankreich aus dem Ausland gesteuert werden.

Konkrete Forderungen im Mittelpunkt der politischen Reaktion

Die Frage nach politischem Einfluss ändert nichts an den Problemen, die die Schüler ursprünglich auf die Straße gebracht haben. Aktuelle Reportagen schildern den Zustand heruntergekommener Schulgebäude, fehlende Lehrkräfte und überfüllte Klassen. Diese Missstände bildeten den Ausgangspunkt der Mobilisierung, bevor sich die Proteste auf weitere Forderungen ausweiteten und zusätzliche Unterstützer gewannen.
An den Schulen wurden Gesprächsformate organisiert, um die Spannungen abzubauen. Die Regierung will nach eigenen Angaben auf die Probleme des Schulsystems reagieren, lehnt Gewalt jedoch ab. Die Schülervertreter fordern ihrerseits konkrete Maßnahmen und halten die bislang angekündigten Reaktionen für unzureichend.
 
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.fr unter dem Titel „Blocage des lycées : 50 organisations identifiées autour du mouvement dont seulement 15 organisations lycéennes“. (deutsche Bearbeitung: vm)