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Hitze ist kein Damoklesschwert: 12 Tipps für Auto und Fahrer


In Kürze:

  • Bei sonnigen 30 Grad Celsius können es im Auto schnell 50 °C oder mehr werden. Das macht Mensch und Maschine zu schaffen.
  • Lack, Reifen, Motor und Batterie leiden still, dennoch geht der Schutz des Lebens vor Schutz des Materials.
  • Etwas Pflege vorab und einfache Maßnahmen während der nächsten Hitzewelle können die Belastung zuverlässig reduzieren.
  • Geschickte Parkplatzwahl und cleveres Lüften helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.
  • Ladung nicht vergessen: Bei 35 °C entwickelt Käse eine ganz neue Geruchsnote und auch Brillen können Schaden nehmen.

 
30 – 50 – 70 sind keine Idealmaße, sondern eine geradezu brandheiße Warnung an alle Autofahrer und Fahrzeughalter: Bei sonnigen 30 °C Außentemperatur kann es im Auto schnell 50 °C heiß werden. Dunkle Flächen am, im und um das Auto können sich noch deutlich stärker aufheizen.
Lack und Straßenoberfläche, aber auch Armaturenbrett, Lenkrad, Sitze und Gurte samt Gurtschlössern können so Temperaturen erreichen, die ausreichen, um Eier zu braten. Das ist nicht nur ein Verletzungsrisiko, sondern auch eine Gefahr für die Haltbarkeit des mobilen Untersatzes.
Oft lassen sich Schäden mit einfachen Mitteln vorbeugen oder zumindest verringern. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel. Zuallererst gilt es jedoch, die Insassen zu schützen:

Schutz des Lebens vor Schutz des Materials

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen sinken die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit bei über 35 °C im Fahrzeuginnern auf ein Niveau, das einem Blutalkoholpegel von 0,5 Promille entspricht. Dadurch steige das Unfallrisiko um rund 20 Prozent bezogen auf „optimale 22 °C“.
Sommerliche Temperaturen, insbesondere in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit, machen zudem dem Kreislauf zu schaffen. Hier kann eine funktionierende Klimaanlage im Zweifelsfall Leben retten. Die Temperatur sollte laut TÜV SÜD jedoch nicht mehr als 8 °C unter der Außentemperatur liegen, sonst drohten beim Aussteigen Kreislaufbeschwerden und Erkältungen. Ferner empfiehlt es sich, nicht dringende Fahrten zu vermeiden oder in die kühleren Morgenstunden zu verlegen.
Auch Haustiere leiden unter hohen Temperaturen, da sie nicht wie wir schwitzen können. Typische Warnzeichen eines drohenden Hitzschlags bei Tieren sind starkes Hecheln, übermäßiger Speichelfluss und Erbrechen, sowie Unruhe und Taumeln.
Unser Körper verfügt über verschiedenen Methoden, die Temperatur zu regulieren.

Unser Körper verfügt über verschiedene Methoden, um die Temperatur zu regulieren.

Foto: ts/Epoch Times nach ttsz/iStock

Besonders im stehenden Auto genügen dabei mitunter Minuten, um einen medizinischen Notfall auszulösen. Lassen Sie daher keine Mitfahrer, egal ob Zwei- oder Vierbeiner, im geschlossenen Auto zurück. Auch nicht, wenn Sie „nur mal schnell etwas holen“ oder auf die Toilette müssen.
Schon wenige Minuten in der Sonne lassen die Temperaturen im Auto in die Höhe Schnellen. Offene Fenster helfen dagegen kaum.

Schon wenige Minuten in der Sonne lassen die Temperaturen im Auto in die Höhe schnellen. Offene Fenster helfen dagegen kaum.

Sollten Sie in die Situation kommen und ein Kind oder ein Tier in einem offensichtlich überhitzten Fahrzeug entdecken, wählen Sie den Notruf. Das Einschlagen einer Scheibe ist nicht empfehlenswert, kann aber im Notfall gerechtfertigt sein, wenn ausdrücklich keine andere Rettungsmöglichkeit besteht. Denken Sie dabei auch an die Gefahr von Glassplittern für Sie und die zu rettende Person oder das Tier. Dokumentieren Sie den Vorgang, um unnötigen Ärger zu vermeiden.

Die Sache mit dem Käse – Ladung nicht vergessen!

