IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens unter Präsident Javier Milei gelobt.
Seit dessen Amtsantritt im Jahr 2023 sei die Lage „nach allen Kennzahlen deutlich solider“, sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds am 27. Juli bei einem Besuch in Buenos Aires.
Weniger Inflation und ein Haushaltsüberschuss
Die stärkere Position Argentiniens sei das Ergebnis der „harten Arbeit der Regierung“ und der „Opfer des argentinischen Volkes“, sagte Georgieva bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Luis Caputo.
Sie verwies auf die gesunkene Inflation, den Haushaltsüberschuss und eine bessere Kreditwürdigkeit des Landes.
Milei hatte nach seinem Amtsantritt massive Kürzungen bei den Staatsausgaben und Subventionen durchgesetzt. Sein Sparkurs brachte Argentinien erstmals seit 14 Jahren einen Haushaltsüberschuss und ließ die Inflation deutlich sinken, löste aber auch wiederholt Proteste aus.
Buenos Aires soll mehr reguläre Arbeitsplätze schaffen
Georgieva sprach von „erheblichen Fortschritten bei der makroökonomischen und finanziellen Stabilität“. Davon profitierten unter anderem die Öl- und Gasindustrie, der Bergbau und die Landwirtschaft. Argentinien müsse jedoch mehr reguläre Arbeitsplätze schaffen und den Konsum stärken.
Die wirtschaftliche Lage in Argentinien bleibt von widersprüchlichen Entwicklungen geprägt. Die Inflation ging zwar auf zuletzt 33,5 Prozent im Jahresvergleich zurück. Die Wirtschaft wuchs jedoch im Jahresvergleich nur um 0,2 Prozent, während der IWF für 2026 ein Plus von 3,5 Prozent erwartet.
Der private Konsum ist schwach, zugleich verdreifachte sich der Anteil notleidender Kredite privater Haushalte binnen eines Jahres auf 12,8 Prozent – den höchsten Stand seit 20 Jahren.

Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgieva (3.r), verlässt am 27. Juli 2026 nach einem Treffen mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Luis Caputo (2.l) das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires und begibt sich zur Casa Rosada, um dort Gespräche mit dem argentinischen Präsidenten Javier Milei zu führen.
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Georgieva gratuliert Milei zu den Fortschritten
Argentinien hatte 2025 mit dem IWF ein vierjähriges Kreditprogramm über 20 Milliarden Dollar vereinbart. Im Mai gab der Fonds eine weitere Tranche von einer Milliarde Dollar frei. Das südamerikanische Land ist der größte Schuldner des IWF.
Wirtschaftsminister Caputo bezeichnete das Verhältnis zum Fonds als „ausgezeichnet“. Georgieva habe Präsident Milei bei einem Treffen „sehr überschwänglich“ zu den Fortschritten gratuliert.
Heute will die IWF-Chefin das große Öl- und Gasfördergebiet Vaca Muerta besuchen, das für Argentiniens Energieversorgung und Exporte von zentraler Bedeutung ist.
Vor dem Wirtschaftsministerium in Buenos Aires protestierten dutzende Menschen gegen den Besuch. (afp/red)

