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Cicero: Fünf Schritte zu einem guten Gespräch

Wir alle kennen das: Wir treffen uns mit Freunden, unterhalten uns nach dem Gottesdienst oder nehmen an einer Netzwerkveranstaltung teil, doch trotz aller Bemühungen verläuft das Gespräch im Sande. Dafür kann es viele Gründe geben, aber im Allgemeinen liegt es entweder daran, dass unsere Gesprächspartner ins Stocken geraten, oder daran, dass uns selbst nichts einfällt, worüber wir reden könnten.
Solche Erfahrungen können entmutigend sein – vor allem für Menschen, die wissen, wie sehr ein gutes Gespräch das Leben verändern kann. Schließlich kann eine simple Unterhaltung jemanden ermutigen oder zu einem Umdenken bewegen, aber leider auch das Ansehen einer Person ruinieren.
Wie können wir gute Gesprächspartner sein, die mit ihren Worten etwas Positives bewirken? Der römische Philosoph und Staatsmann Marcus Tullius Cicero hat sich in seinem Werk „Von den Pflichten“ („De officiis“) mit einer ähnlichen Frage auseinandergesetzt und die folgenden fünf Tipps gegeben, die wir in unsere verbalen Interaktionen mit anderen einfließen lassen sollten:
„Der junge Cicero beim Lesen“ von Vincenzo Foppa (Fresko, 1464), heute in der Wallace Collection in London. Foto: Vincenzo Foppa, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

„Der junge Cicero beim Lesen“ von Vincenzo Foppa, Fresko, 1464, heute in der Wallace Collection in London.

Foto: gemeinfrei

Zuerst an andere denken

Es passiert unglaublich leicht, dass man im Gespräch in Selbstbezogenheit verfällt, sich auf Themen konzentriert, die einen selbst interessieren, oder – oft auf umständliche Weise – von den eigenen jüngsten Aktivitäten berichtet. Cicero riet jedoch dazu, langatmige und wortreiche Reden zu vermeiden, und betonte die Notwendigkeit von Höflichkeit im Gespräch. Das bedeutet, „andere nicht um ihr Wort zu bringen, als hätte man das alleinige Recht, gehört zu werden; sondern, wie in allen anderen Dingen auch […] den Wortwechsel nicht als ungerecht anzusehen.“
Wenn Sie also das nächste Mal in einem Gespräch sind, hören Sie sich selbst zu. Beurteilen Sie, ob Sie nur vor sich hin plappern oder ob Sie sich tatsächlich Zeit nehmen, Ihrem Gesprächspartner Fragen zu stellen und echtes Interesse an dem zeigen, was er zu sagen hat.

Klatsch und Tratsch vermeiden

Aus irgendeinem Grund neigen Gespräche oft dazu, in Gerede über andere abzugleiten. Eine solche Praxis ist in Ordnung, solange die Diskussion über andere lobenswert ist. Aber Gespräche, die andere herabsetzen, müssen laut Cicero um jeden Preis vermieden werden. Dies geschieht sowohl zum Wohl der anderen als auch um unseres eigenen Rufes willen. Menschen, die andere hinter deren Rücken verleumden oder diffamieren, so Cicero, „zeigen einen Mangel an moralischem Charakter“.

Themen mit Bedacht wählen

Wenn es tabu sein sollte, schlecht über andere zu reden, welche Themen sind dann erlaubt? Cicero schlug die Themen „private Angelegenheiten, Politik oder die Theorie und Praxis der Künste“ vor. Anders ausgedrückt: Wenn wir – selbstverständlich mit Bedacht – etwas über uns selbst preisgeben, sind aktuelle Nachrichten oder Filme, Sport, Bücher, Theaterstücke und andere Formen der Unterhaltung allesamt würdige Gesprächsthemen.
„Man muss jedoch Rücksicht auf die anwesenden Personen nehmen“, mahnte Cicero, „denn wir interessieren uns nicht alle zu jeder Zeit und in gleichem Maße für dieselben Dinge.“ Mit anderen Worten: Schätzen Sie Ihren Gesprächspartner ein und langweilen Sie ihn nicht mit Informationen, die ihn nicht interessieren.
Gutes Zuhören, das Vermeiden von Klatsch, die Wahl bedeutungsvoller Themen und das Wissen, wie man ein Gespräch beendet, können alltägliche Begegnungen in dauerhafte Verbindungen verwandeln. Foto: deepblue4you/iStock

Gutes Zuhören, das Vermeiden von Klatsch, die Wahl bedeutungsvoller Themen und das Wissen, wann ein Gespräch zu beenden ist, können aus alltäglichen Begegnungen dauerhafte Verbindungen machen.

Foto: deepblue4you/iStock

Das Gesprächsende nicht verpassen

Manche von uns sind Experten des „langen Abschieds“ – eine nette Umschreibung dafür, dass wir nie wissen, wie wir ein Gespräch beenden und taktvoll und würdevoll gehen sollen. Cicero ermahnte uns: „Beachtet stets […] die Dauer, über die sich die Freude am Gespräch erstreckt, und so wie es einen Grund für den Beginn gab, so soll es auch eine Grenze geben, an der ein Ende gesetzt wird.“ Das bedeutet, dass wir die Körpersprache unserer Gesprächspartner beobachten müssen. Wenn sie desinteressiert wirken oder es eilig haben, lassen Sie sie bereitwillig mit anderen sprechen, indem Sie sich verabschieden und jemanden anderen suchen, mit dem Sie sich unterhalten können.