Zu heiß werden kann es im Auto auch für die Ladung. Besonders wärmeanfällig sind Medikamente, wobei – unter anderem – Augentropfen und Insulin erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Problematisch ist hier in erster Linie, dass Arzneimittel ihre Wirkung teilweise oder gänzlich verlieren können, ohne dass dies sichtbar wird. Medikamente sollten am besten in Kühlbehältern transportiert und nicht im Auto gelassen werden.
Asthmasprays zählen ebenfalls zur Kategorie der empfindlichen Medikamente, sind jedoch auch aufgrund ihrer Eigenschaften als Spray gefährdet. Sprühdosen stehen unter Druck. Jenseits von 50 °C steigt dieser so weit, dass die Behälter Schaden nehmen oder bersten können. Für viele Deodorants sowie Haar-, Sonnen- und Insektensprays besteht dasselbe Risiko. Auch klassische Feuerzeuge stehen unter Druck und gehören daher nicht in ein überhitztes Fahrzeug.
Dass Schokolade bei 60 °C sprichwörtlich zerfließt, sollte bekannt sein. Auch viele andere Lebensmittel mögen Wärme nicht – Bakterien dafür umso mehr. Kühltaschen können hier Abhilfe schaffen, aber glauben Sie mir: Wer im Sommer einmal Weichkäse gekauft hat und dann „noch kurz“ ein paar Besorgungen machen musste, vergisst den Geruch, der auch Wochen später noch im Auto haftet, nie wieder.

Brandgefahr durch Ballast

Und dann sind da noch die diversen Gegenstände, die bewusst oder unbewusst im Auto mitgeführt werden: Getränkeflaschen, Brillen, Powerbanks.
Bezüglich ersterer kursieren verschiedene Warnungen. Nicht alle sind berechtigt und belegt. So spielen Bakterien und Keime bei ungeöffneten Flaschen im Regelfall keine Rolle, da sie erst mit dem ersten Schluck an den Flaschenhals gelangen. Glasflaschen, die wegen der Verletzungsgefahr nicht zum Trinken während der Fahrt empfohlen werden, und volle Plastikflaschen können Licht bündeln. Spektakuläre Brände sind indes selten, eher entstehen Schmorspuren. Wer Getränke mitnimmt, wenn er das Auto verlässt, umgeht beide Risiken.
Brillengläser sind nichts anderes als Linsen; im Brillenetui sind sie jedoch dahingehend harmlos. Dennoch können Beschichtungen und Vergütungen unter übermäßiger Wärme leiden. Dadurch entstehen feinste Risse, die Brille wird milchig oder sie verliert stellenweise ihre Zusatzfunktionen wie Verdunklung oder Entspiegelung. Das bedingt kühlere Handschuhfach oder die geschlossene Mittelkonsole sind daher für Brillen besser geeignet als offene Ablagen auf dem Armaturenbrett.
Ähnlich wie Medikamente haben auch Batterien ein ideales Temperaturfenster. Für Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) liegt dieses je nach Quelle zwischen 5 und 40 °C. Jenseits dieser Temperaturen laufen chemische Prozesse anders ab, als vorgesehen. Wärme allein zerstört die meisten Akkus nicht, beschleunigt jedoch ihre Alterung. In der Folge sinken Leistung, Kapazität und Lebensdauer.
Thermisches Durchgehen (Thermal Runaway) und Brände sind hingegen selten und stehen oft im Zusammenhang mit weiteren Belastungen wie Vorschäden oder gleichzeitigem Laden; dennoch sind dies Gründe, digitale Endgeräte wie Smartphones, Kameras und Laptops sowie Powerbanks und Werkzeugakkus nicht im Auto zu lassen – zusätzlich zum Diebstahlschutz.
Was für kleine Batterien gilt, gilt prinzipiell auch für große. Welche Schäden Starter- oder Antriebsbatterien nehmen und wie Sie sie schützen können, dazu gleich mehr.

