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Wie alt ist Ihr Gehirn wirklich? Ein neuer Bluttest verrät Krankheitsrisiken 10 Jahre im Voraus

Das biologische Alter einzelner Organe lässt sich anhand von Blutproben untersuchen. Eine Studie aus dem Jahr 2025 und eine aktuelle Folgestudie aus dem Jahr 2026, beide im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht, zeigen, dass sich damit unter anderem das Risiko für Alzheimer, Herzinsuffizienz sowie das Sterberisiko bis zu zehn Jahre im Voraus abschätzen lassen – lange bevor erste Beschwerden auftreten.

Der Test basiert auf der Analyse spezifischer Proteine im Blut. Sie verraten, wie schnell Herz, Gehirn oder andere Organe altern und ob sie anfälliger für chronische Erkrankungen sind.

Wie der Bluttest funktioniert und was die Ergebnisse bedeuten

Im Rahmen der ersten Studie haben Forscher das Blut von fast 45.000 Menschen im Alter von 40 bis 70 Jahren untersucht. Sie wollten wissen: Altert jedes Organ genauso schnell wie der Mensch selbst?

Dafür nutzten sie ein Computerprogramm. Dieses schaut sich bestimmte Eiweiße (Proteine) im Blut an, die von einzelnen Organen stammen. So lässt sich ermitteln, welches biologische Alter Herz, Lunge oder Gehirn tatsächlich haben.

Das überraschende Ergebnis: Jedes Organ altert anders

Bei etwa jedem Dritten war mindestens ein Organ biologisch deutlich älter oder jünger als für das jeweilige Lebensalter üblich. Das ist entscheidend, denn wie alt ein einzelnes Organ ist, sagt besser voraus, ob wir krank werden, als unser Alter im Pass.

  • Das Gehirn: War das Gehirn stark gealtert, war das Risiko für Alzheimer mehr als dreimal so hoch. Auch das Risiko, in den nächsten 15 Jahren zu sterben, war fast dreimal so hoch.
  • Herz und Lunge: Ein stärker gealtertes Herz ging viel häufiger mit einer späteren Herzschwäche einher. Eine biologisch ältere Lunge erhöhte das Risiko für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD.
  • Die Muskeln: Laut der Folgestudie erkrankten Menschen, deren Blut ein „gealtertes“ Profil der Skelettmuskelzellen zeigte, fast 13-mal häufiger an der Nervenerkrankung ALS (amyotrophe Lateralsklerose) als Menschen mit „jugendlichem“ Profil.

Warum sieht man das im Blut?

Wenn Organe zu schnell altern oder Schaden nehmen, werden Zellen geschädigt oder sterben ab. Dabei gelangen bestimmte Stoffe ins Blut.

Ein Beispiel dafür ist ein Eiweiß namens Neurofilament Light aus dem Gehirn. Wenn Gehirnzellen geschädigt werden – etwa bei einem Schlaganfall –, tritt dieses Eiweiß ins Blut über. Hohe Blutwerte dieses Eiweißes können daher auf eine Schädigung von Nervenzellen hinweisen.

Risiken erkennen, bevor Beschwerden entstehen

Die Ergebnisse zeigen: Das biologische Alter eines Organs sagte das Krankheitsrisiko besser voraus als jede andere untersuchte Größe – auch besser als das bloße Alter im Pass.

Für Tony Wyss-Coray, Studienleiter und Neurologe an der Stanford University, liegt der Schlüssel genau hier: Die Messungen sollen den Weg für eine maßgeschneiderte Vorsorge ebnen, solange noch Zeit zum Handeln bleibt. „Wir könnten eingreifen, bevor überhaupt erste Symptome auftreten, und so Krankheiten wie Alzheimer womöglich verhindern“, sagte der Forscher gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.

Der eigentliche Wert des Tests liege darin, das „schwächste Glied“ im Körper aufzuspüren, also gezielt jene Organe zu identifizieren, die überdurchschnittlich schnell altern. Genau dort steige das Risiko für Leiden wie Herzerkrankungen, Diabetes, Alzheimer oder verschiedene Krebsarten. Noch gibt es allerdings eine Einschränkung: „Bisher wurden die meisten unserer Modelle an Menschen über 50 entwickelt, weshalb Handlungsempfehlungen vorerst nur für diese Altersgruppe gelten“, so Wyss-Coray.

Außerdem beweist ein statistischer Zusammenhang noch nicht, dass sich Krankheiten tatsächlich verhindern lassen, wenn man das Altern der Organe bremst. Die Forscher betonen deshalb, dass vor einer breiten Anwendung des Tests noch weitere Studien nötig sind.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Age of Your Organ Predicts Risk of Diseases Decades Before Symptoms Appear“. (deutsche Bearbeitung: kr)

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