Emotionen im Zaum halten

Auch wenn wir im Gespräch schnell erkennen, dass andere desinteressiert sind, sollten wir darauf achten, solches Desinteresse nicht in unserer eigenen Körpersprache preiszugeben. Cicero rät uns zudem, im Gespräch „übermäßige Emotionalität zu meiden“ – vor allem Emotionen wie Zorn. Denn, so Cicero, „mit Zorn lässt sich nichts richtig tun und nichts besonnen“.
Ciceros Schriften werden oft als Einflussquelle der amerikanischen Gründerväter angesehen, die neue Wege beschritten und eine Nation voller Würde, Respekt und Weisheit ins Leben riefen. Angesichts der derzeitigen Tendenz unserer Gesellschaft, gegeneinander zu wettern und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren – sei es in Onlinedebatten oder in persönlichen Gesprächen –, scheinen seine Ratschläge für die Amerikaner von heute ebenso nützlich zu sein. Wir müssten uns nur die Zeit nehmen, sie zu studieren und uns zu Herzen zu nehmen.
Dieser Artikel erschien im Original auf „1819 News“  und theepochtimes.com unter dem Titel „Cicero’s 5 Steps to a Good Conversation“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Bei gesellschaftlichen Events: Vom Überleben zum Aufblühen

Abschlussfeiern, Hochzeiten, Straßenfeste, Festivals, Familientreffen. Der Sommer bringt bekanntlich mehr soziale Termine im Kalender mit sich als alle anderen Jahreszeiten. Nicht für jeden ist das angenehm.
Insbesondere Introvertierte und Menschen mit sozialen Ängsten empfinden dahingehend einen intensiven Druck. Ein Ereignis, das ein Extrovertierter als fantastische Party betrachtet, lässt bei einem introvertierten Menschen die Hors d’oeuvres im Magen umdrehen, während er oder sie sich nervös in der Menge umschaut, um ein bekanntes Gesicht zu finden.

Angst vor gesellschaftlichen Anlässen verringern

„Große Menschenmengen sind normalerweise laut, was nicht mein Vibe ist“, erklärt Lori Downs gegenüber Epoch Times. Die Autorin, Ingenieurin und selbsternannte „Introvertierte mit einem Hauch von Angst“ sagt: „Ich mache mir auch Sorgen, dass ich Aufmerksamkeit auf mich ziehe, wenn ich am Ende alleine herumstehe und mit niemandem interagiere. Ich fühle mich genauso, wenn ich mit jemandem gekommen bin oder andere dort kenne.“
Introvertierte kämpfen sich auf Partys aus vielen Gründen ab, unter anderem wegen des Bombardements der vielen gleichzeitig stattfindenden Gespräche und des Drucks, Smalltalk machen zu müssen. Introvertierte fühlen sich auch unwohl bei dem Gedanken, dass (möglicherweise) viele Augen auf sie gerichtet sind, weil sie es nicht mögen, so „aufzutreten“, wie es Extrovertierte tun.
Sie empfinden es als ermüdend und zehrend, ein Lächeln auf dem Gesicht zu behalten, sich wiederholt vorzustellen, sich Sorgen darüber zu machen, wie sie aussehen oder ob sie etwas Falsches gesagt haben. Sie mögen es auch nicht, sich mit Smalltalkthemen zu beschäftigen, die sie nicht besonders interessant finden.
Nicht jeder fühlt sich bei gesellschaftlichen Anlässen wohl in seiner Haut. Doch dieser Zustand lässt sich durchbrechen. Foto: nullplus/iStock

Nicht jeder fühlt sich bei gesellschaftlichen Anlässen wohl in seiner Haut. Doch dieser Zustand lässt sich durchbrechen.

Foto: nullplus/iStock

Diese Angst vor gesellschaftlichen Anlässen lässt sich jedoch verringern. Dazu bedarf es eines klaren Planes, bevor man sich in die soziale Situation begibt. Zunächst sollte man die Angelegenheit in überschaubare soziale Ziele unterteilen und sich mögliche Fragen und Antworten im Voraus überlegen. Dabei sollte man die Erwartungen an sich selbst auf ein realistisches und erreichbares Maß beschränken.
„Ein Großteil davon spielt sich in unseren Köpfen ab“, sagt Downs. „Spiele es, wenn nötig, um in Gang zu kommen. Sei nicht unecht, aber wenn du dich selbst aufpuschst, dich von den anfänglichen Schwierigkeiten des Kennenlernens distanzierst oder deine schauspielerischen Fähigkeiten einsetzt, kannst du leichter in den natürlichen Fluss der Dinge kommen, sobald es läuft.“