Wie Wärme alten und neuen Autos zu schaffen macht

Zunächst zur Karosserie. Der Sonne beziehungsweise einem Übermaß an Sonne ausgesetzte Lacke bleichen mit der Zeit aus, besonders die Lacke vieler Oldtimer. Im schlimmsten Fall führt die hohe UV-Belastung zu einem Ablösen des Klarlacks. Ein Phänomen, das nicht auf das automobile Kulturerbe beschränkt ist.
Die gute Nachricht lautet, dass das Blech zunächst weiterhin geschützt ist. Die schlechte Nachricht ist, dass es nicht mehr schön aussieht und sich das Lacksterben auf die weiteren Lackschichten ausdehnen kann. Da hier vor allem die UV-Strahlung eine Rolle spielt, kann bereits das Parken im Schatten dem Aussehen des eigenen Autos helfen.
Doch allein mit einem guten Parkplatz ist es nicht getan: Vogelkot, Blütenstaub oder verendete Insekten brennen sich bei über 70 °C sprichwörtlich in den geschwächten Lack – auch im Innenraum. Regelmäßiges Reinigen hilft hier Wunder. Aber bei hohen Außentemperaturen und Sonne gilt es, den abrupten Temperaturschock mit kaltem Waschwasser auf dem Lack zu vermeiden. Greifen Sie daher am besten morgens zu Eimer mit Wasser und Lappen, um Anhaftungen schonend zu entfernen.
Besonders betroffen von zu viel UV-Belastung sind auch einige Cabrio-Stoffverdecke. Sie können unschön ausbleichen, ihre Nähte können schrumpfen und letztlich undicht werden. Bekannt dafür sind das Käfer-Cabrio und der Triumph TR6. Wie beim Lack gilt: Neuere Modelle sind oft weniger empfindlich, aber nicht immun.
Auch Gummidichtungen verhärten unter zu viel Sonne, werden spröde und schrumpfen. Bei Oldtimern, bei denen die Heckscheiben beispielsweise noch nicht verklebt sind, kann dies zum Wassereintritt in den Kofferraum führen. In beiden Fällen – Schutz vor Sonne und Schutz vor Regen – hilft ein überdachter Stellplatz.

Vorbeugen ist die beste Pflege

Den Scheiben können weder hohe Temperaturen noch UV-Strahlung etwas anhaben, doch auch hier lauert Gefahr. Wenn im Winter die Luft aus der voll aufgedrehten Heizung auf einen Steinschlag in der eiskalten Scheibe trifft, können die Spannungen so groß werden, dass sie reißt. Eiskalte Klimaanlagenluft im Sommer kann denselben Effekt haben. Die Empfehlung ist daher klar: Lassen Sie Steinschläge möglichst zeitnah reparieren. In der Regel übernimmt die Versicherung die Kosten.
Im Innenraum gilt es beim Kauf wie auch bei der Pflege, vor allem alter Autos, zuallererst auf den Zustand des Armaturenbretts zu achten, da dieses bei vielen Fahrzeugen durch zu viel Hitze und UV-Einwirkung zur Rissbildung neigt. Verformte Türverkleidungen und verblasste Kunststoffteile gehören ebenfalls zu den Folgen. Besonders bekannt hierfür sind der BMW E21, der Golf I und die Mercedes-Baureihe W123.
Hochpreisige Oldtimer mit reichlich Chrom und Holzfurnier im Innenraum leiden insbesondere unter der Kombination aus extremer UV-Bestrahlung und wechselnder Luftfeuchtigkeit. Beides zusammen führt oft zur Ablösung des Klarlacks auf den Furnieren. Hier sind Oldtimer der Marken Jaguar, Rolls-Royce oder auch der Mercedes Ponton zu nennen. Eine kostengünstige Abhilfe kann ein Sonnenschutz für die Front- (und Heck-)scheibe bieten. Etwas kostenintensiver ist eine Wachsversiegelung für den Lack. Letztere ist übrigens keine Einmalausgabe, sondern von Zeit zu Zeit empfehlenswert.

Jetzt aber ab unter die Motorhaube!

Ein Verbrennungsmotor, ganz gleich welchen Alters, benötigt vor allem zweierlei: Schmierung und Kühlung. Gerade Oldtimer sind ihren Eignern gar nicht böse, wenn sie die Ölwechselintervalle noch unterhalb der Herstellerangabe durchführen und dabei natürlich vor allem auf die vorgeschriebene Viskosität des Öls achten. SAE 10W40 oder SAE 10W50 dürften den allermeisten Anforderungen gerecht werden – es sei denn man möchte im Januar durch Sibirien und im Juli mit Höchstgeschwindigkeit durchs Death Valley fahren.
Sind Sie sich nicht sicher, schauen Sie unter der Motorhaube nach. Nicht selten hängt in der Nähe des Ölmessstabes oder des Nachfüllstutzens ein Zettel mit der passenden Bezeichnung. Wenn das auch nicht hilft, empfiehlt sich der Rat der Autolegende Irv Gordon:
„Tu, was das Handbuch verlangt, nicht, was der Händler verlangt. Die Leute, die das Auto gebaut haben, haben das Handbuch geschrieben.“
Gordon muss wissen, wie ein Auto lange hält. Er fuhr mit seinem roten Volvo P1800 in 52 Jahren unglaubliche 5,23 Millionen Kilometer.
Natürlich sollte auch immer wieder der Ölstand geprüft werden. Sinkt er unerwartet rasch, ohne dass sich unterhalb des Fahrzeugs ein Hinweis auf die Ursache findet, sollte der Blick dem Deckel des Ölnachfüllstutzens gelten. Ist er von unten hellbraun-sahnig oder einfach nur bernsteinfarben oder dunkel? Im ersteren Fall gehört das Fahrzeug in fachkundige Hände.

