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Nach Friedenspflicht-Ende: IG Metall kündigt massive Warnstreiks für kommende Woche an

Die Gewerkschaft IG Metall hat für die kommende Woche massive Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie angekündigt. „Die Quittung werden einzelne Aktionen schon am Sonntag und massive Warnstreiks kommende Woche sein“, sagte das für Tarifpolitik zuständige IG-Metall-Vorstandsmitglied Nadine Boguslawski der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagausgabe). Die Arbeitgeber hätten mit ihrem bisherigen Angebot die Beschäftigten provoziert.

Friedenspflicht endet um Mitternacht

Die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen für rund 3,7 Millionen Beschäftigte läuft in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht aus. Die Gewerkschaft hatte bereits am Freitag bundesweite Warnstreiks ab Sonntag angekündigt. Boguslawski verlangte nun eine Nachbesserung des Arbeitgeberangebots. „Die Arbeitgeber müssen nachlegen, wir brauchen eine ordentliche, in den Lohntabellen wirksame Erhöhung der Gehälter“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“.

Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent ab 2028

Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens im Juli 2027 sowie eine dauerhafte Lohnerhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028. Boguslawski bezeichnete dies als „Minusangebot“. Die Erhöhung liege unter den erwarteten Inflationsraten, sodass die Beschäftigten Kaufkraft verlören. Zudem sei die angebotene Laufzeit bis Ende 2028 zu lang.

IG Metall fordert fünf Prozent und Gewinnbeteiligung

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte besonders erfolgreicher Unternehmen, etwa in der Luftfahrt-, Werft- oder Rüstungsindustrie. Da sich die IG Metall der „besonderen Situation“ der Branche bewusst sei, bleibe sie mit ihrer Forderung bereits zwei Prozentpunkte unter der letzten Tarifrunde, sagte Boguslawski. Im Gegenzug fordere sie aber, dass Unternehmen, denen es besonders gut gehe, „Beschäftigte an ihren Gewinnen zusätzlich beteiligen“.
„Warnstreiks sind kein abgedroschenes Ritual, sondern ein Recht der Beschäftigten gegen die einseitige Macht der Arbeitgeber“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“ weiter. Mit ihrer „kümmerlichen Offerte“ nähmen die Arbeitgeber „die Warnstreiks billigend in Kauf“. (afp/red)

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