Früh ankommen und sich Mikroziele setzen

Viele Experten raten dazu, eine einschüchternde soziale Interaktion in kleinere, besser handhabbare Stücke zu zerlegen. Der Psychologe und klinische Leiter Rod Mitchell gab im Gespräch mit Epoch Times ein paar Tipps für Introvertierte.
Er rät, zu Beginn der Party zu erscheinen, innerhalb der ersten 20 bis 30 Minuten. Zu dieser Zeit bilden sich noch kleine Gruppen von zwei oder drei Personen. Es ist weniger einschüchternd, ein Gespräch mit nur wenigen anderen zu beginnen, anstatt mit einer größeren Gruppe.
Dies ist eine Möglichkeit, es „aufzuteilen“. Mitchell schlägt außerdem vor, dass sich Introvertierte kleine Aufgaben stellen, wie etwa ein Wasserglas nachzufüllen. So haben sie einen vorgefertigten Einstieg und vermeiden unangenehmes Herumstehen.
Frühzeitiges Erscheinen kann gesellschaftliche Veranstaltungen weniger einschüchternd wirken lassen , da Gespräche meist in kleinen Gruppen beginnen, bevor die Gruppe größer wird. Foto: Deagreez/iStock

Frühzeitiges Erscheinen kann gesellschaftliche Veranstaltungen weniger einschüchternd wirken lassen. Gespräche beginnen meist in kleinen Gruppen, noch bevor die Gruppe größer wird.

Foto: Deagreez/iStock

Ein Teil der Partynervosität bei Introvertierten entsteht aus dem Gefühl, in einem Raum voller fremder Leute zu sein. Mit denen müsse man dann auch noch irgendwie interagieren. Wenn man dies jedoch in erreichbarere Ziele unterteilt, kann die Angst reduziert werden. „Lass es langsam angehen“, rät der Psychiater Dr. Vinay Saranga von der Saranga Comprehensive Psychiatry in einem Interview mit Epoch Times.
„Es gibt keinen Grund, zum Mittelpunkt der Party werden zu wollen. Und du musst auch nicht jeden im Raum treffen. Setze dir ein kleines Ziel, ein Gespräch mit zwei oder drei Personen zu beginnen, anstatt mit jedem auf der Party.“
Das Festlegen dieses realistischeren Ziels nimmt viel Druck weg – und das Erreichen eines Ziels kann es erleichtern, mehr zu erreichen.
„Die andere Sache, an die man sich erinnern sollte, ist, dass mit jedem Erfolg deine Angst nachlässt“, sagt Saranga.

Feste folgen in der Regel einem räumlichen Schema

In ähnlicher Weise ermutigt Diane Brandon Moody, eine Datingtrainerin für Frauen über 50, Introvertierte, ihr anfängliches Unbehagen zu überwinden.
„Das Erlernen einer neuen Fähigkeit verursacht ein gewisses Unbehagen, egal ob du lernst, wie man auf andere zugeht, oder ob du versuchst, Surfen oder Schlittschuhlaufen zu lernen“, erläutert Moody.
Auch hier erleichtert das Aufteilen des Prozesses in kleinere Häppchen und das Festlegen von Zwischenzielen den Prozess. Sie empfiehlt, eine Mindestzeit festzulegen, die man auf einer Party bleibt, beispielsweise 1 Stunde. Natürlich, wenn man Spaß hat, kann die Stunde auch verlängert werden. Wenn man sich aber die Erlaubnis gibt, nach 1 Stunde zu gehen, nimmt das den Druck weg.
Schon eine kurze Vorbereitung kann vieles erleichtern. Wer sich vorab Gedanken über mögliche Gespräche und sogar über die räumliche Situation macht, kann seine Anspannung deutlich verringern.
Partys – ob Grillfeste im Sommer oder ein Silvestertanz – folgen im Allgemeinen einem gleichen räumlichen Schema. Vanessa Van Edwards hat ein wissenschaftlich fundiertes System zur Entwicklung von zwischenmenschlichen Fähigkeiten entwickelt. Sie identifizierte drei Zonen bei diesen Arten von Veranstaltungen: die Startzone, die Sozialzone und die Nebenzone.
Die Startzone ist der Bereich am Eingang, in dem Menschen dazu neigen, am nervösesten zu sein, während sie sich auf die Situation einstellen. Die Sozialzone befindet sich in der Nähe von Essen und Trinken, denn dort fühlen sich Menschen tendenziell wohler. Die Nebenzone umfasst alle Bereiche, in denen Gäste ins Abseits geraten und es versäumen, neue Leute kennenzulernen.
Van Edwards empfiehlt einen Platz am Ende der Essensschlange oder an der Bar – dort, wo die anderen hinströmen werden, wenn sie sich einen Martini oder ein Stück Bruschetta geholt haben. Partygänger sind eher entspannt und bereit für ein Gespräch, sobald sie ein Getränk in der Hand haben.
Im Gegensatz dazu sollten Introvertierte vermeiden, die ganze Nacht direkt beim Essen zu bleiben oder in der Nähe des Badezimmers herumzuhängen. Beide sind klassische Nebenzonen. Eine weitere zu vermeidende Nebenzonenfalle – und vielleicht die hinterlistigste von allen – ist es, nur mit Leuten zu sprechen, die man bereits kennt.
Kleinere Gruppen fördern oft längere Gespräche und ermöglichen es den Teilnehmern , Erfahrungen ausführlicher auszutauschen. Foto: monkeybusinessimages/iStock

Kleinere Gruppen fördern oft längere Gespräche und ermöglichen es den Teilnehmern, sich ausführlicher über Erfahrungen auszutauschen.