Was heiß wird, will gekühlt werden

Anders als der VW Käfer besitzen die meisten Fahrzeuge einen Kühlwasserkreislauf mit einem Ventilator, der bei Bedarf zugeschaltet wird. Viel hat sich da bis heute nicht verändert. Ebenso wenig hat sich die Physik geändert, die besagt, dass die Kühlung mit warmer Sommerluft weniger effektiv ist. Ein zusätzlicher Blick kann daher nicht schaden – weder dem Oldtimer noch dem Neuwagen.
Letztere melden Fehler häufig mit zahlreichen Warnungen, die mehr oder weniger bunt sind und/oder mit akustischem Nachdruck direkt im Sichtfeld des Fahrers erscheinen. Bei anderen muss der Fahrer selbst aktiv werden.
Sichere Zeichen sind eine schnell steigende Kühlmitteltemperatur und Dampfentwicklung aus den Spalten der Motorhaube. Auch eine unerwartet steigende Öltemperaturanzeige – so etwas haben vor allem die älteren Fahrzeuge – deutet auf Probleme im Kühlkreislauf hin und ist ein Grund, die Fahrt zu unterbrechen und den Wagen im Leerlauf noch ein paar Minütchen weiterlaufen zu lassen. Im besten Fall ist es nur ein fehlerhaftes Thermostat. Andernfalls empfiehlt es sich, die Reiseplanung anzupassen.
Ob der Kühlwasserstand passt, können Sie von außen am Kühlwasserausgleichsbehälter erkennen. Den sollten Sie gelegentlich auch einmal öffnen, aber als Laie unbedingt ausschließlich bei kaltem Motor. Verbrennungsgefahr! Was man dann im Inneren sieht, sollte halbwegs klar sein, egal ob ein wenig farbig oder nicht. Blickt man auf eine braune Brühe und riecht man oben am Einfüllstutzen so etwas wie Abgase, ist ebenfalls eine Fahrt zum fachkundigen Schrauber angesagt.
Alle Schläuche, die mit der Kühlung zu tun haben, sollten auf spröde Stellen, festen Sitz und Leckagen überprüft werden. Darüber hinaus atmet jedes in die Jahre gekommene Fahrzeug durch, wenn man gelegentlich alles erneuert, was „Filter“ im Namen trägt. Das kostet nicht viel und trägt zur Betriebssicherheit bei. Ebenso wie der gelegentliche Austausch der Keil- beziehungsweise Treibriemen für Lichtmaschine, Wasserpumpe und andere im Motorraum verbaute Helferlein.
Wenn der Verbrauch des Fahrzeugs steigt, sonderbare, klackernde Geräusche aus dem Motorraum zu hören sind, die Maschine heißer als gewohnt wird oder die Leistung nachlässt, kann auch ein Blick auf die Steuerung der Ventile im Zylinderkopf nicht schaden. Wer eine klassische Fühlerlehre im Werkzeugkasten hat und nicht zwei linke Hände, erledigt das mit Freude selbst.

