Sie ist unscheinbar, Schmertterlin-förmig und wiegt oft nur wenige Gramm: Die Schilddrüse in unserem Hals steuert unseren gesamten Stoffwechsel, unseren Herzschlag und unsere Energie. Doch wenn die Zellen dieses kleinen Organs entarten, geschieht das meist völlig lautlos. Schilddrüsenkrebs gilt als Chamäleon unter den Krebserkrankungen – oft spät entdeckt, aber in den allermeisten Fällen glücklicherweise gut behandelbar.
Wenn das Gewebe wuchert: Die 11 Warnsignale im Überblick
In den frühen Stadien sendet Schilddrüsenkrebs selten klare Signale. Da rund 95 bis 96 Prozent aller Schilddrüsenknoten gutartig sind, wiegen sich viele Betroffene in Sicherheit. Dennoch gibt es 11 konkrete Symptome, die man im Auge behalten sollte:
- Der verdächtige Knoten: Ein Knoten an der Vorderseite des Halses, der oft rasch wächst.
- Geschwollene Lymphknoten: Eine oder mehrere vergrößerte Schwellungen an der Seite des Halses.
- Allgemeine Halsvergrößerung: Eine sichtbare oder spürbare Schwellung des gesamten Halsbereichs (Kropf/Goiter).
- Anhaltende Schmerzen: Anhaltende Schmerzen im vorderen Halsbereich, die bis in die Ohren ausstrahlen können.
- Veränderte Stimme: Dauerhafte Heiserkeit oder andere ungewöhnliche Stimmveränderungen.
- Schluck- und Atemnot: Ein spürbarer Druck oder Hindernis beim Schlucken und Atmen.
- Appetitlosigkeit: Ein plötzlicher, anhaltender Verlust des Appetits.
- Gewichtsverlust: Ein unbeabsichtigter und unerklärlicher Verlust an Körpergewicht.
- Anhaltender Husten: Dauerhafter Reizhusten ohne erkältungsbedingte Ursache.
- Bluthusten: Das Aushusten von blutigem Auswurf.
- Durchfall und Hitzewallungen: Schwerer Durchfall und plötzliche Hautröte (Flushing), verursacht durch einen stark erhöhten Kalzitoninspiegel bei speziellen Tumorarten.
Die vier Formen von Schilddrüsenkrebs
Eine Krebsdiagnose ist für Betroffene ein Schock und löst verständlicherweise große Ängste aus. Für den Krankheitsverlauf und die Heilungschancen ist es jedoch entscheidend zu wissen, dass Erkrankungen der Schilddrüse sehr unterschiedlich verlaufen können. Mediziner unterscheiden vier Haupttypen:
- Das papilläre Karzinom: Mit rund 80 Prozent aller Fälle die mit Abstand häufigste Form. Es wächst meist sehr langsam, spricht sehr gut auf Therapien an und weist selbst bei einem Befall der Lymphknoten hervorragende Heilungschancen auf.
- Das follikuläre Karzinom: Diese Form tritt häufiger in Regionen mit Jodmangel auf. Sie streut eher über den Blutkreislauf als über die Lymphknoten, hat aber für den Großteil der Patienten ebenfalls eine sehr günstige Prognose.
- Das medulläre Karzinom: Es macht weniger als 5 Prozent der Fälle aus und geht von den sogenannten C-Zellen der Schilddrüse aus. Da dieser Typ häufiger familiär gehäuft auftritt, wird Betroffenen und ihren Angehörigen meist eine genetische Beratung empfohlen.
- Das anaplastische Karzinom: Mit etwa 2 Prozent ist dies die seltenste, aber auch eine sehr rasch fortschreitende Form. Sie erfordert eine umgehende, intensive medizinische Betreuung und spezialisierte Therapiekonzepte.