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G7-Gipfel verschärft Sanktionen gegen Russland

Evian: Im Bemühen um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben die G7-Staaten bei ihrem Gipfel im französischen Evian den Druck auf Russland verstärkt und verschärfte Sanktionen angekündigt.

Trump lenkt ein und kündigt neue Öl-Sanktionen an

Nach monatlicher Fokussierung auf den Konflikt mit dem Iran zeigte sich auch US-Präsident Donald Trump am Dienstag bereit, auf diplomatischem und wirtschaftlichem Weg auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzuarbeiten.
Trump forderte Moskau auf, Verhandlungen aufzunehmen: „Russland sollte ein Abkommen schließen.“ Der US-Präsident kündigte an, zuvor ausgesetzte Sanktionen gegen russische Öl-Exporte wieder in Kraft zu setzen. Dies sei nun möglich, da nach einer Einigung mit Teheran das Öl aus der Golfregion wieder über die Straße von Hormus auf den Weltmarkt fließe.
Trump räumte ein, die Ukraine zuletzt aus den Augen verloren zu haben. Er wolle sich nun jedoch wieder intensiv einbringen, da er das monatliche Sterben tausender junger Menschen beenden wolle.
Er traf in Evian den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem bilateralen Gespräch. Selenskyj nimmt auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron als Gast am Gipfel teil.

Westen nimmt russische „Schattenflotte“ ins Visier

Nach Angaben aus französischen Diplomatenkreisen einigten sich die G7-Staaten darauf, den Druck auf Russland insbesondere durch Sanktionen auf Öl und Gas zu erhöhen sowie weitere Militärhilfen zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr bereitzustellen.
Konkrete Maßnahmen folgten prompt: Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte 70 neue Sanktionsmaßnahmen seines Landes an.
Diese betreffen unter anderem 20 Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte, mit denen Moskau das bestehende Ölembargo umgeht.
Ziel sei es, dass „Russlands Kriegsmaschine zum Stillstand kommt“, so Starmer. Auch Kanadas Regierungschef Mark Carney kündigte zusätzliche Sanktionen an, die auf mehr als 160 Akteure im Umfeld dieser Schattenflotte abzielen.

Selenskyj dankt Merz für Unterstützung

Russland selbst zeigte zuletzt kein Interesse an Verhandlungen und setzte seine Angriffe fort. In der Nacht zum Montag war nach gezielten russischen Drohnenangriffen die zum Weltkulturerbe zählende Kathedrale des Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten.
„Es ist großartig, dass alle verstehen, dass Russland nicht gewinnen wird“, sagte Selenskyj nach den Beratungen.
Am Rande des Gipfels traf er auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusammen, um über die Lage an der Front zu beraten. Selenskyj dankte Deutschland ausdrücklich für die Unterstützung bei der Luftverteidigung.
Merz hatte im Vorfeld des Gipfels die Hoffnung geäußert, dass sich angesichts jüngster militärischer Erfolge Kiews langsam wieder ein „Fenster für die Diplomatie“ öffnen könnte.
Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, unter allen G7-Teilnehmern herrsche Einigkeit über die härtere Gangart gegenüber Moskau; auch bei Trump sei eine deutliche „Änderung der Tonalität“ festzustellen gewesen. (afp/red)

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