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WM verbindet Fans aus aller Welt: Fans von Gastfreundschaft begeistert


In Kürze:

  • Spielerisch sind die USA im Achtelfinale ausgeschieden. Als WM-Gastgeber spielen sie aber weiter an der Weltspitze.
  • Über eine Million Fans erleben ein vielseitiges Land mit großen Stadien, Städten und Events – und teils hohen Preisen.
  • Essen, Gastfreundschaft und regionale Besonderheiten sorgen für vielfach bleibende Eindrücke bei Gästen und Einheimischen
  • Die Weltmeisterschaft stärkt kulturelle Verbindungen zwischen Fußballfans aus aller Welt.

 
Von Hummerbrötchen und Barbecue bis zu beeindruckenden Skylines und riesigen Stadien: Fußballfans aus aller Welt entdecken die besondere Atmosphäre in den USA. In der „Stadt der brüderlichen Liebe“ – Philadelphia – trafen Anhänger der größten und leidenschaftlichsten Rivalitäten des Weltfußballs in einer FIFA-Fanzone zusammen, um gemeinsam ein Bier zu trinken, zu feiern und bei einem lockeren Fußballspiel neue Freundschaften zu schließen.
Rory Prenter aus Belfast in Nordirland trug stolz ein US-Trikot, als er bei einem WM-Fan-Fest gemeinsam mit seinem Vater Paul, seinen Brüdern Patrick und Oliver sowie neu gewonnenen internationalen Freunden an einem Mini-Fußballspiel teilnahm. „Es ist unglaublich“, sagte Rory, der zusammen mit seinem Bruder Oliver im Nachwuchsbereich für Nordirland spielt. „Ich liebe es hier.“
Obwohl sich Nordirland nicht für das Turnier qualifizieren konnte, genießen die Prenters die WM-Atmosphäre in den USA. Vater Paul zeigte sich besonders beeindruckt davon, wie eine Metropole mit riesigen Wolkenkratzern und beeindruckender Größe gleichzeitig so herzlich und persönlich wirken könne.
„Clare und ich haben unseren Kindern vor Jahren versprochen, dass wir eines Tages für eine Weltmeisterschaft irgendwohin reisen würden“, sagte er gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times. „Ich bin froh, dass wir uns für diese entschieden haben.“
Am 30. Juni verbrachte die Familie im Philadelphia FIFA-Fan-Festival im Lemon Hill Park einen unvergesslichen Tag. Die kostenlose Veranstaltung bot zahlreiche Fußballspiele, interaktive Simulatoren, Live-Unterhaltung und Übertragungen der WM-Partien auf großen Bildschirmen – ein Treffpunkt für Fans aus aller Welt.

(V. l. n. r.) Paul, Clare, Patrick, Oliver und Rory Prenter berichten nach einem Kleinfeld-Fußballspiel beim FIFA Fan Festival in Philadelphia am 30. Juni 2026 von ihren Erlebnissen während ihrer USA-Reise. Rory und Oliver spielen im Nachwuchsbereich für ihre Heimat Nordirland.

Foto: Aaron Gifford/The Epoch Times

Die Prenters gehören zu den Millionen Besuchern, die anlässlich der WM-Spiele und der zahlreichen Veranstaltungen in die Vereinigten Staaten reisen. Ihre Geschichte steht stellvertretend für unzählige Erlebnisse von Reisenden aus aller Welt, die von ihren Entdeckungen in Amerika berichten – und davon, wie sehr sie ganze Städte und deren besondere Atmosphäre schätzen und teilweise regelrecht ins Herz schließen.
In den sozialen Medien verbreiten sich zahlreiche Beiträge ausländischer Fans, die von typisch amerikanischen Erlebnissen begeistert sind: vom texanischen Barbecue, über die gigantischen Reisezentren von Buc-ee’s und riesige Einkaufswelten bis hin zu außergewöhnlich großen Essensportionen – samt Ranch-Dressing – und beeindruckenden Stadien.

