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Kein Angler-Latein: Schwimmender Urzeitriese im kanadischen Fraser River gefangen

Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen zu Hochwasserzeiten am Fraser River in British Columbia, Kanada. Dünne Nebelschleier lagen über dem angeschwollenen Fluss nahe der Stadt Chilliwack. Die Luft war frisch um 4:30 Uhr morgens, als der 44-jährige Kevin Estrada sich in die heiße Sauna begab. An diesem Tag Anfang Juni sollte es auf die Jagd nach riesigen prähistorischen Fischen gehen.
Estrada ist Besitzer von Sturgeon Slayers, einem Unternehmen, das seit 18 Jahren geführte Angeltouren anbietet. An diesem Tag wurden Firmenkunden als Gäste erwartet und Estrada begab sich gegen 7 Uhr zum Treffpunkt und wartete in seinem 6,70 Meter langen Alu-Kahn der Marke Thunder Jet auf die Mitarbeiter der Firma Diamond Truck Centres aus Alberta. Die Männer trafen entspannt gegen acht Uhr ein.

Das Angel-Abenteuer beginnt

Estrada versprach ihnen, einen Stör für sie zu fangen. Wie groß dieser sein würde? Dafür gab es keine Garantie.
Die Gruppe teilte sich auf zwei Boote auf. Bei Estrada fuhren zwei Manager des Transportunternehmens aus Fort McMurray mit, Shawn North und Elvis Penton. Im anderen Boot, gesteuert von Estradas Angestelltem, folgten die übrigen Gästen.
Estrada gab bekannt, dass er eine Stelle nördlich von Chilliwack kenne. Dort habe er 2024 den Eishockey-Profispieler Nick Leddy geführt, der dort einen über drei Meter langen Stör fing. Für viele Angler sei das der Fang ihres Lebens.
„Dieser Platz ist bekannt für große Fische“, erklärte Estrada gegenüber der Epoch Times. Den genauen Ort wollte er nicht preiszugeben. „Das würde den Angelplatz ruinieren, weil dann zu viele Leute kommen würden“, sagte er. „Das würde unserem Geschäft schaden.“
Er erzählte, dass viele Angelführer ihr ganzes Leben fischen würden, aber niemals einen Stör von über 3,3 Meter Länge zu Gesicht bekämen. Er nannte solche Fische „Einhörner“. Estrada hingegen hatte in seiner Karriere am Fraser River bereits zwei Exemplare von über 3,35 Metern gefangen. Der Rekord seines Unternehmens lag bei einem 3,52 Meter langen Stör, den ein anderer Kunde der NHL (National Hockey League), der legendäre Eishockey-Torhüter Pete Peters, im Jahr 2021 an Land zog.
Das war der Rekord.
Bis zu jenem Tag im Juni.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Ein gewaltiges Urzeit-Monster am Haken

Der Morgen verlief zunächst ruhig, doch bald schon bog sich die Angelrute durch und signalisierte Estrada, dass sich etwas am anderen Ende tat. Gegen 10 Uhr hatten die Männer einen großen Fisch am Haken und der erfahrene Guide wusste, dass er sich mit dem Fisch flussabwärts treiben lassen musste. Er musste ihn dorthin lenken, wo er ihn haben wollte. Währenddessen wechselten sich die beiden Lkw-Manager an der Rolle ab.
Zu dieser Jahreszeit machen die Schmelzwasser der Berge den Fraser River breit, tief und trüb. Gelegentlich treiben Baumstämme oder ganze Äste im Wasser, denen man ausweichen muss. Das macht das Störangeln besonders anspruchsvoll: Der Guide muss das Boot geschickt manövrieren und gleichzeitig den Fisch in Richtung der flachen Uferbereiche ziehen. Dort können die Störe vermessen und für wissenschaftliche Untersuchungen der Regierung markiert werden.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Estrada meisterte die Situation. Der 40-minütige Kampf zwischen den Männern und dem Stör endete im Pflanzenbereich einer überfluteten Sandbank. So hatte es Estrada geplant. Im hüfthohen Wasser fasste er den gewaltigen Kiefer des Störs, drehte den erschöpften Riesen vorsichtig auf den Rücken und versetzte ihn dadurch in eine bewegungsarme Starre. Estrada war überwältigt von der Größe des Urzeitfisches. Dann wurden die Maßbänder herausgeholt, um das lebende Fossil zu vermessen.