Foto: monkeybusinessimages/iStock

Es ist wichtig, sich schnell aus der Startzone herauszubewegen. Introvertierte könnten durch im Voraus überlegte Gesprächsstrategien die potenzielle Unbeholfenheit der ersten Sekunden beim Eintreten vermeiden, dann, wenn man von einer (scheinbar) feindseligen Ansammlung von Gesichtern umgeben ist.

Skripte deinen Gesprächseinstieg

Die Vorbereitung einiger Einstiegsvarianten in Gespräche und entsprechende Folgefragen können die Unbeholfenheit am Anfang und die Kluft zu einem substanzielleren Gespräch überbrücken.
Viele Introvertierte mögen keinen Smalltalk, weil sie tiefere Verbindungen suchen und es als erschöpfend empfinden, thematisch ständig an der Oberfläche zu kratzen. Während der Introvertierte eher eine ruhige Ecke und einen einzelnen Gesprächspartner sucht, mit dem er sich intensiver über Werte, Philosophie oder persönliche Geschichten austauschen kann, entstehen auf vielen Partys vor allem größere Gesprächsgruppen, die über oberflächlichere Themen reden.
Der klinische Psychologe Matthew „Dr. Matt“ Zakreski von The Neurodiversity Collective hat ein Mittel gegen diese Art von Frustration. Er schlägt vor, sich daran zu erinnern, dass Smalltalk nur ein Schritt zum größeren Ziel ist, nämlich tiefere Freundschaften und Nähe aufzubauen.
„Für einen introvertierten Menschen gehört es zum Umgang mit sozialen Kontakten im Sommer, zu verstehen, dass Smalltalk ein Mittel zum Zweck für tiefere soziale Verbindung ist. Wir versuchen, dabei eine Regel zu befolgen: die des kleinsten gemeinsamen Nenners“, sagt Zakreski.
Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, über Smalltalk hinauszugehen und in anregendere Gesprächsbereiche einzutauchen.
„Wenn du den Smalltalk hinter dir lassen und zu den tiefgehenderen Themen kommen willst, empfehle ich, dem Gesprächspartner eine etwas größere Frage zu stellen“, rät der Psychologe Rod Mitchell. „Man kann die Frage auch selbst beantworten. ‚Was hat dich in letzter Zeit am meisten beschäftigt?‘ ist eine gute Frage, die man ausprobieren kann. Eine solche tiefgründige Frage lädt zu einer echten Antwort ein.“
Andere gewichtige Fragen, die man stellen kann, sind: „Was war das Highlight deines Tages?“ und „An welchem persönlichen Projekt arbeitest du?“ Weitere Beispiele von Fragen, mit deren Hilfe man tiefgründigere Gespräche anregen kann, findest du hier.

Stell dich deiner sozialen Paranoia

Manchmal aber brauchen Introvertierte einfach einen Realitätscheck, um sich zu beruhigen.
Da sie dazu neigen, in sich zu gehen, verschwenden Introvertierte viel Energie damit, sich Gedanken darüber zu machen, was andere von ihnen denken könnten und ob sie einen guten Eindruck hinterlassen oder nicht. Die Wahrheit ist laut Psychiater Saranga, dass der Introvertierte wahrscheinlich mehr über sich selbst nachdenkt als jeder andere.
„Eine der größten Sorgen von Introvertierten auf Partys oder in großen Gruppen ist, dass sie denken, dass die Leute jede ihrer Bewegungen und Worte beurteilen würden“, erklärt er.
„Erinnere dich daran, dass das einfach nicht stimmt.“
Saranga ergänzt zudem, dass er Introvertierte dazu auffordere, von sich selbst keine perfekte soziale Kompetenz zu erwarten.
„Sei realistisch mit dir selbst. Was ist schon dabei, wenn du über deine Worte stolperst? Was ist schon dabei, wenn dich jemand nicht mag? Lass den Druck los und erkenne, dass es in Ordnung ist, nicht immer perfekt zu sein. Und du musst auch nicht immer jeden beeindrucken, den du triffst“, sagt er.
Soziales Selbstvertrauen entwickelt sich durch wiederholtes Üben; man muss nicht warten, bis man sich vollkommen wohlfühlt. Foto: nicoletaionescu/iStock

Soziales Selbstvertrauen entwickelt sich durch wiederholtes Üben. Man muss nicht warten, bis man sich vollkommen wohlfühlt.

Foto: nicoletaionescu/iStock

Soziale Unvollkommenheit zu akzeptieren, kann tatsächlich zum Vorteil des Introvertierten werden – eine Art sozialer Judotrick: Der Introvertierte kann sich durch soziale Fehltritte daran erinnern lassen, er selbst zu sein, was letztendlich der reibungsloseste Weg zu sozialem Selbstvertrauen und Verbundenheit ist. Es geht natürlich nicht darum, soziale Signale zu ignorieren, Manieren aufzugeben oder ungesittete Gewohnheiten auszuleben. Vielmehr geht es um Authentizität.
„Echte Beziehungen entstehen daraus, dass man der ist, der man ist“, sagt Saranga.
Also ist manchmal der effektivste Weg, soziale Angst zu bekämpfen, sie anzuerkennen. Rod Mitchell bringt ein konkretes Beispiel: „Einer meiner Klienten erzählt mir gern, dass er sich auf Partys unwohl fühlt. Solche kleinen, aber verletzlichen Offenbarungen helfen anderen, sich wohler zu fühlen und selbst offener ihre Verletzlichkeit zu zeigen“, sagt er.