Oft aufwendigere Kühlung im E-Auto

Heute hat nicht mehr jedes Auto einen Verbrennungsmotor, Kühlung ist jedoch auch bei E-Autos eine wichtige Komponente. Vielleicht sogar noch wichtiger, denn was für kleine Batterien im Innenraum gilt, trifft auch auf die Starterbatterie beim Verbrenner und die Antriebsbatterie eines E-Autos zu: Bei Hitze laufen die chemischen Reaktionen anders ab – und vor allem schneller.
Tiefe Temperaturen gelten vielfach als batterieschädlich, jedoch zeigen sich lediglich die Schäden im Winter, wenn die Batterien stärker beansprucht werden. Die elektrochemischen Ursachen liegen hingegen fast immer in der warmen Jahreszeit.
In der Chemie spricht man davon, dass um 10 °C höhere Temperaturen zu einer Vervielfachung der Reaktionsgeschwindigkeit führen. Das gilt im weitesten Sinn für die Versprödung von Gummi, die Zersetzung und Viskosität (Zähflüssigkeit) von Motoröl, aber eben auch die Batteriechemie.
In klassischen Starterbatterien korrodieren dann die Bleigitter schneller, die Selbstentladung steigt und die Kapazität sinkt. Anzeichen für eine schwache Batterie sind unter anderem träges Starten des Motors und unerwartet schwächer werdende Instrumenten- und Innenraumbeleuchtung. Hier hilft im Sommer erneut ein Schattenparkplatz und im Winter notfalls ein Starthilfekabel. Bei E-Autos ist zumindest Letzteres keine Option.
Um das recht enge Temperaturfenster moderner Lithium-Ionen-Batterien einzuhalten, verfügen E-Autos über fein abgestimmte Systeme, die die Batterien je nach Bedarf kühlen oder wärmen. Das kostet zusätzlich Energie und reduziert die Reichweite – bei einigen Modellen mehr, bei anderen weniger.
Besonders schädlich ist die Kombination aus konstant hohem Ladezustand und hohen Umgebungstemperaturen, die die Batterien schneller altern lässt. Beabsichtigen Sie, Ihr E-Auto eine Zeit lang nicht zu fahren, stellen Sie es daher lieber mit halb vollem Akku ab. Empfehlenswert ist eine Restladung zwischen 40 und 80 Prozent.
Schnellladen belastet den Akku auch bei normalen Temperaturen, da hierbei selbst hohe Temperaturen auftreten können. Um die Batterien nicht zusätzlich zu belasten, drosseln daher viele Batteriemanagementsysteme die Lade- und gegebenenfalls Fahrleistung, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Im Sommer höherer Verbrauch?

In der Betrachtung fehlt noch eine tragende Komponente: die Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Reifen sind dabei ebenfalls doppelter Belastung ausgesetzt. Einerseits lässt Wärme die Gummimischung weicher werden. Dadurch erhöht sich die sogenannte Walkarbeit, also die Verformung des Reifens, und infolgedessen auch der Rollwiderstand. Andererseits verändern sich die Straßenbedingungen – bis hin zur explosionsartigen Bildung von Kanten und Schlaglöchern.
Weicher Reifengummi trifft dabei zugleich auf einen erhöhten Druck, denn was für Spraydosen gilt, gilt prinzipiell auch für luftgefüllte Reifen. Steigt die Temperatur um 10 °C, erhöht sich der Reifendruck um etwa 0,1 bar. Ein zu niedriger Luftdruck erhöht wiederum die Walkarbeit und damit den Verbrauch. Im schlimmsten Fall drohen Profilablösungen und Reifenplatzer. Es genügt daher nicht, den Reifendruck einmal im Jahr zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Dies sollte dennoch nicht nach einer längeren Fahrt geschehen, sondern vorher am „kalten“ Reifen.
Apropos kalte Reifen. Dass man im Winter keine Sommerreifen nutzt, sollte klar sein. Umgekehrt ist es aber auch nicht besser. Die von Haus aus weichere Gummimischung von Winterreifen verstärkt die genannten Probleme und sie verschleißt im Sommer erheblich schneller.
Sinnvoll ist deshalb, auch und gerade bei nur wenig gefahrenen Oldtimern, immer einmal den Zustand der Reifen zu überprüfen: die Profiltiefe, vor allem aber auch das Alter der Reifen. 7 Millimeter Profiltiefe und ein Alter von zwölf Jahren wären ein Grund, die Pneus durch neue zu ersetzen, falls sich im Gummi Versprödungen zeigen.
Übrigens: Natürlich benötigt auch die Klimaanlage Energie, sodass sich ihr Betrieb an der Zapf- oder Ladesäule bemerkbar macht. Im Stadtverkehr müssen Fahrer laut ADAC mit rund 20 Prozent Mehrverbrauch und auf Autobahnen mit rund 6 Prozent mehr rechnen. In älteren Fahrzeugen kann der Mehrverbrauch auch höher ausfallen und mehrere Liter pro 100 Kilometer betragen.