Nicht nur die USA: Auch Fans hinterlassen bleibenden Eindruck

Halvor Francke und drei seiner Söhne waren in ihren norwegischen Nationaltrikots unterwegs, als sie in Philadelphia einen Touristenbus bestiegen. Für umgerechnet 4,40 Euro konnten Fahrgäste den ganzen Tag unbegrenzt mitfahren. Zum Vergleich: In Berlin kostet ein Tagesticket das Doppelte. Zuvor hatte die Familie bereits New York City und Boston besucht, wo sie das Spiel Norwegen gegen Frankreich verfolgte. Ihr letzter Stopp führte sie nach Washington, um dort die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli mitzuerleben.
„Boston kann man hervorragend zu Fuß erkunden und die Stadt hat tatsächlich ein eher europäisches Flair“, sagte Francke gegenüber der Epoch Times. „Außerdem gibt es dort wirklich sehr freundliche Menschen.“
Boston entwickelte sich auch für eine andere Fangruppe zur Lieblingsstadt in den USA: die schottische Tartan Army. Zwar schieden die Schotten bereits in der Gruppenphase aus, doch ihre Fans verwandelten „Beantown“ mit Dudelsäcken, Kilts und ausgelassener Stimmung in eine große Fußballparty. Pubs wie der Sam Adams Taproom waren erfüllt von Gesängen und feiernden Fans unterschiedlicher Nationen. Zahlreiche Statuen wurden mit Verkehrshütchen geschmückt, während Straßen spontan zu Fanmeilen und Paraderouten wurden. Die Stadt schloss ihre Besucher schließlich ins Herz – und Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu ernannte Glasgow zur neuen Partnerstadt, was die Schotten ihrerseits unterstützen.
Zurück in Philadelphia zeigte sich Francke begeistert vom sonnigen Wetter und den warmen Temperaturen. Auch der Regen während des Spiels konnte seine Stimmung nicht trüben. Die amerikanischen Stadien seien deutlich größer als alles, was er aus Norwegen und England kenne, und auch die gesamte Show rund um die Spiele sei etwas, an das man sich erst gewöhnen müsse, sagte er.
„In Europa sorgen die Fans selbst für die Unterhaltung – hier braucht es keine Unterstützung“, erklärte er. Dort würden Anhänger Gesänge anstimmen und Vereinslieder singen, die teilweise seit mehr als hundert Jahren bestehen. „Hier ist es etwas stärker inszeniert. Auf der großen Anzeigetafel erscheint zum Beispiel eine Aufforderung wie: ‚Macht Lärm.‘“
Auch ihre norwegischen Landsleute ließen sich nicht lange bitten und sorgten selbst für Unterhaltung. Die reisende nordische Fangruppe wurde weltweit bekannt, indem sie an verschiedenen Orten in den Gastgeberstädten auftauchte – unter anderem am Times Square in New York City – und dort ihren inzwischen legendären „Ro!“-Rudergesang aufführte.
„Es ist anders hier, aber wirklich schön“, sagte Francke. „Amerika war großartig.“
Auch Besucher Alejandro Barrantes sammelte in New York City und Miami unvergessliche Eindrücke. Zusätzlich wird er die WM-Austragungsorte Philadelphia und Dallas besuchen.
Barrantes stammt aus Kolumbien und lebt in Mexiko. Er sagte, dass er sich vorstellen könne, eines Tages in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten. Viele Menschen in Lateinamerika, erklärte er, sähen die USA als ein Land voller Möglichkeiten.
„Man kann alles erreichen, was man möchte, und man spürt diese Energie, dass man tatsächlich dazu fähig ist“, sagte er gegenüber der Epoch Times während seines Aufenthalts in New York City. „Genau das ist die größte Magie dieser Stadt.“

Fußball und Kulinarik

Die Möglichkeit, Amerika zu besuchen und Teil des globalen Turniers zu sein, lockte auch Besucher an, die nicht ihrer eigenen Nationalmannschaft folgten.
David Ozga, professioneller Trainer und ehemaliger Spieler des polnischen Vereins Górnik Zabrze, reiste gemeinsam mit seiner Frau Patricia aus Polen in die Region Philadelphia, um mit amerikanischen Verwandten die Weltmeisterschaft zu feiern. Sie unterstützten Frankreich, nachdem Polen an der Qualifikation für das Turnier gescheitert ist.
Die Familie nutzte die Gelegenheit, die historische erste Hauptstadt der Vereinigten Staaten kennenzulernen. Dazu gehörte auch ein Besuch der berühmten 72 steinernen „Rocky Steps“ am Philadelphia Museum of Art sowie die erste Kostprobe eines klassischen Philly Cheesesteaks.
„Fettig“, sagte Patricia Ozga gegenüber der Epoch Times, „aber gut.“
David Ozga freute sich außerdem über die Nachricht, dass Robert Lewandowski, der als einer der größten polnischen Fußballspieler aller Zeiten gilt, zu Chicago Fire in die Major League Soccer wechseln könnte. Dies stärke die Verbindung vieler Polen zu den Vereinigten Staaten, sagte er – besonders in einer Stadt mit einer großen polnischstämmigen Gemeinschaft.
„Ich habe es hier geliebt“, sagte er. „Alles daran.“