Nutze deine natürlichen Stärken

Ein Teil des Drucks für Introvertierte, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, stammt aus den kulturellen Verschiebungen der letzten Jahrhunderte, die extrovertierte Geselligkeit höher bewerten als ruhige Reflexion. Extrovertiertheit wird heute gesellschaftlich erwartet. Und das kann Introvertierte verängstigen.
Das Erreichen dieser Art von Verletzlichkeit erfordert ein gewisses Maß an Selbstakzeptanz, was wiederum ein gewisses Maß an Selbstverständnis voraussetzt. Sowohl Introvertierte als auch Extrovertierte können von einem besseren Verständnis dieser beiden Persönlichkeitsarchetypen in sozialen Situationen profitieren.
C. G. Jung führte 1921 die Begriffe „Introvertierter“ und „Extrovertierter“ ein. Er beobachtete, dass Introvertierte von einer inneren Welt des Denkens, der Reflexion und der Emotion angezogen werden, während Extrovertierte nach externer Stimulation dürsten. Heute wird dies oft damit beschrieben, wie man sich „auflädt“. Introvertierte „laden ihre Batterien“ in der Abgeschiedenheit auf, während Extrovertierte Energie aus dem Umgang mit Menschen und Gruppen schöpfen.
Extrovertiertheit hat in den letzten Jahrzehnten mehr Anerkennung gefunden – schließlich ziehen Extrovertierte fast per Definition mehr Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings gibt es in letzter Zeit auch Kritik an dieser Betonung des Nach-außen-gerichtet-Seins.
Die gesellschaftliche Bewunderung für Extrovertiertheit mag mit einem kulturellen Wandel um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zusammenhängen.
Der Kulturhistoriker Warren Susman argumentierte, dass ein Übergang von einer „Kultur des Charakters“ zu einer „Kultur der Persönlichkeit“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts stattfand – parallel zum Wandel von der Agrar- zur Industrie- und Städtegesellschaft.
Vor einem Jahrhundert, als die Menschen von beschaulichen Bauernhöfen in überfüllte Städte zogen, verschoben sich auch die Qualitäten, die die Gesellschaft schätzte. Anstatt Menschen dafür zu loben, ruhig, ernst und fleißig zu sein (Charakter), belohnte die Kultur diejenigen, die laut, charmant und geschickt im Selbstmarketing waren (Persönlichkeit). Deshalb wirkt die moderne Gesellschaft oft wie geschaffen für Extrovertierte.
Natürlich haben beide Temperamentsarchetypen ihren Wert und ihre Bedeutung, ebenso wie ihre Fehler und Schwächen. Introvertierte können ein größeres Selbstvertrauen aufbauen, indem sie verstehen, wie sie ticken, und dies akzeptieren, während sie gleichzeitig daran arbeiten, ihre Schwächen wie etwa eine übermäßige Schüchternheit zu überwinden.
Laut Saranga lohnt sich die Mühe durchaus.
„Wenn sich Introvertierte wirklich bemühen, ihre natürliche Schüchternheit zu überwinden, warten oft viele wunderbare Dinge auf der anderen Seite, wie Freundschaften, Romantik, berufliche Möglichkeiten und – vielleicht am wichtigsten – gesteigertes Selbstvertrauen“, führt er aus.
Introvertiertheit muss nicht bedeuten, ungesellig und schüchtern zu sein. Ängste zu überwinden und echte menschliche Beziehungen aufzubauen – etwas, das Introvertierte in der Regel sehr schätzen –, ist durchaus möglich.
Indem man den Prozess in überschaubare Schritte unterteilt, im Voraus ein paar einfache Pläne schmiedet und realistische Erwartungen formuliert, kann man die Freude an den diesjährigen Sommerpartys und Geselligkeiten rundum genießen.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „An Introvert’s Guide to Surviving and Thriving at Social Gatherings“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Kleidung ist nicht gleich Kleidung: Verborgene Schätze in Secondhand-Läden

Mein Leben ist ziemlich dreckig. Wortwörtlich. Ich habe vier kleine Kinder. Ich arbeite auf einem Bauernhof und ich verbringe viel Zeit in einer Restaurantküche. Am Ende der meisten Tage befindet sich Dreck unter meinen Nägeln, Tierhaare auf meiner Kleidung, Fettflecken irgendwo auf meinem Hemd und normalerweise etwas Undefinierbares, das mir ein Kleinkind auf die Hose geschmiert hat. Meine Kleidung führt ein hartes Leben.
Vor ein paar Jahren habe ich weitgehend aufgehört, neue Kleidung zu kaufen, mit der Ausnahme von Unterwäsche und Denim-Jeans. Ich bin wählerisch, was die Passform von Jeans angeht, und wenn man die richtige gefunden hat, hütet man sie wie seinen Augapfel. Abgesehen davon stammt fast alles, was ich jetzt trage, von Goodwill (bekannte US-Secondhand-Kette) oder ähnlichen Läden.
Meine Steuerberaterin lacht über mich, weil ich im Vergleich zu meinen Kindern fast nichts für mich selbst ausgebe. Sie neckt mich wegen meiner monatlichen Einkäufe bei Goodwill, die zwischen 90 und 110 Dollar (75 bis 95 Euro) liegen. Aber ehrlich gesagt halte ich das für eine der klügsten Entscheidungen in meinem Leben.