Der Rekord ist gebrochen

Ein einziges 3-Meter-Maßband reichte nicht aus. Die endgültigen Werte waren beeindruckend: knapp über 3,56 Meter (11 Fuß und 8,2 Zoll) bei einem Umfang von über 1,52 Metern (60 Zoll). Das geschätzte Gewicht lag zwischen 500 und 550 Kilogramm. Der Fisch musste über hundert Jahre alt sein. Der Urzeitriese übertraf mit seinen Maßen sogar den bestehenden Firmenrekord von 2021. Einen Ortungschip fanden die Männer nicht an ihm.
„Glückwunsch, Jungs“, sagte Estrada zu den beiden Männern. „Wir alle sind Teil eines historischen Moments.“
Kevin Estrada, Inhaber von Sturgeon Slayers, posiert am 4. Juni 2026 mit dem Rekordfang eines Störs im Fraser River, den sein Unternehmen erzielt hat. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Kevin Estrada, Inhaber von Sturgeon Slayers, posiert am 4. Juni 2026 mit dem Rekordfang eines Störs im Fraser River, den sein Unternehmen erzielte.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Als führendes Mitglied der Naturschutzgemeinschaft am Fraser River hat Estrada Zugang zu Daten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind – darunter Größenangaben von Stören, die über Jahrzehnte markiert wurden. Auch wenn er einräumt, dass dieser Fisch kein Weltrekord ist, weiß er, dass er historisch bedeutsam ist. Er nennt ihn „den neuen Rekord“.
Die beiden Boote trafen sich wieder. Fotos wurden mit den Anglern und dem nun ruhigen Riesen gemacht. Gefeiert wurde mit alkoholfreiem Bier.
Für Estrada jedoch, der für seine frühere Forschung zur Fischerei und seine Einsätze bei Hochwasserrettungen mit der King Charles III Coronation Medal ausgezeichnet wurde, bedeutete der Fang mehr als nur einen neuen Rekord. Dass der Fisch keinen Markierungschip trug, war für ihn ein Beweis für einen gesunden Fluss.
„Die größte Erkenntnis daraus ist, dass Naturschutz funktioniert“, sagte er und verwies auf das strenge Fang-und-Freilass-System in British Columbia. „Es ist ein Kreislauf. Man schützt die Fische, man tötet sie nicht. Und dann fließt das Geld aus den Lizenzen wieder zurück in dieses System. Diejenigen, die die Ressource nutzen, sind auch diejenigen, die sie schützen.“
Kevin Estradas Kunden posieren mit dem riesigen Stör, den sie am 4. Juni 2026 an Land gezogen haben. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Kevin Estradas Kunden posieren mit dem riesigen Stör, den sie am 4. Juni 2026 an Land gezogen haben.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

200 Millionen Jahre

Weiße Störe haben 200 Millionen Jahre und zwei Eiszeiten überlebt. Ihre Sterblichkeitsrate beim Fang-und-Freilass-Verfahren liegt bei erstaunlich niedrigen 0,012 Prozent. „Diese Fische haben keine Zunge, deshalb gibt es keine Zungenblutungen“, erklärt Estrada. „Das ist eine der nachhaltigsten Fischereien der Welt.“
Durch die Erfassung wichtiger Daten halten freiwillige Guides wie Estrada die Fischerei stabil. „Wir bekommen ein immer besseres Verständnis für die Fischgrößen in den verschiedenen Altersklassen“, sagt er. „Zu wissen, wie viele Fische es gibt, ist entscheidend. Sonst hat man keine Ahnung, was im Fraser River passiert.“
Nachdem sie dem Stör einen winzigen Mikrochip für das Regierungsregister unter die Haut gesetzt hatten, führten die Männer den Fisch von der Sandbank zurück in die Tiefe des Flusses. Mit einem langsamen, kraftvollen Schlag seiner uralten Schwanzflosse verschwand der Stör im trüben Wasser – und ließ die beiden Lkw-Manager aus Fort McMurray voller Staunen zurück.
„Dass dieser Fisch so groß geworden ist, zeigt, dass sie überleben“, meint Estrada und blickt auf die sich langsam glättende Wasseroberfläche. „Und sie haben die Chance, tatsächlich so groß zu werden.“
(LR) Elvis Penton, Ryan Hunden, Joe Verbeek, Carter Kowal, Travis Meiklejohn, Anders Sorensen und Shawn North posieren mit dem rekordverdächtigen Stör, der am 4. Juni 2026 im Fraser River gefangen wurde. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

(LR) Elvis Penton, Ryan Hunden, Joe Verbeek, Carter Kowal, Travis Meiklejohn, Anders Sorensen und Shawn North posieren mit dem rekordverdächtigen Stör, der am 4. Juni 2026 im Fraser River gefangen wurde.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Historic Moment’: Fraser River Anglers Reel in Record-Breaking Sturgeon Nearly 12 Feet Long“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)

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