Weiche Fahrbahn, harte Kanten

Hitzeschäden an Straßen richten sich in erster Linie nach dem Fahrbahnbelag: Asphalt reagiert anders als Beton. Während ersterer weich wird und unter Belastung allmählich Spurrinnen und Verformungen bildet, neigt letzterer zu sogenannten Blow-Ups, also plötzlichen Aufwerfungen. Grund ist hier, dass Beton seine Steifigkeit behält, sich aber, wie nahezu alle Stoffe, bei Wärme ausdehnt. Um das zu kompensieren, verfügen Betonstraßen in regelmäßigen Abständen über Dehnungsfugen.
Ziehen sich die Betonplatten im Winter zusammen, gelangt Dreck in die Fugen. Dehnen sich die Platten im Sommer dann wieder aus, besteht sprichwörtlich kein Raum, um thermische Spannungen abzufedern. Wechselnde Verkehrslasten setzen der angespannten Oberfläche zusätzlich zu. Wird die Last zu hoch, bricht die Betondecke ohne sichtbare Vorwarnung in die einzige mögliche Richtung auf – nach oben.

Einen kühlen Kopf bewahren

Manche Dinge lassen sich nicht beeinflussen. Dazu gehören das Wetter und der Straßenbelag. Was wir ändern können, ist, wie wir damit umgehen:
  1. Was sich nicht aufheizt, muss nicht gekühlt werden. Weder heller Lack noch geöffnete Fenster verhindern zuverlässig das Aufheizen des Fahrzeugs an sonnigen Tagen, ein Schattenparkplatz schon.
  2. Haben Sie keinen überdachten Parkplatz, achten Sie auf den aktuellen und späteren Sonnenstand. Verwenden Sie einen Sonnenschutz.
  3. Lassen Sie niemals Personen oder Haustiere in geschlossenen, in der Sonne abgestellten Fahrzeugen zurück. Lebensgefahr!
  4. Ein Fahrzeug von 60 °C herunterzukühlen ist auch für die modernste Klimaanlage Schwerstarbeit. Öffnen Sie daher vor Fahrtantritt alle Türen oder fahren Sie die ersten Meter mit offenen Fenstern, um einen Großteil der Wärme herauszulassen.
  5. Verlegen Sie Fahrten in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
Außerdem können wir vorsorgen:
  1. Reifendruck (am kalten Reifen) und Flüssigkeiten (Kühlwasser nur bei kaltem Motor) regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls anpassen.
  2. Verunreinigungen schonend beseitigen, Temperaturschocks vermeiden, Dichtgummis und Verdeck prüfen und pflegen.
  3. Ein offenes Ohr und Auge für Ihr Fahrzeug können Schäden frühzeitig andeuten. Zögern Sie Reparaturen nicht unnötig hinaus, da geschwächte Strukturen (Scheibe, Reifen, Schläuche) zu größeren Problemen werden können.
  4. Klimaanlagen verlieren pro Jahr rund 10 Prozent ihres Kühlmittels. Veranlassen Sie daher von Zeit zu Zeit auch die Wartung der Klimaanlage.
  5. Nicht nur Autos, auch Ladung und Ballast leiden unter hohen Temperaturen. Nehmen Sie empfindliche Gegenstände mit, wenn Sie das Auto verlassen.
  6. Bei E-Autos auf den Ladestand der Batterie achten. Nicht vollgeladen für längere Zeit abstellen.
  7. Im Auto angemessene Kleidung tragen: Für die (Bei)Fahrerin im Auto könnte das bedeuten Midi-Kleid statt Mini-Rock – oder Sitzbezug und Kissen. Das hilft auch dem Mann gegen Verbrennung an empfindlichen Körperteilen.
Alles in allem hängt weder Sommer noch Winter wie ein Damoklesschwert über der automobilen Freiheit. Was wirklich schadet, ist Vernachlässigung. Historische Fahrzeuge benötigen dabei auch nichts anderes als moderne Karossen, nämlich eine regelmäßige Wartung. Dank zumeist simpler, wenig störanfälliger Technik und im Vergleich zu heute ungemein robuster ausgelegter Motoren kann ein Oldtimer mit gesunder, rostfreier Substanz Generationen von Neufahrzeugen überleben.
Dieser Artikel ersetzt weder Beratung noch Wartung durch einen qualifizierten Kfz-Mechaniker. Sicherheit im Straßenverkehr sowie bei Arbeiten in und am Fahrzeug haben höchste Priorität, um Fahrer, Mechaniker und Dritte nicht zu gefährden. Der Autor und Epoch Times übernehmen keinerlei Haftung für Verletzungen und Schäden.

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