Naturfasern statt Plastikhülle

Zum Teil hat es praktische Gründe. Ich trage nur Naturfasern: Baumwolle, Wolle, Leinen, Seide. Keine Synthetik.
Es gibt zahlreiche Studien, die Bedenken in puncto Synthetik und deren Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und das endokrine System aufgeworfen haben. Unsere Haut ist unser größtes Organ. Sie in Plastik einzuwickeln, hat sich für mich noch nie wie eine besonders gute Idee angefühlt.
Ein Teil dieser Perspektive stammt wahrscheinlich daher, wie ich erzogen wurde.
Meine Mutter war Modedesignerin, daher verbrachte ich einen Großteil meiner Kindheit damit, durch den Fashion District von New York City zu streifen oder abgelegene Stofflager auf Long Island zu erkunden. Mein Bruder und ich rannten durch die Gänge und strichen mit den Händen über endlose Reihen von Stoffballen, wobei wir lernten, Materialien allein durch Berührung zu identifizieren. Wir errieten die Stoffzusammensetzung, bevor wir das Etikett überprüften: Leinen, Baumwolle, Seide oder Wolle.
Wir wurden von klein auf dazu erzogen, Qualität zu verstehen und zu erkennen, auf welche Art sich Naturfasern in unseren Händen anders verhalten. Naturfasern atmen anders, bewegen sich anders und altern anders. Sie werden mit der Zeit weicher, anstatt kaputtzugehen.
Meine Mutter entwarf hauptsächlich Leinenkleidung. Sie hatte zwei Firmen: Angel Hart Designs und Flex. Bevor ich irgendetwas über endokrine Disruptoren (hormonaktive Substanzen) oder Mikroplastik verstand, hatte meine Mutter mir bereits die Bedeutung von Naturfasern vermittelt.
Sie pflegte zu scherzen: „Wir werden dich nicht in Plastik einwickeln. Dein Körper muss atmen.“
Das Problem ist, dass Kleidung aus Naturfasern teurer ist. Besonders gute Kleidung aus Naturfasern. Ein hochwertiger Wollpullover oder ein Leinenkleid kann neu leicht mehr als 100 US-Dollar kosten. Hinzu kommt, dass ich, wie erwähnt, Kleidung in kurzer Zeit verschleiße. So kann Kleidung schnell zu einem absurd hohen Kostenpunkt werden.

Verborgene Juwelen finden

Aber der Secondhand-Laden ist der große Gleichmacher, denn bei Goodwill werden etwa ein Acrylpullover von Forever 21 und ein Pullover aus 100 Prozent Wolle von J.Crew beide einfach als Pullover deklariert. Das Polyester-Fast-Fashion-Hemd und das perfekt eingetragene Leinenhemd mit Knopfleiste leben auf demselben Ständer.
Deshalb betrachte ich Goodwill wie eine Schatzsuche.
Ich gehe durch die Gänge, fühle die Stoffe zwischen meinen Fingern, überprüfe Etiketten und suche nach Juwelen, die nicht für aller Augen erkenntlich sind. Es ist eine Kunst für sich. Man lernt, Leinen zu fühlen, noch bevor man das Etikett liest. Hochwertige Nähte erkennt man schon aus zwei Metern Entfernung und man entwickelt ein erstaunliches Geschick darin, Kaschmir allein durch Berührung zu identifizieren.
Und ehrlich gesagt, ein Teil der Freude besteht gar nicht darin, Dinge für mich selbst zu finden.
Manchmal sieht man etwas, das zu perfekt ist, um es zurückzulassen, weil es schon auf jemanden zu warten scheint, den man liebt.
Diese Woche fand ich einen extra großen Overall aus Bio-Baumwoll-Musselin mit Knöpfen auf der Vorderseite und dachte sofort an meine Freundin Shay. Sie ist fast 1,80 Meter groß, stillt noch und hat diese kraftvolle, mütterliche Figur, die Kleidung erfordert, die von jemandem entworfen wurde, der den weiblichen Körper wirklich versteht. Der Overall kostete 8,99 Dollar (7,50 Euro). Später habe ich nachgesehen, und selbst gebraucht wurde er online für um die 40 Dollar (35 Euro) angeboten. Den konnte ich unmöglich liegen lassen.
Ich fand ein Hemd mit Knopfleiste aus 100 Prozent Leinen mit Hahnentrittmuster für die Sommerzeit. Dann drei separate Leinenhemden in Größe M für meinen Bruder, der um den Memorial Day herum für ein Projekt zur regenerativen Landwirtschaft nach Afrika reist – perfekte Reisehemden für heißes Wetter zu einem Bruchteil dessen, was sie neu kosten würden.
Ich fand ein Paar Arbeitsstiefel in Größe 41, die fast ungetragen aussahen, und nahm sie für einen unserer Mitarbeiter mit.
Dann gibt es noch die ganz konkreten Erfolge, die sich fast euphorisch anfühlen, wenn man einen Betrieb wie den unseren führt.
Auf der Ranch brauchen wir ständig Bettzeug für Tiny Houses und Airbnb-Einheiten, und diese Woche habe ich Bettlaken aus 100 Prozent Baumwolle in Queen-Größe (1,50 x 2 m) für jeweils 1 Dollar gefunden: 1 Dollar für das Spannbettlaken, 1 Dollar für den Bettbezug und 1 Dollar für die Kissenbezüge. Obendrein entdeckte ich noch eine Gänsedaunendecke für 8 Dollar.

