In Kürze:
- Andy Serkis lehnt eine Besetzung nach reinen Diversitätskriterien ab.
- Für „The Hunt for Gollum“ soll die Geschichte über politischen Vorgaben stehen.
- Hollywood setzt bei vielen Produktionen zunehmend auf vielfältigere Besetzungen.
Hollywood setzt seit Jahren auf mehr Diversität bei Filmproduktionen. Nun hat sich Andy Serkis, der als Gollum aus der „Herr der Ringe“-Trilogie weltberühmt wurde, gegen eine politisch motivierte Neubesetzung des kommenden Films ausgesprochen. Für ihn müsse die Besetzung zur Geschichte passen – und nicht politischen Vorgaben folgen.
Andy Serkis: Keine Besetzung nach politischen Vorgaben
Andy Serkis, der Gollum in der „Herr der Ringe“-Trilogie verkörperte, befindet sich derzeit in Neuseeland. Dort führt er beim neuen Film „The Hunt for Gollum“ Regie und übernimmt erneut eine Rolle vor der Kamera. Der Kinostart ist für das kommende Jahr geplant.
Im Gespräch mit der BBC wurde Serkis auf eine mangelnde ethnische Vielfalt der ursprünglichen „Herr der Ringe“-Filme angesprochen – ein Thema, das mehr als 20 Jahre nach deren Veröffentlichung weiterhin diskutiert wird.
„Tolkien selbst wurde stark von der nordischen Mythologie beeinflusst“, erklärte Serkis.
„Das Auenland wirkt sehr … sehr weiß. Die Bewohner kümmern sich nicht darum, was außerhalb der Grenzen des Auenlands geschieht, aber sie wissen, dass sie keine Menschen haben wollen, die von außerhalb hereinkommen.“

Eine Statue von Gollum aus „Der Herr der Ringe“ während der New York Comic Con 2025 im Jacob K. Javits Convention Center in New York City.
Foto: Roy Rochlin/Getty Images für ReedPop
„Kein politisch korrektes Recasting“
Serkis räumte ein, dass es Kritik an der Besetzung der früheren Filme gegeben habe. Für den neuen Film lehnt er jedoch eine Neubesetzung aus politischen Gründen ab.
„Ich glaube nicht, dass wir aus Gründen der politischen Korrektheit eine Neubesetzung vornehmen werden – nur um eine Version des Films zu schaffen, bei der man für die Besetzung Kästchen abhakt.“
Entscheidend sei vielmehr, ob eine Besetzung inhaltlich zur Geschichte passe. „Es kommt also im Grunde darauf an, wo [die Besetzung] relevant ist“, sagte Serkis.
Diversität ist in Hollywood zum Standard geworden
In den vergangenen Jahren hat Hollywood verstärkt auf ethnisch und geschlechtlich vielfältige Besetzungen gesetzt.
Zu den bekanntesten Beispielen zählen Halle Bailey als Arielle in der Neuverfilmung von „Arielle, die Meerjungfrau“ aus dem Jahr 2023 sowie Rachel Zegler als Schneewittchen in der Realverfilmung von 2025.
Auch Amazons Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ sorgte mit einer bewusst vielfältigeren Besetzung, darunter schwarze Elben, für Diskussionen.
Kritik gab es zudem an Christopher Nolans kommender Verfilmung von Homers „Odyssee“, in der afroamerikanische und Transschauspieler mitwirken.

(v. l. n. r.) Emma Thomas, Christopher Nolan, Zendaya, Samantha Morton und Elliot Page besuchen die Weltpremiere von „The Odyssey“ im Odeon Luxe Leicester Square in London.
Foto: Gareth Cattermole/Getty Images
Australien setzt ebenfalls auf mehr Vielfalt
Auch außerhalb Hollywoods wird Diversität in Film und Fernsehen gezielt gefördert. Ein Bericht der staatlichen Filmförderung Screen Australia aus dem Jahr 2023 kam zu dem Ergebnis, dass seit 2016 deutlich mehr Aborigines, Menschen mit Behinderungen, LGBT-Personen sowie Schauspieler nicht-europäischer Herkunft in australischen Produktionen zu sehen sind.
Australiens Kulturminister Tony Burke erklärte dazu, Zuschauer sollten in heimischen Produktionen ein „modernes Australien“ wiedererkennen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Andy Serkis Rejects Diversity Push for New Lord of the Rings Film“. (Deutsche Bearbeitung: zk)