Die Familie Ozga aus Zabrze in Polen feiert gemeinsam mit Verwandten aus New Jersey die Weltmeisterschaft beim FIFA Fan Festival in Philadelphia am 30. Juni 2026. David Ozga ist professioneller Trainer und ehemaliger Spieler des polnischen Fußballvereins Górnik Zabrze.

Foto: Aaron Gifford/The Epoch Times

Francke wiederum erklärte, Boston sei bislang seine Lieblingsstadt in den USA gewesen. Besonders die Hummerbrötchen hätten für ihn zu den besten kulinarischen Entdeckungen der Reise gehört.
Cheesesteaks und Hummerbrötchen dabei stehen stellvertretend für eine weitere große Überraschung vieler europäischer Besucher: die amerikanische Küche. Ob Waffle House, Chick-fil-A oder ein typisch amerikanischer Barbecue-Stand – zahlreiche Touristen schwärmten in sozialen Medien von Speisen, die für viele Amerikaner zum Alltag gehören. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den großen Portionen, den intensiven Geschmäckern und der Qualität der Gerichte.
Als die Gruppenphase endete und viele Fans die Heimreise antraten, wollten sie ein Stück amerikanische Esskultur mit nach Hause nehmen. Die US-Transportsicherheitsbehörde TSA veröffentlichte sogar Hinweise dazu, wie ausländische Reisende Ranch-Dressing sicher durch die Flughafenkontrolle bringen können. Gleichzeitig zeigten Videos in sozialen Medien britische Besucher, die in ihren heimischen Gärten mit Gewürzmischungen grillten, die sie aus Texas mitgebracht hatten. – Ein Geheimtipp der Amerikaner: Ranch-Dressing kann man selbst machen.

Positiv überrascht

Frankreichs 3:0-Sieg gegen Schweden am 30. Juni konnte Axel Insulanders Begeisterung für seine WM-Reise nicht schmälern. Der einzige Kritikpunkt des Schweden war der öffentliche Nahverkehr zu den Spielstätten, der deutlich teurer sei und längere Fußwege erfordere als in Europa. Überrascht zeigte er sich auch über die hohen Kosten in den großen amerikanischen Städten, die er besucht hatte – insbesondere für Hotels, Essen und Transport. Und er ist nicht der Einzige.
Nicolás Martinez, ein kolumbianischer Staatsbürger und früherer USA-Besucher, stellte ebenfalls fest, dass die Preise seit seiner letzten Reise deutlich gestiegen seien, vor allem bei Bier. Im Stadion Santa Clara nahe San Francisco kostete der halbe Liter Gerstensaft umgerechnet knapp 20 Euro.
Dennoch sei es beeindruckend, so viel Begeisterung, Fankultur und internationale Vielfalt in Restaurants und auf öffentlichen Plätzen zu erleben, sagte Martinez.
Insulander betonte wiederum, dass die Menschen in allen drei Städten äußerst freundlich gewesen seien. Besonders Boston und Philadelphia hätten ihn positiv überrascht.
„Boston fühlte sich anders an. Es war ruhiger, würde ich sagen – zumindest im Vergleich zu New York“, sagte Insulander gegenüber der Epoch Times. „Philadelphia war ebenfalls eine schöne Überraschung. Ich dachte, es würde vielleicht mehr Armut geben und eine ganz andere Atmosphäre haben.“

Das Beste daraus machen

Auch negative Erlebnisse konnten die Begeisterung mancher Besucher nicht trüben. Tara, ein kambodschanischer Reisender, der nur seinen Vornamen nannte, fiel auf einen gefälschten Online-Ticketanbieter herein, der Karten für das Spiel Portugal gegen Usbekistan anbot. Trotzdem machten er und seine Familie das Beste aus ihrer Reise durch die USA und besuchten Texas, Washington und New York City.
Besonders beeindruckt zeigten sie sich von der Sicherheit und der umfangreichen Organisation, die oft unbemerkt bleibe. Während der gesamten Reise hätten sie sich sicher, willkommen und gut aufgehoben gefühlt.
„Ich liebe das Essen hier“, sagte Taras Sohn Drago gegenüber der Epoch Times in New York City.