Perlen neben Plastikmurmeln

Wieder einmal ist Goodwill der große Gleichmacher. Die echte Gänsedaunendecke lag neben einer Target-Bettdecke mit Polyesterfüllung zum exakt gleichen Preis, weil das System nicht zwischen Qualität und Imitation unterscheidet.
And vielleicht ist das ein Teil dessen, was ich philosophisch daran liebe.
Der Secondhand-Laden deckt stillschweigend auf, wie verzerrt der moderne Konsum geworden ist. Wir leben in einer Welt, die von billig hergestellten synthetischen Produkten überschwemmt wird, die darauf ausgelegt sind, schnell auseinanderzufallen.
Kleidung ist fast zu einem Wegwerfartikel geworden. Die Leute kaufen säckeweise trendige Outfits, tragen sie ein paar Mal und spenden sie dann schubweise als Folge ihres gigantischen Überkonsums.
In all diesen Überfluss mischen sich diese wunderschönen Relikte aus einer anderen Ära. Schweres Leinen. Dicke Baumwolle. Wollmäntel, die für eine Lebensdauer von 20 Jahren gemacht sind. Echte Handwerkskunst, vergraben unter Bergen von Wegwerfmode.
Goodwill belohnt Geduld und Scharfsinn. Man kann es nicht erzwingen. An manchen Tagen findet man nichts. An anderen Tagen geht man mit der Garderobe für eine ganze Saison und Laken für drei Betten nach Hause, für weniger als den Preis eines neuen synthetischen Pullovers im Einkaufszentrum.

Ein Blick in das Leben anderer Menschen

Gebrauchte Dinge haben auch etwas zutiefst Menschliches. Objekte, die kleine Spuren früherer Leben in sich tragen. Ein Leinenhemd, das durch jahrelanges Waschen weich geworden ist. Ein Wollpullover, der bereits eingetragen ist. Kinderbücher mit handschriftlichen Namen auf den Innenseiten der Cover. Manchmal frage ich mich, wer die Menschen waren, denen diese Dinge vor uns gehörten.
So seltsam es klingen mag, das Einkaufen im Secondhand-Laden gibt mir auch Hoffnung. Es erinnert mich daran, dass Überfluss nicht immer endlose Produktion erfordert. Es ist bereits so viel Überschuss im Umlauf. So viele perfekt nutzbare, schöne Dinge existieren bereits.
Und für Menschen wie mich – deren Leben aus Schlamm, Küche, Vieh, Kindern, verschüttetem Kaffee und ständiger Bewegung besteht – liegt eine enorme Freiheit darin, mit Kleidung nicht übertrieben pingelig umzugehen. Ich verfalle nicht in Panik, wenn ein Kind klebrige Hände an meinem Pullover abwischt. Ich falle nicht in eine gedankliche Abwärtsspirale, wenn ich in einer Leinenhose im Dreck kniee. Alles hatte schon ein anderes Leben gelebt, bevor es zu mir kam.
Goodwill ist einer der wenigen Orte, die noch übrig sind, an denen Qualität, Status und Markenbildung für einen Moment leise verschwinden. Alles wird zusammen auf denselben Ständer geworfen, und das Einzige, was Schätze von Müll trennt, ist, ob man gelernt hat, sie zu sehen.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Hidden Luxury of the Thrift Store“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Einfache Wege zu mehr Leichtigkeit im Alltag

Manchmal erscheint uns das Leben schwer. Wir fühlen uns erdrückt von Sorgen, Verpflichtungen und Ballast – verstärkt durch unsere inneren Monologe sowie die ständige Informationsflut. Doch auch wenn das Leben anspruchsvoll sein kann, müssen wir uns von dieser Last nicht überwältigen lassen. Wir können uns bewusst dazu entscheiden, mehr Leichtigkeit in unseren Alltag einzuladen. Dadurch verbessern wir nicht nur unser eigenes Wohlbefinden, sondern schenken diese positive Energie auch unseren Mitmenschen.
Hier sind elf einfache Wege, um „leichter zu Leben“:

1. Lachen Sie mehr

Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen geht, könnten Sie ein herzhaftes Lachen sicher gut gebrauchen. Lachen wirkt befreiend, macht glücklich und ist gesund. Es klärt die Luft, löst Spannungen und erinnert uns daran, uns selbst nicht zu ernst zu nehmen. Schon ein leises Kichern kann Ihnen sofort ein Gefühl der Erleichterung verschaffen.
Erinnern Sie sich an eine lustige Begebenheit, schauen Sie sich einen Comedy-Sketch an oder rufen Sie jemanden an, der Sie immer zum Lächeln bringt. Achten Sie auf die absurden und albernen Seiten des Lebens. Wenn Sie die Dinge lockerer nehmen können, löst sich die Schwere fast wie von selbst.

