Ausläufer der ersten Wintersturmtiefs über dem Atlantik fegen weiterhin über Deutschland. Am Sonntag war an der Nordsee sowie in höheren Lagen mit starkem Sturm oder Orkan zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.
Dort drohten Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, anderswo war den Meteorologen zufolge vielerorts mit Sturmböen bis 85 Stundenkilometer zu rechnen.
Laut Vorhersage des Wetterdienstes kann der Wind in Höhen oberhalb von 600 Metern Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreichen.
Der Wind nimmt bis auf orkanartige Böen zu
„In exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde gerechnet werden“, hieß es. In nicht so hoch gelegenen Gebieten seien bis zu 70 Stundenkilometer möglich.
Laut Wetterdienst können bei solchen Windgeschwindigkeiten Äste abbrechen und Gegenstände herumfliegen. Möbel, die draußen nicht angebunden sind, sollten gesichert und Abdeckungen befestigt werden.
Im weiteren Tagesverlauf soll der Wind dem DWD zufolge nach kurzer Pause erneut zulegen.
An der Nordsee und in höheren Lagen sei mit schwerem Sturm bis hin zu orkanartigen Böen oder Orkanböen zu rechnen. Erst in der Nacht zum Montag soll der Wind nachlassen.
Feuerwehr im Dauereinsatz in Wuppertal
Aus Nordrhein-Westfalen meldeten die Feuerwehren am Sonntag weitere Einsätze meist wegen umgestürzter Bäume oder herabgefallener Äste.
„Dauereinsatz für Berufs- und Freiwillige Feuerwehr“, hieß es von den Einsatzkräften in Wuppertal. Bis Sonntagmorgen zählten sie demnach 31 weitere wetterbedingte Einsätze. Größere Zwischenfälle oder Verletzte wurden von dort oder anderswo zunächst nicht gemeldet.
Deutsche Bahn verspätet sich
Vereinzelt gab es Verkehrsstörungen. Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtiungen aufgrund von „Unwetterauswirkungen“ auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen.
ICE- und IC-Züge waren demnach bis zu 15 Minuten verspätet, in Recklinghausen hielten keine Züge. Betroffen war auch der Schiffsverkehr auf der Nordsee. Fährverbindungen zur Insel Helgoland etwa waren laut Reedereien eingestellt. Sie sollten voraussichtlich erst Dienstag wieder starten.
Deutschland liegt seit Freitag im Einflussgebiet der Herbststurmtiefs „Luise“ und „Manja“. Vor allem im Westen und Südwesten gab es viele Einsätze.
In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte am Freitag auf einem Stadtfest eine Gerüstbrücke um, zwei Männer im Alter von 58 und 72 Jahren wurden schwerverletzt. Nach Polizeiangaben wurde das Unglück vermutlich durch eine Windböe verursacht. Die Ermittlungen liefen. (afp/dpa/red)