Angesichts gewalttätiger Ausschreitungen und Plünderungen nach den Jugendprotesten am Samstag fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ein hartes Durchgreifen gegen die Täter.
„Gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert, sagte der CSU-Politiker der „Bild“. Man habe Randalierer und Plünderer identifiziert und diese würden zur Rechenschaft gezogen.
„Auf diesen Landfriedensbruch müssen harte Strafen folgen“, so Dobrindt. Grundsätzlich lobte der Innenminister das Einsatzkonzept der Polizei:
„Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert.“
Das Einsatzkonzept der Polizei mit massiver Präsenz und dezentraler Kräfteaufstellung sei aufgegangen.
Hamas-Sympathisanten auf den Straßen unerwünscht
Unterdessen kamen auch aus der Unionsfraktion Rufe nach Konsequenzen. „Hamas-Sympathisanten und Plünderungen haben auf unseren Straßen nichts verloren“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der „Rheinischen Post“. Deshalb erwarte er vom Rechtsstaat „Konsequenz und eine unmissverständliche Antwort auf solche Extremisten“.
Die Schüler und Studenten hätten berechtigte Anliegen geäußert, sagte Krings weiter. In Deutschland habe jeder Bürger das Recht, sich friedlich zu versammeln.
„Aber die Sicherheitsbehörden müssen genau im Blick haben, ob diese Versammlungen vom linksextremen Spektrum gekapert werden.“
Das sei eine „übliche Strategie von Linksextremisten“, sagte der Rechtsexperte der Fraktion. „Und wir sehen solche Entwicklungen ab Tag eins dieser Proteste.“
Auch Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner verurteilte die Ausschreitungen nach den bundesweiten „GenZ“-Protesten. „Gewalt schadet dem berechtigten Anliegen der vielen, die friedlich protestiert haben“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“ vom Montag. „Wo es Ausschreitungen gab, verurteile ich das klar.“
Zugleich lobte sie die eigentlichen Demonstrationen. Die Botschaft der junge Leute sei unüberhörbar. Die Bundesregierung müsse darauf „antworten“.
Frankfurt, Hamburg, Berlin, Leipzig, Bremen, Köln
Nach zunächst weitgehend friedlichen „GenZ“-Protesten kam es in mehreren deutschen Städten am Samstagabend zu Ausschreitungen.

Am 31. Oktober 2026 nehmen Menschen an einer von „GenZ regelt!“ organisierten Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin teil.
Foto: Ralf Hirschberger/AFP via Getty Images
Vor allem in Frankfurt am Main eskalierte die Lage zwischenzeitlich – dort wurden mehrere Läden geplündert, darunter auch ein Waffengeschäft. In Hamburg und Köln brannten ebenfalls Barrikaden, in Berlin wurden mehrere Polizisten verletzt. Die Polizei setzte an mehreren Orten unter anderem Wasserwerfer ein, um der Lage Herr zu werden.
Aus Berlin meldete die Polizei 56 Festnahmen, 27 leicht verletzte Polizisten und „zahlreiche Straftaten“ nach einem Aufzug im Bezirk Mitte.
Vorfälle nach den eigentlichen „Gen Z“-Protesten gab es auch in Leipzig. Dort berichtete die Polizei von etwa 250 Menschen, die unter anderem Pyrotechnik zündeten, Haltestellen beschädigten und Gegenstände auf eine Straße zogen.
In Bremen beschädigten Randalierer laut Polizei schon am früheren Abend mehrere Autos, zündeten Müllcontainer an und bewarfen Beamte.

Bereitschaftspolizei während Zusammenstößen mit linken Demonstranten bei einem GenZ-Demonstrationszug am 31. Oktober 2026 in Hamburg bei einem Wasserwerfer.
Foto: Alexander Koerner/Getty Images
In einigen Städten kam es bereits bei Versammlungen am Nachmittag zu Zusammenstößen. In Köln wurde die Demonstration nach Polizeiangaben vorzeitig aufgelöst, nachdem sich einzelne Teilnehmer vermummten und Pyrotechnik zündeten.
Anschließend kam es demnach zu Angriffen auf Beamte, woraufhin die Einsatzkräfte Wasserwerfer gegen eine „Störergruppe“ einsetzte. Starke Kräfte waren zudem im Einsatz in der gesamten Innenstadt. Es sei aber zunächst nicht zu Plünderungen gekommen, betonte die Polizei. (afp/dts/red)