Zuschauer versammeln sich vor dem MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, vor dem FIFA-WM-Spiel zwischen Frankreich und Schweden am 30. Juni 2026. Frankreich besiegte Schweden mit 3:0.

Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Nicht nur die großen Metropolen zogen internationale Besucher an. Freundschaftsspiele vor dem Turnier führten Fans auch in weniger bekannte Regionen wie Oxford in Mississippi und Auburn in Alabama.
11 der 16 Austragungsorte verteilten sich über die 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten. Daher entschieden sich viele Besucher, für mehrere Wochen Autos zu mieten. Zwischen den Spielen erkundeten sie Nationalparks, Strände, historische Sehenswürdigkeiten und die Einkaufstempel.
Ein australischer Besucher schrieb in sozialen Medien, dass ein Strand in Florida, den er besucht hatte, mit den schönsten Stränden seines Heimatlandes mithalten könne.
Als die Tartan Army Boston verlassen musste, um Brasilien in Miami zu unterstützen, dokumentierten die schottischen Fans ihren Roadtrip entlang der Ostküste. Sie hielten fest, wann sie die Mason-Dixon-Linie – eine historische Grenze zwischen den Nord- und Südstaaten der USA – überquerten und besuchten Sehenswürdigkeiten wie die historische Festung Fort Sumter bevor sie schließlich South Beach und Little Havana in Miami mit derselben ausgelassenen Stimmung eroberten, die sie zuvor in Boston verbreitet hatten.

Mehr als nur Fußball: Die Gastgeberrolle der Städte

Auch wenn die Vereinigten Staaten nicht über dieselbe jahrhundertealte Geschichte und traditionelle Prachtentfaltung wie viele andere Nationen verfügen, hätten sie es geschafft, eine eigene Identität für ein besonderes und komfortables Weltmeisterschaftserlebnis zu entwickeln, so die Besucher. Entscheidend sei dabei, wie stark sich amerikanische Städte von europäischen und lateinamerikanischen Metropolen unterscheiden, sagte Maurice Smith, ein in Atlanta ansässiger Experte für Reise- und Gastgewerbestrategien, gegenüber Epoch Times.
Als Beispiel nannte er seine Heimatstadt Atlanta.
Die außerhalb der WM unter dem Namen Mercedes-Benz-Stadion bekannte Spielstätte etwa biete ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Architektur, moderner Technologie und vielfältigen gastronomischen Angeboten, das weltweit seinesgleichen suche, erklärte Smith gegenüber der Epoch Times.
„Das Stadion kann selbst Teil des Erlebnisses werden – nicht nur der Ort, an dem das Spiel stattfindet“, sagte er.
Die Verkehrsplaner in Atlanta und den anderen Gastgeberstädten seien sich bewusst gewesen, dass internationale Fans auf zuverlässige und einfach verständliche Bus- und Bahnverbindungen angewiesen sind. Deshalb sei frühzeitig dafür gesorgt worden, möglichst viele Kräfte zu bündeln. Zusätzlich hätten zahlreiche amerikanische Fahrdienstanbieter geholfen, mögliche Lücken im Verkehrssystem zu schließen.
Auch Polizei und Sicherheitskräfte hätten eine wichtige Rolle gespielt. Sie seien präsent gewesen, ohne einschüchternd zu wirken, und hätten gemeinsam mit Verkehrspersonal und Mitarbeitern aus dem Gastgewerbe als freundliche Ansprechpartner und Botschafter der Städte fungiert, sagte Smith.
„Für Besucher aus anderen Ländern kann sichtbare Unterstützung während eines Großereignisses entscheidend sein, damit eine Stadt leichter verständlich und zugänglich wirkt. Es geht nicht nur um Sicherheit – es geht auch um Orientierung“, erklärte er.
„Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass WM-Besucher nicht nur das Spiel bewerten, sondern das gesamte Erlebnis einer Stadt. Stadien sorgen für den ersten Wow-Effekt, aber Essen, Verkehr, Sicherheit, Service und lokale Kultur entscheiden darüber, ob Menschen mit einem positiven Eindruck nach Hause zurückkehren.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How America Won the Hearts of World Cup Soccer Fans“. (Deutsche Bearbeitung: zk,ts)

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