2. Organisieren Sie sich

Unordnung kann uns auf subtile Weise Kraft rauben. Wenn man das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren, wirkt das Chaos im Außen oft belastend. Es kann eine große Erleichterung sein, sich nur ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um einen kleinen Bereich neu zu strukturieren.
Nutzen Sie täglich nur 10 Minuten für Ihre Organisation: Löschen Sie überflüssige E-Mails, misten Sie eine Schublade aus oder bereiten Sie Ihre Kleidung für den nächsten Tag vor. Wenn Sie dies konsequent tun, werden Sie erstaunt sein, wie viel befreiter Sie sich bereits nach kurzer Zeit fühlen werden.

3. Bitten Sie um Hilfe

Mut und Klarheit zu beweisen und um Hilfe zu bitten, verschafft Ihnen nicht nur Unterstützung, sondern stärkt auch die Verbindung zu Ihren Mitmenschen. Oft zögern wir, weil wir niemandem zur Last fallen möchten. Doch tatsächlich fühlen sich viele Menschen geehrt, wenn man sich ihnen anvertraut. Wenn Sie Hilfe benötigen, zögern Sie nicht, danach zu fragen.

4. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf

Schlaf ist das Fundament Ihrer Regeneration. Er hilft Ihnen, klar zu denken, reduziert Stress und stärkt Ihr Immunsystem. Gehen Sie ein wenig früher ins Bett. Bereits 15 Minuten zusätzlicher Schlaf können einen spürbaren Unterschied machen, damit Sie den nächsten Tag entspannter angehen können.

5. Achten Sie auf Ihre Ernährung

Körper und Geist bilden eine Einheit. Wer seinen Körper nicht optimal nährt, kann sein volles Potenzial nur schwer ausschöpfen. Wählen Sie vollwertige, nährstoffreiche Lebensmittel und reduzieren Sie verarbeitete Produkte sowie übermäßigen Zucker. Geben Sie Ihrem Körper die Energie, die er für eine optimale Vitalität benötigt.

6. Erzielen Sie kleine Fortschritte

Perfektionismus tarnt sich oft als Ehrgeiz, führt jedoch häufig zu Stillstand. Wenn Perfektion der einzige Maßstab ist, erscheint das Ziel oft unerreichbar.
Konzentrieren Sie sich stattdessen auf kleinste Fortschritte. Senken Sie bewusst Ihre Ansprüche, wenn Sie etwas Neues beginnen – sei es ein Fitnessprogramm oder ein berufliches Projekt. Fragen Sie sich: „Was ist der kleinste Schritt, den ich heute tun kann?“ Gehen Sie diesen Schritt, und die Dynamik wird sich von selbst entwickeln.

7. Deaktivieren Sie Benachrichtigungen

Ihre digitalen Geräte sollten Werkzeuge sein, keine Herren über Ihre Zeit. Jede unnötige Benachrichtigung unterbricht Ihren Fokus und steigert das Stressempfinden. Wenn Sie wieder selbst entscheiden, wann Sie digitale Medien nutzen, gewinnen Sie Ihre Selbstbestimmung zurück. Deaktivieren Sie alle nicht notwendigen Push-Meldungen und steuern Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder bewusst selbst.

8. Überprüfen Sie Ihren inneren Dialog

Niemand kommuniziert so intensiv mit Ihnen wie Sie selbst. Welche Geschichten erzählen Sie sich? Wir neigen dazu, negativen Urteilen in unserem Kopf unhinterfragt Glauben zu schenken.
Notieren Sie sich zur Übung wiederkehrende negative Gedanken und formulieren Sie das genaue Gegenteil daneben. Wenn Sie etwa denken: „Ich bringe nie etwas zu Ende“, setzen Sie dem bewusst den Gedanken entgegen: „Ich besitze die Kraft, meine Projekte erfolgreich abzuschließen.“ Lesen Sie diese neuen Sätze regelmäßig, bis sie die alten Muster ersetzen.

9. Verstehen Sie Ihre Emotionen

Gefühle sind flüchtig und können unseren Blick trüben. Nicht jede emotionale Laune erfordert eine sofortige Reaktion. Lernen Sie, Ihre Stimmungen neugierig zu beobachten, ohne sich von ihnen beherrschen zu lassen. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, verändern Sie Ihre Physiologie: Gehen Sie spazieren oder legen Sie Musik auf. Sie werden überrascht sein, wie schnell Bewegung belastende Gefühle vertreiben kann.

10. Erlauben Sie sich Freude

Wann haben Sie das letzte Mal etwas rein zum Vergnügen getan? Besonders leistungsorientierte Menschen vergessen oft, sich unbeschwerte Momente zu erlauben. Überlegen Sie, was Ihnen wirklich Freude bereitet, und integrieren Sie diese kleinen „Inseln des Glücks“ bewusst in Ihren Alltag.

11. Finden Sie Vertrauen

Das Leben ist selten ohne Herausforderungen. Doch gerade an diesen Hindernissen können wir wachsen. Vertrauen Sie darauf, dass auch schwierige Phasen einen Sinn haben und Ihnen die Chance bieten zur Weiterentwicklung bieten. Mit dieser neugierigen und offenen Geisteshaltung begegnen Sie Widrigkeiten nicht mehr mit Widerstand, sondern mit wahrer innerer Leichtigkeit.
 
Der Artikel erschien im Original bei theepochtimes.com mit dem Titel „11 Simple Ways to Lighten Your Life“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)