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„Kill Switch“: Kalifornien könnte Notschalter für KI vorschreiben

In der Debatte um existenzielle Risiken Künstlicher Intelligenz könnte der US-Bundesstaat Kalifornien eine Notabschalt-Vorrichtung für KI-Software vorschreiben. Ein solcher Mechanismus gehört zu einer Liste von Maßnahmen, zu denen dem demokratischen Gouverneur Gavin Newsom bis Mitte November Vorschläge gemacht werden sollen. Zu weiteren Ideen gehören unabhängige Beobachter in großen KI-Laboren sowie striktere Verpflichtungen, über Sicherheits-Zwischenfälle zu berichten, wie aus einer von Newsom unterzeichneten Anordnung hervorgeht.
Über einen „Kill Switch“ für Künstliche Intelligenz wird schon seit einiger Zeit diskutiert – noch ist aber unklar, ob eine solche Vorrichtung zur Notabschaltung überhaupt realistisch ist.
Kalifornien gilt als wichtigster Standort bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Vor allem in San Francisco und dem Silicon Valley sitzende führende KI-Unternehmen wie der ChatGPT-Entwickler OpenAI, dessen schärfster Rivale Anthropic und Google. Damit könnte der Bundesstaat auch bei der Regulierung eine zentrale Rolle spielen.

Experten plädieren für unabhängige Aufsicht

Die Debatte um Gefahren Künstlicher Intelligenz heizte sich in den vergangenen Wochen auf, insbesondere nachdem eigenständige Hacking-Attacken durch Software mit Künstlicher Intelligenz bekanntgeworden waren. Mitarbeiter von KI-Laboren warnten vor dem Risiko, dass die Menschheit die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verlieren oder sogar von ihr ausgelöscht werden könnte.
Inzwischen fordern Dutzende renommierte Experten aus der Branche führende KI-Labore auf, unabhängige Aufsicht in ihren Unternehmen zuzulassen. Die Aufseher müssten wie führende Manager Zugang zu Systemen haben und mit zuständigen Mitarbeitern kommunizieren können, heißt es in einem offenen Brief. Zu den Unterzeichnern gehört der Physik-Nobelpreisträger und ehemalige Google-Forscher Geoffrey Hinton, der als einer der wichtigsten Köpfe hinter modernen KI-Systemen gilt. Anthropic gab als ersten Aufsichtspartner die Firma Faculty bekannt – eine Tochter des Beratungsriesen Accenture.

Googles KI Gemini hackte ebenfalls andere Unternehmen

Wie groß die Herausforderungen rund um die Kontrolle der neuen Systeme sind, zeigt nun ein weiterer Fall: Auch Googles KI-Software Gemini hackte sich bei Tests ihrer Cybersicherheits-Fähigkeiten in Computersysteme anderer Unternehmen. Der Internet-Riese ist der vierte Entwickler Künstlicher Intelligenz (KI), dessen Programme mit einem solchen Verhalten auffielen, nach OpenAI, Anthropic und dem Facebook-Konzern Meta. Google machte die bereits Monate zurückliegenden Vorfälle erst nach einer Nachfrage der Zeitung „Wall Street Journal“ öffentlich.
Demnach gab es drei Fälle, in denen Gemini in Computer anderer Unternehmen eindrang, deren Namen nicht genannt werden. In einem davon erriet die KI Passwörter, um in ein geschütztes System reinzukommen. In den beiden anderen fand sie Zugangsdaten in einer Datenbank, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Google schrieb.

Google fand die Vorfälle nicht erwähnenswert

Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Mai – und die Firma Irregular als Testpartner informierte Google im Juli darüber. Aus Sicht des Internetkonzerns sei es nicht notwendig gewesen, die Zwischenfälle öffentlich zu machen, da dabei kein Schaden entstanden sei. Zudem habe die KI die Attacken sofort beendet, als ihr klar geworden sei, dass sie in Systeme eines echten Unternehmens eingedrungen sei – und nicht eines, das eine Testsimulation war.
In dem bisher aufsehenerregendsten Fall war Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI bei einem Test aus einer abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform HuggingFace, ein. Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Auch Meta räumte danach ein, dass KI des Konzerns sich wegen einer Fehlkonfiguration des Systems bei einem Testpartner in Computer eines anderen Unternehmens gehackt habe.
(dpa/red)

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