Zwei Wochen nach dem Massenandrang von Migranten in die spanische Exklave Ceuta sind im Norden Marokkos fast 300 Migranten festgenommen worden.
294 Menschen, die meisten von ihnen Bürger aus Ländern südlich der Sahara, seien am Samstag nahe der Grenze zu Ceuta von marokkanischen Sicherheitskräften abgefangen worden, berichtete das Nachrichtenportal „Le360“.
Gerücht zu Grenzöffnung erneut aufgekommen
Ein Behördenvertreter sprach von einer „Routinemaßnahme zur Verhinderung von Versuchen der irregulären Migration“ in Richtung Ceuta. Die Migranten wurden auf einem bewaldeten Hügel oberhalb der Stadt Fnideq aufgegriffen.

Massiver Einsatz von Polizei und Armee an der Grenze zwischen Marokko und Spanien am 15. August 2026 in Fnideq (Castillejos), Marokko. Die Befürchtungen vor einem zweiten Ansturm von Migranten auf Ceuta haben sich verstärkt, nachdem in den sozialen Medien anonyme Aufrufe und falsche Gerüchte verbreitet wurden, wonach die Grenze zu Marokko geöffnet werde.
Foto: Adri Salido/Getty Images
Die marokkanischen Behörden hatten am Mittwoch angesichts von Falschmeldungen im Internet Maßnahmen angekündigt, um zu verhindern, dass erneut größere Gruppen von Migranten versuchen, nach Ceuta zu gelangen.
In den online verbreiteten Beiträgen wurde das Gerücht verbreitet, dass die Grenze nach Ceuta am Samstag geöffnet werde.
60 Festnahmen wegen Online-Gerüchten
Laut den Portalen „Le360“ und „Hespress“ wurden in den vergangenen Tagen in Marokko mehr als 60 Menschen festgenommen hätten, denen vorgeworfen wird, in Onlinenetzwerken „zur irregulären Migration anzustiften oder diese zu fördern“.
Vor rund zwei Wochen hatten nach Angaben der spanischen Behörden etwa 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene Exklave Ceuta auf dem Landweg oder schwimmend erreicht. Der Großteil von ihnen wurde in das nordafrikanische Land zurückgebracht.
Während des Ansturms der Migranten kamen nach offiziellen Angaben 91 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsgruppe AMDH geht hingegen von mindestens 141 Toten aus. (afp/red)


