In Kürze:
- Transport & Environment fordert eine EU-weite Begrenzung der Tankgröße von Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Reichweitenverlängerer auf 15 Liter.
- Die Umweltorganisation kritisiert, dass viele Fahrer ihre Fahrzeuge häufiger mit Benzin oder Diesel als im Elektrobetrieb nutzen.
- Laut T&E stießen 2024 verkaufte Plug-in-Hybride im Alltag fast sechsmal so viel CO₂ aus wie angegeben.
Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) will die Tankgröße von Plug-in-Hybriden (PHEV) und Elektroautos mit Reichweitenverlängerer (EREV) auf höchstens 15 Liter begrenzen. Wie die spanische Fachzeitschrift „Autopista“ berichtet, soll sich die Organisation dafür bei der EU einsetzen.
Plug-in-Hybrid kann wie E-Auto genutzt werden – tatsächlich aber häufiger als Verbrenner
T&E begründet ihren Vorstoß damit, dass viele Fahrer von Plug-in-Hybriden nur selten laden und überwiegend Benzin oder Diesel tanken würden.
Bei einem Plug-in-Hybrid handelt es sich um ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb. Es verfügt sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über einen Elektromotor, dessen Antriebsbatterie über einen Stecker am Stromnetz aufgeladen werden kann.
Im Vergleich zum Vollhybrid ist die Akkukapazität beim Plug-in-Hybrid deutlich höher. Sie ermöglicht einen überwiegend elektrischen Fahrbetrieb. Von dieser Option machen die Besitzer nach Einschätzung von T&E jedoch zu selten Gebrauch.
Dazu trage laut einem Bericht der Organisation auch die Tankgröße bei: Sie liege im Durchschnitt bei rund 51 Litern und ermögliche eine Reichweite von 730 Kilometern mit dem Verbrennungsmotor. Ein Anreiz, die Batterie regelmäßig zu nutzen, sei damit nicht verbunden. De facto würden viele Plug-in-Hybride als Verbrenner genutzt.
15 Liter sollen zum elektrischen Fahren motivieren
Mit einem Tank von höchstens 15 Litern ließe sich bei einem angenommenen Verbrauch von 6,7 Litern auf 100 Kilometer eine Strecke von rund 220 Kilometern mit dem Verbrennungsmotor zurücklegen.
Nach Ansicht der Umweltorganisation würde ein kleinerer Tank Fahrer dazu bewegen, die Batterie häufiger aufzuladen und mehr elektrisch zu fahren. Die EU solle eine entsprechende Vorgabe verpflichtend einführen.
Einen Beschluss oder auch nur eine Vorlage, die in diese Richtung ginge, gibt es auf EU-Ebene bislang nicht. Stattdessen verschärft die EU die Berechnungsgrundlage für Plug-in-Hybride.
Ab dem 29. November 2026 gilt eine weitere Anpassung des sogenannten Utility Factors. Er bestimmt, welcher Anteil der gefahrenen Strecke bei der offiziellen CO₂-Berechnung als elektrisch zurückgelegt angenommen wird. Die Neuregelung soll die WLTP-Werte stärker an den tatsächlichen Verbrauch im Straßenverkehr annähern.
Wie groß die Diskrepanz bislang ist, zeigen Daten der EU-Kommission und eine Auswertung von T&E: Während die Kommission für 2021 zugelassene Plug-in-Hybride durchschnittlich 3,5-mal so hohe reale CO₂-Emissionen feststellte wie im Test angegeben, lag der Wert bei 2024 zugelassenen Modellen laut T&E bereits fast sechsmal so hoch.
Die Anpassung kann sich auf die Berechnung der CO₂-Flottengrenzwerte der Autohersteller und auf steuerliche Vergünstigungen für Plug-in-Hybrid-Dienstwagen auswirken, sofern diese an den offiziellen Emissionswert gekoppelt sind.
Hersteller bauen Tankgrößen bei Plug-in-Hybriden zunehmend aus
Der Trend beim Plug-in-Hybrid ging zuletzt immer mehr hin zur Vergrößerung von Tankinhalten. Mit einem 60-Liter-Tank und der Batterie können die Fahrzeuge auf eine Gesamtreichweite von mehr als 1.000 Kilometern kommen.
Für manche Autofahrer können Plug-in-Hybride damit attraktiver sein als reine Elektroautos, deren Reichweite geringer ist und bei denen man zudem auf eine hinreichende Ladeinfrastruktur angewiesen ist.

